Hancock (2008)

John Hancock (Will Smith) ist ein Superheld, Alkoholiker und Arschloch. Bei jeder seiner Rettungsaktionen entstehen erhebliche Schäden, weswegen er von jedem in Miami gehasst wird. Als er den erfolglosen PR-Berater Ray (Jason Bateman) rettet, versucht dieser, das ramponierte Image des Heroen zu retten.

Die Handlung ist knapp und kurz, weil quasi nicht vorhanden. Das ist nicht schlimm, weil die erste Hälfte des Films wirklich unterhaltsam ist. Abgehalfterter Mann bekommt Hilfe und wird zum strahlenden Ritter der Bevölkerung. Natürlich ist Hancock der klassische Antiheld. Sein Mentor ist ein eigentlich naiver Weltverbesserer, der seine positive Energie jedoch auf ihn übertragen kann. Dabei ist Hancock einfach mal der schwarze Superman, nur ohne Cape und Laseraugen.

Ab der Mitte des Films nimmt das Unheil jedoch seinen Lauf, als man versucht, der eigentlich so einfachen wie irgendwie auch sympathischen Titelfigur Tiefe zu verleihen. Der Ursprung von Hancocks Kräften und seine Verbindung zu Mary (Charlize Theron), Rays Frau. Und mein Gott, ist das alles dann konstruiert und weit hergeholt! Keine Sau hätte geheult, wenn man die Ursprünge unangesprochen gelassen hätte. Ich will das jetzt hier nicht spoilern, aber wer schreibt denn sowas? Und schon ist das Filmchen nicht mehr so einfach, die Verhältnisse der Figuren untereinander auch nicht mehr und am Ende kriegt man auch kein wirklich überzeugendes Ende. Schade!

Will Smith gefällt mir ganz gut, er bringt seine Rollen eigentlich immer gut rüber. Der Rest ist auch ok. 90 Minuten wird man unterhalten. So ist ‚Hancock‘ auch nicht mehr als Mittelmaß. Das Problem ist, dass man zwar am Anfang eine Komödie vorgesetzt bekommt, danach jedoch ein episches Superhelden-Epos (oder Ansätze davon). Unnötiger Tiefgang. So muss man sich dann auch gleich mit ähnlicher Konkurrenz messen, allen voran ‚Batman‘ und den ‚Watchmen‘. Und da ist und bleibt Hancock ein Riesen-Arschloch.

Dass in absehbarer Zeit eine Forsetzung folgt, lässt mich nicht die Arme in die Luft reißen. Zumindest kann ich mir das ganze nicht in ein allzu sinnvolles Franchise verwurstet vorstellen. Man sollte sich jedoch überraschen lassen. Ernste Superhelden: Batman, Watchmen. Lustige Superhelden: Hellboy, Iron Man. Alle besser als Hancock!

Regie: Peter Berg (Operation: Kingdom, Welcome to the Jungle, Battleship)

Schauspieler: Will Smith, Charlize Theron, Jason Bateman

Bewertung: