Ghosts of Mars (2001)

Die Menschheit auf dem Mars. Immer eine gute Idee. Oder etwa nicht? Mir persönlich fallen zwei gute Filme ein, undzwar Total Recall und Watchmen. Tja, und dann gibt es die nicht ganz so guten Vertreter. Da wären Der Onkel vom Mars, Mission to Mars, Red Planet, Mars Attacks, Doom und der zuletzt im Kino gescheiterte John Carter, der sich gerade zum größten Filmflop der letzten Jahre mausert. Steht damit John Carpenter’s Ghosts of Mars unter einem schlechten Stern? Oder können etwa der Transporter und XXX II. („Tripple X, der Zweite“) das Marsgenre retten und dem Roten Planeten einen Platz in unseren Herzen sichern? Außerdem genießt Regie-Legende John Carpenter doch Kultstatus unter so manchen Filmfreunden!

Wir schreiben das Jahr 2176. Der Mars ist kolonisiert und verstreut leben Menschen darauf. Lieutenant Melanie Ballard (Natasha Henstridge) soll mit ein paar anderen (u. a. Jason Statham) den Schwerverbrecher Desolation Williams (Ice Cube) in seiner Zelle abholen, um ihn vor ein Gericht zu schaffen, weil er (*hust, hust* angeblich *hust*) mehrere Morde verübt hat. Jedoch stimmt etwas nicht mit der sonst so lebhaften Minenstadt, denn die Bewohner neigen merkwürdigerweise dazu, tot und mit abgetrennten Köpfen von der Decke zu baumeln. Außerdem rennen große Teile der Ex-Bevölkerung als sich selbst verstümmelnde Vollhonks rum und wollen unserer bunten Reisetruppe ans Leder. So kämpft man sich dann irgendwie dann zum Zug durch, um das Städtelein zu verlassen während die Hauptprotagonistin auch noch auf Drogen ist und so richtig Sinn ergibt das alles dann auch schon lange nicht mehr.

SPOILER: Bei Minenarbeiten wurden die Geister einer einstigen Zivilisation freigeschaufelt, die von den Menschen Besitz ergreifen und diese zu mordenden Zombies machen. Bei Tod entsteigt der Geist und sucht sich weitere Opfer. Zudem wird die Handlung quasi im Rückblick durch unsere Heldin erzählt, wobei es am Ende eine Art Cliffhanger gibt, welcher den Film den Mount Everest der Lächerlichkeit erklimmen lässt.

Die Darsteller sind alle richtig mies. Die Handlung ist unglaublich blöd. Die Action ist lächerlich und ziemlich schwach. Die lustigen Stellen sind überhaupt nicht lustig. Einfach alles wirkt total billig. Es gibt wirklich nichts Gutes an diesem Film. Reihenweise sterben Leute, ohne dass auch nur irgendeiner der Protagonisten sich darum schert. Dadurch verkommt das alles zu einem merkwürdigen Klamauk in einem surrealen Setting mit Sci-Fi-Elementen, der einen irgendwie an Resident Evil erinnert, nur in (noch) schlechter. Und wer nennt seinen pseudo-coolen Helden bitteschön Desolation Williams? Nicht nur, dass Ice Cubes grimmiges Gesicht und sein Schauspieltalent die Kirsche auf dem Misthaufen darstellen, nein, sein Rollenname soll noch der Wink mit dem Zaunpfahl auf einen unglaublich tiefgründigen Charakter sein. Man stelle sich vor, der Hulk hieße „Aggressionsbewältigungs-Peter“.

Das Einprägsamste an Ghosts of Mars ist für mich die Hose von Ice Cube. Diese sieht aus, als ob er sie direkt dem Prinzen von Bel-Air aus den 90ern geklaut hätte. Nur dass Will Smith in seiner Rolle damals viel besser war als es Ice Cube je sein könnte. Und so bleibt der Mars filmtechnisch ein schwieriges Pflaster. Wie wärs mal stattdessen mit einem Abstecher zum Mond (Moon, Apollo 13, Iron Sky)? Vergesst den Mars, der ist doof.

Regie: John Carpenter

Schauspieler: Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham

Bewertung: