Wall Street: Geld schläft nicht (2010)

Regie: Oliver Stone (Wall Street, Platoon, Natural Born Killers)

Schauspieler: Shia LaBeouf, Michael Douglas, Josh Brolin

Handlung: In der Fortsetzung des ersten Teils aus dem Jahre 1987 kommt Gordon Gekko (Michael Douglas) aus dem Gefängnis frei, in dem dem er wegen Finanzbetruges 8 Jahre verbracht hat. Er hat nicht viel, zumal sich auch seine einzige Tochter Winnie (Carey Mulligan) von ihm abwendet. Da kommt es ihm gerade recht, dass Winnies Verlobter, Jake Moore (Shia LaBeouf), mit Gekkos Hilfe Rache an Bretton James (Josh Brolin) nehmen will, welcher verantwortlich ist für den Selbstmord von Jakes Mentor und Ziehvater Louis Zabel (Frank Langella). Klingt kompliziert, ist es aber bei Weitem nicht. Nebenher ereignet sich noch die Weltwirtschaftskrise und verändert das Leben der meisten involvierten Menschen.

Flüchtige Ähnlichkeit möchte man anfangs noch Shia LaBeouf mit Charlie Sheen im ersten Teil unterstellen, die beiden unterscheiden sich jedoch grundlegend. Währen Jake Moore bereits abgebrühter und wohlverdienender, junger Investmentbanker ist, muss Bud Fox sich erst noch von einem kleinen Schuabtreter hocharbeiten und quälen. Das ändert die Motivationen der beiden Rollen grundlegend: Im 1. Film war es noch der Drang und die Sucht nach Geld und Anerkennung, im 2. steht jedoch vielmehr die Beziehung Jakes zu seiner Verlobten sowie seinem Mentor im Vordergrund. Dieser wird in den Selbstmord getrieben, was ihn nach Rache sinnen lässt. So tritt der gealterte und vermeintlich gebrochene Gorden Gekko in Erscheinung und greift ihm unter die Arme, angeblich um der Tochter Willen.

Leider macht dies den Film in gewisser Weise kitschig und völlig überladen. Wo in Wall Street noch gezeigt wurde, wie schnell man die Karriereleiter hinunterfallen kann, wird nur in Wall Street 2 ein großer Brei aus Intrigen gekocht, ohne jedoch auch nur annähernd die wertvolle Botschaft des ersten Films zu transportieren. Schade eigentlich, denn gerade im Zuge der Finanzkrise hätte man die gierige Finanzwelt vor den Pranger stellen können. Das tut Oliver Stone jedoch nicht, und so sind wir als Zuschauer in einer endlosen Spirale von gierigen Kredithaien und Finanzblasen umgeben.

Wo Charlie Sheen noch den in gewisser Weise den sympathischen Anfänger mimte, ist Shia LaBoeuf irgendwie charakterlos. Das liegt bei weitem nicht an seiner schauspielerischen Leistung als vielmehr an der irgendwie eigenschaftslosen Rolle.

Sehr gut kommt jedoch wieder Michael Douglas rüber, auch wenn seine Rolle familiär aufgeweicht wurde und nicht mehr die Härte und Gefühlslosigkeit des ersten Teils versprüht. Man merkt, der Mann ist gealtert.

Vor allem dann zur zweiten Hälfte des Films wirkt der Film einfach nur ein wenig langweilig und überladen. In die langwierigen Interaktionen der Charaktere tritt plötzlich die Finanzkrise. So wirken einigen Szenen teilweise auf dokumentarische Art und Weise langweilig. Das hat in Wall Street 1 noch besser funktioniert. Auch das Ende war weit weniger überzeugend wie im ersten Teil und wirkte auf mich aufgesetzt.

Fazit: ‚Wall Street: Geld schläft nicht‘ war als Film für mich ok. Freunde des ersten Teils freuen sich über den Gastauftritt von Charlie Sheen und der Immobilienmaklerin aus dem ersten Film. Auch hier gilt: Wer auf Spannung verzichten kann und auch mal 2 Stunden lang ohne großen Bumms Charaktere beim Interagieren erträgt ohne gleich einzuschlafen, wird den Film nicht unbedingt schlecht finden. Jedoch ist der Streifen so schnell wieder vergessen wie man ihn gesehen hat. Monunmentale Gesellschaftskritik, so sehr man es sich erhofft hätte, wird nicht geübt und irgendwie wird man dann doch den Gedanken nicht los, warum man denn ‚Wall Street‘ hatte unbedingt fortgesetzen müssen.

Bewertung: 


Wall Street (1987)

Bud Fox, gespielt von Charlie Sheen, ist ein junger und aufstrebender Börsenmakler Mitte der 80er in New York. Aus einfachen Verhältnissen stammend, sehnt er sich nach dem großen Erfolg. Mit Hilfe einer Information seines Vaters gelingt es ihm, den Finanzhai Gordon Gekko (Michael Douglas) auf sich aufmerksam zu machen und von ihm unter die Fittiche genommen zu werden. Früher oder später muss Bud jedoch feststellen, dass Geld und Moral in der kapitalgesteuerten Gesellschaft nicht Hand in Hand gehen.

Der Film vermittelt einen Einblick in die Skrupellosigkeit damaliger wie auch heutiger Kapitalisten.  Die Botschaft am Ende hat mir persönlich   sehr gut gefallen. Außerdem vermittelt er sehr stark den Flair der 80er und ist wohl ein gutes Beispiel für das Lebensgefühl der damaligen Zeit.

Michael Douglas tritt in seiner Rolle als kalter und geldgieriger Geschäftsmann sehr überzeugend auf, auch Charlie Sheen schafft es den Part des Greenhorns bzw. Anfängers gut darzustellen. Man sollte jedoch keinen spannenden Thriller erwarten, der Film ist mehr eine Art Drama. Er lebt weniger von der Spannung als von den interessanten Charakteren und deren Interaktionen in einer Welt voller Betrug.

Für mich war Wall Street gut. Wer in Filmen auf große Spannungsbögen verzichten kann und wem z. Bsp. Streifen wie „Die Glücksritter“,  „Michael Clayton“ oder „Die Firma“ gefallen, wird mit Wall Street nicht enttäuscht werden.

Regie: Oliver Stone (Platoon, Natural Born Killers, An jedem verdammten Sonntag)

Schauspieler: Charlie Sheen, Michael Douglas, Daryl Hannah

Bewertung: