Hellboy (2004)

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs gelangt über ein mystisches Portal ein kleines rotes teufelähnliches Geschöpf in unsere Welt, welches von dem Priester Trevor (John Hurt) aufgezogen und zu Hellboy (Ron Perlman) aufgezogen wird, der wichtigsten Waffe der US-Behörden gegen übernatürliche Gefahren. Der junge Agent Myers (Rupert Evans) soll dem inzwischen alten Trevor helfen, den überheblichen roten Riesen unter Kontrolle zu halten.

Hellboy ist eine Comic-Adaption und besticht durch den vor allem sehr unkonventionellen Helden. Dieser ist groß und feuerefest, mag Kätzchen und Schokoriegel und sprudelt nur so vor dumpfen One-Linern. Das macht ihn sehr sympathisch, da er gerne auch mal aufs Maul bekommt und sich immer wieder aufraffen muss. Gleichzeitig ist das die größte Schwäche des Films: Praktisch jede andere Figur ist im großen und ganzen scheißegal. Da kämpft sich Red (aka Hellboy) durch U-Bahnschächte, während seine menschlichen Kollegen einer nach dem anderen zerfleichst werden. Interessiert es ihn? Nicht die Fliege!

Agent Myers soll sowas wie der menschliche Part sein in dem Team, doch der ist einfach nur ein ziemlich nebensächliches Greenhorn. Es entstehen keine Sympathien. Der Bösewicht Rasputin will die Apokalypse heraufbeschwören, großartig bösartig oder charismatisch ist er jedoch auch nicht. Vor ein paar Jahren, im Kindesalter, fand ich den Film noch total toll. Doch heute stört es mich einfach, wenn so viele wichtige Personen im Grunde egal sind. Soweit gibt es auch keine bedeutenden Dialoge.

Gefallen tut mir die Welt, in der sich alles abspielt. Halbmystisch, halbrealistisch mit Paralleluniversen und echt nett anzuschauenden Monstern. Die heutigen modernen Superhelden sind da viel konventioneller. So ist Hellboy vielleicht am ehesten mit Duke Nukem zu vergleichen, nur mit weniger Frauen eben. Kindergerechter! Zum Ende hin bekommt der Film dann fast epische Ausmaße, als mal ein kurzer Blick auf die (drohende) Apokalypse geworfen wird.

Was soll man noch sagen? Ich finde ‚Hellboy‘ absolut in Ordnung. Er könnte mit mit einem besseren Skript und intelligenteren Nebencharakteren besser sein. Allerdings ist es auch mal sehr angenehm, neben den bierernsten Dark Knights und Captain Americas eine witzigere Auslegung des Superheldengenres zu sehen.

Regie: Guillermo del Toro (Pans Labyrinth, Blade 2, Hellboy 2)

Schauspieler: Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans

Bewertung: