The Green Hornet (2011)

Britt Reid (Seth Rogan) wächst ohne Mutter und distanziert zu seinem Vater (Tom Wilkinson) auf. Als dieser plötzlich verstirbt, muss er dessen Zeitungsimperium leiten. Da er dafür aber weder Lust noch Talent besitzt, tut er sich mit dem Automechaniker seines Vaters, Kato (Jay Chou), zusammen, um das Verbrechen auf den Straßen von Los Angeles zu bekämpfen. Der größte Gangster der Stadt ist Benjamin Chudnofsky (Christoph Waltz), der die gesamte kriminelle Szene kontrolliert.

Britt Reid ist eigentlich das totale Gegenteil eines Helden. Er hat keine Kräfte und auch keine wirklichen Talente, außer hin und wieder dümliches Gelaber von sich zu geben. Seine Tage bestehen aus Partys und Alkohol. Der wirkliche Superheld ist sozusagen sein Side-Kick Kato, der sowohl kampffähige Autos zusammenbastelt als auch versiert im Kampfsport ist. Das vollkommen ungleiche Paar versucht dann absichtlich, ‚The Green Hornet‘ als einen Bösewicht zu etablieren und so im Gegensatz zu den altbekannten Superhelden weniger verwundbar für andere Bösewichte zu sein. Das ist aber im Großen und Ganzen nicht wirklich relevant. Allzu fiese Dinge außer Vandalismus stellen sie nicht an. Ihre wirkliche Waffe ist das von Kato gebaute Auto ‚Black Beauty‘ mit allerhand Features, auf die sogar ein James Bond neidisch wäre.

Wirklich unterhaltsam ist der Schurke Chudnofsky, gespielt von Christoph Waltz. Natürlich bekommt der nicht so viel Screen-Time wie ein Hans Landa in Inglorious Basterds, jedoch erinnert man sich gerne an den charismatischen Osteuropäer mit einem Hang zu seiner Doppelwaffe zurück. Viel mehr wichtige Charaktere tauchen dann auch nicht mehr auf. Das ist auch nicht nötig, so tiefgründig ist die Handlung schließlich nicht.

Es ist auch nicht wirklich ein Buddy-Movie. Das Helden-Paar hat hin und wieder eine Konversation, aber es herrscht ein so starkes Ungleichgewicht zwischen den beiden, vor allem in den Fähigkeiten, dass sie nie zu 100% wie zwei Verbündete rüberkommen. Die Beziehung zwischen Kato und Britt bleibt somit leider ein wenig oberflächlich, zumal sich Britt ständig als den einen Helden zu verstehen gibt, obwohl er nicht wirklich für den Erfolg der beiden verwantwortlich ist.

Insgesamt fühlt man sich mit ‚The Green Hornet‘ stark an ‚Iron Man‘ erinnert. Auch dort gibt es einen reichen Mann, der Verbrechen jagt mit technischen Spielereien. Doch wo ein Tony Stark erst um sein Überleben kämpft, alles selber baut und eine starke Motivation wie auch Coolness besitzt, mangelt es daran in ‚The Green Hornet‘. Dort betrinken sich die beiden und beschließen so mir nichts dir nichts, Ganoven zu verhauen. Nun kenne ich die entsprechenden Comics nicht, aber der eiserne Mann ist einem dadurch sympathischer. Da kann ein Seth Rogan einfach nicht mit einem Robert Downey Junior konkurrieren. Wenn man jetzt noch Batman hinzunimmt, mit einem Christian Bale, dann ist die grüne Hornisse leider nicht mehr als ein B-Movie. Eine leicht Helden-Komödie mit der einen oder anderen interessanten Action-Sequenz.

Die Handlung des Films ist in Ordnung und logisch und bietet sogar einen Twist. Wo jedoch ein Batman und ein Iron-Man schon erwachsen sind, muss ‚The Green Hornet‘ erst im Verlauf des Films reifen. Das nimmt dem Streifen Seriösität und auch Komplexität, vor allem was die einzelnen Charaktere angeht. Insgesamt wurde ich jedoch gut unterhalten. Mit 2 Stunden Laufzeit ist ‚The Green Hornet‘ vielleicht sogar schon ein bisschen zu lang. Kürzer und knackiger hätte er vielleicht mehr aus der Superhelden-Masse herausgestochen. Vor allem mit so deutlich interssanteren und cooleren Verfilmungen wie Iron-Man und in erster Linie Kick-Ass, wo es ja auch um das ‚Möchtegern-Heldentum‘ geht.

Regie: Michel Gondry (Be kind rewind, Eternal Sunshine of the Spotless Mind)

Schauspieler: Seth Rogan, Jay Chou, Christoph Waltz, Cameron Diaz

Bewertung: