World Invasion: Battle Los Angeles (2011)

Ein Meteoritenschauer entpuppt sich leider als hochgradig aggressive Alien-Invasion. Sgt. Michael Nantz (Aaron Echkart), der eigentlich am Tag der besagten Invasion sich von den Marines verabschieden wollte, muss nun doch noch einmal mit einer jungen Truppe auf einen Einsatz, um Zivilisten aus dem völlig verwüsteten L.A. zu retten.

Jawohl, handlungstechnisch ist das so ziemlich alles. Die ersten 3/4 des Films bestehen aus der Rettungsmission und dem Lauf gegen die Zeit, denn man muss die Zivilisten evakuieren, bevor das Gebiet bombardiert wird. Das ist alles noch schön und gut, man fühlt sich erinnert an ‚Black Hawk Down‘, nur halt mit Robo-Aliens. Nebenbei wird noch unter Beschuss und noch mehr Zeitdruck vor Ort ein Alien seziert und seine Schwachstelle ausfindig gemacht. Wer bitte, der sich verschanzt und kurz davor steht, von Feinden angegriffen zu werden, nimmt sich die Zeit, um noch an einem Außerirdischen rumzuschnippeln? Scheinbar US-Marines.

Und so geht es eigentlich primär um das Squad, das sein Land verteidigt. Die Gruppe muss zusammenhalten, Verluste hinnehmen und dem scheinbar übermächtigen Feind ins Gesicht sehen. Also quasi ein Remix aus ‚Black Hawk Down‘ und ‚Independence Day‘. Es wird versucht, die einzelnen Mitglieder kurz vorzustellen und sie in einen menschlichen Kontext zu packen. Bei ungefähr 10 Leuten ist das aber nicht so wirklich erfolgreich. Ich zumindest hab mir kaum einen Namen eingeprägt und wusste auch hin und wieder nicht mehr so richtig, wer denn jetzt eigentlich noch alles am Leben ist.

Die Kamera wackelt, überall wird geballert und man soll sozusagen mittendrin im Geschehen sein. Die Anfangssequenzen, in denen erst alle mitbekommen, was da überhaupt vor sich geht, finde ich ganz ansprechend. Die kennt man aber auch alle aus dem Trailer, der es eher schafft, Emotionen hervorzulocken, als der Film selber. Ganz nett schaut auch das zerstörte Los Angeles aus: brennende Ruinen und ein Haufen Schutt, ähnlich wie in ‚2012‘. Überhaupt, die Stelle, an der das Squad einen Überblick über L.A. erhaschen darf, fühlt  sich auch an wie in dem Spiel ‚Call of Duty: Modern Warfare 2‘, wo man nach einem Anschlag vor dem zerstörten Washington steht.

Ganz grob gesagt: Der Film macht nichts wirklich neu. Es gibt keine spannende, innovative Idee. Alles hat man schon mal irgendwo gesehen. Es existiert praktisch keine Handlung, nur eine Mission. Und ein Feind, dessen Motivation eher egal ist. Das wichtigste ist die Einheit und ihr Kampfwille. Bis zum letzten zu fighten, sich zu opfern und für jeden anderen in der Not einzusprigen. Patriotisch, nicht wahr? Man hätte überall einen Bogen schlagen und zeigen können, dass Krieg niemals gut ist, egal wer der Feind ist. Doch ‚Battle Los Angeles‘ verschließt sich hier, denn dafür ist keine Zeit, oder auch nicht genügend Drehbuch vorhanden. Es findet null Reflexion statt, kein Leitmotiv. Lediglich heldenhaftes Soldatentum. Da hatte sogar ‚Independce Day‘ mehr Message. Mit ein wenig angedeutetem Sub-Plot um die Person von Aaron Eckhart wird noch versucht, den Figuren mehr Tiefe und Emotionen zu verleihen, doch das ist nicht viel mehr als Nebensache.

Und dann kommt das letzte Viertel. Das Ende. Und für so einen Film ist es mitunter nicht leicht, ein gutes Ende zu finden. Aber ich empfand das Finale als sehr enttäsuchend und wenig sinnvoll. Einfach nur ein Abklatsch zu anderen Filmen dieser Art. Sogar ‚Mars Attacks‘ hat eine ähnliche Struktur, die zu beschreiben jedoch in einem harten Spoiler enden würde. Schließlich noch die allerletzte Szene, die eine 1 zu 1 Kopie einer Szene aus dem Film ‚Swat‘ (auch mit Michelle Rodriguez) ist (wer beide Filme kennt, versteht was ich meine). Das fand ich unglaublich doof. Deswegen halte ich ‚WI: BLA‘ für nicht viel mehr als einen amerikanischen Kriegs-Durchhalte-Film. So motiviert man Soldaten im Irak erfolgreich, auch bei Aussichtslosigkeit weiter zu machen. Das ist schade, denn der Trailer ist super. Mit bewegender Musik und total bewegenden Szenen, Mutlosigkeit und Verzweiflung. Doch hier verpufft alles ein wenig.

Was bleibt einem also von diesem Streifen im Kopf? Erstens, dass Alien-Invasoren die USA tunlichst meiden sollten, denn die haben die besten Soldaten. Zweitens, dass jedes Alien einen Schwachpunkt besitzten MUSS, den unsere tapferen Krieger immer ausfindig machen werden. Wer also auf viel Story zugunsten von Kampf-Geballer mit vielen Explosionen usw. verzichten kann und wem ‚Independence Day‘ noch heute als Top-Film erscheint, der wird mit ‚WI: BLA‘ nicht viel falsch machen. Im Großen und Ganzen fand ich den Film mittelmäßig. Man wird unterhalten und langweilt sich nie. Aber vieles ist so leer und nicht vollständig durchdacht, dass dieser Streifen auch nicht lange im Gedächtnis hängen bleibt. Das finde ich traurig, denn wie gesagt, den Trailer fand ich spitze. Doch wie sagt man so schön: Man darf ein Buch nicht nach seinem Einband bewerten.

Wer ähnliche Filme sucht, die besser sind, dem emphele ich das tolle ‚District 9‘ oder sogar ‚Starship Troopers‘. Die erzählen eine bei weitem befriedigendere Geschichte.

Regie: Jonathan Liebesman (Der Fluch von Darkness Falls, Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)

Schauspieler: Aaron Eckhart, Ne-Yo, Michelle Rodriguez, Cory Hardrict

Bewertung: