Juan of the Dead (2011)

Wenn ein Film bei imdb nicht einmal sein Poster aufgeführt hat, dann kann es sich wohl nicht um einen großen Hollywood-Streifen handeln. Und wahrlich, ‚Juan of the Dead‘ ist eine kleine spanisch-kubanische 3-Millionen-$-Produktion. Mit Zombies. Auf Kuba. Als Komödie. Wer sich allerdings an ‚Shaun of the Dead‚ erinnert, weiß, dass selbst mit geringen Mitteln ein lustiger und vor allen Dingen ziemlich guter Zombie-Film zustande kommen kann. Schließlich hat das britische Vorbild nur sage und schreibe 4 Millionen Pfund gekostet. Geradezu lachhaft im Vergleich zum letzten Resident Evil-Teil, der allerdings mit 65 Millionen $ an Kosten kaum an den großen Comic-Verwurstungen aus Hollywood der letzten Jahre kratzt. Doch genug mit den Zahlen. Auf nach Kuba!

Juan (Alexis Díaz de Villegas) führt zusammen mit seinem Freund Lazaro (Jorge Molina) ein beschauliches und geruhsames Leben auf der kommunistischen Karibik-Insel. Im Grunde saufen die beiden tagein tagaus oder beobachten die Nachbarsfrauen von ihrem Dach aus. Doch plötzlich tauchen vermehrt „Dissidenten“ auf, die scheinbar von den USA unterstützt werden und für Unruhe sorgen. Schon bald merkt das Grüppchen um Juan, dem auch seine Tochter angehört, dass die vermeintlichen Feinde keine politischen Ziele verfolgen, sondern vielmehr vom Hunger nach Fleisch angetrieben werden. Es sind also Zombies. Doch warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Und so beginnt Juan, mit den lebenden Untoten Geld zu verdienen. Mit der Firma ‚Juan of the Dead‘ wird er zu einer Art Anführer eines Säuberungstrupps. Natürlich laufen irgendwann die Dinge zunehmend aus dem Ruder und der Kampf ums Überleben beginnt.

‚Juan of the Dead‘ ist tatsächlich im Geiste ein ‚Shaun of the Dead‘ auf Kuba. Das geht sogar so weit, dass die Protagonisten auch hier erst eine Weile brauchen, um zu raffen, dass sie Zombies gegenüberstehen. Problematisch ist nur, dass der südamerikanische Humor anders ist als das, woran man als Westeuropäer gewöhnt ist. Und um nicht lange um den heißen Brei herumzureden, viele Witze sind ganz und gar plump. Wenn beispielsweise Lazaro, Juans bester Freund, sich neben ihn stellt, um sich auf eine Frau im gegenüberliegenden Gebäude einen herunterzuholen. Dabei ist dieser Kerl eine ziemliche Kopie der Figur, die Nick Frost in ‚Shaun of the Dead‘ spielt. Außerdem werden durch Lazaro im gesamten Film drei normale Menschen umgebracht, ohne dass auch nur irgendwer sich großartig darum kümmert. Natürlich ist dies eine schwarze Komödie, aber das große Lachen überkommt mich nicht, wenn ein Opa im Rollstuhl umgebracht wird, um sein Fortbewegungsmittel zu klauen, um damit den Rum leichter zu transportieren.

Schwarzer Humor ist natürlich so eine Sache. Man kann recht leicht den Bogen überspannen und an die Grenzen des guten Geschmacks stoßen, gerade in einem blutigen Horror-Film. Und so habe ich bei ‚Juan of the Dead‘ recht oft den Eindruck, dass viele Witze auch aufgrund kultureller Unterschiede einfach nicht gut rüberkommen. So schließen sich beispielsweise ein Transvestit und ein riesiger Muskelprotz der Gruppe an. Ersterer ist so über alle Maßen weiblich, dass es stellenweise unpassend wirkt. Letzterer kann kein Blut sehen und so kämpft er sich durch die  Zombiemassen mit Augenbinde. Das mag womöglich einmal lustig sein, nervt später aber, weil es mehrmals zur Sprache kommt. Besonders krass, weil in unseren Sphären kaum vorstellbar, ist eine Szene, in der die Gruppe fliehen will. Es stellt sich jedoch heraus, dass keiner das Autofahren beherrscht. Das muss man dann hinnehmen, aber es bleibt trotzdem der Eindruck, dass man ein Fremder ist.

Schließlich kommt man zur Erkenntnis, dass eigentlich keiner der Charaktere sonderlich sympathisch ist. Juan selbst ist als semi-obdachloser Lebemensch mehr oder weniger geeignet, die Gruppe zu leiten und das Geldverdienen mit dem Leid anderer erzeugt wenig Verständnis. Der Rest ist in erster Linie ziemlich dämlich. Die gestörte Beziehung zwischen Juan und seier Tochter wird zwar beleuchtet, kann aber über die Oberflächlichkeit in dem Ganzen nicht hinwegtäuschen.

Nichtsdestotrotz sehen die Zombies ganz nett aus und mit Blut wird hier und da nicht gespart. Dafür sind die Effekte, wenn beispielsweise ein Helikopter in das Kapitol von Havanna kracht, geradezu lächerlich. Aber was erwartet man auch von so einem kleinen Filmchen.

Ganz ehrlich, ‚Juan of the Dead‘ ist kein wirklich schlechter Film. Er funktioniert einfach nur teilweise nicht. Das liegt, wie bereits erwähnt, an kulturellen Unterschieden. Doch auch so ist der Plot reichlich blöd und die Witze teilweise arg niveaulos. Wer aber gerne Zombie-Filme schaut, wird die Erfahrung mit kubanischen Untoten nicht bereuen. Zumal es beinahe so etwas wie Systemkritik gibt und wo sonst hat man die Monster schon unter Palmen an paradiesischen Stränden gesehen? Zombie-Verschmäher sollten aber lieber nicht die Segel Richtung Kuba setzen.

 

Regie: Alejandro Brugués (Fabula, Personal Belongings)

Schauspieler: Alexis Díaz de Villegas, Jorge Molina, Andrea Duro

Bewertung: 

The Cabin in the Woods (2011)

Die Hütte im Wald ist vermutlich einer der abstrusesten Filme, die ich kenne. Nicht ganz so beknackt wie Zardoz vielleicht, indem ein Slip-tragender haariger Sean Connery auf einer Metaebene über die Menschheit philosphiert, aber dennoch ziemlich abgefahren. Das liegt vor allem daran, dass die altbackene Geschichte über ein paar junge Leute fernab der Zivilisation, die mit einem brutalen Grauen konfrontiert werden, auf satirische Art und Weise durch den Kakao gezogen wird und am Ende eine Art Film im Film ist.

‚The Cabin in the Woods‘ beginnt mit zwei Angestellten (Richard Jenkins, Bradley Whitford), die sich über ihr Privatleben unterhalten und nach einer Weile dann zur Arbeit schreiten. Diese hat mit fünf jungen Leuten zu tun (u. a. Chris Hemsworth a.k.a. Thor), die übers Wochenende zu einer einsamen Hütte rausfahren und Party machen wollen. Natürlich geschehen merkwürdige Dinge inklusive der gruseligen Begegnung mit einem Einheimischen an einer Tankstelle und schon bald stellt sich das Häuschen als Schauplatz unmenschlicher Morde heraus. Die Zombie-Familie lässt nicht lange auf sich warten und es beginnt ein blutiger Kampf ums Überleben. Dabei wird stellenweise nicht mit Blut gespart. Im letzten Drittel löst sich der Film dann komplett vom Schauplatz und es wird richtig absurd. Großartig ist, dass dies der womöglich erste Film ist, in dem ein Einhorn einfach mal so einen Menschen aufspiest.

Es ist schwierig, viel mehr zu verraten, ohne alles zu spoilern. Es sei nur so viel gesagt, dass ‚The Cabin in the Woods‘ auf seine eigene Art und Weise eine Satire auf das gesamte Horror-Genre ist. Joss Whedon (Avengers, Firefly, Buffy) und Drew Goddard (Cloverfield, Lost, Buffy) kritisieren mit dem Drehbuch direkt die Entwicklung der Gruselfilme, wie Whedon in einem Interview verriet (Quelle):

On another level it’s a serious critique of what we love and what we don’t about horror movies. I love being scared. I love that mixture of thrill, of horror, that objectification/identification thing of wanting definitely for the people to be alright but at the same time hoping they’ll go somewhere dark and face something awful. The things that I don’t like are kids acting like idiots, the devolution of the horror movie into torture porn and into a long series of sadistic comeuppances. Drew and I both felt that the pendulum had swung a little too far in that direction.

Man kann sagen, dass der Film im Grunde wirklich jeden Horror- bzw. Splatterfilm abdeckt. Ob Werwolf, böses Einhorn oder gar mordlüsterne Ballerina, hier dürfen zum Ende alle mal ran. Und dann gibt es noch einen Überraschungsauftritt von Sigourney Weaver. Am Ende ist dann klar, dass das Geschehene nur zweitrangig ist und der gesamte Film auf dieser Meta-Schiene fährt. Besonders alles, was nicht über die fünf jungen Menschen handelt, ist derart merkwürdig und satirisch, dass schnell klar wird, dass der Film eben nicht in erster Linie ein „Horrorstreifen“ Marke „5 Dummbatzen im Wald“ ist. Stellenweise fühlte ich mich mitunter an ‚Tucker & Dale vs. Evil‚ erinnert. Aber die Hütte im Wald ist eben mehr als nur eine Komödie.

Auch wenn mir die Message unheimlich gut gefallen hat, der Film hat durchaus seine Längen. Da hätte vielleicht das dezentere Einstreuen von ‚Merkwürdigem‘ mehr Spannung erzeugt, aber das liegt natürlich nicht in meinen Händen. Im Grunde ist der Film nie in großem Maße überaus aufregend. Auch wenn gerade der eine oder andere dahingemeuchelt wird, bleibt immer das Gefühl der Kontrolle und der Absicht hinter jeder Aktion.

 

Der Film wurde übrigens bereits 2009 gedreht, lag jedoch wegen der Insolvenz von MGM stolze drei Jahre irgendwo rum. Mehr dazu gibt es in diesem Interview mit Regisseur Drew Goddard. Wie man es auch sieht, im Endeffekt ist ‚The Cabin in the Woods‘ ein sehr spezielles und einmaliges Filmerlebnis für alle, die von dem ganzen ‚Saw‘-Blödsinn genug haben und ein bisschen was mit ‚Meta‘ anfangen können.

Regie: Drew Goddard (Writer für Lost, Cloverfield, Buffy)

Schauspieler: Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Anna Hutchison, Fran Kranz, Jesse Williams

Bewertung: 

Resident Evil 5 (2012)

Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Man glaubt, sich gerade vom letzten Resident Evil-Film erholt und die Ladung an Story-Dünnpfiff endlich verdaut zu haben, da schneit auch schon Teil 5 herein. Im Originial heißt der Streifen ‚Retribution‘, aber scheinbar hat man in Deutschland die wahrlich unglaublich beliebigen Beinamen satt. Genauso satt hat Regisseur und Drehbuchautor Paul W. S. Anderson, seines Zeichens Ehegatte von Milla Jovovich, jegliche Standards an nachvollziehbarer Handlung. Und als ob das noch nicht reicht, wird dreist aus allerlei Spielen und Filmen geklaut.

Nachdem im vierten Teil Alice (Milla Jovovich) auf einem Schiff den Oberschurken der Umbrella Corporation Wesker (Shawn Roberts) gestellt hat, endete Afterlife mit einem Cliffhanger, indem sich die arme Frau einem Bataillon an Kampfhubschraubern gegenübergestellt sah. Daran knüpft Retribution an: Alice wird gefangengenommen und eingesperrt. Wer sich bei der halbnackten Inhaftierten unfreiwillig an das Fünfte Element oder an beinahe jeden Vorgängerfilm der Reihe erinnert, liegt wohl nicht ganz falsch. Dann wird die Gute von Ada Wong (Bingbing Li) befreit und die Frauen fliehen durch den Gebäudekomplex und treffen nebenbei auf alte Bekannte, die sich als Klone entpuppen: Michelle Rodriguez, Oded Fehr, usw. Der Hauptcomputer, der in Form eines kleinen Mädchens dargestellt wird, ist nämlich böse und will alles und jeden töten.

Und jetzt mal eine kleine Aufzählung, was hier an Ideen schamlos kopiert wurde. Relativ zu Anfang gibt es eine Sequenz in einem amerikanischen Vorort, in dem die Zombieapokalypse ausbricht. Das erinnert sehr stark an Zack Snyders ‚Dawn of the Dead‘-Remake. Der Blödsinn mit den Klonen scheint eine Art ‚The 6th Day‘-Hommage zu sein. Aber keine Angst, Anderson schafft es, jegliche Ansätze von Sozialkritik im Keim zu ersticken. Am Ende sieht man unsere Helden auf dem Weißen Haus stehen, umringt vom Feuer des Krieges. Das wäre dann wohl Modern Warfare 2. Und dann kopiert sich Resident Evil stellenweise selbst. Nicht nur die nackte Alice kam schon dutzendfach vor. Auch die großen Gegner aus dem vierten Teil dürfen wieder ran. Das Fürchterliche ist, dass diese eine Axt werfen. Da hat man den gleichen blöden Effekt aus dem Vorgängerfilm nochmal benutzt. Zum Schluss fliegt ein Monstrum in den Zuschauer hinein, das verdammt stark an einen Mutalisken aus Starcraft erinnert. Der böse Obercomputer ist eine abgespeckte Version von Alma aus F.E.A.R.

Das ist dann noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Die gesamte Handlung ist eine Ausgeburt der Lächerlichkeit. Der Film ist stellenweise dermaßen inkonsistent, dass es wirklich wehtut. Besonders Alice als Heldin springt von einer Sequenz zur nächsten, blutet nebenbei aus der Brust, scheint ansonsten aber ganz fit zu sein. Problematisch sind auch die Sprünge der Orte. Da in der Anlage mehrere Großstädte nachgebaut sind, schafft es Retribution, von einem amerikanischen Vorort runter zur Moskauer Metro und von da aus zum Big Apple. Reisegenuss à la Paul W. S. Anderson. Manchmal hat man auch den Eindruck, dass er sich nicht entscheiden konnte, ob die Helden gegen Zombies oder Klone antreten müssen. Ist auch eigentlich egal. Hauptsache Geballer. Das ist aber widerum total lächerlich geschnitten. Während alle aus der Deckung ballern, steht die böse und in lila Latex gekleidete Jill Valentine (Sienna Guillory) einfach in der Mitte des Ganges und ballert mit zwei Pistolen, wobei bei den alternierenden Schüssen entweder die linke oder die rechte Brust nach vorne schnellt. Das sieht dermaßen bescheuert aus, dass man sich kaum noch über ihren Ausschnitt freuen kann.

Neben dem Standard-Cliffhänger-Ende, an das man als Fan der Serie gewöhnt sein sollte, ist eine Stelle besonders bemerkenswert. Einerseits, weil ein Charakter so mir nichts dir nichts stirbt. Andererseits, weil ein großer Kerl (Kevin Durand) erst meint, er würde jetzt sterben, dann allerdings doch noch die Kraft findet, rumzuballern. Natürlich verreckt er kurz darauf mti Zigarre im Mund. Was für ein Held.

Die Effekte sind ebenfalls nicht besonders. Zugegeben, der Anfang, in dem wir die ersten gut 60 Sekunden erst rückwärts sehen, dann eine Zusammenfassung aller Filme bekommen, um dann den Anfang nochmal in normaler Geschwindigkeit und Abfolge zu sehen, ist durchaus sehenswert. Was aber danach an Tricktechnik zu sehen ist, ist wahrlich weder besonders ansprechend noch atemberaubend. Die Kampfsequenzen wirken dabei auf mich auch teilweise hölzern und irgendwie billig.

Eigentlich könnte ich noch stundenlang weiter über den Film motzen. Es stimmt einfach rein gar nichts. Man erwartet natürlich keine ausgefeilte Handlung bei einem Zombie-Videospiel-Streifen. Aber der fünfte Teil der Reihe schlägt dem Fass den Boden aus. Da steckt kein Fünkchen Liebe mehr drin (falls da jemals so etwas dabei war). Es ist nur noch Geldmacherei. 65 Millionen Dollar sind ein kleiner Einsatz, wenn man in kürzester Zeit wieder 200 Millionen drin hat. Und 3D ist nur nochmal ein weiteres Mittel, leicht begeisterten Minderjährigen ein paar Euro mehr aus der Tasche zu ziehen.

Keine Ahnung, wem das hier gefallen soll. Aber was ich davon halte, ist sowieso egal. Es haben genug Leute den Film im Kino gesehen, um Teil 6 zu finanzieren. Das Ende des Blödsinns ist noch lange nicht in Sicht.

 

Regie: Paul W. S. Anderson (Resident Evil  1 + 4, Alien vs. Predator, Death Race, Mortal Kombar)

Schauspieler: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Bingbing Li, Boris Kodjoe

Bewertung: 

Land of the Dead (2005)

Ein wenig in der Zukunft ist die gesamte Erde zombifiziert. Doch halt, die ganze Erde? Nein, denn ein kleines Dorf irgendwo in den U.S.A. lebt umzäunt von den Untoten vor sich hin. In der Mitte der Siedlung steht ein Turm, in dem die Schickeria haust, drumherum muss der Rest in ärmlichen Verhältnissen hausen. Einen Moment, ein Turm mit Schnöseln drin, irgendwo in der Pampa? Fallout 3? Ja, die Ähnlichkeit ist schon groß. Ob sich das Spiel von Bethesda vom Film hat inspierieren lassen? Auf jeden Fall, wie man in diesem Interview mit einem Entwickler entnehmen kann.

Jedenfalls wohnt in der City Riley Denbo (Simon Baker), der zusammen mit einem Trupp (darunter John Leguizamo) durch die Zombie-Gegenden herumfährt und noch brauchbare Sachen in die Stadt trägt. Merkwürdigerweise scheinen die Teile einen Verstand zu haben und sich (oha!) zusammenzurotten. Das wäre noch nicht so schlimm, aber einige tragen auch, Achtung!, Waffen! Ja, lernende Zombies! Holy Shit, eine Frage der Zeit, bis die Stadt in der Kacke sitzt. Übrigens ist Kaufman (Dennis Hopper) der böse und fiese Regent über das Örtchen und so ergeben sich innerhalb der menschlichen Gemeinschaft, nun ja, sagen wir Interessenkonflikte. Mord und Totschlag, und sogar noch ein Hauch Kapitalismus haben den Weltuntergang überlebt. So merken die dämlichen Menschen nicht, dass die nicht ganz so dämlichen Zombies sich langsam der Stadt nähern und irgendwann einfach alle am Sack sind.

Gut und gerne 90 Minuten dauert der Zombie-Horror-Film von George A. Romero. Ich persönlich habe mit einem ziemlich dummen und dämlichen Splatter-Gedöns gerechnet und wurde positiv überrascht. Einerseits ist ‚Land of the Dead‘ wohl ein B-Movie, aber das ist nicht unbedingt schlimm. Den einen oder anderen Schauspieler kennt man und dadurch, dass die Untoten ein wenig kommunizieren und nicht ganz so stupide sind wie in allen anderen Filmen, hat das ganze einen leicht innovativen Touch.

Natürlich gibt es auch hier wieder eine Gruppe weniger guter Leute, wo ab und an mal einer stirbt. Das ist immer ein wenig ungewollt komisch, stört aber im groben Verlauf nicht (unbedingt). Unser Held Riley Denbo ist der gutaussehende, ehrliche Ritter der Apokalypse, der stets die Ruhe bewahrt. Der Rest ist ziemlich egal. Was solls? Den Part, mit dem man ein wenig mitfühlt, sind lustigerweise die Zombies! Es werden die Menschen als Monster dargestellt, die die teils wehrlosen Biester niedermetzeln und nun folgt der Aufstand. Meiner Meinung nach ist das einzigartig in diesem Genre und man kann das, wenn man schon so viele andere Zombie-Filme gesehen hat (wie ich), tatsächlich akzeptieren. Wenn man sich natürlich darauf einlässt.

Ansonsten ist ‚Land of the Dead‘ wohl eher als altmodisch zu sehen. Die modernen schnellen Untoten sind dies hier nicht, trotz ihrer scheinbaren Evolution. Und das muss ich Romero lassen: Es ist kein Rip-Off von irgendwas, kein Remake oder so. Es ist ein kleiner feiner Zombie-Film. Wem das Genre liegt, dem gefällt auch dieser Streifen. Er ist wirklich brauchbar. Wer Zombies nicht mag, wird auch hiermit nicht glücklich. Dafür gibt es einfach nicht genug andere Elemente, die es interessant machen würden. Meine Erwartungen wurden jedenfalls übertroffen und im Hinblick auf das ganze Resident-Evil-Franchise hat ‚Land of the Dead‘ auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung.

Regie: George A. Romero

Schauspieler: Simon Baker (der Mentalist!), John Leguizamo, Dennis Hopper

Bewertung: 

Dawn of the Dead (2004)

Eigentlich möchte die Krankenschwester Ana (Sarah Polley) nur ein wenig chillaxen am Wochende, schließlich ist ihre Arbeit anstrengend und Überstunden muss sie auch noch schieben. Das wäre auch kein Problem, würde nicht während des gemeinsamen Schläfchens mit ihrem Mann die Zombie-Apokalypse über die Welt, ihre Nachbarstochter und den Gatten hereinbrechen. Sie kann sich gerade noch so retten und stößt nach einer Weile auf den Cop Kenneth (Ving Rhames), mit dem sie sich zusammen mit ein paar anderen in einem Kaufhaus verschanzt. Eigentlich ein geiler Ort, um gemütlich abzuhängen und auf Rettung zu warten, wäre nicht die komplett behinderte Shopping-Security, die sich für die neue Exekutive des Planeten hält. Man gewinnt jedoch die Oberhand und so können unsere Helden ein wenig entspannter vor sich hin leben. Vor den Toren der Mall jedoch sammeln sich die Untoten und warten auf die Insassen. Wir erfahren, dass sogar das Militär nicht viel bewerkstelligen kann und ein Stützpunkt völlig überrannt wurde. Ewig kann man jedoch nicht dort bleiben, irgendwann werden Pläne geschmiedet.

‚Dawn of the Dead‘ ist ein Remake von George A. Romeros gleichnamigem Film aus dem Jahre 1978, welchen ich noch nicht gesehen habe. Aber was Zack Snyder hier zeigt, ist durch und durch ein ‚moderner‘ Zombie-Film (übrigens taucht das Wort Zombie nicht ein einziges Mal im Film auf). Die Untoten rennen und klettern, verwesen langsam und sind sehr aggressiv. Das langsame Schlurfen von früher ist nicht mehr vorhanden. Und ähnlich wie in dem einen oder anderen Stephen-King-Roman stehen sich die Menschen gegenseitig im Weg, trotz der Gefahr draußen. Das ist ganz nett, weil so viele verschiedene Typen aufeinandertreffen und interagieren. Der Film spielt eben größtenteils in einem Einkaufszentrum, wird trotz allem aber nicht langweilig. Nicht jeder ist nett und Ving Rhames ist einfach nur die Coolness in Person. Überzogen oder superdämlich ist eigentlich niemand, jeder hat Probleme und eine Geschichte zu erzählen. Da ist zum Beispiel der ‚Anführer‘, der jedoch im normalen Leben nur Fernsehgeräte verkauft hat und jetzt in eine Führungsrolle schlüpfen muss oder will.

Außerdem halte ich dem Film zugute, dass in sich alles stimmig und plausibel ist. Es gibt keine Logik-Lücken oder Schwarz-Weiß-Malerei. Auch die weniger netten Leute haben die Chance, sich zu ändern. Und so muss die Gruppe, wohl oder übel, irgendwann aus dem Center raus. Dann nimmt der Film sein Ende. Richtig fies ist, dass während das Abspanns noch Szenen gezeigt werden. Das darf man nicht auslassen, sonst verpasst man noch die eine oder andere wichtige Information. Was ‚Dawn of the Dead‘ zudem gut macht, ist der Fakt, dass es im Gegensatz zu beispielsweise ‚Resident Evil‘ (I, II, III, IV) keine Übermenschen gibt. Jeder sitzt in der gleichen Situation und niemand ist sicher. Es gibt keine Super-Kämpfer a lá Alice, die jeden Zombie vermöbeln und zerschnetzeln. Das macht das Szenario realistischer. Sehr schön ist das stimmige Intro mit Musik von Johnny Cash, das den Zusammenbruch der Zivilisation zeigt.

Es mag sein, dass sich ‚Dawn of the Dead‘ in den knapp eineinhalb Stunden hin und wieder ein wenig zieht. Das hat mich jetzt aber nicht gestört. Gesplattert wird eher dezent, inklusive hier und da einem Schockmoment. Ansonsten fand ich alles wirklich realistisch (sofern man die Zombies für ‚realistisch‘ hält) und nachvollziehbar. 28 Days Later war besser, weil emotionaler und spannender, ansonsten kann ich jedem ‚Dawn of the Dead‘ weiteremphelen als einen wirklich ansprechenden Zombie-Film. Ob er einem gefällt, entscheidet sich, ob einem das Szenario zusagt. Dann kann man sich auch auf das Setting mit den ganzen Charakteren einlassen.

Regie: Zack Snyder (300, Watchmen, Sucker Punch)

Schauspieler: Sarah Polley, Ving Rhames

Bewertung:

Doom (2005)

Doom heißt auf Deutsch Untergang oder Verderben. Ein Zustand, bei dem Kot seinen Aggregatzustand wechselt, undzwar in einen gasförmigen Zustand. Und alleine in den vorherigen Satz habe ich mehr Gehinrschmalz investiert als in den gesamten Film ‚Doom‘! Aber sachte, denn das Spiel mit gleichem Namen genießt schließlich eine riesige Schar von Anhängern, setzte es doch im Jahre 1993 Maßstäbe im Shooter- und 3D-Spiel-Genre und gilt als Vater von allem heutzutage, wo geballert werden muss. Ein wahrhafter Meilenstein, dem 12 Jahre später ein Film gewidmet wird und bei dem die besten Schauspieler unserer Generation mitwirken dürfen, allen voran Dwayne ‚THE ROCK‘ Johnson, Zahnfee und Skorpionkönig in einer Person vereint.

In Doom wird in einer nicht weit entfernten Zukunft irgendein Portal auf dem Mars entdeckt, das von einer vorherigen, superschlauen Zivilisation erbaut wurde und mit dessen Hilfe Sprünge durch den Raum möglich sind. Laien nennen sowas Wurmloch oder sogar Stargate. Irgendwie geschehen plötzlich nicht ganz so coole Sachen auf dem Roten Planeten und die ganzen Wissenschafter verrecken. Gott sei Dank gibt es diese superkrasse Übertruppe Marines, angeführt von Sarge (Dwayne Johnson), die das alles mal abchecken gehen soll. Einer der Mannen ist übrigens John Grimm (Karl Urban) und seine Schwester (Rosamund Pike) befindet sich unter den ganzen Forschern. So weit, so gut. In den Spielen ist es so, dass das olle Portal jetzt irgendwie halt ein Tor zur Hölle darstellt und dadurch Unwesen in unsere Welt gelangen und alles töten und so weiter. Hier ist es ein Virus, wodurch wir glücklicherweise eben Zombies bekommen, die jedoch mutieren und viel krasser werden. Weil die Oberfirma halt Genexperimente durchführte. Bla. Ist ja auch eigentlich ziemlich Wurst, denn es läuft darauf hinaus: Marines gehen rein, Dunkelheit, Monster, einer nach dem anderen stirbt. Erinnert das irgendwen an Aliens (sprich Alien 2)? Und wahrlich: ‚Doom‘ ist der kleine, zurückgebliebene Bruder des Meisterwerks von James Cameron aus dem Jahre 1986.

100 Minuten blanker Survival-Geballer-Mischmasch (schreibt man Mischmasch so?). Hin und wieder geht es darum, dass John Grimm doch kein so herzloser Soldat ist. Weil er schlau ist. Doch der Tod der Eltern hat ihn in den Armee-Dienst getrieben. Seine Schwester faselt ein wenig rum. Man sieht hier und da Leute sterben. Wirklich spannend wird es trotzdem nicht, denn die Untoten sind weder besonders bedrohlich noch schlau. Und so plätschern wir vor uns hin in der Hoffnung, die Zukunft möge doch bitte nicht so scheiße langweilig sein wie dieser Film, bei dem das Schicksal der einzelnen so gut wie vorprogrammiert ist und es uns sowieso egal ist. Doch dann folgt der einzige Grund, warum man dieses Meisterwerk konsumieren könnte. Eine einzelne ungeschnittene Szene, die zeigt, wie geil es hätte werden können. Die dann auch noch so dreist aus allen möglich Computerspielen geklaut ist, aber egal. Wir schlüpfen für knapp 5 Minuten in die Haut des John Grimm und sehen alles aus der Ego-Perspektive. Wer Action mag, dem gefällt das sicherlich, denn sowas hat man (soweit ich weiß) in keinem anderen Film. Den ganzen Film deswegen zu sehen ist natürlich Quatsch, aber Gott segne YouTube:

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Und das wars soweit. Der finale Fight war nicht überragend geil. Aber in Ordnung. Ob man nicht einfach den gesamten Film in dieser Ego-Perspektive hätte machen können? Auf jeden Fall wäre es ein Alleinstellungsmerkmal gewesen, das Spiel zum Angucken sozusagen. So bleibt eigentlich nicht viel, was einem gefallen könnte. Ich habe die Spiele leider nicht gespielt, aber mit dem Gedanken, dass praktisch jeder ‚Doom‘ kennt, der jemals einen Ego-Shooter angefasst hat, wird der Streifen seiner Vorlage nicht in geringster Weise gerecht. Als Horror-, Action-, Thriller- oder Survival-Zombie-Film taugt er auch nicht. Genauso wenig wie The Rock als Schauspieler meiner Meinung nach, denn viel mehr als grimmig gucken kann das Muskelpaket nicht. Wer aber sowieso keine Ansprüche an Filme hat, den dürfte auch ‚Doom‘ nicht sonderlich enttäuschen. Ansonsten ist dies ein ganz mieser Versuch, ein bekanntes Spiel mit ganz wenig Aufwand auszubeuten. Applaus, Hollywood.

Regie: Andrzej Bartkowiak (Born 2 Die, Exit Wounds, Romeo Must Die)

Schauspieler: Karl Urban, Rosamund Pike, Dwayne Johnson

Bewertung:  

Resident Evil: Afterlife (2010)

Willkommen zurück als Regisseur, Paul W. S. Anderson! Die Drehbücher schreibt er sonst ja eh immer, für alle Teile. Doch ob das so gut ist?

Naja. Wir wissen aus dem dritten Teil (Extinction), dass die Erde halt nur noch aus Wüsten besteht und wir alle so ziemlich am Sack sind. Ein Teil konnte wohl (vielleicht) nach Alaska fliehen. Währenddessen hat Alice (Milla Jovovich) festgestellt, dass die (immernoch böse) Umbrella Corporation sie hundertfach klonte. Das macht sich die toughe Frau mit telekinetischen Fähigkeiten zu Nutze, um die Zweigstelle in Tokyo mitsamt all ihrer Schwestern zu besuchen und zu reklamieren. Hier erinnert der Film derart stark an den ersten Teil der Matrix-Reihe, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Außerdem kann man hier bereits feststellen, dass die Hauptrolle weniger die Milla hat, sondern die Zeitlupe. Das liegt zum einen daran, dass der Film in 3D gedreht wurde und 3 Dimensionen nur in Zeitlupe genossen werden können. Außerdem wäre es sonst echt schwer geworden, die angepeilten 90 Minuten zu füllen. Wie auch immer, Alice zerpflückt die armen Japaner und bezahlt dafür mit dem Entzug all ihrer Fähigkeiten. Und hier frage ich mich, wie behindert kann man denn sein?

Das war wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Films! Das hat Extinction cooler und die Rolle der Alice viel interessanter gemacht. Tough und schlagfertig bleibt sie zwar, aber hier vermisse ich den Mut, mal was neues auszuprobieren. Na gut. Nun schlägt sie sich Richtung Alaska durch, um die Überlebenden aus dem dritten Teil ausfindig zu machen. Erster interessanter Moment: Alice trägt Lippenstift. Alle sind tot oder Zombies, aber wenigstens sitzt das Make-Up! Wahrscheinlich, damit sie in ihrem Video-Tagebuch nicht so Kacke ausschaut. Die Leute in Alaska sind übrigens alle weg und sie findet lediglich die völlig verwirrte Claire (Ali Larter). Den Zufluchtsort für die Menschheit gibt es leider nicht und so machen wir uns auf nach…. na, was ist denn gleich um die Ecke da bei Alaska? Genau, Los Angeles. Und auch hier verstehe ich das wieder nicht. Die Frauen sind mit einer mickrigen Ein-Propeller-Maschine unterwegs. Tankstellen gibt es nicht, geschweige denn sichere Gegenden. Es sind mindestens 3500 Kilometer, die sie zurücklegen müssen! Aber als zivilisierter Mensch und Zuschauer nimmt man das hin und interpretiert es als die Freiheit des Regisseurs und Drehbuchautors.

So, wir kommen in L.A. an und die Mädels landen auf einem Gefängnis, in dem sich ein paar Leute vor ungefähr 4 Millionen Zombies außerhalb in Sicherheit gebracht haben. Und hier knüpft der Film wieder an, ein halbes dutzend Leute einzuführen, wo man beim ersten Blick schon weiß, dass die verrecken werden. War das ein Spoiler? Nein, denn man sieht das einfach, das muss man einfach sehen. Lustigerweise haben die Knastbewohner den Typen aus Prison Break (Wentworth Miller) eingeknastet…ein Film in einem Film?

Eines muss man Afterlife lassen. Während es in den Vorgängern nicht wirklich allzu wichtige Charaktere gab, so sind die unwichtigen jetzt sogar unsympathisch und total blöd. Und trotz beraubter Kräfte rennt Alice rum, als ob sie unterblich ist. Erstaunlich auch, dass es in jedem Film der Reihe einen Kampf mit irgendwelchen mutierten Hunden gab, so auch hier. Der sprichwörtliche rote Faden? Und ich bin der Meinung, dass der (standardmäßige) Cliffhanger hier so krass wie noch nie zuvor war. Ich würde mich ja gerne eingehender darüber aufregen, aber dann hätte ich den Film noch mehr gespoilert als ohnehin schon. Und das wollen wir ja nicht.

Natürlich gibt es Dinge, die ganz nett waren. Vor allem in (realem!) 3D sieht ‚Resident Evil: Afterlife‘ richtig geil aus. Alice hackt sich durch eine Gruppe Zombies in Zeitlupe und man sieht im Vorder- und Hintergrund die Untoten auf sie zurennen. Der Regen am Anfang ist schön. Überhaupt, rein optisch hat der Film einen coolen Style. Das ist aber eben nicht alles, außer man ist eine gottverdammte Grafik-Hure. Insgesamt fühlt es sich für mich an, als ob man nach dem soliden dritten Teil einen Schritt zurück macht und nur noch auf Zeitlupen-Action setzt. Ach ja, und die letzte Szene vor dem Ende ist auch noch irgendwie aus Michael Bays ‚Die Insel‘ geklaut, zumindest vom Look.

So, und jetzt das Lustige: Ich fühlte mich unterhalten, obwohl der 4. Teil eigentlich ziemlich schwach ist und fast so bescheuert wie der zweite Teil der Reihe. Zuhause und ohne 3D oder anständigem HD sehe ich keinen Grund, warum einem das Gegurke gefallen sollte. Da ich jedoch alle Filme in einem Rutsch konsumiert habe und irgendwie in der ‚Scheiß-auf-die-Handlung-denn-es-ist-Resident-Evil‘-Stimmung war, fühlte ich mich wohl. Oh nein, ich bin eine Grafik-Hure!

Regie: Paul W. S. Anderson (Resident Evil 1, Mortal Kombat, Event Horizon, Alien versus Predator)

Schauspieler: Milla Jovovich, Ali Larter, Wentworth Miller, die Zeitlupe

Bewertung:  

Resident Evil: Extinction (2007)

Was ein Pech. In Teil 1 und 2 wollte die Umbrella Corporation den T-Virus noch eindämmen, erst im Labor, danach in der Stadt. Außer Spesen nichts gewesen, denn jetzt ist der gesamte Planet am Sack, und außerdem eine Wüste. Eine größere Gruppe Überlebender schlägt sich als Nomaden durch die USA. Irgendwo in der Pampa streunt auch Alice (Milla Jovovich) rum, die dank des T-Virusses nun nicht nur krass kämpfen kann, sondern auch Psi-Kräfte oder so besitzt. Superkrass. Auch irgendwo in der Pampa gibt es (lustigerweise) die Umbrella Corporation, die im Untergrund an einem Gegenmittel forscht, oder eben auch nicht. Es gibt eigentlich keine Menschheit mehr, aber böse sein kann man immer noch! Unkraut vergeht eben nicht. Außerdem wird Alice geklont, um so den perfekten Kämpfer zu schaffen. Warum, hat sich mir nicht erschlossen. Aber ist auch nicht so wichtig.

Wir sehen, wie die Überlebenden, angeführt von Claire (Ali Larter), von Zombie-Krähen angegriffen werden und ihnen Alice zu Hilfe eilt, indem sie ein schönes kleines Krähen-Feuerwerk zündet. Außerdem geht das Gerücht um, dass es in Alaska eine nichtinfizierte Stadt geben soll. So begibt sich der Tross nach Las Vegas, welches vollkommen versandet und -wüstet ist, um sich mit Benzin und Casinochips einzudecken. Dort stellt ihnen die Umbrella Corporation nach und schickt Zombie-Kämpfer. Bis zu dem Punkt hätte ich noch alles hingenommen, was mir der Film anbot, doch hier wird es knifflig.

Es wird ein Container von der Größe zweier Transporter abgeworfen. Aus diesem schlüpfen jedoch ungefähr 50 Zombies. Ich weiß nicht wie das möglich sein sollte, außer die Dinger haben gelernt, Tetris mit ihren eigenen Körpern zu spielen. Der Umbrella-Chef flieht vom Schauplatz mit einem Helikopter und Alice meint, man könnte doch mit Heli nach Alaska! Na klar, geile Idee. Jetzt bin ich kein Heli-Experte, doch laut Wikipedia erreichen die Teile keine höheren Reichweiten als 500 bis 700 Kilometer. Und laut Google Earth sind es wohl annähernd 3000 km von Las Vegas nach Alaska. Das ist nichts, woran man sich groß stören muss, doch kann man nicht einfach sagen ‚Kanada‘. Das ist näher dran und würde nicht dieses Gefühl hinterlassen, dass hier jemand einfach irgendwas hingeklatscht hätte. Schließlich gibt es keine Tankstellen auf dem Weg dahin…

Naja. Und warum treiben sich Zombies draußen in der Wüste rum? Wie blöd kann man denn sein? Dort gibt es nüscht, kein Fleisch und wenige Menschen. Außer die lernen langsam, sich von Sand und Dreck zu ernähren. Ja ja, das ist alles nicht so wichtig. Und um ganz ehrlich zu sein ist der dritte Teil auch der beste der Reihe. Er geht zwar auch die gewohnten 90 Minuten, doch bietet er ausnahmsweise nicht nur diese dümliche Survival-Zombie-Grütze. Action gibt es auch und die Zombie-Krähen erinnern manch einen wohl auch an Alfred Hitchcock. Meiner Meinung könnte man mit ein wenig mehr Arbeit am Skript eine sehr ansehnliche Zombie-Dystopie erschaffen, doch Paul W. S. Anderson ist da wohl anderer Meinung (er ist Regisseur des 1., 4. und 5. Teils und schrieb alle Drehbücher).

Gefallen tut mir auch Milla Jovovich, denn der ganze Psycho-Superkraft-Kram macht sie deutlich interessanter als in den Teilen zuvor. Hoffnung für die Menschen in solch schweren Zeiten! Und obwohl der Nomaden-Tross unrealistisch gut ausgestattet ist mit allermöglichem Firlefanz und zu Zeiten der Benzinarmut Humvee fährt, erscheint mir das ganze doch sympathisch.

Standardmäßig gibt es SCHON WIEDER EINEN CLIFFHANGER zum nächsten Teil. Das kotzt mich echt an. Sie sollen sich mal ein ordentliches Ende für die gesamte Serie einfallen lassen und aufhören, es immer weiter und weiter auszureizen. Aber solange Milla noch knackig ist und Geld in die Kassen spühlt, wird sich daran wohl nichts ändern. Ich fand Extinction gut. Man braucht die Vorgänger (und den Nachfolger) nicht unbedingt gesehen zu haben, um diesen netten Weltuntergangs-Zombie-Streifen zu genießen. Sicherlich ist er kein Meileinstein, jedoch ist das der ‚Resident Evil‘-Film mit dem bis dato höchsten Unterhaltungswert. Immerhin etwas.

Regie: Russell Mulcahy (Highlander I + II, Ricochet)

Schauspieler: Milla Jovovich, Ali Larter

Bewertung:  

Resident Evil: Apocalypse (2004)

Der Versuch im ersten Teil, das T-Virus innerhalb der Laboratorien der Umbrella Corporation einzusperren, ist gescheitert. Stattdessen verbreitet es sich innerhalb von Raccoon City und verwandelt die meisten Menschen in Zombies. Außerdem wurde Alice (Milla Jovovich) von der Organisation infiziert und anstatt zur Untoten zu werden, verfügt sie nun über gesteigerte physische Kräfte. Wir erleben, wie die Stadt verriegelt wird, sich jedoch immer noch eine Menge Nichtinfizierter darin befindet. Ein kleines Grüppchen versucht sich durchzuschlagen und irgendwann, warum auch immer, gesellt sich Alice dazu. Zufälligerweise soll die Stadt am Morgen pulverisiert werden, doch (Gott sei Dank) bekommen unsere Recken Hilfe von außerhalb, jedoch nur, wenn sie die Tochter ihres Helfers finden.

Hurra! Wieder gegen die Zeit, wieder eine Gruppe mit Surival-Dreck. Und schon wieder: Einer wird gebissen, alle wissen dass er bald zum Zombie wird und eine Gefahr für die Gruppe darstellt, doch man chillt drauf. Thomas Kretschmann mimt übrigens den lokalen City-Manager der Umbrella GmbH und ist so richtig gemein. Es sterben auch ein paar Leute und so weiter. Wirklich wichtig sind die eh nicht.

Herausragend folgendes Szenario: Die Truppe erreicht die Schule, in der sich das zu rettende Mädchen befindet. Eine toughe Polizisten, ein schwarzer Stereotyp (quasselt viel und oft Quatsch) und eine Wetterfee. Was tun diese?

a) Gemeinsam durch das Gebäude streifen, um sich gegenseitig zu helfen und zu beschützen?

b) sich trennen, um wie die letzten Neandertaler in Gefahr zu geraten?

Natürlich b! Der dümlichen Wettertante wird ein Revolver in die Hand gedrückt…Viel Spaß. Das sind dann immer Szenen, in denen man sich denkt, wenn wir Menschen wirklich so blöd wären, dann haben wir die Zombie-Apokalypse auch verdient. Und zum tatsächlich zweiten Mal taucht dann Milla Jovovich auf, um die Leute zu retten. Und auch wenn dies nun ein Spoiler war, who cares? Es ist alles so vorhersehbar wie blöd. Ganz am Anfang stehen Polizisten und irgendwelche Special Forces einer großen Masse Zombies gegenüber. Die Untoten sind super langsam und schlendern auf die Gesetzeshüter zu. Und dann sieht man, wie einer nach dem anderen verspeist wird. Die rennen nicht mal weg. Als ob die alle zufällig Kleber an den Schuhsohlen haben und sich nicht bewegen dürfen. Beamten-Mikado quasi. Es ist in Ordnung wenn in Zombie-Filmen Menschen sterben, das ist ja irgendwie auch der Zweck der ganzen Geschichte, aber auch die Statisten dürfen sich ruhig Mühe geben, ein wenig am Leben zu bleiben.

Irgendwann kommt es dann zum Showdown zwischen Milla und irgendeiner mutierten Kreatur. Wirklich spannend ist das alles nie, dafür ist die Heldin viel zu unverwundbar, zu cool und auch viel zu abgeklärt.

Und zu guter Letzt das Ende! CLIFFHANGER! Nicht ganz so krass wie noch im ersten Teil, dennoch ausreichend. Nach 90 Minuten hat man auch irgendwie genug von der dahingewurschtelten Story und den dümlich-flachen Protagonisten. Apocalypse ist meiner Meinung sehr mau. Langweilig war mir nicht, doch den nicht unbedingt weltbewegenden ersten Teil auf diese Weise noch zu unterbieten ist schon eine Kunst. Nicht mal emphelenswert für Zombie-Freunde, gefällt der Streifen höchstens den Serien-Fans, und das nur wenn man jedes Auge zudrückt.

Regie: Alexander Witt (Hauptsächlich Camera Operator….siehe hier)

Schauspieler: Milla Jovovich, Thomas Kretschmann

Bewertung:  

Resident Evil (2002)

Die Umbrella Corporation ist ganz schön gemein. Im Untergrund von Raccoon City lässt sie an Regenschirmen forschen. Ach ja, und am T-Virus, das Tote wieder zum Leben erwecken soll (und dies dann auch tut). Der Staat hat da nichts zu sagen. Wie dem auch sei, wer hätte das gedacht? Es geht etwas schief! Ein Novum im Zombie-Film-Genre… Eine Special-Forces-Über-Truppe (darunter auch Michelle Rodriguez) muss runter in die Labore, die sich tief im Untergrund der Stadt verbergen, um die Lage zu checken und den Sicherheitscomputer oder so auszuschalten. Irgendwie gabeln die Leute auf dem Weg Alice (Milla Jovovich) auf und obwohl diese sich an kaum etwas erinnert und nur ein kleines rotes Kleid trägt, denkt man sich „Hey, die nehmen wir mit!“. So begibt man sich halt runter und muss festellen, dass nicht nur der böse Computer Probleme bereitet, sondern auch das T-Virus: Böse Zombies, böse Zombiehunde und böse Zombie-Mutanten-Viecher.

Einer nach dem anderen stirbt, manchmal auch ganz viele auf einmal. Und man muss den Untergrund verlassen, bevor er in die Luft gesprengt wird. UND NATÜRLICH WIRD EINER (oder EINE?) IN DER GRUPPE GEBISSEN UND MAN WARTET DARAUF, DASS DIE PERSON SICH VERWANDELT, UM DIE ANDEREN ZU ZERFLEISCHEN. Das gibt es wirklich in viel zu vielen Zombie-Filmen! Lustigerweise soll entsprechende Person im 5. Teil mitspielen. Keine Ahnung, wie das vonstatten gehen soll. Und eigentlich ist der geringfügige Spoiler, den ich jetzt hier gegeben habe, auch ziemlich Wurst. Denn Resident Evil ist so nah dran, eine plausible Handlung zu haben, wie Paul W. S. Anderson von einem Regie-Oskar entfernt ist. Dazu sollte man sich einfach nur mal seine ‚Werke‘ auf imdb anschauen. Die Action ist an sich ganz nett und Milla Jovovich (des Regisseurs Ehefrau übrigens) ja eigentlich auch. Es wird hier und da gesplattert, aber jetzt nicht so außerordentlich viel. Außerdem ist der Film übelst schlecht gealtert. Damit meine ich einen computeanimierten Zombie-Irgendwas, der aussieht wie ausgekotzte Spaghetti Bolognese. Es ist eben eine Low-Budget-Produktion, genauso auch alle Nachfolger. Die Serie lebt dadurch von ihren Fans und der Popularität der Spiele, auf denen der Film basiert. In einer kleinen Nebenrolle erleben wir übrigens Heike Makatsch, falls die noch irgendwer kennt.

Ich glaube, mir bleibt die ‚Resident-Evil‘-Reihe vor allem wegen einem in Erinnerung: die härtesten Cliffhanger aller Zeiten. Genauso auch hier. Allerdings stört das im ersten Teil noch nicht, später dann irgendwie schon. So entwickelt sich das ganze zu einer unendlichen Geschichte…. Im großen und ganzen ist ‚Resident Evil‘ solide Zombie-Survival-Action. Absolut ok. Mehr auch nicht. Wer sich an der reichlich flachen Story nicht stört, Fan des gesamten Szenarios ist (Games und so) oder ein wenig auf Milla Jovovich gaffen will, wird durchaus Gefallen hieran finden.

Regie: Paul W. (William) S. (Scott) Anderson (Die 3 Musketiere, Alien vs. Predator, Resident Evil 4, Mortal Kombat)

Schauspieler: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez

Bewertung:  

28 Weeks Later (2007)

Basierend auf den Ereignissen aus ‚28 Days Later‚ erleben wir, was nach der Epidemie geschieht. Das Virus, das Menschen in wütende Wilde verwandelte, scheint ausgerottet und unter amerikanischer Führung wird begonnen, Großbritannien wieder zu besiedeln. Don (Robert Carlyle), der den Alptraum knapp überlebte und aus Feigheit seine Frau zurückließ, trifft sich mit seinen beiden Kindern, die vor dem Ganzen ins Ausland gebracht wurden. Doch ist *suprise, surprise* der Virus wirklich weg? Oha!

So beknackt sich die Zusammenfassung anhören mag, der Film fügt sich sehr gut an den ersten Teil an. Vor allem die Anfangsszene, in der sich Don samt Frau und anderen Überlebenden vor den Infizierten verstecken und letztendlich überwältigt werden ist ziemlich hart und auch spannend. Vordergründig geht es irgendwie auch hier weniger um Splatter und Zombies, sondern viel mehr um die Menschen und wie sie damit bzw. miteinander umgehen. Insofern wird besonders das US-Militär drastisch, kalt und beinahe als unantastbar dargestellt. Beispielsweise werden viele Zivilisten weggeschlossen, woraufhin sich der Virus in der Masse ausbreitet und diese in ihrer Panik ausbrechen. Der darauf folgende Schießbefehl und die amerikanischen Soldaten, die mit der Aufgabe, Menschen und Erkrankte auseinanderzuhalten, überfordert sind, verdeutlichen den geringen Wert eines Lebens, zumindest eben für das Militär. Dons Kinder versuchen mit Hilfe von Scarlet (Rose Byrne), einer Militärärztin, und Doyle (Jeremy Rener), einem amerikansichen Scharfschützen, das verseuchte London lebend zu verlassen. Nicht nur die Infizierten erweisen sich dabei als Hindernis, sondern vor allem (eigentlich verbündete) Soldaten.

Besonders hart dabei ist, wie brutal teilweise auch mit Leuten umgegangen wird, von denen man annimmt, sie würden überleben. In jedem anderen Zombie-Film kann man üblicherweise an irgendeinem Punkt ausmachen, wer seinen Arsch aus der Scheiße ziehen wird. Dem ist hier nicht so. So stellt sich eben auch eine Tristess ein, denn jeder ist verwundbar. Es ist auch irgendwo ein Kampf für die Menschlichkeit, sowohl gegen die Zombies als auch gegen das Militär. Man kann das Gezeigte als Kritik gegen die amerikanische ‚Kolonialpolitik‘ der letzten Jahre auslegen, doch ich finde, dass man jede Armee, egal welchen Landes, dort hätte einsetzen können. Somit richtet sich der Film eher gegen die lebensverachtende Idee des Soldaten und Kriegers, der für das Töten anderer bezahlt wird.

Insgesamt geht ’28 Weeks Later‘ 100 Minuten und es werden öfter Handkameras benutzt. Eine Szene sieht man komplett durch das Nachtsichtobjektiv eines Scharfschützen. Der Film hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger eine linearere Struktur und mehr Elemente eines Survival-Films. Man muss sich zu einem Treffpunkt unter Zeitdruck durchschlagen. Das hat wohl ein bisschen was von Left 4 Dead. Ehrlich gesagt war mir keine der Figuren besonders sympathisch, außer vielleicht Doyle. Einerseits kennt man Jeremy Renner (The Town, The Hurt Locker, S.W.A.T.), andererseits widersetzt er sich seinen Anweisungen und tötet Kameraden, um das Leben der beiden Geschwister zu beschützen. Irgendwie scheint dem Jungen die Rolle des Waffen- und Schießexperten auf den Leib geschneidert zu sein, denn er spielt eigentlich immer ähnliche Rollen. Das soll aber nicht stören, schließlich ist er einer der Guten!

Das Problem an ’28 Weeks Later‘ ist, dass der erste Teil sehr logisch war. Vor allem was die Infektion und auch das Verhalten der Zombies betrifft. Hier jedoch gibt es ab und an Ungereimtheiten. Dass man die Story weiterführen will und dazu natürlich nicht den gleichen Film nochmal machen kann ist verständlich. Man sollte sich jedoch an die Gegebenheiten halten. So gibt es eine Szene, in der ein Infizierter einen Menschen mit einer Waffe zu Tode schlägt. Das passt nicht, denn das haben die Dinger vorher noch nie gemacht. Dadurch geht zum Ende hin ein wenig der erzählerischen Leichtigkeit flöten. Auch das Verhalten des Vaters der beiden Kinder im späteren Verlauf ist schwer in den logischen Grenzen des Films zu erklären.

Das kann einen stören, muss es aber nicht. Mir ist es aufgefallen, aber das soll nicht heißen, dass man mit einem riesigen „WTF!“ plötzlich dasitzt und meint, verarscht zu werden. ’28 Days Later‘ ist meiner Meinung nach jedoch atmosphärischer und die involvierten Personen einfach bedauernswerter. Die Kritik, die im zweiten Teil geäußert wird, ist härter und offensichtlicher, geradezu politisch. Das macht mir den Film sympathisch, denn ich kenne sonst keinen weiteren Zombie-Film, der auch nur ansatzweise solch einen Anspruch besitzt. Soviel dazu. ’28 Weeks Later‘ finde ich gut und wer den ersten mag, dem gefällt auch der zweite und der freut sich auch schon auf den dritten (2013 oder so). Hoffentlich sind dort dann nicht mehr die Amis für unsere Sicherheit verantwortlich, denn dann wären wir alle am Sack…

Regie: Juan Carlos Fresnadillo (Intruders, Intacto)

Schauspieler: Robert Carlyle, Rose Byrne, Jeremy Renner

Bewertung:  

28 Days Later (2002)

Im Internet gibt es alle möglichen Diskussionen, ob Zombies rennen dürfen oder nicht. Verfechter der leise dahinschlurfenden Untoten sind der Meinung, dass man das alte Konzept nicht brechen darf, dass George A. Romero einst mit ‚Night of the living Dead‚ installierte. Genauso gut könnte man Joanne K. Rowling dafür kritisieren, dass es keine Zauberer gibt oder George Lucas, dass Raumschiffe keine „Pew-pew“-Geräusche machen im Weltall und Laser nicht einfach so nach einem Meter aufhören. Sollte ein Klugscheißer ankommen und meinen, dass er die Zombies in ’28 Days Later‘ scheiße findet, weil die rennen, dann darf man ihn oder sie zurecht fragen, wo er denn Zombies gesehen hat? Denn richtige Zombies sind das nicht, sondern „Infizierte“! Die Leute sterben nicht und erstehen wieder auf. Die Infizierten können verhungern und sterben auch an normalen Wunden im Körper, nicht unbedingt nur durch Schaden am Kopf. Es dauert lediglich Sekunden von der Infektion zum Ausbruch der, wie so schön im Film beschrieben, WUT! Man hat es mit einem Virus zu tun, der einen in ein Zombie-ähnliches Wesen verwandelt, das andere zerfleischt, aber noch irgendwie ein Bewusstsein besitzt (ein bisschen zumindest), denn manchmal kotzen die Dinger Leute nur an, um sie (absichtlich) zu infizieren. Es sind also eher Kranke, was den Film ein Stück weit realistischer macht als den Rest des Zombie-Genres.

Natürlich ist auch das Krümmelkackerei und am Ende sowieso egal. Aber nehmen wir ’28 Days Later‘ doch einfach als einen Zombie-Film mit ‚modernen Zombies‘. Sie rennen, sind super wütend und beißen, töten, kotzen. Ekelig.

Beginnen tut das alles mit einer Bande Weltverbesserer, die Schimpansen in England befreien wollen, dabei jedoch eben den ollen Virus freisetzen, der sie zu Killern macht. Wir sehen, wie Jim (Cillain Murphy) im Krankenhaus aufwacht. 28 Tage nach Beginn der Katastrophe. Er ist nackt und allein. Jim zieht sich ein paar Klamotten, die dort rumliegen, an und kommt aus dem verschlossenen Zimmer, weil irgendwer unter der Tür den Schlüssel durchgeschoben hat. Schreiend schaut er sich um, doch niemand. Nichts. An einem aufgebrochenen Pepsi-Automaten bekommt er etwas zu trinken, nimmt sich ein paar Getränke in einer Tüte mit und betritt London. Dort erwartet ihn die große Leere: Ausgestorbene Straßen, Totenstille, Ungewissheit. Der Big Ben und wie die ganzen Sehenswürdigkeit auch heißen mögen, einfach niemand ist in Sicht. Jim ist völlig allein. Und man fühlt mit ihm. Der Anblick dieser Millionenmetropole ohne Menschenseele ist so grotesk wie furchteinflößend. Eine ganze Weile durchstreift er die Straßen und findet schließlich in einer Kirche eine große Ansammlung toter Menschen. Warum die dort sind oder ob sie sich selbst umgebracht haben, wer weiß? Er schreit, plötzlich recken ein paar Gestalten ihre Köpfe in seine Richtung und fangen an zu rennen. Der Priester kommt auf ihn zu, mit roten Augen und knurrend. Jim versucht auf ihn einzureden, will wissen was los ist. Im letzten Moment verprügelt er den geistlichen Infizierten mit seiner Tüte Dosen und sucht das Weite, verfolgt von rennenden Wütenden. Er bekommt Hilfe von zwei vermummten Gestalten und gelangt in Sicherheit. Fürs erste.

’28 Days Later‘ lebt stark von den erzeugten Emotionen. Das sind zumeist sehr negative, beispielsweise das verwaiste London. Hinzu noch den psychotischen Soundtrack und man hat eine Stimmung, die nur heulen zulässt. Denn wirkliche Hoffnung keimt selten auf. Wer gebissen wurde, muss sterben. Man hat nur Sekunden, bis ein angesteckter zu einem richtigen Infizierten wird. Darum gibt es nicht sowas wie in anderen Zombie-Filmen, wo einer gebissen, aber nicht umgebracht und man schon ahnen kann, was bald passieren wird. So entsteht eine kalte und raue Welt. Und zugleich ein realistisches Bild davon, was wäre, wenn der Ernstfall eintreten würde. Man merkt gleich zu Beginn, dass dies kein Film wie andere seines Genres ist.

Besonders zum grandiosen Ende hin wird deutlich, dass teilweise nicht die Infizierten die Bösen sind, sondern dass die Menschheit, selbt wenn sie vor dem Abgrund steht, immer noch in der Lage ist, sich gegenseitig Schlimmes anzutun. Das macht den Film zu einem durchdachten Abbild unserer Selbst und wie wir uns, wenn es darauf ankommt, im Stich lassen. Oder eben auch nicht. Ich will nichts spoilern, aber die letzten 20 Minuten sind wirklich wie aus einem Guss und sehr fesselnd.

Insofern ist dies kein Feel-Good-Movie. Es ist eine apokalyptische und geradezu alptraumhafte Achterbahnfahrt durch die Niederungen der Menschheit. Dazu trägt auch bei, dass die Zombies (oder halt Infizierte) rennen. Der Film wäre vollkommen anders, würden diese sich langsam bewegen. Es würde so einfach nicht funktionieren und insofern bin ich dankbar, dass dieser Stereotyp des Schleichens aufgebrochen und dadurch ein völlig neues Gefühl der akuten Bedrohung geschaffen wurde. Die einzelnen Charaktere sind nicht wirklich tiefgründig oder enorm wichtig, es wird auch nicht viel Wichtiges erzählt in den Dialogen. Aber darum geht es doch auch nicht, oder? Es geht wirklich nur ums nackte Überleben in einer Welt, in der man vielleicht doch nicht leben sollte. Es gibt in die Mitte hinein eine Szene, in der die Hauptprotagonisten einkaufen gehen und für einen kurzen Moment alles um sich herum vergessen, um einfach nur wie glückliche Kinder alles, was sie wollen, mitzunehmen. Mit dem Wissen, was sich auf den Straßen, in denen sie sich bewegen, zugetragen hat und noch immer zuträgt, ist das so eine unglaubliche Flucht aus der Realität, gleicheitig schön und grausam, denn wer weiß, was hinter der nächsten Straßenecke lauert?

Mir gefällt zudem Cillian Murphy unglaublich gut. Er wird komplett ins kalte Wasser geworfen und findet sich im worst-case-scenario wieder. Er schien mir glaubwürdig. Naomie Harris‘ Charakter gefiel mir nicht so gut, aber das sei mal dahingestellt. Ihre Beziehung zueinander wirkte im Nachhinein ein bisschen künstlich, was meinen guten Eindruck aber nicht zu trüben vermag. Jeder, der auch nur irgendwie etwas mit dem Szenario anfangen kann, sollte sich ’28 Days Later‘ anschauen. Denn der Film ist großartig. Außerdem ist das wohl der Zombie-Film, der mit Abstand am meisten Inhalt hat und auch die größte Seriösität besitzt. Man findet auf jeden Fall genügend Gesellschaftskritik darin, um ihn nicht als Splatter- oder Horrormovie abzustempeln. Was nicht heißen soll, dass darin nicht auch gemordet und mit Blut herumgespritzt wird. Jedoch finde ich, dass das hier keine Gewaltorgie ist wie manch reichlich dummer Splatterfilm (Hallo Saw 2 bis 15 & Hostel!). Also, bitte gucken.

PS: ’28 Days Later‘ ist der erste Teil einer (wer hätte das gedacht) Trilogie. Der zweite Teil ‚28 Weeks Later‚ und der wohl ab 2013 produzierte dritte Teil ’28 Months Later‘ folgen auf ihn und basieren logisch aufeinander.

Regie: Danny Boyle (Trainspotting, Slumdog Millionaire, 127 Hours)

Schauspieler: Cillian Murphy, Naomie Harris, Brendan Gleeson

Bewertung:  

Zombieland (2009)

‚Zombieland‘ ist irgendwie der amerikanische Cousin von ‚Shaun of the Dead‚. Während letzterer britisch ist, ruhig, gelassen, durchzogen von schwarzem Humor und gerne mal hin und wieder gemütlich eine Tasse Tee trinkend, ist ersterer laut und verrückt, Mitglied der NRA und trinkt öfter mal Tantrum. Alleine schon der Anti-Held Columbus (Jesse Eisenberg) mit Reizdarmsyndrom, der fast schon videospielhaft sich Regeln zum Überleben setzt. Dem die Krone aufsetzen tut jedoch Tallahassee (Woody Harrelson), der ein Waffennarr und Western-Held ist. Damit es nicht langweilig wird, gesellen sich noch die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock zur Gruppe, um einen nichtzombifizierten Ort bei L.A. ausfindig zu machen. Sowieso sind die gesamten USA am Sack und deswegen weiß die Reisegruppe auch nicht so recht, wohin. Warum dann nicht einfach in einen Vergnügungspark fahren?

Der Film ist durch und durch Komödie, über die vollen 1,5 Stunden. Hier und da blitzt ein wenig Ernst hervor, aber der ist nie wirklich wichtig. Wofür ich auch dankbar bin. Gute Zombie-Komödien sind rar gesät und neben ‚Shaun of the Dead‘  und ‚Zombieland‘ fällt mir keine halbwegs akzeptable mehr ein. Weiter zum Ende hin gibt es eine Sequenz, in der die vier Protagonisten Bill Murray begegnen und unter anderem mit ihm auch Dope rauchen. Alleine dafür kann man den Film schon lieben. Und überhaupt ist der Erzählstil, der komplett auf der Wahrnehmung von Columbus beruht, sehr schön. Als Erzähler beschreibt er nüchtern seine Regeln, wobei die Schrift irgendwie in die Umgebung eingeblendet wird, trotzdem jedoch nicht als Fremdkörper wirkt. Der Anfang, in dem neben den Credits Menschen in Super-Slow-Motion von Zombies verfolgt werden, ist sehr stylish. Es gibt halt auch sowieso keine apokalyptischen Filme aus der Sicht eines Nerds.

Die Action ist auch sehr ordentlich, vor allem zum Ende hin geht Woody Harrelson richtig gut ab. Super blutig ist der Film jetzt nicht unbedingt, aber wer sowas nur wegen dem Splatter guckt, der foltert auch kleine süße Kuschelhäschen. Emma Stone alleine ist auch schon den einen oder anderen Blick wert. Fans des ganzen freuen sich auf eine Forsetzung, wahrscheinlich in 3D und wohl 2013.

‚Zombieland‘ macht großen Spaß und ist einfach nur super Film. Tolle Unterhaltung ohne übliches Gruppe-von-Menschen-ist-umzingelt-von-Zombies-Zeugs! Im direkten Vergleich gefällt mir ‚Shaun of the Dead‘ ein wenig mehr, was aber nichts heißen soll. Ich wünschte, es gebe mehr Filme von dem Schlag, aber scheinbar können die meisten Screenwriter und Regisseure dem Ende der Menschheit nicht viel Lustiges abgewinnen. Warum eigentlich?

Regie: Ruben Fleischer (30 Minuten oder weniger, produzierte ‚Rob & Big‘)

Schauspieler: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone

Bewertung:  

Zombie Strippers! (2008)

Hurra, Titten! Hurra, Stripperinnen! Und Zombies? Nein! Zombie-Stripperinnen!

Also irgendwie in der Zukunft ist George W. Bush in seiner 4. Amtszeit und er braucht mehr Soldaten, weil er viele Kriege führt. Also lässt er halt ein Virus oder so entwickeln, welches tote Soldaten weiterkämpfen lässt (wie schlau!). In der Forschungseinrichtung kommt es jedoch zur Katastrophe und die ganze Belegschaft wird zombifiziert. Ein Super-Duper-Überkrass-Überhart-Ultra-Special-Einsatzteam soll die Viechers beseitigen. Einer in der Crew (der Neue) wird gebissen. Um nicht von den Kollegen exekutiert zu werden, flieht er. Lustigerweise ist gleich neben dem Labor ein geheimes Striplokal. Ach Moment mal. Man sollte noch wissen, dass unter dem guten alten George W. Nacktheit und somit auch Striplokale verboten sind. So. Deswegen ist die Bude auch illegal und geheim und wird geführt von Robert Englund. Wie seine Rolle hieß, habe ich leider vergessen. Ist auch egal. So. Wo waren wir? Ach ja: unser gebissener Soldat versteckt sich also in dieser Busenhölle, die scheinbar vier Meter von dem Labor entfernt ist. Dort chillt er dann, während wir ein paar Mädels zu sehen bekommen. Hurra, Titten! Unter anderem die von der Ober-Stripperin Jenna Jameson (ihren Filmnamen hab ich auch vergessen, kann aber nach gründlicher Recherche auf einschlägigen Seiten sagen, dass sie in vielen Pornos mitspielt. In sehr sehr vielen…). Unser gebissener Recke fällt jetzt die Jenna an (die übrigens riesige Milchtüten hat) und beißt sie. Ihr Ableben scheint kaum wen zu kratzen und kurz darauf steht sie auch wieder auf, blutüberströmt und irgendwie mit fehlender Luftröhre. Und was macht man in solch einer Situation? Na klar, Strippen! Hurra, Titten! So. Äh, jetzt muss man noch wissen, dass das dumme Virus (bla bla) Männer in dümliche Zombies, aber Frauen in untote Superheldinnen verwandelt, die noch 1000 mal krasser strippen als vorher. Also hurra, Titten! Aber halt? Will man verwesende Milchtüten mit blutüberströmten Weibers beim Tanzen zusehen? Keine Ahnung, das Publikum ist jedoch begeistert und so lassen sich auch ein paar andere Stripperinne beißen (wie schlau!), um zu supergeilen Zombie-Stripperinnen zu werden.

Ich glaube damit habe ich ungefähr das erste Drittel des 1,5-Stünders abgedeckt. Danach gibt es auch keine Titten mehr, zumindest keine geilen. Was man dafür aber noch zu sehen bekommt: Die untote Jenna Jameson, die ihre Zombie-Stripper-Erzfeindin mit Tischtennisbällen und Billardkugeln aus ihrer Mumu torpediert, einen mexikanischen Hausmeister, der jedes auch nur erdenkliche Klischee über Mexikaner abdeckt und einen riesigen Haufen der mit Abstand behindertsten Dialoge, die das menschliche Gehör vernehmen durfte. Kostprobe?

Paco: [after seeing that a bar patron has been killed] Holy shit! Hey, do I have to clean this mess up?

~

Jessy: Your optimism makes you an idiot.
Berengé: What did you call me?
Jessy: An idiot.
Berengé: No, an optimist! Don’t you ever call me an optimist again!

~

Jessy: They’re zombies.
Madame Blavatski: No. They’re strippers.
Berengé: [cocking shotgun] They’re zombie strippers!

Aber was erwartet man auch, ist ja nur ein B-Movie. Mit Titten und Zombies. Die sowieso schon beknackte Handlung nimmt ganz am Ende noch einmal ein wenig Schwung und wird noch beknackter (Achtung, es gibt einen Twist!). Und jede einzelne Nutte, entschuldigung, ich meinte Stripperin, ist so schlau wie eine Packung Schuhcreme. Robert Englund ist ein ganz komischer Typ. Ihm gehört zwar der Stripladen, aber Frauen oder Körperkontakt scheint er nicht zu mögen. Und Herr im Himmel, ein paar der Splatter-Momente sind so künstlich, dass man die benutzte Puppe schon fast bauchreden hört.

Irgendwie bleibt die Zombie-Apokalypse jedoch aus, denn unsere ‚Helden‘ schaffen es, den Virus im Laden zu halten. Dass alles doch irgendwann aus dem Ruder läuft, ist natürlich abzusehen. Der wahre Star des Films ist somit der Zuschauer, der sich teilweise an total beknackten Sachen amüsieren darf. Allerdings unterhält das alles nicht durchgängig. Die ersten 30 Minuten gehen noch, teilweise auch Dank dem vermehrten Einsatz leicht bekleideter, barbusiger Damen. Der Rest plätschert dann so vollkommen ziel- und hirnlos in die Hölle und man wünscht sich, Robert Englund würde sich die Krallen umschnallen und wie in der Elm Street dem Trauerspiel ein Ende bereiten.

Ich muss allerdings zugeben, schon langweiligere Filme gesehen zu haben. Insofern bekommt man eigentlich alles, was auf der Packung steht: einen großen Brei aus Möpsen und Untoten. Und die Mädels sehen auch alle ganz nett aus. Nichtsdestotrotz bleibt ‚Zombie Strippers‘ Trash, den man jedoch in einer illustren und betrunken Männerrunde durchaus konsumieren kann. In diesem Sinne:

Paco: It’s Paco time.

 

Regie: Jay Lee (The Slaughter, Empty Rooms)

Schauspieler: Jenna Jameson, Robert Englund

Bewertung:  

Shaun of the Dead (2004)

Shauns (Simon Pegg) Leben ist so ziemlich am Sack, genau wie er selbst. Anstatt seine Freundin glücklich zu machen, hängt er lieber mit seinem Kumpel und Mitbewohner Ed (Nick Frost) in deren Lieblingspub ab. Auf der Arbeit genießt er keine Autorität und der Mann seiner Mutter ist ein Arsch. Als die Zombie-Apokalypse über sein beschauliches Leben hereinbricht, muss er sich beweisen und zeigen, dass er kein Taugenichts ist.

Legendär sind einfach nur die ersten 30 Minuten, in denen Shaun durch seinen Alltag tingelt und praktisch nicht mitbekommt, wie um ihn herum Menschen zu wandelnden Untoten werden. Er holt sich irgendwas in einem Kiosk neben seinem Haus und bemerkt vor Schlaftrunkenheit nicht die Blutflecken überall im Laden. Und so geraten er und sein Kumpel in die schwierige Lage, sich zur Wehr setzen und Shauns Lieben in Sicherheit bringen zu müssen. Und praktisch an jeder Stelle gibt es geilen britisch-schwarzen Humor. Mitten in einer Schar von Zombies kriegt Ed einen Anruf und fängt an, seelenruhig Dope zu  verticken.

Dabei sind Nick Frost und Simon Pegg ein cooles Duo, so wie auch in Hot Fuzz. Ein richtiges Buddy-Movie ist ‚Shaun of the Dead‘ jedoch nicht, da auch viele andere Charaktere auftauchen und die Beziehung zwischen Shaun und seiner Freundin Liz oft thematisiert werden. Insofern ist dieser Zombiefilm sympathischer als die vielen anderen Verwurstungen der Thematik, weil im Grunde die Menschen und nicht die Zombies im Vordergrund stehen. So bleibt die Handlung simpel und an jeder Stelle logisch, außerdem ist das Ende rundum befriedigend.

Zum Ende hin wird die Komödie hin und wieder ernst. Soll man Infizierte, aber Noch-Nicht-Zombies, erschießen oder nicht? Allzu viel hineininterpretieren will ich da jetzt nicht, aber der Umgang damit wirkt durchdacht. Irgendwelche lächerlichen Verschwörungstheorien gibt es nicht, wodurch sich halt auch alles auf dem kleinen Raum der wenigen auftauchenden Personen abspielt. Langweilen tut man sich zu keiner Zeit in den fast 100 Minuten Laufzeit.

So schafft es Edgar Wright, mit einem fast lächerlichen Budget von 5 Milionen US-$ (Quelle), eine wahre Perle des Zombie-Film-Genres zu erschaffen. Ich hab den Film nun schon zum dritten oder vierten Mal gesehen und finde ihn immer noch unheimlich sehenswert. Übrigens ist ‚Shaun of the Dead‘ erst der erste Teil der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie, Hot Fuzz ist der zweite und wohl in Planung ist bereits der dritte. Mir fällt keiner ein, dem der Film nicht gefallen sollte. Vielleicht Leute, die sich bei jedem bisschen Blut ins Höschen machen oder, naja, Arschlöcher eben.

Regie: Edgar Wright (Hot Fuzz, Scott Pilgrim, Spaced)

Schauspieler: Simon Pegg, Nick Frost

Bewertung:  

Der Omega-Mann (1971)

Oder: Als Zombies noch Sonnenbrillen trugen

Im Kalten Krieg haben es Russland und China hinbekommen, irgendeine Seuche über die Menschheit zu verbreiten, sodass alle sterben oder zu lichtscheuen Quasi-Zombies werden, die langsam vor sich hinsiechen. Wobei Zombie ein wirklich viel zu hartes Wort ist. Heutzutage denken wir an verrottende und eklige Biester, die alles fressen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Die ‚Zombies‘ im Omega-Mann sind mehr oder weniger Albino-Menschen mit einer starken Abneigung gegen jede Form von Technik und die Sonne, also quasi Ginger-Ökos.

Der einzige noch normale ist Neville (Charlton Heston), weil er es geschafft hat, sich vor der ganzen Katastrophe noch das Gegenmittel zu spritzen. Und so bekriegt er sich nachts mit den Albinos, um tagsüber nach ihnen zu suchen und sich meistens vor Einsamkeit zu langweilen. Wer sich an ‚I am Legend‘ mit Will Smith in der Hauptrolle erinnert, liegt goldrichtig, denn das hat teilweise sehr ähnliche Szenen vorzuweisen. Und schon im Film von 1971 gibt es des öfteren Flashbacks, die alles Wichtige erzählen und aufklären. Allzu große Spannung kommt jedoch nicht auf, da sich unser Protagonist sowieso meist alleine mit sich selbst beschäftigt.

Ich muss auch zugeben, dass das anfangs eigentlich ganz coole Szenario zunehmend vor sich hinplätschert. Die eine oder andere Wendung mag zwar vorkommen, aber was solls. Wir sind doch sowieso schon alle am Sack. Aber Stop! Gott sei Dank ist der einzige Überlebende zufällig Arzt, Soldat und Biochemiker und er arbeitet an einem Gegenmittel!

40 Jahre hat der Film schon auf dem Buckel, und das merkt man ihm auch sehr an. Vor allem die Vorstellung von Untoten hat sich in den letzten 10 Jahren so grundlegend geändert. Im Omega-Mann hat man es letztendlich nur mit ‚bösen‘ Menschen zu tun. Die tragen coolerweise alle Sonnenbrillen und haben fetzige Augen. Besonders lustig war irgendwie am Anfang, als die Untoten ganz in nationalsozialistischer Manier Bücher verbrennen. Ihr religiöser Fanatismus stempelt sie dann komplett ab. Zudem machen sie alles, was auch nur irgendwie technisch ist, kaputt. Allerdings ist man sich nicht zu schade, ein Katapult zu bauen. Ich glaube somit ist der nahende Tod wahrlich nicht das schlimmste an der Seuche, sondern viel mehr die krude Dämlichkeit der Untoten, oder eher Sterbenden.

Wie dem auch sei, ich mag Charlton Heston eigentlich. Er ist ein einsamer, schlauer Wolf. Ihm kann man zutrauen, die Menschheit vom Rande des Abgrunds noch zu retten. Das hilft nicht darüber hinweg, dass ‚Der Omega-Mann‘ mit 98 Minuten irgendwie zu lang ist. Und für heutige Ansprüche auch zu alt. Viele Sachen löst ‚I am Legend‘ besser, auch einfach emotionaler. Beide Filme verbindet jedoch die Tatsache, total blöde Enden (außer man gibt sich einfach mal das alternative Ende von ‚I am Legend‘ auf youtube) zu haben.

Was bleibt zu sagen? Ich fand den ‚Omega-Mann‘ schwach. Wer gerne alte Filme guckt und sich daran nicht stört, dem kann er gefallen. Es gibt aber eben auch andere alte Filme, die zurecht zeitlose Klassiker geworden sind, allen voran ‚Planet der Affen‘, in dem Charlton Heston auch die Hauptrolle spielt und die auch das Sci-Fi-Genre bedienen, zeitlgleich jedoch spannender oder auch einfach nur interessanter sind. Ansonsten ist ‚I am Legend‘ der tatsächlich bessere Film.

Regie: Boris Sagal (machte ganz viel fürs TV, seine Tochter ist Katey Sagel (Al Bundys Eheweib))

Schauspieler: Charlton Heston

Bewertung:  

Oktober ist Zombie-Monat!

….und alle so…YEAAAH!

Im Oktober ist am letzten Tag Halloween (oder halt auch Martin-Luther-Tag, ihr Ungläubigen). Anlässlich dazu gibt es die gaballte Ladung Zombie-Filme! Nach Wikipedia:

„Als Zombie wird die fiktive Figur eines zum Leben erweckten Toten (Untoter) oder eines seiner Seele beraubten, willenlosen Wesens bezeichnet. Der Begriff leitet sich von dem Wort nzùmbe aus der zentralafrikanischen Sprache Kimbundu ab und bezeichnet dort ursprünglich einen Totengeist.“

Hach, und was gibt es nicht für eine gigantische Menge an Filmen:

In diesem Sinne:

watch?v=m8S9uI6R1FM&feature=colike