Legion (2010)

Gott hat auf einmal keinen Bock mehr auf die Menschheit, also sollen die Engel los und den Tag des jüngsten Gerichts einleiten. Das Baby einer schwangeren Kellnerin (Adrianne Palicki) draußen in der amerikanischen Pampa kann als einziges die nahende Apokalypse verhindern. Deswegen schickt der Himmel seine Armeen los gen kleinem Restaurant (Chef davon ist Dennis Quaid), wo sich ein paar Leute (inklusive besagter Schwangeren) mit Hilfe des beistehenden Engels Michael (Paul Bettany) verschanzen.

Man mag denken: Mensch gegen Gott? Und ja, Sinn ergibt die ganze Chose nicht. Anstatt die Menschheit einfach wegzufegen, werden einzelne Menschen von Engeln „besessen“, ähnlich wie die Agenten in Matrix in die Haut von Personen in der Matrix schlüpften. Und auch die Problemchen der einzelnen Leutchen in der Fritten-Bude werden kurz beleuchtet, nur um anschließend einen nach dem anderen über den Jordan zu schicken. So nimmt der Film teilweise Züge eines Survival-Horror-Streifens an, was wohl noch am gelungensten erscheint. Der Rest ist eine hanebüchene Story ohne Sinn und Verstand.

Die Riege an Schauspielern kann sich durchaus sehen lassen. Besonders sympathisch ist allerdings niemand. Der Engel redet wenig und ballert mehr und der Rest stirbt dümmlichst einer nach dem anderen. Nebenbei in aller Hektik wird noch ein Kind zur Welt gebracht und der Rest der Menschheit niedergemacht. Dennis Quaid gibt den trostlosen Versager-Vater, sein Sohn will den Vater für die sitzengelassene Schwangere geben und man selber will sich irgendwann die Kugel geben.

An und für sich kommt Spannung auf, als sich die illustre Gruppe verbarrikadieren muss und immer fiesere (jedoch sehr ähnliche) Gegnerwellen anrücken. Das eine oder andere Horror-Element ist auch nicht schlecht, zum Beispiel als ein besessener kleiner Junge in das Restaurant eindringt und die Leute ohne Licht und unter Panik der Gefahr ausgesetzt sind.

Das ist jedoch nur ein kleiner Lichtblick in ansonsten vollkommen hohler Unterhaltung. Zum Ende hin kommt es dann sozusagen zum finalen Fight. Die Auflösung der ganzen Story anschließend ist so unglaublich unzufriedenstellend und einfach nur lieblos. Das ist fast wie Gotteslästerung.

Ein wahrlich durch und durch schwacher Film von vorne bis hinten. Wer gute Unterhaltung in einem ähnlichen Universum sucht, der ist mit Constantine (mit Keanu Reeves) besser dran. Das ist eigentlich schade, denn Paul Bettany war einfach klasse in „Ritter aus Leidenschaft“ (A Knight’s Tale, mit Heath Ledger). Also lieber Finger weg von diesem Werk, außer man ist süchtig nach schwachen Filmen mit Dennis Quaid (von denen es unglaublich viele gibt).

Regie: Scott Charles Stewart

Schauspieler: Paul Bettany, Dennis Quaid, Tyrese Gibson

Bewertung: