Total Recall (1990)

Douglas Quaid (Arni) führt ein gar nicht mal so schlechtes Leben. Tagsüber ist er Bauarbeiter und bedient mit seinen ganzen Muckis den Presslufthammer, den Rest des Tages wartet Sharon Stone auf ihn daheim. Doch innerlich fühlt er sich zum Mars hingezogen, jedoch ist die Reise dahin nicht unbedingt billig und die politischen Verhältnisse dort sind gerade ein wenig unurlaubsmäßig. Der gewiefte Leser merkt bereits, dass wir uns in der nahen Zukunft befinden (im Jahr 2084), in der der Mars besiedelt und von einem fiesen Kerl kommerziell ausgebeutet wird. Quaid beschließt derweil, zu der Firma REKALL Inc. zu gehen und sich einen künstlichen Marsurlaub in seinen Kopf einpflanzen zu lassen, um so in den billigeren Genuss eines solchen Trips zu kommen. Zusätzlich wählt er sich eine Frau für diese virtuelle Reise und den Job eines Geheimagenten. Leider geht bei der ganzen Prozedur etwas schief und Quaid verliert sein Gedächtnis und plötzlich wird er von Männern verfolgt, die versuchen, ihn umzubringen. Seine Frau (Sharon Stone) offenbart ihm, dass sein ganzes Leben eigentlich nicht wahr ist und nur eine künstliche Erinnerung, die ihm implantiert wurde, was seine Situation nicht gerade verbessert.

Was folgt sind diverse Verfolgungsjagden bis auf den Mars, wo sich langsam die Handlung auflöst, um am Ende doch noch für Überraschungen zu sorgen. Auffällig ist, dass Total Recall von der technischen Seite her nicht gut gealtert ist. Das liegt an den ganzen Bildschirmen, Masken und Kulissen, die heutzutage ziemlich künstlich wirken und 1990 noch anders aufgenommen wurden. Das ist aber verschmerzbar, denn die Story ist für Arni-Verhältnisse wirklich gut. Und wer Total Recall nicht kennt, sollte ihn sich definitv mal geben, denn so viele aktuellere Filme nehmen Anleihen aus ihm heraus. Zum Beispiel die Horror-Idee von Matrix, in der wir nicht wissen, was real ist und was nicht, macht Arni bereits 10 Jahre früher durch. Minority Report war erst als Sequel zu Total Recall geplant worden, inklusive Quaid gespielt von Arnold Schwarzenegger, um dann überarbeitet zu werden. Man erkennt trotzdem Parallelen. Auch Equilibrium oder Johnny Mnemonic dürften sich durchaus an den Ideen hier bedient haben, ohne dass ich hier Plagiatur vorwerfe. Es ist jedoch interessant zu sehen, wie die Idee, dass Realität und Wahrnehmung nicht unbedingt identisch sein müssen, hier zum ersten mal auf die große Leinwand gebracht wird.

Gerade Arnold hätte ich solch ein mitunter gesellschaftskritisches Szenario nicht zugetraut. Zugegebenermaßen wirkt er manchmal deplatziert, wenn er mit seinen gigantischen Bizepsen als Bauarbeiter neben „nicht-ganz-so-durchtrainierten“ Leuten abhängt, aber das ist nicht schlimm. Viel unterhaltsamer ist der Aspekt, dass Total Recall mehr oder weniger eine Wundertüte der Merkwürdigkeiten bietet: eine Nutte mit 3 Brüsten, Mutanten mit verunstalteten Köpfen, Alien-Technologie, einen Eddie-Murphy-Verschnitt von Taxi-Fahrer, einen siamesischen Zwillings-Mutanten mit revolutionärer Attitude, eine messerschwingende Liliputaner-Prostituierte und den Terminator im Frauenkostüm mittendrin. Das macht den Film erfreulicherweise nicht allzu bierernst, zumal er an mancher Stelle ziemlich brutal ist. Insgesamt ergibt sich ein hoher Unterhaltungswert, zumal man sich nie in ausschweifenden philosphischen Dialogen verliert. Ein Arni stellt nun mal nicht so viele Fragen. Dazu bleibt auch keine Zeit und man sieht hier einen 113 Minuten langen Action-Sci-Fi-Film, der zu Schwarzeneggers besten Streifen zählen darf.

PS: 2012 kommt ein Remake mit Colin Farrell, dessen Trailer aber eher nicht allzu vielversprechend aussieht. Ab August wissen wir mehr.

Regie: Paul Verhoeven (Starship Troopers, Basic Instinct, RoboCop, Hollow Man)

Schauspieler: Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Sharon Stone

Bewertung: 

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2 Gedanken zu „Total Recall (1990)“

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