Planet der Affen: Prevolution (2011)

Will Rodman (James Franco) forscht an Schimpansen, um ein Mittel gegen Alzheimer zu finden, denn sein eigener Vater (John Lithgow) geht daran gerade zu Grunde. Über einen Zufall soll er auf ein Affenbaby aufpassen. Er tauft das hochintelligente Junge ‚Cesar‘. Die Jahre ziehen sich hin und Cesar lernt zunehmend mehr, bis sich ihm eines Tages die Frage stellt, ob er nur ein Haustier ist.

Der Film beginnt langsam. Viel Zeit wird darauf verwendent, um zu zeigen, wie Cesar aufwächst und von einem naiven Kind nach Jahren zu einem ernsten Erwachsenen wird, mit eigener Persönlichkeit und Gefühlswelt. Richtig geil ist die Mimik und Gestik des Schimpansen, welcher von Andy Serkis gespielt wird, der wiederum bereits Gollum einen Charakter verlieh. Als Cesar dann in ein Affen-Gehege abgeschoben wird, lernt er die häßlichen Seiten des Lebens kennen. Hier beginnt sozusagen die Affen-Revolution. Man fühlt zu jedem Zeitpunkt mit Cesar mit und er ist die mit Abstand wichtigste Person im Film. James Franco wird ab der Mitte mehr und mehr zur Nebensache, was ich gut finde.

Insofern ist der ‚Planet der Affen: Prevolution‘ (was für eine bescheuerte Übersetzung von ‚Rise of the Planet of the Apes‘) kein Action-Film. Es ist eher ein Drama bzw. ein Biopic. Man mag den Affen und leidet mit ihm, und was auch wichtig ist: Man erkennt jedes bisschen an Freude, Trauer, Wut, Verzweiflung und Unzufriedenheit. Nicht viele Filme lassen einen so mitleiden wie hier.

Auch geil ist die Einflechtung in die alten Filme. Wer nicht weiß was ich meine, dem soll gesagt sein, dass der Planet der Affen in einem halben dutzend Filmen vor fast 50 Jahren verarbeitet wurde, u.a. mit Charlton Heston. So wird ganz am Rande der Geschehnisse Charlton Heston eben gezeigt. Wenn man die alten Filme nicht kennt, ist dies auch kein Beinbruch. ‚Prevolution‘ versucht nicht ein bisschen, sich mit aller Macht in alles einzufügen. Vor allem der ‚Planet der Affen‘-Film von 2001 mit Marc Wahlberg ist ziemlich egal (Gott sei dank, denn der war ziemlich mau). Es wird außerdem angedeutet, wie die Affen die Herrschaft über den Planeten an sich reißen konnten (der Film ist ein Prequel!).

Gefallen tun mir auch die einzelnen Personen. Der Vater von Franco, verköpert durch John Lithgow, überzeugt. Der Boss von Franco als kühler und berechnender und nur an Geld interessierter Arsch. Irgendwo dazwischen Franco, der seinem Vater helfen und gleichzeitig auch seinen Freund Cesar nicht verlieren will.

Zum Ende des 105-Minüters kommt es zu einem finalen Fight auf einer Brücke. Es wird kein monumentales Action-Feuerwerk abgebrannt, aber das benötigt der Film nicht. Es geht um Cesar, und auch um die anderen Affen, die teilweise auch jeweils eine Persönlichkeit besitzen.

So vermittelt der Film auch eine Botschaft, und wir selbst als Menschen sind auf der Seite der Affen! Mehr möchte ich nicht dazu sagen, ‚Planet der Affen: Prevolution‘ ist ein toller Film und ich kann ihn uneingeschränkt jedem empfehlen.

Regie: Rupert Wyatt (The Escapist, Subterrain)

Schauspieler: Andy Serkis, James Franco, John Lithgow

Bewertung: