Mrz 082012
 

Curtis (Michael Shannon) ist Bauarbeiter und verheiratet mit Samantha (Jessica Chastain).  Zusammen mit ihrer gehörlosen Tochter führen sie ein kleinbürgerliches Leben irgendwo in Ohio. Mit der Zeit jedoch hat Curtis zunehmend Visionen von einem Sturm, der über sie hereinbricht. Seine Halluzinationen werden immer stärker und er träumt von seinen Mitmenschen, die ihn angreifen, verletzen und ihm seine Tochter wegnehmen. Schließlich beschließt Curtis, den Keller in seinem Garten zu einem richtigen Schutzraum auszubauen, was jedoch weder billig ist noch mit Verständnis von seiner Frau aufgenommen wird.

Im Grunde geht es den gesamten Film darum, ob Curtis schizophren ist oder nicht. Seine eigene Mutter hat die Krankheit und er selber fürchtet sich davor. Vor allem treibt ihn die Angst, seine Familie zu verlieren während er sich auf seine eigene Wahrnehmung nicht mehr verlassen kann. So sieht man während der zweistündigen Laufzeit oft Traumsequenzen, die die Sorgen und Ängste Curtis’ thematisieren und ihn verstört zurücklassen. Gleichzeitig ergeben sich finanzielle als auch soziale Probleme. So distanziert sich Curtis nicht nur von seinem eigenen Hund und seinem Bruder, sondern auch von seinem langjährigen Freund und Arbeitskollegen. Im Grunde halten ihn die Leute für verrückt. All die Ängste und Befürchtungen stauen sich in ihm an und müssen sich wohl oder übel irgenwann entladen.

Es ist schwierig, mehr zu erzählen, denn wirklich viel passiert nicht. Wir verfolgen die gesamte Zeit den Verfall von Curtis, der wirklich herausragend von Michael Shannon gespielt wird. Die einzelnen Szenen, in denen er eine riesige Wolkenfront vor sich aufziehen sieht und die bevorstehende Apokalypse vermutet, sehen echt beeindruckend aus. Darüber hinaus ist er ein stiller Charakter und eher verschlossen. Erst mit einer Beraterin öffnet er sich zum ersten mal und schildert seine Befürchtung, selbst geistig verwirrt zu sein. Später erst ist er gezwungen, seiner Frau von seiner Lage zu erzählen, denn anders könnte er den Bunker draußen im Garten auch nicht erklären.

Im Grunde kann man die Szenen, in denen Curtis träumt, erst nicht von der Normalität unterscheiden, bis sich dann oft Extreme hineinmischen, die teilweise ziemlich verstörend sind, beispielsweise wenn ihm seine eigene Tochter von Fremden aus dem Auto entführt wird und er nichts dagegen unternehmen kann. Zeitweise erinnerte mich Take Shelter in all seiner Stille und Ruhe sehr stark an Signs – Zeichen von M. Night Shyamalan, nur eben ohne die ganzen Aliens. Dort ging es auch um eine Familie, die auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird.

Das Finale ist dann eine Art Psychospiel, das ich auf subtile Weise fesselnd fand. Es explodiert nichts, niemand schießt oder dergleichen, aber man wartet gespannt auf die Auflösung. Die fand ich dann ziemlich gelungen und dem Film entsprechend. Dass Take Shelter in keiner Weise auch nur irgendwie für einen Oskar berücksichtigt war, finde ich ziemlich lausig. Dafür dann lieber einen Gaul von Steven Spielberg? Zumindest Michael Shannon hätte hier eine Nominierung als bester Hauptdarsteller mehr als verdient gehabt. Wie dem auch sei, ich lege dieses wunderbare Drama jedem ans Herz.

Regie: Jeff Nichols (Shotgun Stories, Mud)

Schauspieler: Michael Shannon, Jessica Chastain

Bewertung:  

 

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