Johnny English – Jetzt erst Recht (2011)


Es ist wie immer das gleiche Spiel. Ich sehe einen Trailer und freue mich tierisch auf einen Film. So war es schon mit allen möglichen Streifen, die am Ende dann mehr oder weniger scheiße waren oder sind. Von World Invasion: Battle Los Angeles über G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra, Kampf der Titanen bis hin zu Apollo 18. Die Liste ist endlos forsetzbar (Outlander, Sucker Punch, Fluch der Karibik 4, Wolverine, Legion, Transporter 2 + 3, alle Transformers). Inzwischen herrscht ein problematisches Verhältnis zu Trailern, die Angst vor einer weiteren Verarsche überwiegt. Das Vertrauen zerstört, die Hoffnung nicht mehr vorhanden. Wie tragisch… doch dann kam vor gut einem Jahr der Trailer zu Johnny English – Jetzt erst Recht daher und da war sie, die Hoffnung auf einen total lustigen und geilen Film mit Mister Bean a.k.a. Rowan Atkinson! Jaja, Eye of the Tiger im Trailer ist eigentlich kein gutes Zeichen, aber was hab ich früher Mister Bean gesuchtet. In den 90ern. Als das Leben noch einfach und die Trailer ehrlich waren.

Und Johnny English 2 beginnt eigentlich ganz in Ordnung. Der ehemalige Geheimagent des MI-7 (Rowan Atkinson) ist nach einem missglückten Einsatz ins Exil gegangen, doch eine geheime Geheimgesellschaft plant einen geheimen Anschlag auf den (geheimen?) britischen Premierminister und den (noch geheimeren?) chinesischen Regierungschef und so reaktiviert man Mister English. Jedoch gibt es einen Maulwurf in den Reihen des britischen Geheimdienstes und so muss English mit seinem Gehilfen Agent Tucker (Daniel Kaluuya) die Welt retten. Zur Mitte hin verliert der Film jedoch zusehends an Ideen und Feinschliff und so klamaukt es irgendwie vor sich hin.

Im Trailer sieht man, wie Johnny auf einem hochmotorisierten Rollstuhl vor allerlei Gegnern flieht, doch eine spannende Verfolgungsjagd mit solch einem merkwürdigen Gefährt wird nicht großartig verwendet. Alles, was man dazu bereits aus dem Trailer kennt, sieht man auch im Film. Das ist schade und gerade mit so etwas hätte man den üblichen Agenten-Film ganz gut parodieren können. Zu Beginn hatte English sogar noch einen netten Charme: Als ein Fiesling in bester Parcours-Manier vor ihm flieht und er relaxt hinter ihm herschlendert, dachte ich bereits, man schafft es, einen sympathischen und nicht allzu beschämenden Film hinzubekommen. Leider wird es von da an immer schlechter. Ich versuchte, Rowan Atkinson immer noch eine Chance einzuräumen, doch auch sein Credit ist irgendwann verspielt und so ist Johnny English gerade am Ende so vollkommen belanglos und unlustig, dass es einfach nur schade ist. Wenn er zum Beispiel im Tiefflug einen Helikopter zu einem Krankenhaus fliegt und sich in den Autoverkehr einreiht, dann mag das vielleicht noch für Kinder einigermaßen lustig sein, aber mir war das dann einfach zu blöd. Und das tut mir leid, weil ich immer noch ein großer Fan von Mister Bean bin und Johnny English im Vergleich dazu einfach nur ein profilloser Schatten einer so glorreichen Vergangenheit ist. An den ersten Teil erinnere ich mich nicht mehr ganz genau, doch ich denke, dass der zweite ein wenig besser ist. Aber nicht viel. Ein Fan von Austin Powers bin ich nicht, doch der ist auf jeden Fall besser. Wenigstens schafft es Johnny English, nicht ganz so dermaßen blöd zu sein wie ein Knight and Day. Eine große Leistung ist das jedoch nicht.

Regie: Oliver Parker (Othello, Ein perfekter Ehemann, Das Bildnis des Dorian Gray)

Schauspieler: Rowan Atkinson, Rosamund Pike, Daniel Kaluuya)

Bewertung: