Land of the Dead (2005)

Ein wenig in der Zukunft ist die gesamte Erde zombifiziert. Doch halt, die ganze Erde? Nein, denn ein kleines Dorf irgendwo in den U.S.A. lebt umzäunt von den Untoten vor sich hin. In der Mitte der Siedlung steht ein Turm, in dem die Schickeria haust, drumherum muss der Rest in ärmlichen Verhältnissen hausen. Einen Moment, ein Turm mit Schnöseln drin, irgendwo in der Pampa? Fallout 3? Ja, die Ähnlichkeit ist schon groß. Ob sich das Spiel von Bethesda vom Film hat inspierieren lassen? Auf jeden Fall, wie man in diesem Interview mit einem Entwickler entnehmen kann.

Jedenfalls wohnt in der City Riley Denbo (Simon Baker), der zusammen mit einem Trupp (darunter John Leguizamo) durch die Zombie-Gegenden herumfährt und noch brauchbare Sachen in die Stadt trägt. Merkwürdigerweise scheinen die Teile einen Verstand zu haben und sich (oha!) zusammenzurotten. Das wäre noch nicht so schlimm, aber einige tragen auch, Achtung!, Waffen! Ja, lernende Zombies! Holy Shit, eine Frage der Zeit, bis die Stadt in der Kacke sitzt. Übrigens ist Kaufman (Dennis Hopper) der böse und fiese Regent über das Örtchen und so ergeben sich innerhalb der menschlichen Gemeinschaft, nun ja, sagen wir Interessenkonflikte. Mord und Totschlag, und sogar noch ein Hauch Kapitalismus haben den Weltuntergang überlebt. So merken die dämlichen Menschen nicht, dass die nicht ganz so dämlichen Zombies sich langsam der Stadt nähern und irgendwann einfach alle am Sack sind.

Gut und gerne 90 Minuten dauert der Zombie-Horror-Film von George A. Romero. Ich persönlich habe mit einem ziemlich dummen und dämlichen Splatter-Gedöns gerechnet und wurde positiv überrascht. Einerseits ist ‚Land of the Dead‘ wohl ein B-Movie, aber das ist nicht unbedingt schlimm. Den einen oder anderen Schauspieler kennt man und dadurch, dass die Untoten ein wenig kommunizieren und nicht ganz so stupide sind wie in allen anderen Filmen, hat das ganze einen leicht innovativen Touch.

Natürlich gibt es auch hier wieder eine Gruppe weniger guter Leute, wo ab und an mal einer stirbt. Das ist immer ein wenig ungewollt komisch, stört aber im groben Verlauf nicht (unbedingt). Unser Held Riley Denbo ist der gutaussehende, ehrliche Ritter der Apokalypse, der stets die Ruhe bewahrt. Der Rest ist ziemlich egal. Was solls? Den Part, mit dem man ein wenig mitfühlt, sind lustigerweise die Zombies! Es werden die Menschen als Monster dargestellt, die die teils wehrlosen Biester niedermetzeln und nun folgt der Aufstand. Meiner Meinung nach ist das einzigartig in diesem Genre und man kann das, wenn man schon so viele andere Zombie-Filme gesehen hat (wie ich), tatsächlich akzeptieren. Wenn man sich natürlich darauf einlässt.

Ansonsten ist ‚Land of the Dead‘ wohl eher als altmodisch zu sehen. Die modernen schnellen Untoten sind dies hier nicht, trotz ihrer scheinbaren Evolution. Und das muss ich Romero lassen: Es ist kein Rip-Off von irgendwas, kein Remake oder so. Es ist ein kleiner feiner Zombie-Film. Wem das Genre liegt, dem gefällt auch dieser Streifen. Er ist wirklich brauchbar. Wer Zombies nicht mag, wird auch hiermit nicht glücklich. Dafür gibt es einfach nicht genug andere Elemente, die es interessant machen würden. Meine Erwartungen wurden jedenfalls übertroffen und im Hinblick auf das ganze Resident-Evil-Franchise hat ‚Land of the Dead‘ auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung.

Regie: George A. Romero

Schauspieler: Simon Baker (der Mentalist!), John Leguizamo, Dennis Hopper

Bewertung: