Paul – Ein Alien auf der Flucht (2011)

Die beiden britischen Nerds Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost) besuchen gerade die Alien-Schauplätze der USA, als sie zufällig auf das Alien Paul (Seth Rogan) treffen. Dieses flieht gerade vor den amerikanischen Behörden und ist auf die Hilfe der beiden Chaoten angewiesen.

Ja, viel Handlung steckt in dieser knapp 100-minütigen Komödie nicht. Sehr sinnvoll ist auch nicht alles. Das waren die Filme von Simon Pegg und Nick Frost aber noch nie. Man denke nur zurück an die beiden großartigen Filme ‚Hot Fuzz‘ und ‚Shaun of the Dead‘. Die haben jedoch mehr unterhalten als Paul. Das liegt unter anderem an einigen Witzen. Zum Beispiel wird des öfteren auf die englische Herkunft der zwei Helden eingegangen, doch in der deutschen Synchronisation und ohne vielleicht den nötigen Background versteht man diesen Humor nicht. Dass die Nerds ständig Tee trinken ist für mich nicht besonders interessant oder lustig, für einen Amerikaner vielleicht eher.

Auch schwierig ist, dass Graeme und Clive zwei so riesige Nerds sind, dass man irgendwo auch keine Sympathie für beide empfindet.  Für mich war der abgehalfterte Loser, den Simon Pegg in ‚Shaun of the Dead‘ verkörperte, um einiges lustiger und auch nachvollziehbarer. So sind hier beide einfach nur Weicheier. Gefallen tut mir hingegen, dass sie erst durch ein Alien an das Normale herangeführt werden. Fast schon tiefsinnig.

Und dann ist da noch die eine oder andere Sache, die irgendwie vohersehbar ist. Als Paul einen toten Vogel wiederbelebt, kann man sich schon denken, dass diese Fähigkeit bestimmt noch eine Relevanz bekommen wird. Dass die Truppe die Frau besucht, die das Alien damals geborgen hat, ist so unglaublich unwichtig und gibt keiner der Personen wirklich mehr Tiefe. Zwei ihrer Verfolger sind einfach nur dämlich. Das ist anfangs lustig, aber unterhält eben nicht über die ganze Zeit. Der Vater einer ihrer Mitstreiterinnen ist ihnen auch auf den Fersen. Der ist auch blass und farblos, auch irgendwie nicht wichtig.

Und so plätschert der Film mehr oder weniger vor sich hin. Hier und da werden Witze darüber gerissen, dass Graeme und Clive schwul sind, das Alien raucht und kifft nebenbei, man gabelt irgendwo eine Olle auf, die mit einem anbandelt. Wohin Paul eigentlich will, sagt er nicht, denn das sieht man schon. Ich hab es nicht so recht erkannt, aber was solls. Ist ja nicht so wichtig. Das Finale hat mich dann auch nicht umgehauen, aber auch nicht stark gestört. Es war in Ordnung für einen Film, der auch in Ordnung war, jedoch nicht mehr.

Anmerken muss ich jedoch, dass das Alien echt cool aussieht und so verdammt gut in die Szenerie passt. Man hat nie den Eindruck, irgendein CGI-Plüsch-Vieh beim animierten Treiben zuzusehen. Doch insgesamt täuscht dies nicht darüber hinweg, dass ‚Paul‘ einfach zu viel Zeug auf einmal reinpackt. Weniger beknackte Leute hier und da und mehr Absurditäten mit Pegg und Frost hätten dem Film bestimmt gut getan. Langweilig war die Komödie nicht, aber noch einmal angucken möchte ich sie nicht. Mit ‚Hot Fuzz‘ und ‚Shaun of the Dead‘ ging es mir anders. Ich denke, die beiden hatten ein kleineres Budget damals und so waren die beiden Streifen ‚einfacher‘. Weniger Erzählstränge, linearere Charaktere und Handlungen. Deswegen emphehle ich lieber die als ‚Paul‘, oder jedoch das gute ‚Tucker & Dale vs. Evil‘ (klick). Ärgern wird man sich aber auch nicht mit ‚Paul‘, der ist ja schließlich auch ganz ok.

Regie: Greg Mottola (Superbad, Adventureland, Arrested Development)

Schauspieler: Simon Pegg, Nick Frost, Seth Rogan (Stimme), Jason Bateman

Bewertung: