Total Recall (2012)

„2012 gab es eine ganze Menge an Remakes. Da wären Fright Night, The Amazing Spider-Man, Planet der Affen: Prevolution, 21 Jump Street, …“

So hätte ich gerne angefangen, aber es gibt tatsächlich gar nicht mal so viele Neuauflagen von Altbekanntem. Vieles waren Fortsetzungen und Prequels (Bourne, Batman, Resident Evil, Underworld, Ghost Rider, Kampf der Titanen, American Pie, Avengers, Men in Black, Madagaskar, „Alien“, Ice Age, Expandables, Rec, Taken, Bond, Twilight,  ….). Vieles war tatsächlich neu, und 2013 kommen dann erst so richtig viele Remakes. Von den Nauauflagen aus 2012 war vermutlich die Spider-Man-Verwurstung das aus meiner Sicht Dreisteste, obwohl der Film an und für sich gar nicht mal so schlecht ist. Doch man soll bekanntlich nicht den Tag vor dem Abend loben, vor allem wenn in der zweiten Jahreshälfte das Remake zu Paul Verhoevens Total Recall ansteht, das mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle und einer dreibrüstigen Prostituierten auch heute noch ziemlich kultig ist.

Im Jahre 2084 ist die Erde unbewohnbar, außer zwei Gebieten. Eines davon ist Großbritannien, die United Federation of Britain, das andere ist Australien, welches als „die Kolonie“ bezeichnet wird. Es gibt nur eine Verbindung zwischen den Territorien, undzwar über einen Tunnel über das Erdinnere, der auch „the Fall“ genannt wird. Douglas Quaid (Colin Farrell) lebt mit seiner Frau Lori (Kate Beckinsale) in der Kolonie und pendelt tagein tagaus, um in einer Roboterfabrik der Föderation künstliche Polizisten anzufertigen. Frustriest von seinem monotonen Leben begibt er sich in die Hände der Firma Rekall, die ihren Kunden künstliche Erinnerungen und Erlebnisse verschafft, die direkt in den Körper injiziert werden. Doch Schreck lass nach, es läuft nicht alles nach Plan und plötzlich findet sich Douglas von der Polizei verfolgt wieder. Er muss feststellen, dass er krasse Kampffertigkeiten besitzt und dass seine Gattin nicht ganz die nette Ehefrau von früher ist. Außerdem will der böse Präsident der Föderation, Cohaagen (Bryan Cranston), die Kolonie unterjochen und nebenbei taucht auch noch Melina (Jessica Biel) auf, die Quaid bei seiner Flucht hilft.

Interessanterweise nimmt der Film sich den eigenen Twist selbst vorweg, indem mit einer Szene gestartet wird, die bereits zeigt, dass Quaid kein normaler Monteur sein kann. Dafür gibt es tatsächlich zwei Stellen, in denen an das Original erinnert wird. Einmal wird eine dreitittige Nutte gezeigt. Ein weiteres Mal wird an die berühmte Stelle an einem Flughafen erinnert, an der sich im Original Arni als dicke Frau entpuppt und nicht als der Kerl dahinter. Das ist nett. Ansonsten hat man sich von so ziemlich allem verabschiedet, was den Verhoeven-Film ausgezeichnet hat.

Dort spielte sich das Geschehen noch auf dem Mars ab, sogar mit Alien-Relikten und so. Und mit Unmengen an entstellten Leuten. Das ist in Ordnung bzw. fügt sich dort ganz gut in das abgefahrene Szenario ein. Das Remake schmeißt alles über Bord und klaut frech von so ziemlich jedem futuristischen Film, den es gibt. Als da wären: Star Wars, Matrix, Das fünfte Element, Blade Runner, Terminator, Minority Report, ein wenig Children of Men und I, Robot. Damit ist nicht das gute Klauen gemeint, so à la „Oha, das ist ja eine tolle und liebevolle Hommage an Film XYZ“, sondern dieses „Warum vergewaltigen die da gerade meinen Lieblingsfilm?“. Es gibt eine Armee von Robo-Klon-Kriegern.  Es gibt einen Kampf am Ende im Regen gegen den völlig blassen Bryan Cranston. Es gibt irgendwelche Cyborgs hier und da. Es gibt irgendwelche, zugegebenermaßen, coolen Technik-Gadgets. Es gibt magnetische Schwebeautos. Das ist ja nicht unbedingt schlecht, aber der Film hat nicht eine einzige eigene Idee. Keine. Und auch das kann man verkraften. Aber selbst die vielen coolen Szenen, die das Original ausgezeichnet haben und die teilweise auch auf Arnis lustiger Aussprache beruhen, gibt es einfach nicht.

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