Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2011)

Im zweiten Teil der Comicverfilmung über einen Motorradfahrer mit brennendem Kopf und dem Hang zur Gewalt treibt sich Johnny Blaze (Nicolas Cage) in Osteuropa rum, weil ihm die schwere Bürde des Riders irgendwie total aufs Gemüt schlägt. Wahrscheinlich will er sich dort eher mit billigen Frauen und Fusel vergnügen. Zeitgleich werden Nadya (Violante Placido) und ihr Sohn Danny von den Schergen des Teufels verfolgt, weil die Mutter einst, um ihr eigenes Leben zu retten, mit Satan ins Bett gehüpft ist und er nun die Frucht seiner Lenden zurückverlangt, um in Kürze ein richtig krasses Ritual durchzuführen, welches ihm seine Mächte auf der Erde zurückbringt. Unterstützt werden sie zusätlich vom Priester und Alkoholiker Moreau (Idris Elba), der Johnny Blaze den Auftrag gibt, Mutter und Kind zu finden und zu beschützen.

So richtig viel Sinn ergibt die Story nie. Das scheint aber niemanden wirklich zu stören, vor allem nicht den Ghost Rider, der jetzt so eine Art Psychopath ist, vor dem sich sogar Johnny fürchtet. Man versucht auch, ein wenig die Hintergrundgeschite und die Ursprünge dieses Dämons zu beleuchten, was aber die gesamte Angelegenheit noch lächerlicher macht. Mutter und Kind sind so profillos und gleichgültig, dass man sich um ihr Überleben nie wirklich schert. Auch allein der Fakt, dass Nadya sich auf einen selten dämlichen Deal mit dem Teufel eingelassen hat, macht sie mir ungemein unsympathisch.

Idris Elba ist ein Lichtblick, da er einfach ein guter Schauspieler ist, der seiner Figur wenigstens etwas Leben einhaucht, doch leider bekommt dieser dafür kaum Screentime. Und dann wäre da noch Nicolas Cage, der mit seiner psychotischen Mimik rumrennt und aus einem irgendwie nicht wirklich tiefgründigen Comic-Charakter eine Art Dr. Faust machen soll. Das gibt der Ghost Rider aber einfach nicht her und so bleiben die Mühen des Oscar-Preisträgers vergeblich. Man fragt sich auch wieder mal, warum Nicolas Cage so einen Müll drehen muss. Aber die Frage wurde zur Genüge diskutiert und eine logische Antwort kann es nicht geben.

Wer noch weniger Sinn ergibt, ist der Teufel, verkörpert von Ciarán Hinds. Satan hat, weil er auf der Erde wandelt, irgendwie nicht seine gewohnten Kräfte und ist darum relativ schwach. Deswegen braucht er den Jungen. Doch warum, wenn er selber nicht allzu mächtig ist, kann er Blaze den Ghost Rider einverleiben, der, wie es scheint, um einiges kräftiger ist als der gottverdammte Teufel selbst? Anstatt eine kleine einfache Story aufzubauen, muss man dann noch einen Twist einbauen und die ganze Chose unnötig kompliziert machen.

Kurz vor dem finalen Fight schafft es Blaze, sich den Ghost Rider auszutreiben, um kurze Zeit später festzustellen, dass er den Dämon doch noch gebraucht hätte. Schade. Und unglaublich bescheuert. Das ist ungefähr so, als ob sich Superman kurz vor der letzten Schlacht noch ein Kryptonit-Zäpfchen einführt oder Rambo beschließt, fortan ohne Maschinengewehre zu kämpfen. Sonst wäre es ja auch langweilig. Überhaupt wurde versucht, den Ghost Rider verletztlich zu machen. Manchmal machen ihm dann Granaten was aus. Doch schon kurze Zeit später schluckt er Maschinengewehrsalven völlig uninteressiert. So weiß man irgendwie nicht wirklich, was das für ein Held sein soll und wo Stärken und Schwächen liegen. Dadurch schafft es der Film, die Orientierungslosigkeit der Handlung auch auf seinen Hauptcharakter zu übertragen.

Es gibt aber auch einen guten Moment. Jedes Gefährt, das der Geisterreiter besteigt, verwandelt sich zu einem brennenden Höllenfahrzeug. In einer Szene klettert unser Recke auf einen haushohen Schaufelradbagger, um mit diesem Ungetüm seine Widersacher plattzuwalzen. Das ist ziemlich cool und brachial, dauert aber leider nicht allzu lange. Hier hätte man die Chance gehabt, den Ghost Rider zu einem schön eindimensionalen Actionhelden zu machen. Dafür müsste auch die Handlung einfacher und vor allem logischer sein, doch sie ist es eben nicht. Ghost Rider: Spirit of Vengeance schafft es, eine ganze Schippe schlechter auszufallen als sein Vorgänger, der mir im Gegensatz zu vielen anderen gar nicht mal so schlecht erschien. Gott sei Dank ist dieser Blödsinn, der im Kino sogar in 3D kam, nach knapp eineinhalb Stunden vorbei und man kann sofort damit anfangen, den Unfug wieder zu vergessen.

Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor (beide Crank I + II, Gamer)

Schauspieler: Nicolas Cage, Idris Elba, Ciarán Hinds

Bewertung: