Men in Black 3 (2012)

Im dritten Teil der Saga um die sonnenbebrillten Anzugträger wird es ein wenig abstruser: Der Gefängnisinsasse Boris bricht aus seiner Isolationshaft (mit Hilfe von Nicole Scherzinger) aus und will Rache an Agent K (Tommy Lee Jones) nehmen, der vor 40 Jahren Boris den Arm abschoss und ihn festnahm. Dazu reist er in die Vergangenheit und bringt den jungen Agent K (Josh Brolin) um. Nun ist es an J (Will Smith), Boris durch die Zeit zu folgen und alles wieder ins Lot zu bringen, bevor eine Alieninvasion die Menschheit vernichtet. Außerdem gibts den Spaß in der dritten Dimension!

Men in Black 3 ist mit 103 Minuten Laufzeit nicht viel länger als seine beiden Vorgänger und damit erfreulich kurz. So gibt es in der Handlung keine Längen und man hangelt sich relativ schnell von Ort zu Ort. Dabei ist das Konzept aller drei Filme ziemlich ähnlich: J und K verfolgen einen Alien-Oberbösewicht und folgen manchmal nicht wirklich sinnvollen Indizien. Neu ist halt eben nur, dass K die meiste Zeit jünger als sonst ist. Zudem gibt es hier und da Anspielungen auf Außerirdische, die sich mehr oder weniger erfolgreich in unsere Gesellschaft integriert haben, zum Beispiel Lady Gaga. So richtig sinnvoll ist die ganze Geschichte ohnehin meiner Meinung nach nicht, aber das steht auch nicht im Vordergrund.

Die Filme leben von der Coolness, die die Agenten dem Umgang mit oft gefährlichen Situationen und Wesen entgegenbringen und von Js großer Klappe. Und davon gibt es auch hier wieder mehr als genug. Erwähnt sei eine Szene, in der J gegen einen autogroßen Fisch kämpft und mit größter Ruhe, bevor ihm das Vieh den Unterkörper abbeißt, ein Metall-Tablet aus einem Restaurant zwischen die Zähne steckt, während er selbst doch noch halb in dem Fisch drin ist. Lobenswert finde ich zudem, dass bis auf einen Kurzeinsatz die Wurmlinge sowie der Mops Frank keine Rolle spielen. So verzichtet man auf die repititive Komik der Aliens, die schon zur Genüge in den beiden Vorgängern auftauchten. Der Jar Jar Binks-Effekt bleibt aus.

Die Effekte und die Action gehen absolut in Ordnung, wobei das Design der Außerirdischen im Grunde schon immer sehr gut und kreativ war. Lediglich Boris ist kein wirklich mächtiger Bösewicht, denn außer Stacheln zu verschießen kann er nichts. Das ist der größte Schwachpunkt des Films. Mit ein wenig mehr Screen-Time hätte er vielleicht bedrohlicher gewirkt, so ist er jedoch einfach nur ein grantiger Motorradfahrer mit Sonnenbrille. Die Schabe aus dem ersten Men in Black beispielsweise war einfach nur durch den Ekelfaktor und ihre Größe abstoßend. Boris hat das alles nicht zu bieten.

Schade finde ich auch, dass nicht mehr mit der Zeitreise als Element der Absurdität gearbeitet wurde. Es gibt nur eine Szene im Film, in der das verbaut ist. Jedoch muss ich eingestehen, dass mit mehr Zeitreisen der Film auch enorm an Leichtigkeit verloren und zu viel Balast aufgenommen hätte. Nichtsdestotrotz wird die Beziehung zwischen J und K im Film vertieft und erklärt, was einem die beiden Vorgängerfilme auch noch einmal schmackhaft macht. Josh Brolin als junger Tommy Lee Jones ist wirklich gut und überzeugend und Will Smith tut eben das, was er am besten kann: dummschwätzen.

Ein Kritikpunkt ist das völlig sinnlose 3D-Feature, das außer einem erhöhten Ticketpreis keine nennenswerten Auswirkungen hat.  Es gibt wirklich nur eine Szene im Film, in der es ganz nett wirkt und ansonsten bleibt die dritte Dimension ungemein nutzlos. Das ist dann schon irgendwie Abzocke und man muss selbst entscheiden, ob einem die Men in Black um die 12 € wert sind. Wenn nicht, kann man ja immer noch einfach auf die DVD warten.

Am Ende muss ich zugeben, dass ich wirklich gut unterhalten wurde und mir die Geschichten um J und K auch noch 15 Jahre nach dem ersten Teil viel Spaß bereiten. Wer die Vorgänger mochte, wird mit Teil 3 nicht unglücklich. Die MiB sind eben sommerliches Popcorn-Kino für Jung und Alt.

Regie: Barry Sonnenfeld (Men in Black I + II, Wild Wild West, Die Addams Family, Schnappt Shorty)

Schauspieler: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Emma Thompson

Bewertung: