John Rambo (2008)

Eine gruppe christlicher amerikanischer Helfer will nach Birma, um dort medizinische Hilfe zu leisten. Schließlich findet dort gerade ein wenig Völkermord statt. Mit in der Gruppe ist Sarah (Julie Benz), die den verschlossenen Fischer / Schlangenfänger / Ex-Vietnam-Veteran John Rambo (Sylvester Stallone) überredet bekommt, die Gruppe über den Fluss von Thailand nach Birma zu schippern. Die illustren Helfer geraten dort dann jedoch in die Hände des Militärs. Rambo macht sich mit einer Gruppen Söldner auf, um Sarah und co. zu retten.

So, das ist dann auch die gesamt Handlung. Der Film ist mit 77 Minuten Laufzeit inklusive Intro und Outro auch wirklich sehr kurz. Aber unterhaltsam.

Stallone spielt den in sich gekehrten und zurückgezogenen Ex-Super-Elite-Kämpfer, der mit der Welt abgeschlossen hat, im Notfall aber noch einmal austeilen kann. Das ist natürlich ein laufendes Klischee und er erreicht teilweise Supermanhafte Unantastbarkeit. Aber was solls, er kann das eben. Und der Film lebt sowieso eher von seiner Brutalität und dem unglaublichen Gore-Level. Da sterben ungefähr 200 namen- und gesichtslose Asiaten. Doch was heißt sterben? Es fliegen Köpfe und Arme durch die Gegend, entstellte Körper und platzende Gliedmaßen, Pfeile in Gesichter und Messer in Mägen. Einfach unglaublich.

Und wer die ersten 70 Minuten für einigermaßen mäßig brutal und einfach für ein Dschungel-Abenteuer hält, der wird mit den letzten paar Minuten noch einmal so richtig weggepustet. Ich musste zum Schluss lachen, denn ich habe noch nie im Leben so viele Leute in so kurzer Zeit auf so brutale Art und Weise sterben sehen. Stallone (oder Rambo eben) steht hinter seiner Browning M2 Aircraft machine gun (Die Waffen im Film) und alles stirbt. RATATATATATATATATATATATATATATATATATATATA.

Wer das Ende sehen will und mit Spoilern leben kann und will, hier die ungeschnittene und hochgradig brutale Endsequenz: *Spoiler* Das Ende des Films….brutal!!!! *Spoiler*

So. Was hat man also? Eine einfache und nie wirklich spannende Handlung. Ganz ganz flache Charaktere. Ganz ganz viel Blut. Aber richtig viel Action und Testosteron. Kurz und knapp, mir hat der Film gefallen. Er ist einer dieser modernen 80er-Jahre-Hirnlos-Ami-Actioner, aber halt irgendwie gut gemacht. Man sieht die gesamte Brutalität und das Leid. Rambo rennt zwar wie in Teil 2 und 3 durch den Dschungel und ballert Leute weg, man sieht dieses mal aber den ‚angerichteten Schaden‘. Am Ende soll er dann noch ein wenig reflektieren, als Rambo sich das Massaker von oben anguckt, das er angerichtet hat. Das ist aber nicht wirklich tiefgründig. Und meiner Meinung braucht dieser Film das nicht.

Ich mag den Film, weil er nicht mit Pseudo-Handlung gefüllt ist, oder mit irgendeinem Böse-Asiaten-gute-Amerikaner-Blödsinn. Die Söldner selber sind nicht sympathisch. Die bösen Burmesen werden dann mit Vergewaltigungen und Pädophilie noch überspitzt und so klar als das ultimative Böse definiert. Die Guten sind jedoch auch nicht alle strahlende Krieger in glänzenden Rüstungen. Rambo ist ein alter Mann, der eigentlich keinen Bock mehr auf soziale Kontakte hat. Die angeheuerten Söldner haben keinen Bock in irgendeinem Dschungel am Ende der Welt zu verrecken, sie wollen einfach nur Geld. Die christliche Helfertruppe ist einfach nur naiv und gerät aufgrund der rosaroten Brille in eine sehr prekäre Lage.

Viel hineininterpretieren sollte man wohl auch nicht in den vierten Teil der Rambo-Saga, dazu stirbt einfach zu viel. Der Zuschauer kriegt den vollen Überblick, es gibt keine zu hinterfragende Motivation. Allerdings eins ist klar: Wer mit ein paar Kumpels und Bier unterhaltsame 80 Minuten verbringen will, der hat mit ‚John Rambo‘ eine wirklich gute Zeit. Wer Wert auf Story und ausgefeilte Charaktere legt, macht lieber einen gigantischen Bogen um Rambo und Sly, denn „Um den Krieg zu überleben, muss man selbst zum Krieg werden.“ (Zitat aus Rambo 2).

Regie: Sylvester Stallone (The Expandables, Rocky 2 bis 5)

Schauspieler: Sylvester Stallone, Julie Benz, Matthew Marsden

Bewertung: