Event Horizon (1997)

Das Weltall. Unendliche Weiten. Irgendwo mittendrin: eine Horde von entwickelten Affen, die auf einem gigantischen Raumschiff aus Stein mit 107 000 km pro Stunde durch den Kosmos reisen. Einer von ihnen dreht schlechte Filme über Spiele und ähnliches und schimpft sich Paul W. S. Anderson. Bekannt dürfte er vor allem für seine Resident Evil-Verfilmungen sein, deren Rezensionen auch auf dieser Seite zu finden sind (1, 2, 3 & 4 für Such-Faule) und für seine Gemahlin Milla Jovovich. Halt! Warum spielt die hier nicht mit? Ganz einfach, 1997 war die gute Frau noch mit Luc Besson verheiratet (und war so auch beim 5. Element dabei). Und jetzt ohne Umschweife ab ins Weltall!

Im Jahre 2047 muss die Mannschaft der ‚Lewis & Clark‘ das gestrandete Raumschiff ‚Event Horizon‘ in der Nähe des Neptuns untersuchen. Captain Miller (Laurence Fishburne) mit seiner Crew sowie Dr. William Weir (Sam Neill) stoßen dabei auf niemanden, beginnen jedoch, allesamt zu haluzinieren und durchzudrehen. Wichtig ist dabei auch der neuartige Antrieb der Event Horizon, der über Gravitations-Blablablas ein schwarzes Loch erzeugt, um den Raum und die Zeit zu krümmen und so mit Überlichtgeschwindigkeit im Weltall rumzuschippern. Da ist aber eben irgendwas schief gegangen und die Ex-Crew hat das nicht ganz so gut vertragen. Ich warne schon mal vor: Die Auflösung am Ende ist durchaus mit einem großen „WHAT THE FUCK“ zu umschreiben.

Der 90-minütige Mix aus Sci-Fi, Horror und Mystery beginnt noch ganz nett. Unbekanntes Raumschiff, ein paar Leute untersuchen es, trennen sich auf, einem passiert was und dann entspinnt sich ein wenig Spannung aus gelegentlichen Schockmomenten. Das kennt man (Alien, Sunshine, Das Ding aus einer anderen Welt), das mag der eine oder andere noch. Hin und wieder stirbt mal jemand, doch das ist egal, weil es keinen Helden gibt. Die acht Leute sind allesamt nicht allzu ‚deep‘, zumal Sam Neill überraschend farb- und lustlos wirkt. Besonders eine Szene, in der ihm seine Frau erscheint, die zuvor Suizid begangen hat, wirkt total merkwürdig und fernab jeglicher Schauspielerei. Matrix-Freunde freuen sich jedoch über Laurence Fishburne, der in seiner Rolle scheinbar schon mal für den Morpheus zwei Jahre später trainiert hat. Und so ist es tatsächlich Fishy, der den Film noch halbwegs erträglich macht, obwohl seine Figur auch nicht sonderlich viel zu erzählen weiß.

Die Effekte und dergleichen gehen in Ordnung. Jedoch wirkt eine Szene, in der einer aus der Mannschaft in den Weltraum geschleudert wird und versucht, wieder zurückzugelangen, doch arg animiert. Für 1997 ist das aber wohl nichts, was man unbedingt ankreiden müsste. Das Design des Gravitations-Dingstas ist aber tatsächlich gelungen und wirkt cool. Dann wird Event Horizon jedoch zusehends mehr zum Mystery-Film und das tut der ganzen Angelegenheit überhaupt nicht gut. Hier ließ sich Paule wohl von ‚Doom‘ inspirieren. Und am Ende fragt man sich, was das alles sollte. Es gibt dann noch Elemente aus dem Splatter-Film (Hallo Saw!) und das Standard-Ende für Filme dieser Machart.

Event Horizon ist für mich der typische Paul W. S. Anderson-Film: Ein seelenloser Abklatsch von irgendwas, was einst mal vielleicht eine nette Idee war. ‚Sunshine‘ von Danny Boyle mit Cillian Murphy ist relativ ähnlich, aber ungemein besser. ‚Alien‘ von Ridley Scott hat 18 Jahre vor dem Ereignishorizont bereits einen Standard für Sci-Fi-Horror gesetzt, dem Paul W. S. Anderson nichts entgegenzubringen hat. Und sogar ein ‚Lost in Space‘ ist zumindest meiner Meinung nach deutlich besser oder unterhaltsamer. Wer jetzt noch Lust auf Event Horizon hat, dem sei vor allem bei den letzten 10 Minuten viel Spaß gewünscht. Ich stürze mich derweil lieber in das nächste schwarze Loch.

Regie: Paul W. S. Anderson (Resident Evil 1 + 4, Death Race, Alien vs. Predator)

Schauspieler: Sam Neill, Laurence Fishburne, Joely Richardson

Bewertung: 

Der Nebel (2007)

Nach einem schwereren Sturm in dem Städtchen Castle Rock macht sich David Crayton (Thomas Jane) mit Sohn und Nachbarn zum Supermarkt auf, um sein Haus reparieren zu können. Als sich dann urplötzlich ein ganzer Nebel um das Geschäft legt und erste Monster angreifen, begreifen die Eingeschlossenen, dass man nicht mehr so leicht aus der ganzen Geschichte herauskommt.

Der 112-minütige Monsterfilm geht relativ schnell zur Sache. Bis zum Einschluss im Supermarkt vergehen nur 10 Minuten. Und danach beginnt das große Sterben. Insgesamt fängt der Streifen den Stephen-King-Flair des Buches, auf dem er basiert, ganz gut ein. Besonders interessant fand ich persönlich, wie die Gefahr nicht nur draußen in Form von spinnenähnlichen Viechern lauert, sondern dass die Probleme schon bei den Menschen selbst anfangen. Wenn zum Beispiel die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) anfängt, die Leute anzustacheln und aufzuhetzen. Das erinnert dann auch schon ein wenig an ‚Die Arena‘ (Klick), ein weiterer Roman Kings, indem eine ganze Stadt eingeschlossen ist.

Unser Hauptcharakter ist David, ein Künstler und Familienvater, der das Leben seines Sohnes schützen will. Bei der Fülle an verschiedenen Charakteren sticht er nicht unbedingt sehr stark heraus, doch er trifft praktisch alle Entscheidungen und ist sowas wie ein Alpha-Tier zu Beginn. Er muss sich behaupten gegen intrigante Großkotze und Fanatiker und ist doch irgendwie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das ist ganz gut in Szene gesetzt, die Stimmung im Supermarkt verschlechtert sich zusehends und die Monster werden zusehends größer.

Überhaupt gefiel mir das Design der Ungetüme, die irgendwann riesig werden und hungrig sind. Es ist natürlich kein Meileinstein des Monster-Film-Genres, doch ich glaube, dass der Film wohl weniger ein Horror- als eher eine Art Gesellschafts-Drama darstellt. Es geht natürlich von der drohenden Gefahr des Nebels und der Monster aus, aber die meiste Screen-Time bekommen die Menschen mit all ihren Problemchen. Und das macht die einzelnen Tode nicht zu einfachen Schnetzelorgien im Stile irgendwelcher Splatter-Massaker. Wenn beispielsweise die aufgestachelte Meute einen Menschen den ‚Hunden‘ zum Fraß vorwirft, dann ist das einem nicht egal. So erkennt man in den Menschen die wahren Monster, was spannend und verstörend zu gleich ist.

Rein schauspielerisch wird keiner der Beteiligten einen vom Hocker hauen. Aber das ist auch nicht nötig, denn ‚Der Nebel‘ lebt viel mehr von der Gruppendynamik als von den Einzelnen. Es gibt sozusagen keine Superhelden im realen Leben, und wenn die Kacke am Dampfen ist und Monster einen filettieren wollen, dann ist sich jeder selbst der nächste. Besonders faszinierend und extrem ist das Ende, dass ich um keines Willen spoilern will. Aber dieser Schluss war noch einmal ein krasser Kick meiner Meinung nach, der mir dieses Filmerlebnis noch ein Stück näher ans Herz gebracht hat. Man braucht kein 200-Millionen-Dollar-Budget und superbe Special Effects, um einen super Film zu machen, was ‚Der Nebel‘ für mich eindrucksvoll beweist. Stephen King weiß einfach, wie man sein Publikum unterhält.

Wem ‚Cloverfield‘ zu hektisch war und die normale Horror- bzw. Monster-Filmwelt zu hohl ist, macht mit ‚Der Nebel‘ nichts falsch. Auch Freunde von ’28 Days Later‘ werden meiner Meinung nach nicht enttäuscht sein.

Regisseur: Frank Darabont (Die Verurteilten, The Green Mile, The Majestic)

Schauspieler: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Toby Jones

Bewertung: 

Devil (2010)

5 Personen bleiben in einem Hochhaus in Philadelphia im Fahrstuhl stecken. Zeitgleich untersucht Detective Bowden (Chris Messina) einen Selbstmord in besagtem Gebäude und muss feststellen, dass alle Personen im Aufzug Dreck am Stecken haben. Es dauert nicht lange, bis wieder jemand sterben muss.

Allzuviel mehr kann man auch nicht sagen. Schließlich findet ein großer Teil des Films im Fahrstuhl statt. Entsprechend kurz ist dieser Mystery-Horror-Thriller mit lediglich 72 Minuten. Langeweile kommt jedoch nicht auf, denn es gibt viele Wechsel zwischen den ‚Gefangenen‘ und dem Cop. Das ist ganz nett und wird auch nicht langweilig. Jedes mal, wenn einer im Fahrstuhl stirbt, geht das Licht aus und man hört nur noch Atmen und Schreien. Das hat mir wirklich gut gefallen und war auch überraschend.

Dass M. Night Shyamalan die Story geschrieben hat, merkt man dem Film vor allem an seiner sowohl religiösen wie auch philosophischen Komponente an. Das hätte man, meiner Meinung nach, in realistischer Form, viel überzeugender hinbekommen können. So driftet das Ganze zum Ende hin in etwas zu viel ‚Mystery‘. Das stört den Gesamteindruck nicht. Im Gegenteil, für einen Shyamalan-Film wurde ich sehr positiv überrascht.

Das Verwirrspiel, wer denn nun der Mörder ist und wer warum in diese Situation gelangt ist, unterhält und wird durch die Kürze des Streifens auch nich zu sehr gedähnt. Die Charaktere in dem Höllending hingegen sind mehr oder weniger alles Gurken. Der Hausmeister ist so blöd wie sinnlos, jedoch als potenzielles Todesopfer einfach zu integrieren. Sogar die alte Frau im Fahrstuhl ist unsympathisch. Einzig der Bulle, der immer noch durch den Tod seiner Familie traumatisiert ist, ‚tut‘ etwas. Er arbeitet und versucht die Leute am Leben zu halten. Letztendlich bleibt er jedoch auch nur Zuschauer der Ereignisse im Aufzug. Dieses Ausgelifersein

Was ist ‚Devil‘ nun also? Es ist definitiv kein Blockbuster. Ein Horror-Film ist es auch nicht, auch wenn die eine oder andere Szene gruselig ist. Wer aber mal ein wenig Lust auf so einen kleinen Thriller à la ‚The Others‘ oder ‚Disturbia‘ Lust hat, wird ‚Devil‘ nicht schlecht finden. Es gibt einiges, was einen stören kann, aber ich wurde nicht gelangweilt. Er ist in Ordnung. Man guckt ihn, vergisst ihn zwar schnell, sauer über ihn wird man aber wohl nicht sein.

Regie: John Erick Dowdle (Quarantäne)

Schauspieler: Chris Messina, Logan Marschall-Green, Bokeem Woodbine, Geoffrey Arend

Bewertung: 

Unknown Identity (2011)

Martin Harris (Liam Neeson) kommt mit seiner Frau nach Berlin, um an einem wichtigen Bio-Kongress teilzunehmen. Er vergisst jedoch seine Aktentasche am Flughafen und will dorthin schnell alleine zurückfahren. Allerdings erleidet sein Taxi mit der Fahrerin Gina (Diane Kruger) einen Unfall und er wacht erst 4 Tage später mit großen Erinnerungslücken aus dem Koma auf. Als Martin wieder alles in Ordnung bringen will, scheint ihn niemand wiederzuerkennen, sogar die eigene Frau nicht. Zusätzlich ist ein anderer Martin Harris aufgetaucht und hat seine Identität angenommen, sodass er selbst nicht mehr genau weiß, wer er eigentlich ist.

Daraus entwickelt sich dann ein sehr unterhaltsames Detektiv-Spiel quer durch Berlin. Liam Neeson als Mann ohne Erinnerung und verloren inmitten Fremder. Die Handlung hat mir sehr gefallen, sie war durchweg spannend und konnte am Ende noch mal richtig gut überraschen (ohne zu viel verraten zu wollen). Insgesamt war ‚Unknown Identity‘ ein stimmiger Film, der von Anfang an zum Mitgrübeln einlädt. Zusätzlich ist es immer eine Wonne als Berliner Berlin in einem Film zu sehen und all die verwendeten Schauplätze zu kennen (Straße des 17. Juni, Adlon, Hauptbahnhof, Berliner U-Bahn & Tram).

Liam Neeson gefällt mir zusehnds mehr bzw. die Rolle die er verkörpert. ‚Unknown Identity‘ erinnert ein wenig an ’96 Hours‘, ist jedoch nicht so ein Action-Film sondern vielmehr ein Crime-Mystery-Action-Gemisch. In beiden Streifen hat seine Figur eine nachvollziehbare Motivation und erweckt Sympathie. Gefallen hat mir auch Bruno Ganz als alter Ex-Stasi-Schnüffler, der ein wenig Ost-Flair versprüht hat.

Überhaupt weiß ich nichts, worüber ich großartig meckern könnte. Es ist vielleicht vielmehr die Verwöhntheit von ähnlichen Filmen, die ‚Unknown Identity‘ nicht herauragend macht. So gibt es keine spannenden Dialoge, aber die vermisst man auch nicht wirklich. Vielleicht war auch das Ende nicht zu 100% überzeugend, denn eigentlich wird vor dem Finale eine moralische Frage aufgeworfen und dann nicht ganz zu Ende gedacht, sodass Liam Neesons Figur nicht das letzte Quentchen Zuschauer-Sympathie erreichen kann. Das macht ‚Unknown Identity‘ ein wenig flacher als er hätte sein können.

Es ist natürlich kein weltbewegender Film, den man hier serviert bekommt, aber so stelle ich mir zumindest gute Unterhaltung vor. Man langweilt sicht über die 113 Minuten nicht und fiebert der Auflösung entgegen. Großartige Komplexität erreicht die Identitäts-Sucherei natürlich nicht und die ‚Bösen‘ bleiben farblose und unwichtige Statisten, doch das stört den durchweg guten und stimmigen Gesamteindruck nicht. Ein ‚Die üblichen Verdächtigen‘ oder ‚Fight Club‘ stechen mehr heraus was die Story angeht und die Bourne-Trilogie ist packender, aber mit einem netten Mix aus beidem kann man auch anständig leben.

Regie: Jaume Collet-Serra (House of Wax, Goal II, Orphan)

Schauspieler: Liam Neeson, Diane Kruger, Bruno Ganz

Bewertung: 

The Happening (2008)

Im New Yorker Central Park ticken die Leute plötzlich aus und begehen kollektiven Selbstmord. Das Phänomen weitet sich aus, und so beschließen der Lehrer Elliot Moore (Marc Wahlberg) und sein Kollege Julian (John Leguizamo), mit Sack und Pack das Weite zu suchen. Doch so einfach ist die Flucht vor der unbekannten Bedrohung nicht. Nebenbei muss noch die Beziehungskrise zwischen Elliot und seiner Frau Alma (Zooey Deschanel) gelöst werden.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich die Namen der Protagonisten noch einmal nachschlagen musste. Kein einziger ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben. Und so ergibt sich auch schon das erste wirkliche Problem von ‚The Happening‘ (Das Ereignis): die Figuren sind einem vollkommen egal. Man lernt am Anfang Marc Wahlbergs Charakter kennen, doch so richtig sympathisch ist er nicht. Und wirklich Zeit, sich mit ihm anzufreunden, bleibt in gut 1,5 Stunden auch nicht. Es passieren die Suizide, in den Nachrichten hört man von einem terroristischen Anschlag. Sein Kollege meint: Hey, lass uns nach Philadelphia fahren, dort sind wir sicher und außerdem hat das der Fresh Prince von Bel-Air auch schon gemacht. Ok! Und so schleift man sich in den Zug, nebenbei bekommt man die Beziehungskrise zwischen Elliot und Alma mit und bemerkt, dass auch das einem ziemlich egal ist.

Warum ist das so?

Zuallererst gibt es einfach mal keine Szenen mit den Charakteren am Anfang, die sie ’strahlen‘ oder eine gewisse Grundsympathie aufbauen lassen. Die Dialoge sind sehr flach, wenig geistreich und einfach nur Mobiliar. Es existiert kein Wortwitz, keine Idee. Und so ist es kein Wunder, wenn Mensch um Mensch stirbt und es einen kalt lässt. Zudem werden hin und wieder Figuren eingebaut, die kurz darauf sterben. Doch die sind so farblos und uninspiriert. Anführen möchte ich hier einen Soldaten, der daherkommt wie ein 17-Jähriger Bubi und trotzdem das Kommando angibt. Der verrückte Naturliebhaber, der 3 Sätze spricht und zufällig die richtige Vermutung hegt, warum das Ganze passiert. Eine kauzige und verrückte Oma, die auch 4 Sätze hat und für einen kurzen Schockmoment sorgt. Niemand, der einen sagen lässt: ‚Hoffentlich überlebt der / die das!‘.

Man kann sich auch streiten, dass Marc Wahlberg schlecht schauspielert. Aber das wäre nicht rechtens, denn mit dem Dialog kann man einfach nicht gut da stehen. Und so wirkt das ganze Filmchen doch so ziemlich lieblos zusammengeschustert. Es hat eine große Message, die dann irgendwie den Rest des Films, vor allem aber die Charaktere, erdrückt. In ‚Signs – Zeichen‘ ist alles ähnlich. Eine Katastrophe (dort eine Alieninvasion) ereignet sich, und dann wird eine Familie gezeigt,die daran fast zerbricht und damit umgehen muss. Doch in Signs hat man ein deutlich befriedigenderes Erlebnis. Mel Gibson und Joaquin Phoenix als ungleiche Brüder sind sympathisch. Marc Wahlberg ist weit davon entfernt, für irgendjemanden wichtig zu sein. Das zieht den Gesamteindruck runter. Seine Frau in ‚The Happening‘ wirkt distanziert und nicht anwesend. Es herrscht viel Leerlauf in den Beziehungen der einzelnen Figuren. Hinzu kommt, dass das Ende in solch einer Weise uninspiriert erscheint. Ich meine, es sterben ein paar millionen Menschen, doch dieser Fakt scheint nicht wirklich für irgendwen von Bedeutung zu sein.

Natürlich ist auch einiges ganz Interessantes an dem Film dran. Er enthält sozusagen eine Öko-Komponente, die zuerst im Verborgenen bleibt und im Nachhinein einen kritschen Blick auf den Menschen in seiner Interaktion mit der Natur liefert. Niemand kann ohne den Planeten Erde weiterexistieren. Doch auch hier ist wieder mit dem Ende des Films weniger geklärt als Fragen aufgeworfen werden. Ist die Liebe denn nun stärker als die Natur? Und warum erscheint einem das kleine Mädchen am Ende wie ein überflüssiger Beutel, den man überallhin mitschleppen muss? Warum werden 2 Kinder in die Gruppe eingebaut, um sie ganz einfach ohne Erklärung hinzurichten?

Ich finde, die Glaubwürdigkeit eines Films hängt stark mit den einzelnen Charakteren zusammen. Doch die sture Leere der Dialoge lässt praktisch jeden für nicht allzu wichtig erscheinen. Somit ist ‚The Happening‘ nichts weiter als ein schwacher Film, der selbst nicht so genau weiß, was er ist, Mystery-Thriller, Survial-Horror oder doch lieber ein Gesellschafts-Drama? M. Night Shyamalan hat mit ‚Signs – Zeichen‘, ‚The 6th Sense‘ und ‚Unbreakable‘ relative ähnliche Filme gemacht, die alle deutlich besser und vor allem cleverer sind. Ich würde eigentlich niemandem emphelen, sich ‚The Happening‘ anzusehen. Es gibt natürlich Schlechteres, aber wer auf Mystery steht, wird mit den älteren Werken Shyamalans glücklicher.

Regie: M. Night Shyamalan

Schauspieler: Marc Wahlberg, Zooey Deschanel, John Leguizamo

Bewertung: