Walhalla Rising (2009)

Der Kämpfer Einauge (Mads Mikkelsen) wird als Sklave gehalten, um gegen andere auf Leben und Tod zu kämpfen. Einauge selbst spricht nicht, das erledigt später der kleine Junge Are (Maarten Stevenson) für ihn. Als er sich befreien kann, schließen sich die beiden einer Gruppe von Kreuzfahrern an, die ins gelobte Land fahren wollen. Die Reise dorthin ist jedoch nicht wirklich einfach.

In gut eineinhalb Stunden wird eine etwas diffuse Geschichte erzählt. Dabei muss man bedenken, dass ‚Walhalla Rising‘ weder Abenteuer- noch Action-Film ist. Es ist ein Kunstfilm und ich kann mir gut vorstellen, dass so etwas dem einen oder anderen gefällt. Mir persönlich nicht, aber wie gesagt, Geschmacksfrage. Was meine ich mit Kunstfilm?

Zum einen redet der Hauptcharakter Einauge nicht. Es wird wenig gesprochen und viel Natur gezeigt. Lange Szenen von Landschaften mit einer diffusen Musik. Eine kalte und rauhe Welt wird  präsentiert, hier und da gibt es brutale Szenen. Alles untergliedert in 6 Kapitel, die jedoch selbst nicht hilfreich bei der Erzählung sind, sondern eher Phasen darstellen.

Mir fällt es schwer, das alles zu beschreiben, zumal solche Filme selten sind. Mads Mikkelsen spielt einen total rohen und distanzierten Wilden, der ohne zu fragen jeden umbringt, wenn es sein muss. So rücken eigentlich alle Figuren in den Hintergrund, man identifiziert sich mit niemandem. Die teilweise langen Shots geben dem ganzen noch einen etwas dokumentarischen Charakter. Alles findet langsam statt, alles ist irgendwie kalt und unwirklich. Vielleicht auch irgendwie verträumt.

Die Handlung an sich ist relativ wirr, ich hatte Schwierigkeiten, alles nachzuvollziehen und musste mir am Ende den Wikipedia-Artikel zum Film durchlesen, um zu wissen, was genau denn nun passiert ist. Vieles wird halt eben nur angedeutet, man merkt sich nicht jedes Gesicht und wenn eines dann fehlt, ist man als Zuschauer auf sich alleine gestellt. Dinge passieren, ohne dass man es mitbekommt und werden dann auch nicht erklärt. Das machte mir alles sehr unzugänglich, obwohl wir nur einen linearen Handlungsstrang vorfinden.

So gibt es auch keinen wirklichen Spannungsbogen, man plätschert bis zum Ende und steht auch dort wieder völlig allein da. Vielleicht soll das auch dem Einzelnen Interpretationsspielräume lassen. Die einzelnen Kämpfe fand ich ganz nett, brachial und brutal, so auch realistisch. Doch dann gerät wieder alles in Langsamkeit. Nicht jede Szene ist chronologisch auf die andere folgend bzw. gibt es Sprünge. Dass Einauge Zukunftsvisionen hat, hat sich mir gar nicht erschlossen (dies soll jedoch laut Wiki der Fall sein). Und zwischen den Szenen wird vieles auch nicht erklärt. Das wirkt dann lückenhaft.

Wer mal für 90 Minuten etwas fernab von Hollywood oder den üblichen Filmchen erleben will, sollte sich ruhig mal ‚Walhalla Rising‘ geben. Es ist auf jeden Fall ein individuelles Filmerlebnis. Nichts für einen gemütlichen Filmabend. Am ehesten kommt Mel Gibsons ‚Apocalypto‘ vielleicht heran, wenn man die Spannung herausnimmt und ein wenig mehr schneidet. Mir persönlich ist so ein Arthouse-Streifen einfach zu abgehoben, ich bin mir nicht sicher, ob ich auf so etwas noch einmal Lust hätte. Ich bereue es nicht unbedingt, ihn gesehen zu haben, doch am Ende stellt sich halt kein Gefühl wie „Jetzt habe ich eine tolle Geschichte miterlebt“ ein.

Man kann sicherlich viel hineininterpretieren. Doch ob man das will, bleibt jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall ist ‚Walhalla Rising‘ nicht dumm, zugleich aber auch nur eine schwer-verdauliche Kost. Ich bleibe neutral, denn der Film ist nichts für so Zwischendurch.

Der Trailer ist ein wenig irreführend, da er mehr Action und Spannung verspricht, als der Film zu bieten hat.

Regie: Nicolas Winding Refn (Bronson, Pusher I – III)

Schauspieler: Mads Mikkelsen, Gary Lewis, Maarten Stevenson

Bewertung: 

2 Gedanken zu „Walhalla Rising (2009)“

  1. dicker wo ist dein grünes gut oder oranges okay oder rotes schelcht sign diesmal? ich schau immer nur nah diesem wort^^

    1. Ja, es passt einfach nicht rein bei dem Teil. Viel zu konfus. Ich würd ihm nen ’schwach‘ geben, weil er micht gar nicht geflasht hat. Im nachhinein begreift man ein wenig mehr und findet ihn besser. Ich bin verwirrt….. 😀

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