Pandorum (2009)

Die Pandorum ist ein riesiges Raumschiff, das dazu entwickelt wurde, in einer Flugzeit über 123 Jahre so viele Menschen und Spezies wie möglich auf den Planeten Tanis zu bringen. Dieser ist erdähnlich. Die Erde selbst steht kurz vor dem Kollaps und so ist die Elysium gleichzeitig auch eine Art Arche Noah, um den Fortbestand dieses allseits beliebten Homo Sapiens zu sichern (Shoutout an alle Dodos und Tasmanischen Wölfe). Leider lief wohl nicht unbedingt alles nach Plan und so erwachen die beiden Crew-Mitglieder Payton (Dennis Quaid) und Bower (Ben Foster) nach ihrem Tiefschlaf, ohne eine Menschenseele vorzufinden. Gleichzeitig steht der Reaktor kurz vor dem Supergau und der Aufwachraum ist von außen verriegelt. So begibt sich Bower unter telefonischer Anweisung von Payton durch einen Lüftungsschacht nach draußen, um den Antrieb zu reparieren und Freundschaft mit einer illustren Bande von sehr hungrigen Kreaturen mit Stöckchen zu schließen. Hinzu kommt der Gedächtnisverlust, unter dem die beiden Männer leiden und der die Story phasenweise ein wenig von hinten aufrollt.

Pandorum als Begrifflichkeit stellt in diesem 108-minütigen Sci-Fi-Horror-Streifen eine Art Lagerkollaps dar, der einen in einer Art suizidalen Kurzschlussreaktion dazu veranlasst, einfach alles und jeden an Bord eines Raumschiffs zu ermorden. Die Verbindung dieser Krankheit zu unseren Hauptprotagonisten ist zu Beginn nicht ganz klar und auch die Herkunft der Monster bleibt ziemlich lange im Dunkeln, wird jedoch in einer ziemlich gelungenen Art und Weise am Ende aufgelöst. Der Trick mit der Amnesie und den daraus resultierenden Rückblenden, die zunehmend mehr Sinn ergeben, gefällt mir richtig gut und gibt dem Film mehr Tiefe, als er eigentlich hat. Denn im Grunde ist das hier Survival-Horror im Weltraum. Bei weitem nicht so düster und beklemmend wie z. Bsp. ‚Alien‘, jedoch deutlich einfallsreicher und unterhaltsamer als ‚Event Horizon‚.

Und sogar Dennis Quaid gefällt mir hier drin. Obwohl er nicht gerade großartig anders spielt als sonst, ist das auf jeden Fall in Ordnung. Seit ‚Todeszug nach Yuma‘ mag ich außerdem Ben Foster, der hier den aktiven Part übernimmt, während (der) Dennis eingesperrt bleibt. Allerdings ist Foster nie so richtig zu 100% der Held, mit dem man bis zum Schluss mitfiebert. Dafür wirkt er einfach zu steril und unterkühlt. Das ist natürlich der Rolle selbst geschuldet, aber ein wenig Selbstreflektion über seine Situation findet einfach nicht statt. Wenn es die Situation erfordert, ballert er. Muss man mutig und kühn durch eine Horde von schlafenden Monstern kriechen, so tut er das. Zurückblicken und sich darüber wundern, dass er als Bordmechaniker eigentlich ein anderes Betätigungsfeld hat, tut er nicht. Hier wäre mehr drin gewesen. Das muss nicht heißen, dass er à la Guy Pearce in ‚Lockout‘ oder Vin Diesel als Riddick ständig irgendeinen pseudo-coolen One-Liner raushauen muss, doch ich hätte mir mehr Profil für ihn gewünscht.

Die bösen Viecher empfand ich okay. Nichts ist bedrohlicher natürlicher als diese schwarzen Dinger in ‚Aliens‘, aber hier hat man immerhin probiert, etwas Eigenes zu finden. So eine Mischung aus Brandopfer und Kellerbräune. Der Horror kommt dann eher über die Verfolgungen als über das Aussehen. So richtig konnte man sich dann aber nicht entscheiden, wann sich unser Held verstecken muss und wann nicht. Zumindest wirkt es unnatürlich, wenn sich Bower in der einen Szene noch gerade so verstecken konnte, um kurz darauf seelenruhig weiterzuschlendern bzw. durch das verseuchte Schiff zu rufen. Dadurch verfliegt die Spannung ein wenig.

Trotz alledem fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Das mag einerseits daran liegen, dass mir solch Weltraumzeug gut gefällt, andererseits ist der Story-Twist am Ende (den es in dieser Art von Film scheinbar immer geben muss…) nett und einfach mal etwas Neues. Gerade nach ‚Event Horizon‘ bin ich über jedes halbwegs brauchbare Ende dankbar. Natürlich ist dem deutschen Regisseur Christian Alvart mit Pandorum kein Geniestreich gelungen und zum Genre wird auch nichts Innovatives beigetragen. Allerdings gibt es hierdrin auch nicht wirklich viel, was einen stören könnte. Deswegen empfehle ich Pandorum jedem, der die Wartezeit auf ‚Prometheus‚ verkürzen will und dem die ‚Alien‘-Filme bereits zum Hals raushängen.

Regie: Christian Alvart (Fall 39, Antikörper, 8 Uhr 28)

Schauspieler: Ben Foster, Dennis Quaid, Cam Gigandet, Antje Traue

Bewertung: