The World’s End (2013)

Nach dem großartigen Shaun of the Dead 2004 und dem nicht weniger amüsanten Hot Fuzz 2007 kommen Edgar Wright (Regie und Drehbuch) und Simon Pegg (Drehbuch und Hauptrolle) 2013 erneut zusammen, um das Finale der Trilogie über Blut und Cornetto-Eis zu machen. Mit dabei sind viele bekannte Gesichter und natürlich die gewohnte Reihe an popkulturellen Anspielungen, aber auch, man halte sich fest, eine große Schippe Ernsthaftigkeit.

Gery King (Simon Pegg) hat im Gegensatz zu seinen vier Freunden aus der Jugend (Nick Frost, Martin Freeman, Eddie Marsan, Paddy Considine) nicht viel im Leben erreicht. Trotzdem trommelt er die alte Truppe zusammen, um einen erneuten Versuch zu wagen, die Goldene Meile zu vollenden. Diese ist ein Sauftrip durch Newton Haven, bestehend aus je einem Bier in zwölf Pubs der Ortschaft. Doch nach kurzer Zeit entpuppen sich die Einwohner als alles andere als Normalsterbliche. Es beginnt ein Wettlauf, einerseits gegen die Alien-Einheimischen, andererseits gegen den eigenen stetig steigenden Alkoholpegel.The World's End

Und obwohl sich die Geschichte lustig anhört und es durchaus viele Witze und Anspielungen gibt, durchzieht eine gewisse Seriösität diesen Film. Es wird oft gelacht, und genauso oft werden ernstere Töne angeschlagen. Klar, in Shaun of the Dead gab es auch einen recht traurigen Moment, in dem einer der Protagonisten über das Leben seiner eigenen Mutter entscheiden musste. Doch The World’s End beginnt mit Gerry und dessen Alkoholkrankheit und zeigt immer wieder seine Probleme auf. Als einziger der Bande ist er nämlich auf der Vergangenheit sitzen geblieben und kommt nicht aus diesem Loch heraus. Dabei ist es fast schon irritierend, wie wenig ihn seine einstigen Kumpanen mögen und eigentlich keine Zeit mit ihm verbringen möchten. Gerry King ist nämlich überheblich, unzuverlässig und ein Lügner wie er im Buche steht. Und als ob das noch nicht reichen würde, hält er sich für den Größten. Den King.

Trotzdem zeigt The World’s End auch, dass es den vermeintlich erfolgreichen Kumpanen auch nicht nur gut geht. Zwar sind diese im Gegensatz zu Gerry erwachsen geworden, aber auch das hat seine Schattenseiten. Überhaupt, die angesprochenen Themen sind durchaus vielschichtig und mögen einen irritieren, wenn man von einer tumben Komödie im Vorhinein ausgegangen ist. Besonders das Ende lässt einen ziemlich ratlos dar, wo man doch von den beiden Vorgängerfilmen einen seichteren Umgang gewohnt war. Da werden dann urplötzlich noch die moderne Vernetzung und Fremdenfeindlichkeit angesprochen. Warum auch nicht, eine Komödie darf schließlich ein Statement haben. Shaun of the Dead deutete bereits recht offensichtlich an, dass wir heutzutage durchaus als Zombies dem Arbeitstrott und der Routine verfallen sind. Doch The World’s End macht es einem nicht so einfach und wird dadurch sicher für den einen oder anderen merkwürdig befremdlich wirken, gerade zum Ende hin. Trotzdem großen Respekt an Pegg und Wright, die mit dem gewählten Ton Mut beweisen und sich nach Hot Fuzz klar vom Mainstream wegbewegen, dabei sogar von der bewährten Erfolgsformel der beiden ersten Teile abweichen.

Nicht zu vergessen seien übrigens die Anwohner von Newton Haven, die aufgrund einer Alieninvasion zu merkwürdigen Roboter-Gummipuppen geworden sind. Und zu denen sich eine ganze Reihe muntere Nebendarsteller gesellen, beispielsweise Pierce Brosnan, David Bradley und Michael Smiley. Als ob es außerdem ein Klacks wäre, gibt es an einigen Stellen wirklich toll inszenierte und famos umgesetzte Kämpfe, was man so nicht unbedingt erwarten würde. Überhaupt kann man den Machern handwerklich nichts vorwerfen. Trotz vieler Effekte und blutiger Auseinandersetzungen merkt man nicht, dass The World’s End nur läppische 20 Millionen Dollar Budget hatte, was immer noch mehr ist als Shaun of the Dead und Hot Fuzz zusammen.

Tja, ist das Ende der famosen Trilogie jetzt gelungen? Klare Antwort: Auf jeden Fall. Eins sollte einem dabei jedoch klar sein: Seit Shaun of the Dead ist über ein Jahrzeht vergangen und die beteiligten Protagonisten sind alle reifer und erwachsener geworden. Das merkt man auch an The World’s End. Gerade das macht einem den Abschied leichter, denn diese Riege an coolen Leuten scheint ihren Humor nicht verloren und auch gleichzeitig genügend dazugelernt zu haben. Das macht den Abschluss nicht ganz so leicht und locker konsumierbar wie die Vorgänger. Ich freue mich aber jetzt schon auf alles, was mit Wright, Pegg oder Frost zu tun hat.

 

Regie: Edgar Wright (Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt, Hot Fuzz, Shaun of the Dead, Spaced)

Schauspieler: Simon Pegg, Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan, Rosamund Pike

Bewertung: 

 

 

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