Harro Füllgrabe: Mission: Abenteuer – Als Extremsportler um die Welt (2011)

Es gab Zeiten, da kam Galileo noch einmal wöchentlich und war ziemlich gut. Fast so gut wie Welt der Wunder. Aiman Abdallah hat sich da noch nicht im lächerlichen Mystery-Ableger den Kopf über die Illuminaten zerbrochen und rein thematisch wurde man mit interessanten und ziemlich beeindruckenden Informationen in Staunen und Verzückung versetzt. Doch schließlich, irgendwann vor vielen Jahren, da wurde die Wissenssendung zum täglichen Format umgemodelt und plötzlich ging es um so Spannendes wie „Wie werden Kartoffeln hergestellt?“ oder „Seit wann gibt es die Waschmaschine?“. Einer der wenigen Lichtblicke der Sendung ist und bleibt dabei Harro Füllgrabe, der um die Welt reist und dabei allerlei abstruses Zeug macht.

Und genau darum geht es in seinem Buch. Hierin schildert Harro selber, was es mit seinen ganzen Reportagen auf sich hat und man erhält dabei einen gewissen Einblick hinter die Kulissen.  Episodenweise erleben wir, wie er einen Tag lang bei der Fremdenlegion auf Französisch-Guyana verbringt oder aus einem mir nicht erfindlichen Grund die braun-brühigen Wasser des Amazonas durchschwimmt. Sortiert sind die Storys nach Kontinenten und bleiben dabei meistens sehr kurz. Mit knapp 260 Seiten ist das Buch eher dünn, gewährt aber mit 29 Geschichten eine große Bandbreite an Erlebtem.

Gerade aufgrund der Kürze der Geschichten liest sich Mission: Abenteuer sehr leicht und man kann kreuz und quer ohne Reihenfolge einfach hindurchgehen. Besonders sympathisch dabei sind die Dinge, die man im Fernsehen eben nicht sieht. Dass beispielsweise jeder Reportage eine mitunter strapaziöse und logistisch anspruchsvolle Reise vorgeht oder dass eben nicht alles immer nach Plan verläuft. So ist der um die Welt reisende Reporter nicht immer zu beneiden, obwohl sein Job schon ziemlich cool und einfach mit wenig aus der normalen Berufs-Welt zu vergleichen ist.

Es verhält sich eigentlich ziemlich simpel. Wer Harro Füllgrabe kennt und sympathisch findet, der wird mit seinem Buch auch seine Freude haben. Alle anderen lassen lieber die Finger davon. Natürlich ist das hier kein tiefgründiges Werk, aber eine durchaus nette Lektüre für Zwischendurch. Mehr dann auch nicht. Aber trotzdem schafft es der Mann, auf zwei Seiten Abenteuer-Urlaub mehr Interesse zu wecken als eine Daniela Katzenberger in einem gesamten Buch. Mir hats gefallen und so manche Ortschaft und Begebenheit weckt  Fernweh und Reiselust in einem.

Bewertung: