Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006)

Die East India Trading Company übernimmt in Person von Lord Cutler Beckett die Kontrolle über die Karibik-Stadt Port Royale. Deswegen werden, weil sie Jack Sparrow (Johnny Depp) zur Flucht verhalfen, Elizabeth Swan (Keira Knightley) als auch Will Turner (Orlando Bloom) zum Tode verurteilt. Im Tausch gegen Jacks Kompass verspricht Beckett, beide freizulassen. So bricht Will auf, um die Black Pearl mitsamt Kapitän aufzuspüren. Dieser widerum hat vor 13 Jahren ein Geschäft mit dem unsterblichen und furcherregenden Kapitän Davy Jones ausgehandelt: die Black Pearl für 100 Jahre Gefolgschaft. Diese Zeit neigt sich dem Ende und Sparrow möchte die Kiste mit dem Herzen Jones‘ finden und so seinen Teil des Handels möglichst vermeiden.

Und damit wäre ein Bruchteil von dem abgehandelt, was sonst noch so passiert. U. a. findet Will noch seinen Vater und muss Davy Jones dienen, da gibt es noch einen Riesenkraken, der Commodore aus dem ersten Teil heuert bei Jack an und und und…. Zweieinhalb Stunden lang passiert definitiv zu viel.

Das macht den Film im Hinblick auf den ersten Teil schwächer: Es ist dieser Wille, den ersten unbedingt toppen zu wollen mit schierer Quantität. Mit mehr Action, mehr absurden und skurilen Figuren (Davy Jones, die Hexe, die Eingeborenen). So befinden sich unsere Helden ungefähr 15 Minuten lang im Dschungel in der Gefangenschaft von Menschenfressern. Das ist in keinster Weise relevant für die Handlung, dauert jedoch lange und führt zu einem aufgeblähten Film mit ‚zu viel‘.

Fans freuen sich, dass der komplette Cast des 1. Teils auftaucht und die ganze Welt wieder zum Eintauchen einlädt. Eher unwichtige Sidekicks aus dem Vorgänger dürfen ran. So gibt es wieder eine Verflechtung aller möglichen Leute und eine Jagd nach Davy Jones‘ Herzen. Es gibt diverse gute Kampfszenen, gegen den Riesenkraken oder zu dritt jeder gegen jeden um den Schlüssel zur Herz-Truhe. Das ist definitv sehr fein, doch problematisch wird es, wenn der Film ruhiger wird. Denn schließlich muss man mehr oder weniger vier verschiedenen Handlungssträngen folgen, die teilweise nicht mehr zusammenlaufen und so in einem (echt fiesen) Cliffhanger zum dritten Teil münden.

Sonst ist eigentlich alles gut. Die Musik und die Effekte, Jack Sparrow als Ein-Mann-Unterhaltungsmaschine. Andererseits bricht man mit dem ersten Teil und Elizabeth und Will werden ein wenig ‚piratiger‘. Dadurch wird ihre Liebe unwichtiger und bildet auch keinen Rahmen mehr für den Brei vom ‚anderen Zeug‘. So geht der rote Faden ein wenig verloren, die einzelnen Motivationen undurchsichtiger.

Nichtsdestotrotz wurde ich gut unterhalten. Es ist jedoch verständlich, wenn es mehr Leute gibt, die mit der Fortsetzung nicht mehr so warm werden wie mit dem Original. Es mangelt an denk- und erinnerungswürdigen Szenen.

Man muss natürlich den ersten Film gesehn haben, um irgendwas mit Teil 2 anfangen zu können. Wer Fan des gesamten Universums ist, wird jedoch auch seine Freude mit diesem Film haben und mit einem noch etwas beknackteren Jack Sparrow.

„Ist es nur mir aufgefallen, oder ist der Captain in letzter Zeit etwas merkwürdiger?“

 

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man, FdK 1)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley

Bewertung: