Zombieland (2009)

‚Zombieland‘ ist irgendwie der amerikanische Cousin von ‚Shaun of the Dead‚. Während letzterer britisch ist, ruhig, gelassen, durchzogen von schwarzem Humor und gerne mal hin und wieder gemütlich eine Tasse Tee trinkend, ist ersterer laut und verrückt, Mitglied der NRA und trinkt öfter mal Tantrum. Alleine schon der Anti-Held Columbus (Jesse Eisenberg) mit Reizdarmsyndrom, der fast schon videospielhaft sich Regeln zum Überleben setzt. Dem die Krone aufsetzen tut jedoch Tallahassee (Woody Harrelson), der ein Waffennarr und Western-Held ist. Damit es nicht langweilig wird, gesellen sich noch die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock zur Gruppe, um einen nichtzombifizierten Ort bei L.A. ausfindig zu machen. Sowieso sind die gesamten USA am Sack und deswegen weiß die Reisegruppe auch nicht so recht, wohin. Warum dann nicht einfach in einen Vergnügungspark fahren?

Der Film ist durch und durch Komödie, über die vollen 1,5 Stunden. Hier und da blitzt ein wenig Ernst hervor, aber der ist nie wirklich wichtig. Wofür ich auch dankbar bin. Gute Zombie-Komödien sind rar gesät und neben ‚Shaun of the Dead‘  und ‚Zombieland‘ fällt mir keine halbwegs akzeptable mehr ein. Weiter zum Ende hin gibt es eine Sequenz, in der die vier Protagonisten Bill Murray begegnen und unter anderem mit ihm auch Dope rauchen. Alleine dafür kann man den Film schon lieben. Und überhaupt ist der Erzählstil, der komplett auf der Wahrnehmung von Columbus beruht, sehr schön. Als Erzähler beschreibt er nüchtern seine Regeln, wobei die Schrift irgendwie in die Umgebung eingeblendet wird, trotzdem jedoch nicht als Fremdkörper wirkt. Der Anfang, in dem neben den Credits Menschen in Super-Slow-Motion von Zombies verfolgt werden, ist sehr stylish. Es gibt halt auch sowieso keine apokalyptischen Filme aus der Sicht eines Nerds.

Die Action ist auch sehr ordentlich, vor allem zum Ende hin geht Woody Harrelson richtig gut ab. Super blutig ist der Film jetzt nicht unbedingt, aber wer sowas nur wegen dem Splatter guckt, der foltert auch kleine süße Kuschelhäschen. Emma Stone alleine ist auch schon den einen oder anderen Blick wert. Fans des ganzen freuen sich auf eine Forsetzung, wahrscheinlich in 3D und wohl 2013.

‚Zombieland‘ macht großen Spaß und ist einfach nur super Film. Tolle Unterhaltung ohne übliches Gruppe-von-Menschen-ist-umzingelt-von-Zombies-Zeugs! Im direkten Vergleich gefällt mir ‚Shaun of the Dead‘ ein wenig mehr, was aber nichts heißen soll. Ich wünschte, es gebe mehr Filme von dem Schlag, aber scheinbar können die meisten Screenwriter und Regisseure dem Ende der Menschheit nicht viel Lustiges abgewinnen. Warum eigentlich?

Regie: Ruben Fleischer (30 Minuten oder weniger, produzierte ‚Rob & Big‘)

Schauspieler: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone

Bewertung: