hoerdatei Episode 6: Wrap-up

Der Podcast kommt jetzt endlich in die Schule. Das feiern wir mit Reviews von Man of Steel, Hangover 3 und World War Z, die allesamt auch für 6-jährige geeignet wären. Oder auch nicht. Aber hört selbst.

So richtig spoilen konnten wir eigentlich nichts. Oder wundert es einen, dass ein Superheld einen Superheldenfilm überlebt? Als ob irgendein Filmstudio heutzutage sagen würde: „Hey, hier geht es nicht um ein Franchise oder Geld, sondern um einen guten Film!“.

 

podcast_logo

 

00:02:05 Man of Steel: Massenvernichtung auf Kryptonisch

00:22:28 World War Z: Brad Pitt rettet die Welt

00:37:53 Hangover 3: Jetzt ohne Hangover!

00:48:55 Vorschau Juli und August mit: Only God Forgives, Pacific Rim, Wolverine 2, Das ist das Ende, Lone Ranger, Elysium, Pain & Gain, Wolf of Wall Street

01:14:52 Ende

 

 

 

Man of Steel (2013)

Zwei Männer sitzen an der Bar hoch oben im Empire State Building. Da sagt der eine zum anderen: „Hey, wenn du hier vom Dach springst, dann weht dich der Wind genau in die Bar wieder hinein!“ Verwundert und ungläubig widerspricht ihm der andere, denn das sei einfach nur unmöglich. Zur Demonstration steigt der Mann, um seine Behauptung zu unterlegen, aufs Dach und springt. Und siehe da, der Wind weht ihn zum Fenster hinein und er steht ohne ein gekrümmtes Haar vor seinem erstaunten Kollegen. Begeistert rennt nun dieser aufs Dach, springt hinunter und am Fenster vorbei in seinen Tod. Daraufhin wendet sich der Barkeeper an den noch Lebenden: „Alter, Superman, du bist echt ein ganz schönes Arschloch wenn du getrunken hast.“

Man of Steel

Warum erzähle ich das? Weil selbst der Superman in diesem Geschichtchen mehr Charisma und Tiefe besitzt als der von Henry Cavill verkörperte Mann aus Stahl. Denn trotz Rückblenden, Mobbing und Identifikationsproblemen bleibt Clark Kent nicht sehr viel mehr als ein Pappaufsteller. Zugegeben, ein wirklich muskulöser und vor allem für Frauen nett anzuschauender. Trotzdem besitzt Superman keine prägnanten charakterlichen Eigenschaften. Selbst wenn im Verlauf vermutlich tausende von Menschen ihren Tod finden, bleibt er ungerührt. Hauptsache seine Freundin Lois Lane (Amy Adams) ist in Sicherheit. Diese Liebesbeziehung ist übrigens genauso aufgesetzt und oberflächlich. Da ist es dann nicht verwunderlich, dass Lois selbst nicht sehr sympathisch ist. Der Rest der Protagonisten bietet auch keine Berührungspunkte. Kevin Costner und Russell Crowe als Väter von Clark / Kal-El labern allerhand weises Zeug zusammen, dass durch ein wenig Nachdenken schnell arg dümmlich wirkt. Als Beispiel sei hier die Tatsache genannt, dass der junge Clark einen Schulbus samt mobbender Mitschüler rettet, um sich dann Jahre später dagegen zu entscheiden, seinen Vater vor dem sicheren Tod zu bewahren. Und warum? Weil die Menschheit „noch nicht reif für ein Alien ist“. Wirklich menschlich wirkt das aber nicht. Und das ist der Knackpunkt an Man of Steel: die Identifikation. Es gibt sie einfach nicht.

Ob man mit Superman als Figur an sich zurechtkommt, sei dahingestellt. Ja, er ist übermächtig und ziemlich stark. Aber das sind hier auch seine Gegner. Blöd ist nur, wenn in den gesamten 143 Minuten Laufzeit nicht ein gescheiter Dialog stattfindet. Clark wird als bärtiger Fischkutter-Arbeiter gezeigt, aber warum sollte ihn das menschlich machen? Er hat nichts zu sagen. Clark arbeitet in einem Redneck-Schuppen als Kellner und kann sich nicht wenigstens verbal gegen einen dämlichen Gast zur Wehr setzen. Ständig wird gezeigt, wie er einsteckt. Gerade wenn man an Iron Man, Batman, Thor oder sogar den grenzdebilen Hulk denkt. Sie alle sind Figuren, die auf irgendeine Weise menschlich sind. Sei es ein Tony Stark, der der coolste Playboy-Milliardär aller Zeiten ist  und einen entsprechenden Wortwitz hat oder Batman, der als gebrochener Waisenjunge die Stadt beschützt. Und eigentlich auch ein Playboy-Millionär ist. Selbst der Hulk hat einen im Avengers-Film stellenweise zum Lachen und Fürchten gebracht. Demgegenüber steht nun Superman, der außer seinem Aussehen keine Eindruck hinterlassende Eigenschaft vorzuweisen hat.

Dann ist da noch der Antagonist in Gestalt von General Zod, der von Michael Shannon verkörpert wird. Ich mag den Mann, besonders für Take Shelter. Aber ein Joker aus Dark Knight ist er hier eben nicht. Das sind die wenigsten und die Rolle bietet leider auch nicht so viel. Dafür sind seine Pläne reichlich merkwürdig. So versuchte Zod noch kurz vor Kryptons Vernichtung, die Kontrolle über den Planeten an sich zu reißen. Warum? Keine Ahnung, denn explodiert sind dann doch alle kurz darauf. Das rettete Zod und seiner Crew lustigerweise das Leben und lässt einen an der Intelligenz von Supermans Vorfahren und deren Rechtssystem erheblich zweifeln. Man kann sich aber auch zu leicht in der konstruierten Welt verstricken. Für Comicfans ist Man of Steel eine (vermutlich) akkurate Umsetzung der Vorlage, mir war das Verhalten einer so zivilisierten Spezies nicht ganz einleuchtend. Was an Zod und co. viel eher stört, liegt gar nicht mal unbedingt an den Rollen, sondern an der Altersfreigabe. Denn an jeder Ecke merkt man, wie ein wenig Blut nicht geschadet hätte. Aber dann hätte der Film keine Altersfreigabe ab 12 (bzw. PG-13 in den USA) bekommen und man hätte nicht den Minderjährigen das Geld aus der Tasche ziehen können. Die bösen Buben vernichten einfach mal die halbe Innenstadt samt Wolkenkratzern, aber es gibt einfach keine Leichen. Ganz davon zu schweigen, dass die Überlebenden ziemlich sportlich mit der Vernichtung ihrer Heimat umgehen. Die Schurken verprügeln Soldaten, aber nirgends sieht man Leichen oder auch nur einen Tropfen Blut. Ein Schlag ins Gesicht, schon fliegen diese aus dem Bild und gehen sich einen Kaffee holen. So vermisst man einfach mal die Wucht und die Emotionen, die aus Man of Steel einen reiferen und erwachseneren Film gemacht hätten. Das klingt jetzt vermutlich wie der Aufschrei eines gewalttätigen Psychopathen, der nach Blut und Morden verlangt. Aber das Problem, dass mir der Film bereitet, ist, dass die gezeigte Ladung an Kraft und Zerstörung kaum Einfluss auf den Normalsterblichen hat. Weil der einfach nicht vorkommt. Erinnert sei an die finale Szene aus Dark Knight, in der zwei Boote mit stinknormalen Insassen in die Luft fliegen könnten. Ganz zu schweigen davon, dass Superman selbst für einen Teil der Zerstörung von Metropolis verantwortlich ist.

hoerdatei Episode 5: Wrap-up

podcast logoHurra! Im Wrap-up soll es nicht um ein spezielles Thema gehen, sondern viel mehr um aktuelle Kinofilme und womöglich aktuelle Geschehnisse, die uns erwähnenswert erscheinen. So widmen wir uns unter anderem Star Trek Into Darkness, Iron Man 3 und der neuen Xbox One. Zu guter Letzt werfen wir einen Blick auf die im Juni anstehenden Kinofilme. Doch hört selbst.

Gespoilert wird nicht viel dieses Mal. Da haben wir uns Mühe gegeben. Außer der fünfte Stirb Langsam-Film, da gehen wir ziemlich direkt auf das Ende ein. Aber wen juckts?

 

 

 

00:01:00 Stirb Langsam 5 Nachruf

00:04:53 Xbox One

00:16:45 Iron Man 3

00:30:40 Star Trek Into Darkness

00:46:00 Vorschau Juni-Kinoprogramm mit Hangover 3, After Earth, Olympus Has Fallen, Seelen, The Place Beyond the Pines, Man of Steel, Monster AG 2, Gambit, World War Z

01:12:37 Ende

 

http://www.dorkly.com/comic/52085/xbox-one-what-they-tell-us-vs-what-well-get