The 6th Day (2000)

Eigentlich hatte ich ‚The 6th Day‘ als guten Film in Erinnerung. Aber manchmal glorifiziert man das alte Zeug aus der Jugend. Und wenn man dann eines Abends die alten Helden wiedersieht, wundert man sich, was zur Hölle mit einem damals los war und wie man diesen Blödsinn überhaupt auch nur in irgendeiner Weise gut finden konnte. Tja, was erwartet man auch von einem Film mit einem gealterten Schwarzenegger über das Klonen?

Adam Gibson (Arni): I might be back.

Arnold Schwarzenegger spielt Adam Gibson, einen Helikopterpiloten und Familienvater in einer nicht zu weit entfernten Zukunft. Das Geschäft läuft. Die Menschheit diskutiert währenddessen über das Für und Wieder des Klonens. Das 6th-Day-Gesetz verbietet zwar die künstliche Menschenproduktion, aber das Kopieren von Haustieren ist legal. Eines Tages kommt Adam nach Hause, nur um festzustellen, dass er bereits zu Hause ist. Zumindest nicht er, sondern ein Doppelgänger. Kurz darauf wird er dann auch schon verfolgt. Unter anderem von Vincent (Terry Crews), der für das führende Unternehmen in Sachen Klonen arbeitet. Long story short: Arni wurde verwechselt und aus Versehen geklont und jetzt soll der eine um die Ecke gebracht werden, bevor die Welt dahinter kommt, dass die böse Firma schon seit geraumer Zeit gegen das 6th-Day-Gesetz verstößt. Der Oberböse ist dabei Michael Drucker (Tony Goldwyn), der zudem seine Klone mit tödlichen Gendefekten ausstattet, um ihre Lebenszeit zu verkürzen und ein etwaiges Geschäft am Laufen zu halten. A dolla makes me holla.

Ach ja, außerdem ist Robert Duvall als ein schlauer Arzt mit am Start, der trotz seiner moralischen Gewissensbisse überraschend aktiv beim Klonen mit dabei ist. Und der Vater aus ‚Hinterm Sofa an der Front‘, Michael Rapaport, spielt mit. Der doppelte Arni ist aber natürlich der Star, obwohl ihn der Fakt, dass er geklont wurde, ungefähr 10 Sekunden aus der Fassung bringt. Vermutlich ist einfach jemand, der bereits Aliens im Dschungel gejagt und als zeitreisender Kampfroboter agiert hat, ohnehin nicht leicht zu überraschen. „Du bist ein Klon und dein ganzes Leben ist eine Lüge!“ Das entlockt Arni ein kurzes Schulterzucken, bevor weitergeballert wird.

Adam Gibson: If you really believe that then you should clone yourself while you’re still alive.
Drucker: Why is that? So I can understand your unique perspective?
Adam Gibson: No. So you can go fuck yourself!

Tatsächlich ist die Thematik und Handlung gar nicht mal so uninteressant. Das Problem ist eher die total plumpe Art und Weise, auf die die Geschichte rübergebracht wird. Richtig komplex geht es nicht zu, doch Arni wirkt in seiner Rolle hölzern und etwas zu alt. Er und alle anderen Protagonisten sind zudem flacher als ein Bügelbrett, was erklärt, warum das Klonen nie wirklich tiefgründig behandelt wird. Der böse Bube ist dabei unglaublich unglaubwürdig und Arnis Verfolger sind allesamt saublöd. Allen voran Wiley (Rodney Rowland), dem es gelingt, mehrere Male hintereinander auf dämlichste Art und Weise zu verrecken.

Dem Finale fehlt es an Wumms. Schlimmer ist allerdings, dass die Effekte fürchterlich und billig sind. Da hängt Arni von einem Helikopter runter und es sieht einfach total unecht aus. Das wundert einen, vor allem weil die Helis im Film allesamt animiert sind und gar nicht mal so übel aussehen. Dabei hatte der Film ein Budget von stolzen 82 Millionen Dollar! Weltweit eingespielt hat ‚The 6th Day‘ keine 100 Millionen. Traurig, gerade weil doch ein Arnold Schwarzenegger mal als größter Actionstar überhaupt galt.

Die Idee hinter diesem Film ist eigentlich gut und erinnert so in etwa vom Stil her an das Remake von ‚Total Recall‚. Nach kurzer Zeit geht allerdings allen Darstellern die Puste aus und so ziemlich alles versinkt in Mittelmäßigkeit. Halbgare Actionszenen, wenig glaubwürdige böse Gegenspieler und ein leider wenig sympathischer Arni. Da hätte man viel mehr rausholen können. Vor allem weil die Message am Ende nicht weit von der von ‚Moon‚ abweicht, einem meiner absoluten Lieblingsfilme.

Wenn ‚The 6th Day‘ eines klar macht, dann, dass spätestens zu jener zeit Arnis Zenit überschritten war. Vor allem weil er danach mit ‚Collateral Damage‘ und ‚Terminator 3‘ weitere ziemlich dürftige Filme nachlieferte. Seine Fans werden wohl aber auch diesem Streifen etwas abgewinnen können. Seine glorreiche Zeit als Terminator oder Predator-Jäger ist aber vorbei. Man kann ja auch nicht ewig jung bleiben, außer man heißt Keanu Reeves.

Adam Gibson: That’s enough philosophy for now.

 

Regie: Roger Spottiswoode (Der Morgen stirbt nie, Scott & Huutsch, Air America)

Schauspieler: Arnold Schwarzenegger, Michael Rapaport, Tony Goldwyn, Michael Rooker, Terry Crews, Robert Duvall

Bewertung: 

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