War (2007)

Es hört sich ja eigentlich sehr vielversprechend an, wenn zwei Action-Schwergewichte wie Jason Statham und Jet Li aufeinanderprallen. Und der brachial kurze Titel verspricht vor allem eines, undzwar Blut in Strömen und coole Typen, die andere Typen aufmischen und irgendwelche Gangster und dergleichen. Und Waffen. Kung Fu. Schöne Frauen. Und ganz viel Blut. Doch was sich als einfacher Action-Film ankündigt, entpuppt sich zu etwas ganz anderem. Leider.

Die beiden FBI-Agenten Tom Lone (Terry Chen) und John Crawford (Jason Statham) sind dem gefährlichen Killer Rogue auf den Fersen, welcher für die japanische Yakuza arbeitet. Dabei erwischt Lone den Gangster im Gesicht, doch die Leiche kann nicht gefunden werden. Und so revanchiert sich der noch recht lebendige Rogue und tötet Lone samt Frau und Kind. Drei Jahre später ist Crawfords Ehe am Ende, denn er sucht immer noch auf besessene Art und Weise nach dem Killer seines Partners. Dann taucht Rogue plötzlich wieder in San Francisco auf und mordet sich durch einen Nachtclub voll mit Yakuza. Er schleust sich außerdem beim lokalen Triadenboss ein und spielt die beiden verbrecherischen Syndikate gegeneinander aus, womit er einen Krieg der Banden forcieren will.

Zugegebenermaßen ist die Handlung gar nicht mal so übel. Denn der Film hat am Ende einen dermaßen harten Twist, dass die gesamte Story auf den Kopf gestellt wird. Zumindest beim ersten Sehen wird man überrascht. Das ist wirklich cool, entpuppt sich dann leider in den Auswirkungen als reichlich obeflächlich. So handelt es sich bei ‚War‘ im groben Sinne um einen Rachefilm, in dem reichlich (asiatisches) Blut vergossen wird. Problematisch ist nur, dass man mit einem ungemein unbefriedigenden Ende entlassen wird, sodass sich das Gefühl einstellt, dass der Film sein Potential verschwendet.

Auch auf beinharte Action muss man größtenteils verzichten. Jet Li schlägt sich mal hier und da durch die Gegend, Jason Statham verkommt aber komplett zum Nebendarsteller, der wenig bis gar nichts zu tun hat. Dabei hätte man sich doch so gewünscht, dass sich die beiden ordentlich die Kauleiste polieren. Schlimmer ist noch, dass die Protagonisten teilweise reaktionslos über den Jordan geschickt werden. So wird ein Partner von Statham in einem Restaurant erschossen, doch weder ihn noch sonst jemanden scheint das zu jucken. Coolness und Action ist eine Sache, aber diese Gleichgültigkeit den Charakteren gegenüber durchzieht den Film und spiegelt sich besonders in der allerletzten Szene wieder, die, wie bereits erwähnt, eher so auf die Schnelle dahingeschludert wirkt.

Dann sind da noch die Gangster, die Yakuza und die Triaden. Der Film vergeudet mehrere Minuten darauf, zu zeigen, wie krass diese Banden teilweise drauf sind. So wird die Tochter des Yakuza-Bosses, Kira (Davon Aoki), eingeführt. Erst wird sie nach Amerika eingeflogen. Dort ist sie die meiste Zeit lang eine ziemliche Bitch. Dann wird sie wieder ausgeflogen. Was das ganze mit ihr sollte, bleibt im Grauen. So wird, anstatt sich auf wenige Hauptcharaktere zu beschränken, unnötigerweise versucht, der ganzen Geschichte mehr Komplexität zu verleihen. Das funktioniert aber einfach mal gar nicht, weil jede einzelne Person von vorne bis hinten eindimensional und klischeehaft ist. Schlimm ist das nicht, schließlich erwartet niemand von Jason Statham eine schauspielerische Meisterleistung. Dadurch bleiben dann aber in den 103 Minuten Spielzeit nicht mehr so viele Möglichkeiten, Action und Prügeleien einzubauen. Sowieso wird recht viel geballert, was doch gerade bei Li und Statham nicht nachvollziehbar ist.

Aber seis drum. ‚War‘ ist kein totaler Reinfall. Und der Twist um die Identität von Rogue ist für diese Art von Film ziemlich einzigartig. Trotzdem hätte das hier durchaus besser sein können. Man schaue sich nur ‚Shoot ‚Em Up‘ oder ‚From Paris with Love‘ an, wo zugunsten von Action und Style auf jedweden Ansatz von Handlung verzichtet wird. Da hat man einfach mehr Spaß, wenn man das Hirn ausschaltet. Wer mit solchen Unzulänglichkeiten allerdings umgehen kann und nicht zu viel erwartet, wird durchaus unterhalten. Jet Li hat man schon in cooleren Rollen gesehen, beispielsweise in ‚Unleashed‘ oder ‚Kiss of the Dragon‘. Und Statham macht als Transporter oder Chev Chelios ohnehin eine viel bessere Figur.

 

Regie: Philip G. Atwell (The Shield, 50 Cent: The New Breed, The Up in Smoke Tour)

Schauspieler: Jet Li, Jason Statham, John Lone, Luis Guzmán, Devon Aoki

Bewertung: 

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