Man of Steel (2013)

Zwei Männer sitzen an der Bar hoch oben im Empire State Building. Da sagt der eine zum anderen: „Hey, wenn du hier vom Dach springst, dann weht dich der Wind genau in die Bar wieder hinein!“ Verwundert und ungläubig widerspricht ihm der andere, denn das sei einfach nur unmöglich. Zur Demonstration steigt der Mann, um seine Behauptung zu unterlegen, aufs Dach und springt. Und siehe da, der Wind weht ihn zum Fenster hinein und er steht ohne ein gekrümmtes Haar vor seinem erstaunten Kollegen. Begeistert rennt nun dieser aufs Dach, springt hinunter und am Fenster vorbei in seinen Tod. Daraufhin wendet sich der Barkeeper an den noch Lebenden: „Alter, Superman, du bist echt ein ganz schönes Arschloch wenn du getrunken hast.“

Man of Steel

Warum erzähle ich das? Weil selbst der Superman in diesem Geschichtchen mehr Charisma und Tiefe besitzt als der von Henry Cavill verkörperte Mann aus Stahl. Denn trotz Rückblenden, Mobbing und Identifikationsproblemen bleibt Clark Kent nicht sehr viel mehr als ein Pappaufsteller. Zugegeben, ein wirklich muskulöser und vor allem für Frauen nett anzuschauender. Trotzdem besitzt Superman keine prägnanten charakterlichen Eigenschaften. Selbst wenn im Verlauf vermutlich tausende von Menschen ihren Tod finden, bleibt er ungerührt. Hauptsache seine Freundin Lois Lane (Amy Adams) ist in Sicherheit. Diese Liebesbeziehung ist übrigens genauso aufgesetzt und oberflächlich. Da ist es dann nicht verwunderlich, dass Lois selbst nicht sehr sympathisch ist. Der Rest der Protagonisten bietet auch keine Berührungspunkte. Kevin Costner und Russell Crowe als Väter von Clark / Kal-El labern allerhand weises Zeug zusammen, dass durch ein wenig Nachdenken schnell arg dümmlich wirkt. Als Beispiel sei hier die Tatsache genannt, dass der junge Clark einen Schulbus samt mobbender Mitschüler rettet, um sich dann Jahre später dagegen zu entscheiden, seinen Vater vor dem sicheren Tod zu bewahren. Und warum? Weil die Menschheit „noch nicht reif für ein Alien ist“. Wirklich menschlich wirkt das aber nicht. Und das ist der Knackpunkt an Man of Steel: die Identifikation. Es gibt sie einfach nicht.

Ob man mit Superman als Figur an sich zurechtkommt, sei dahingestellt. Ja, er ist übermächtig und ziemlich stark. Aber das sind hier auch seine Gegner. Blöd ist nur, wenn in den gesamten 143 Minuten Laufzeit nicht ein gescheiter Dialog stattfindet. Clark wird als bärtiger Fischkutter-Arbeiter gezeigt, aber warum sollte ihn das menschlich machen? Er hat nichts zu sagen. Clark arbeitet in einem Redneck-Schuppen als Kellner und kann sich nicht wenigstens verbal gegen einen dämlichen Gast zur Wehr setzen. Ständig wird gezeigt, wie er einsteckt. Gerade wenn man an Iron Man, Batman, Thor oder sogar den grenzdebilen Hulk denkt. Sie alle sind Figuren, die auf irgendeine Weise menschlich sind. Sei es ein Tony Stark, der der coolste Playboy-Milliardär aller Zeiten ist  und einen entsprechenden Wortwitz hat oder Batman, der als gebrochener Waisenjunge die Stadt beschützt. Und eigentlich auch ein Playboy-Millionär ist. Selbst der Hulk hat einen im Avengers-Film stellenweise zum Lachen und Fürchten gebracht. Demgegenüber steht nun Superman, der außer seinem Aussehen keine Eindruck hinterlassende Eigenschaft vorzuweisen hat.

Dann ist da noch der Antagonist in Gestalt von General Zod, der von Michael Shannon verkörpert wird. Ich mag den Mann, besonders für Take Shelter. Aber ein Joker aus Dark Knight ist er hier eben nicht. Das sind die wenigsten und die Rolle bietet leider auch nicht so viel. Dafür sind seine Pläne reichlich merkwürdig. So versuchte Zod noch kurz vor Kryptons Vernichtung, die Kontrolle über den Planeten an sich zu reißen. Warum? Keine Ahnung, denn explodiert sind dann doch alle kurz darauf. Das rettete Zod und seiner Crew lustigerweise das Leben und lässt einen an der Intelligenz von Supermans Vorfahren und deren Rechtssystem erheblich zweifeln. Man kann sich aber auch zu leicht in der konstruierten Welt verstricken. Für Comicfans ist Man of Steel eine (vermutlich) akkurate Umsetzung der Vorlage, mir war das Verhalten einer so zivilisierten Spezies nicht ganz einleuchtend. Was an Zod und co. viel eher stört, liegt gar nicht mal unbedingt an den Rollen, sondern an der Altersfreigabe. Denn an jeder Ecke merkt man, wie ein wenig Blut nicht geschadet hätte. Aber dann hätte der Film keine Altersfreigabe ab 12 (bzw. PG-13 in den USA) bekommen und man hätte nicht den Minderjährigen das Geld aus der Tasche ziehen können. Die bösen Buben vernichten einfach mal die halbe Innenstadt samt Wolkenkratzern, aber es gibt einfach keine Leichen. Ganz davon zu schweigen, dass die Überlebenden ziemlich sportlich mit der Vernichtung ihrer Heimat umgehen. Die Schurken verprügeln Soldaten, aber nirgends sieht man Leichen oder auch nur einen Tropfen Blut. Ein Schlag ins Gesicht, schon fliegen diese aus dem Bild und gehen sich einen Kaffee holen. So vermisst man einfach mal die Wucht und die Emotionen, die aus Man of Steel einen reiferen und erwachseneren Film gemacht hätten. Das klingt jetzt vermutlich wie der Aufschrei eines gewalttätigen Psychopathen, der nach Blut und Morden verlangt. Aber das Problem, dass mir der Film bereitet, ist, dass die gezeigte Ladung an Kraft und Zerstörung kaum Einfluss auf den Normalsterblichen hat. Weil der einfach nicht vorkommt. Erinnert sei an die finale Szene aus Dark Knight, in der zwei Boote mit stinknormalen Insassen in die Luft fliegen könnten. Ganz zu schweigen davon, dass Superman selbst für einen Teil der Zerstörung von Metropolis verantwortlich ist.

Zorn der Titanen (2012)

Man stelle sich vor, man mischt ‚Schindlers Liste‘ mit ‚Star Wars‘ und ‚American History X‘. Ach ja, und eine kleine Prise von Eddie Murphy gehört da natürlich auch noch rein. Dazu kommt ein antikes griechisches Setting. Und voilà, fertig ist die zweite Verwurstung rund um Perseus (Sam Worthington) und seinen paarungsfreudigen Vater Zeus (Liam Neeson). Allerdings ist es ähnlich wie beim Genuss alkoholischer Getränke: Nur weil man den edelsten Whiskey mit dem edelsten Wodka mischt und dazu einen Hauch guten Rums hinzugibt, wird daraus nicht gleich ein trinkbares Gesöff. Oha! Hades (Ralph Fiennes) komplettiert dann noch die Götter-Soap-Opera und stellt als (anfänglicher) Antagonist die Beziehung zu ‚Schindlers Liste‘ her. Wer noch weiß, worum es genau im ersten Teil des Titanen-Epos (ohne Titanen) ging, dem sei an dieser Stelle größtmöglicher Respekt entgegengebracht, weil die Schauspieler und Autoren es selber die meiste Zeit nicht genau wussten. Aber wie denn auch? ‚Kampf der Titanen‚ war eine Aneinanderreihung von krude zusammengeschusterten Szenen mit beliebiger Reihenfolge und gleichgültigen Charakteren. Da gibt es für Teil 2 also viel Verbesserungspotential. Zumal rein optisch der erste Film durch die nachträgliche 3D-Bearbeitung dermaßen übel aussah teilweise, dass selbst die Augsbuger Puppenkiste im Vergleich dazu photorealistisch wirkt.

Die Handlung ist einfach wie bescheuert: Hades und Zeus‘ Sohn / Kriegsgott Ares (Édgar Ramírez II) wollen Kronos befreien, der der Vater der Götterbrüder ist. Hades tut das, weil er ein Arschloch ist. Ares, weil er sich von seinem Daddy vernachlässigt fühlt, da der lieber mit Perseus abhängt. Als dann ziemlich schnell Poseiden (Danny Huston) ins Gras beißt, zieht Perseus mitsamt dem Sohn des Meeresgottes, Agenor (Toby Kebbell), und Andromeda (Rosamund Pike, im Film zuvor noch gespielt durch Alexa Davalos) los, um Big Daddy Zeus den Arsch zu retten. Agenor ist dabei der weiße Edde Murphy der Antike, der zwar nicht unbedingt viel redet, doch meistens nur Scheiße von sich gibt. Andromeda soll so eine Art Love-Interest am Ende darstellen, doch auch sie ist nie sonderlich nett anzuschauen noch gibt sie einen gescheiten Satz von sich. Genauso ergeht es übrigens Perseus, der so viel Charisma hat wie eine Waschmaschine. Der Rest ist dann so dermaßen undurchdacht, dass selbst Ralph Fiennes und Liam Neeson die Sache nicht mehr retten können. Und dann ist da ja auch noch Kronos.

Der Ur-Gott wird am Ende (wenig überraschend) befreit. Er ist mehr oder weniger ein menschlicher Vulkan, der die Leute anbrüllt. Sehr viel mehr macht er nicht. Außerdem bewegt sich diese mächtige Kreatur, als ob ihm seine Beine eingeschlafen wären. Das ist aufgrund der langen Auszeit vermutlich auch nicht verwunderlich, doch es ist erschreckend, dass das, was einem als der ultimative Endboss und Göttervernichter verkauft wird, sich nach einer kurzen Überlegung als ziemlich überflüssiger Spezial-Effekt entpuppt. Man hat versucht, die dämliche Krake aus Teil 1 zu toppen und ist fürchterlich gescheitert. Zusätzlich fliegt auch hier wieder Perseus auf dem Rücken des (schwarzen) Pegasus auf das Vieh zu, um es zu vernichten. Womit wir bei der Star Wars-Anleihe sind. Aus einem mir nicht erfindlichen Grund fliegt unser tollkühner wie krasser Held mit seinem krassen Pferdevieh und dem Stab der krassen Coolness, der alles und jeden derbe krass kaputtmacht, in den Rachen von Kronos und somit irgendwie in sein Verdauungssystem, um das Teil dann zu werfen. Wer hier nicht unweigerlich an die Vernichtung des ersten Todessterns durch Luke Skywalker denken muss, hat leider einmal weniger zu lachen.

Kurz zuvor musste dann noch Perseus gegen Ares kämpfen. Hier gibt es die Anleihe zu ‚American History X‘, denn der Kriegsgott haut mit dem Fuß dem Guten in ähnlicher Manier wie einst Edward Norton ordentlich auf den Schädel. Das scheint unserem Kämpfer aber nicht viel auszumachen. Daraus ergibt sich auch das mit Abstand größte Problem des Films: Man weiß nie, wie mächtig die ganzen Idioten darin sind. Warum sollte ich mitfiebern, wenn Perseus offensichtlich unsterblich ist? Dann widerum sind die Götter plötzlich allesamt sterblich, oder auch wieder nicht. Plötzlich kämpfen Zeus und Hades mit, sehen dabei aber eher aus wie zwei verkappte X-Men, die sich ins Dragonball-Universum verirrt haben.  Diese brüderliche Geschichte über Betrug, Verrat und Vergebung entbehrt ohnehin jeglicher Logik und scheinbar hätte eine Aussprache bei einer beliebigen Talkshow den ganzen Film verhindert.

Die ganze Triebkraft hinter Perseus‘ Schaffen soll übrigens sein Sohn Helios sein. Dafür nimmt sich der Film 2 Sätze und eine Minute Zeit, um zu zeigen, wie dolle Perseus seinen Sohnemann liebt. Wenn dann noch auf die Schnelle eine Liebesbeziehung am Ende zu Andromeda dahergezaubert wird, kann man sich ziemlich sicher sein, dass hier nichts mehr zu retten ist. Was da teilweise für Logiklöcher drin sind. Hephaistos (Bill Nighy) bringt unser Heldentrio in ein Labyrinth, das extra als ein unüberwindbares Hindernis präsentiert wird, für welches man Wochen braucht. Nach einem wenig überraschenden Auftritt des Minotaurus allerdings gehen wir noch um eine Ecke und sind plötzlich da. Und natürlich wird die Karte dem Dummbatzen in die Hand gedrückt, damit er seine zwei bis drei „Wir haben uns bestimmt nicht verlaufen!“-Witze abdrücken kann.

Ich glaube nicht einmal, dass der Film unbedingt dumm ist. Es ist nämlich noch sehr viel schlimmer: ‚Zorn der Titanen‘ ist ein fauler Haufen Dreck ohne auch einen Funken Liebe oder Ambition. Niemand macht sich die Mühe, Nachvollziehbarkeit zu erzeugen. Es wird versucht, dem Zuschauer Effekt um Effekt entgegenzuwerfen auf banale wie dämliche Art und Weise und mit dutzenden von Schauplätzen, ohne auch nur eine sinnvolle Verknüpfung herzustellen. Wir haben genug vom Labyrinth nach einer Minute? Bitte dort entlang, der zweite Gang rechts geht gleich raus zu Zeus. Wir können den kilometerhohen Kratos nicht gegen normale Menschen kämpfen lassen? Kein Problem, er hat noch ein Rudel dunkler Monster mit mehreren Torsos parat, damit Rosamund Pike auch noch was zu tun bekommt. Die Zielgruppe langweilt sicht? Schnell, noch einen flachen Witz reingebaut.

Ich wundere micht nicht, dass so ein Quatsch aus Hollywood kommt. Schließlich sind das alles Firmen, die Geld verdienen wollen und das auch recht erfolgreich tun. 150 Millionen Dollar Investition sind ein lohnenswertes Risiko, wenn man nichtsdestotrotz 300 Millionen am Ende wieder rausbekommt. Viel trauriger ist, dass hier erfolgreich den Leuten dank 3D recht viel Geld aus der Tasche gezogen wird für ein offensichtlich minderwertiges Produkt. Wobei natürlich Trailer wie Optik nur Fassade für die schreckliche und traurige Wahrheit sind. Das ist, als ob man ein edles Auto kauft, weil es geil aussieht. Doch dann beim Fahren entpuppt sich der Motor als ein aus einem Trabant geklautes Schrottteil, das nach 5 Minuten bereits den Geist aufgibt. Am Ende ist es aber wieder wie mit den ganzen ‚Resident Evil‘-Filmen. Solange genug Leute reingehen, wird auch noch viel mehr hinterherkommen, zumal das Ende hier einen Nachfolger verspricht.

Vergesst ‚Zorn der Titanen‘. Verzeiht den Schauspielern, dass auch sie irgendwie ihr Geld verdienen müssen (die armen Schlucker). Lest euch lieber die realen Göttersagen durch. Die sind nicht viel sinnvoller, aber da gibt es wenigstens Sex am laufenden Band, Zeus sei Dank. Und hofft darauf, dass die nächste Gurke dieser Art dem Franchise den Todesstoß versetzt. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Regie: Jonathan Liebesman (World Invasion: Battle LA, Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)

Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Rosamund Pike, Bill Nighy, Danny Huston

Bewertung: 

Spawn (1997)

Der Zahn der Zeit nagt an alles und jedem. Außer natürlich an Tom Cruise und Keanu Reeves. Manch ein Computerspiel schafft es, trotz seines Alters immer noch gut spielbar zu sein, beispielsweise die ersten Teile von Sim City. Gleichzeitig würde ich aber nur sehr ungern noch einmal einen Fifa-Teil aus den 90ern spielen müssen. Man ist einfach bessere Grafik und ein inzwischen doch sehr viel besseres Gameplay gewohnt. Bücher haben solche Probleme oft nicht. Außer natürlich diverse sprachliche Hürden, die rein zeitlich gesehen viel seltener auftreten. Goethe ist auch heute, hunderte Jahre später, gut les- und verstehbar. Man muss sich da eben nicht auf irgendwelche Grafik-Engines stützen, die alle paar Jubeljahre durch eine neue ersetzt werden. Filme liegen im Bezug auf ihre Halbwertszeit irgendwo zwischen Spiel und Buch, haben aber auch gerade aufgrund der in den letzten 20 Jahren immer häufiger verwendeteten Special Effects, die besser und billiger werden, durchaus Probleme. Vor allem, wenn ein Film wie ‚Spawn‘ 1997 noch ganz am Anfang der Zeit der Computertricks steht.

Was ich damit sagen will, ist, dass ‚Spawn‘ furchtbar aussieht. Nicht an jeder Stelle, aber der Teufel in der Hölle, der als eine Art Drachen-Lava-Monster daherkommt, könnte Original aus dem Spiel ‚Minecraft‘ entspringen. Die Maske des Helden in verbrannter Menschenform ist auch nach damaligen Maßstäben nicht gut. Allerdings muss ich zugeben, dass der meterlange Umhang von ‚Spawn‘ hier und da auch heute noch ansehnlich ist, wie er da computeranimiert durch die Nacht weht. Kurz darauf aber sehen wir ein Höllenmonster, dass alles Optische wieder unheimlich abwertet. Das wäre im Grunde ja auch verkraftbar, wenn der Film noch genug anderes Erinnerungswürdiges bieten würde. Und das tut er eben nicht.

Al Simmons (Michael Jai White) ist eine Art Agent. Er will jedoch aussteigen, denn er hat Gewissensbisse und möchste seine Frau Wanda (Theresa Randle) nicht weiter belügen. Sein zwielichtiger Chef Jason Wynn (Martin Sheen) schickt ihn auf eine letzte Mission nach Nordkorea, wo irgendeine Bio-Waffen-Fabrik vernichtet werden muss. Allerdings wird Al hintergangen und umgebracht. In der Hölle nimmt er jedoch das Angebot des Minecraft-Teufel-Drachen an, auf die Erde zurückzukehren. So kann er seine Frau noch einmal sehen, muss im Gegenzug jedoch die Armee des Unterweltfürsten anführen, die scheinbar bald die Erde überfallen soll. So weit, so schon ziemlich flach. Auf der Oberfläche angelangt, ist Al nun zu ‚Spawn‘ geworden, einem Superhelden mit einem Anzug, der seine Form verändern kann. An seiner Seite ist ein fetter Clown (John Leguizamo), dessen Haupfaufgabe im Machen von anzüglichen Witzen besteht. Das kann ich auch:

Penis!

Aber selbst mit einer riesengroßen Retro-Brille kann man dem Film nicht viel abgewinnen. Michael Jai White ist erschreckend schlecht und sogar Martin Sheen wirkt geradezu gedanklich abwesend. Das Drehbuch ist fürchterlich unkreativ und konfus. So taucht beispielsweise auch noch eine Art Trainer auf, inklusive einem Trainingszusammenschnitt. Noch mehr Klischee geht im Grunde nicht. Selbst 1997 kann das nicht mehr innovativ gewesen sein. Der Typ, den Martin Sheen spielt, lässt sich einen Apparat implantieren, der die Welt vernichtet, wenn sein Herz stehen bleibt. Noch blöder geht es nicht. Interessanterweise kostet es Spawn zwei Handbewegungen, um besagte Apparatur schmerzfrei wieder zu entfernen. Frei nach Uri Geller:

Stop! This trick is too dangerous!

Überhaupt wirkt alles sehr lieblos zusammengeschustert. Eine rote Handlungslinie sucht man vergebens. Und so plätschert die ganze Geschichte in ein schlecht animiertes Finale, das so plump und traurig ist, dass es einen nicht einmal mehr überrascht. Wer sich mal ein wenig amüsieren möchte, darf hier gerne mal reinschauen. Ansonsten gelten die Spawn-Comics als gut und auch als eigentlich unverfilmbar. Gerade in der heutigen Zeit gibt es diverse bessere Helden-Verwurstungen, die zudem besser aussehen. Zwar ist ‚Spawn‘ mit damals 40 Millionen Dollar Budget ein billiges Film-Projekt gewesen, aber selbst der Ghost Rider wirkt im Vergleich wie ein guter Streifen mit überragenden Darstellern. Und so gerät ‚Spawn‘ verdientermaßen in Vergessenheit, so wie auch die Karriere von Michael Jai White. Zum Glück ist Martin Sheen unbeschadet aus dem Blödsinn rausgekommen.

Regie: Mark A.Z. Dippé (Visuelle Effekte für Abyss, Zurück in die Zukunft II, Jurassic Park)

Schauspieler: Michael Jai White, John Leguizamo, Martin Sheen, Theresa Randle

Bewertung: 

 

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (2012)

Man nehme irgendein Kinderbuch. Eine kleine und gutherzige Geschichte, die man seinen Kindern abends vorlesen kann. In der kein Blut auftaucht, oder halt eben nur ganz wenig, und in der von lustigen und schönen Abenteuern berichtet wird. Alle halten sich die Hände und singen schöne Lieder, während ein Regenbogen und fliegende Einhörner den Himmel schmücken. Also quasi eine Ecstasy-Fantasie für Minderjährige, die zudem auch noch legal ist. Zugegeben, deutsche Märchen sind eigentlich alles andere als unblutig. Ob Rotkäppchen oder Hänsel und Gretel, an allen Ecken und Enden werden Menschen und Kinder umgebracht, verspeist oder erhängt. Verbrannt, erdrosselt, vergiftet und vergewaltigt. Also ganz nett sind diese ganzen Geschichten dann wohl doch nicht. Dafür sind russische Märchen der wahrgewordene Zuckerguss, von dem man in kürzester Zeit Diabetes bekommt.

Und jetzt stelle man sich mal vor, jemand nimmt eines dieser Märchen und macht daraus mit 500 000 000 Dollar eine 3 mal 3-Stunden-Film-Trilogie! Und das auch noch in 3D und mit 48 Bildern pro Sekunde. Mit Kanonen auf Spatzen sozusagen. Aber hey, es ist Peter Jackson und der Mann hat aus dem verehrten Herren der Ringe den leibhaftigen Nerdtraum geschaffen. Was kann also schon schiefgehen? Nun ja, wer den Hobbit schon mal gelesen hat, weiß, dass darin eigentlich praktisch nichts oder einfach wenig Epochales drinsteckt. Es ist, Schreck lass nach, ein Kinderbuch. Ein buntes Abenteuer mit Zwergen, einem Zauberer und einem scheinbar zufälligen Hobbit, der rückblickend ziemlich schnell zusagt, auf ein lebensbedrohliches Abenteuer zu gehen. Wir haben also gleich zwei Probleme zu Beginn. Kann man einerseits aus einem dünnen Stoff ein ähnlich epochales Machwerk vom Format vom Herren der Ringe zaubern und sind andererseits die Erwartungen, durch die vorige Trilogie, bereits viel zu hoch? Aber nehmen wir uns erst einmal ein wenig Zeit, so wie der Film.

Im ersten Teil der Hobbit-Trilogie geht es um Bilbo Beutlin (Martin Freeman), einen Hobbit aus dem Auenland. Dieser ist der Onkel von Frodo (Elijah Wood), dem Ringträger aus Herr der Ringe. Der Film findet dabei in einer Art Rückblende statt, die den Cameo-Auftritt von Elijah Wood erst ermöglicht. 60 Jahre vor den Begebenheiten um den einen Ring schaut aus heiterem Himmel der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) an Bilbos Haus vorbei, um ihm mitzuteilen, dass er bald auf ein großes Abenteuer geht. Der biedere Hobbit ist wenig begeistert, doch als wenig später eine 13-Mann-starke Zwergenhorde in seinem Haus aufkreuzt und seine Küche singend leerfrisst und -sauft, hat Bilbo endgültig keine Lust mehr auf Abenteuerurlaub mit den Chaoten. Nichtsdestotrotz ziehen die Zwerge, angeführt von Thorin Eichenschild (Richard Armitage), samt Zauberer und Halbling los, um das gefallene Zwergenreich Erebor zurückzufordern, das vor vielen Jahren vom nun verschwundenen Drachen Smaug überfallen wurde. Doch der Weg ist weit und so begegnet die Gruppe nicht nur gigantischen Steinmenschen und Trollen, sondern zusätzlich den Orks mit ihrem König als auch einem alten Feind, nämlich dem totgeglaubten Ork Azog, der Jagd auf unsere Helden macht. In Nebensträngen erleben wir zudem, wie Bilbo auf Gollum trifft und so den einen Ring erlangt, der später einmal für die Handlung von Herr der Ringe verantwortlich ist. Wir lernen kurz Radagast den Braunen kennen, der wie Gandalf ein Zauberer ist und der den ominösen Nekromanten in einer Ruine gesehen hat, was in den kommenden Teilen von Bedeutung sein wird.

Überhaupt gibt es eine unglaubliche Fülle an Widersehen mit allerhand Charakteren. Saruman, Galadriel, Elrond, die Adler und sogar Sauron (jedoch nicht unter diesem Namen) tauchen auf. Und wer ein wenig mehr weiß, gerade durch das Buch, merkt, dass der Zwerg Gloin der Vater von Gimli ist und sich die beiden unheimlich ähneln. Wir sehen, wie Gandalf und Bilbo an ihre Schwerter gelangen (Glamdring und Stich) und wie Frodo am Tag von Bilbos großem Fest losgeht, um den alten Zauberer zu begrüßen, was seinerseits der Beginn von ‚Die Gefährten‘ ist. So verstrickt sich der Film schon früh in das von Peter Jackson geschaffene Bild von Mittelerde und macht aus der ganzen Geschichte ein sehr befriedigendes Erlebnis. Man fühlt sich gut aufgehoben und freut sich auch, wenn sich die ganzen Hintergründe undGeschehnisse in ein stimmiges Gesamtbild fügen. Selbstverständlich ist dafür die Kenntnis der vorigen Filme von Nöten.

The Amazing Spider-Man (2012)

Mit Remakes ist das ja immer so eine Sache. Gerade in der Filmindustrie gehören sie mittlerweile zum Tagesbrot und finden immer häufiger den Weg auf die Leinwand. Paradoxerweise würde man bei Büchern von Plagiatur reden, wenn Ideen kopiert und neu verwurstet werden. Allerdings hinkt der Vergleich, weil erst über das Remaken diverse Filmstoffe für ein großes Publikum zugänglich gemacht werden. Beispielsweise war ‚The Girl with the Dragon Tattoo‘, die Neuinterpretation von ‚Verblendung‘, für den Großteil der amerikanischen Bevölkerung ein Novum, einfach weil kaum einer dort in einen skandinavischen Film mit Untertiteln gehen würde. ‚The Departed‘, Martin Scorseses Remake zum chinesischen ‚Internal Affairs‘, streichte zahlreiche Oscars ein. Auch hier wurde eine gute ausländische Idee für einen größeren Markt erschlossen. Wenn Hollywood aber anfängt, Hollywood zu remaken und zu rebooten, dann sollte man gewarnt sein. Und so erscheint mit ‚The Amazing Spider-Man‘ 5 Jahre nach Spider-Man 3 und 10 nach dem ersten Film mit Tobey Maguire als Spinne bereits das Reboot der Serie. Halleluja.

Die Story ist im Grunde altbekannt. Peter Parker (Andrew Garfield) ist ein Außenseiter, hat sich aber in seine Klassenkameradin Gwen Stacy (Emma Stone) verguckt. Außerdem ist der junge Mann ein Waisenkind und superschlau. Mit seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und seiner Tante May (Sally Field) läuft es auch nicht so gut. Da findet er die alte Aktentasche seines Vaters, die irgendeine krasse Formel enthält. Damit geht er zum ehemaligen Kollegen seines alten Herren, Dr. Curt Connors (Rhys Ifans). Der hat ebenfalls so seine Problemchen, beispielsweise fehlt ihm ein Arm und seine Forschung steckt in der Sackgasse. Peter geht verbotenerweise irgendwohin, wird von einer Spinne gestochen und entwickelt Superkräfte. Dann wird sein Onkel erschossen, er will sich rächen und für das Gute kämpfen. Zeitgleich dreht Connors durch und schluckt irgendein Mittel, das ihn in eine große Echse verwandelt. Natürlich hat er dann auch noch den total krassen Plan, den Spider-Man verhindern muss. Rein storytechnisch bietet der Film also nichts Neues, was nicht unbedingt schlecht sein muss.

Was ‚The Amazing Spider-Man‘ am meisten von der Ursprungs-Trilogie unterscheidet, ist die Teenie-Film-Komponente. Diese Version ist eindeutig an jüngeres Publikum gerichtet. So gibt es keine größere Botschaft mehr am Ende („Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“), das sowieso deutlich positiver ausfällt. Die Beziehung zwischen Peter und Gwen könnte auch irgendeiner Teenie-Schmonzette entstammen. Außerdem prunkt der 3D-Film mit teilweise richtig netten Effekten, fällt dann aber widerum beim Finale deutlich weniger bombastisch aus. Der Kameo-Auftritt von Stan Lee, der klassischer Musik lauschend nicht mitbekommt, dass hinter ihm Spider-Man und die Echse gerade die Schule zerlegen, fällt ziemlich cool aus. Man vermisst dann aber auch die Tiefe von Tobey Maguire und Willem Dafoe. Gerade Letzterer war ein so abgedrehter Bösewicht im Gollum-Style, sodass Rhys Ifans als Eidechse mehr oder weniger unterkühlt und distanziert wirkt. Und vor allem weniger erinnerungswürdig.

Mehr Realismus soll wohl dadurch erzeugt werden, dass Spider-Man nun technische Hilfsmittel benutzt, um beispielsweise Fäden zu verschießen. Des öfteren sieht man ihn mit Rucksack, was lustig aussieht und ihn eben wie einen Schüler aussehen lässt. Außerdem ist Andrew Garfield witziger, allerdings nicht unbedingt der Typ Außenseiter, den man von Tobey Maguire kennt. Mit Skate-Board und massiver Intelligenz ausgestattet. Merkwürdigkeiten gibt es dann aber trotzdem. Wenn die Kranführer von New York sich zusammentun, um Spider-Man den Weg zum Finale zu ebnen. Dann fragt man sich, ob es in jedem Häuserblock wohl einen Kran gibt. Das wirkt mitunter arg erzwungen und irgendwie zufällig. Besonders die Beziehung zum Vater seiner Angebeteten, Polizei-Captain Stacy (Denis Leary), ist total blöd und erinnert an eine Telenovela. Auch die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und pubertär. Aber womöglich bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe.

Und das ist es dann. ‚The Amazing Spider-Man‘ ist nicht amazing. Es wird nichts neu gemacht. Irgendwelche eigenständigen Ideen vermisst man, viele Szenen kennt man schon. Den Tiefgang, den Sam Raimi einst eingebaut hatte, gibt es nicht mehr. Einen coolen Bösewicht sucht man vergebens. Mir gefiel insbesondere Tobey Maguire als Spider-Man und Willem Dafoe als Goblin, obwohl Teil 2 und 3 dann ziemlich abfielen. Und nun ja, auch die sind jetzt Geschichte. Andrew Garfield ist nicht schlecht, aber das ungute Gefühl, dass das hier eine seelen- wie ideenfreie Hollywood-Geldanlage ist, stellt sich zum Ende bei mir ein. Ein Remake mit dem einzigen Hintergedanken, Dollars zu machen. Dabei ist der Film nicht schlecht, sondern einfach verdammt massenkompatibel. 5 Jahre waren nicht genug, um den alten Spidey zu vergessen. Und hurra, bereits 2014 gehts mit dem neuen weiter.

 

Regie: Marc Webb (Seascape, (500) Days of Summer)

Schauspieler: Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Denis Leary, Martin Sheen

Bewertung: 

Abraham Lincoln Vampirjäger (2012)

Geschichtsstunde mit Timur Bekmambetov. Und wer ‚Wanted‘ kennt, weiß, was das heißt. Da sind dann Vampire für den Sklavenhandel in den Südstaaten verantwortlich, Abraham Lincoln ist ein Axt-schwingender Kämpfer für Recht und Ordnung und aus irgendeinem Grund ist Silber das probate Mittel im Kampf gegen die Twilight-Vorfahren. Aber ich will mich nicht beschweren. ‚Wanted‘ hat trotz der mehr als beknackten Handlung unglaublich viel Spaß gemacht, aber da waren ja auch eine Angelina Jolie und vor allem ein unheimlich sympathischer James McAvoy dabei.

Der junge Abraham Lincoln sieht mit an, wie ein Vampir seine Mutter tötet. Dann stirbt noch irgendwann sein Vater und unser irgendwann erwachsener Held (Benjamin Walker) will irgendwie Rache üben, auf irgendeine Art und Weise. In einer Bar lernt er Henry Sturges (Dominic Cooper) kennen, der Abes Pläne durchschaut und ihm daraufhin das Leben rettet, bevor der Mörder seiner Mutter auch ihn beseitigen kann. Henry entpuppt sich als Vampirjäger und wird zu Abrahams Mentor und unterrichtet ihn in der hohen Kunst des, nun ja, Holzhackens. Dann schickt der Meister seinen Schüler in irgendein Kaff, wo er Vampire beseitigen soll, nebenbei verliebt er sich in die verlobte Mary (Mary Elizabeth Winstead), entdeckt seinen Hang zur Politik und kommt hinter eine noch größere Vampirverschwörung. Spätestens hier ist ganz klar, dass die Handlung nicht einfach bleiben wird und dabei konsequent den Weg der Verblödung geht. Die Story spannt sich dann später über mehrere Jahrzehnte auf, bis zur finalen Schlacht im Bürgerkrieg, wo die Vampire ihr Händchen im Spiel haben. Interessanter Nebenaspekt: Die Fledermäuse können sich bei Sonnenlicht umherbewegen und besitzen die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen. Warum diese dann trotzdem öfter mal den Kürzeren ziehen bleibt mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Anstatt unsichtbar ihre Gegner wegzumorden, müssen in dreidimensionalen Verrenkungen Kampfchoreographien abgearbeitet werden. Wirtschaftlich ist was anderes.

Tja, und dann ist da Abraham Lincoln. Natürlich ist das eine sehr witzige Idee, dem Zylinderträger eine Axt und schier übermenschliche Kräfte zu verleihen. Leider hat der Kerl die Ausstrahlung und Coolness einer Kartoffel. Man bringt ihm nie wirklich Sympathie entgegen, nichtmal als ein enges Familienmitglied von ihm ermordet wird. Lustigerweise ist dafür Henry als sein Lehrer die Coolness in Person. Der rennt permanent mit Sonnenbrille und Drei-Wetter-Taft-Fönfrisur umher und schafft es tatsächlich, dass man ihn mag. Ansonsten sind die ganzen anderen Weggefährten unglaublich egal. Jimmi Simpson (aus ‚It’s always sunny in Philadelphia‘) spielt den Chef und Freund von Abe, hintergeht ihn, dann doch nicht und irgendwie hat man auch schon keine Lust, sich groß darum zu kümmern.

Der Oberböse Adam (Rufus Sewell, der Böse in ‚Ritter aus Leidenschaft‘) ist, nun ja, voll fies. Aber auch ihm kauft man das nicht ab, zumal sein beknackter Plan mit den Sklaven vorne und hinten keinen Sinn ergibt. An seiner Seite sorgt die böse Vampirin Vadoma (Erin Wasson) unfreiwillig für die bescheuerteste Szene im ganzen Film, als sie im Finale aus einem mir nicht erfindlichen Grund der Präsidentengattin gegenübersteht.

Da helfen die zwei bis drei Twists im Film nicht weiter. Es gibt durchaus nette Kampfszenen, aber man wird das Gefühl nicht los, dass alles halbherzig und dahingeschludert ist. Und selten war mir ein Held so unsympathisch wie hier. Er ist kein Arschloch, aber als Nicht-Amerikaner habe ich keine persönliche Bindung zu Abraham Lincoln. Da schaue ich mir lieber zum zehnten mal ‚Blade‘ an.

 

Regie: Timur Bekmambetov (Wanted, Nochnoy dozor, Nochnoy bazar, Wächter des Tages)

Schauspieler: Benjamin Walker, Dominic Cooper Anthony Mackie

Rating: 

 

Prince of Persia: Der Sand der Zeit (2010)

Wenn ein Film mit einem pseudophilosophischen Spruch vor einer malerischen Landschaft anfängt, dann ist bereits Vorsicht geboten. Und wenn es sich außerdem um eine Computerspieleverfilmung von Disney handelt, wird der eine oder andere bereits ausschalten. Einfach weil es keine guten Filme basierend auf Spielen gibt (außer Silent Hill), siehe Battleship, Doom, Resident Evil, Far Cry, Street Fighter, Tekken, Super Mario Bros., Max Payne, Lara Croft, Postal, Alone in the Dark, Wing Commander usw. Wer auch nur die Hälfte der erwähnten Schinken konsumiert hat, dem wird gerade ein kalter Schauer den Rücken runterlaufen. Allerdings sprechen 200 Millionen Dollar Budget doch für großes Vertrauen in die Produktion rumd um den persischen Prinzen.

Gleich nach der Instagram-esken Anfangssequenz wird uns der junge Dastan präsentiert, der vom persischen König (Alfred Molina) so mir nichts dir nichts auf dem Basar adoptiert und zum Teil der Königsfamilie wird. Wir springen ein paar Jahre in die Zukunft und Dastan (Jake Gyllenhal) ist ein stattlicher Mann geworden, der zusammen mit seinen Brüdern und Onkel Nizam (Ben Kingsley) in den Kampf um die Stadt Alamut zieht. Die Herrscherin des Örtchens Tamina (Gemma Arterton) ist natürlich nicht von der Eroberung und dem Blutbad begeistert. Als die Perser gerade die große Orgie bzw. Party starten wollen, kippt der König auf einmal tot um und Dastan wird zum Verräter und Vatermörder erklärt. Mit Tamina und zufälligerweise auch einem ziemlich heiligen und mächtigen Dolch flieht er in die Wüste. Dann tingelt das Pärchen durch die ewigen Weiten, natürlich streitend und mit total lustigen Dialogen. Coolerweise enthält das Brotmesser den Sand der Zeit, der dem Träger die Fähigkeit verleiht, kurze Zeitsprünge in die Vergangenheit zu tätigen und so etwaige Fehler zu vermeiden. Es folgt eine Odyssee durch sandige Orte und ohne klaren Plan. Zumindest wirkt die gesamte Geschichte arg unkreativ.

Wir treffen auf einen total lustigen Banditen. Der ist übrigens total lustig. Auch Dastan ist lustig, weil er eine große Klappe hat. Nur seine weibliche Begleitung schafft es, nicht nur dem Prinzen, sondern auch dem Zuschauer erheblich auf den Zeiger zu gehen. Da hilft auch das hübsche Gesicht von Gemma Arterton nicht. Aber wie sollte es auch anders sein: Wenn man eine Woche zusammen verbringt, bricht das Eis und die mehr als durchschaubare Beziehung zwischen Prinz und Prinzessin bahnt sich ihren Weg. Dabei schafft es der Film, von Anfang bis Ende unendlich oberflächlich zu sein. Praktisch jede Person ist charakterlos. Dastan ist der Junge von der Straße, der seine Familie retten will und der aber auch total edle Beweckgründe hat. Tamina ist nerviger als ein Furunkel und einfach eine Bitch, die zum Ende hin aber netter wird und Gefühle zeigt. Ben Kingsley als Onkel ist ein zu stark geschminkter Glatzkopf, der so durchschaubar ist wie ein Fenster bei Tag. Und hier und da gibt es dann die mehr oder weniger überflüssigen Sidekicks, die für einen Witz herhalten und danach ziemlich schnell in Vergessenheit geraten.

Disney versucht mit Dastan, eine Art Jack Sparrow der Wüste zu kreieren und dabei zeitgleich nicht zu nah an den Captain heranzukommen. So ist der Prinz aber nie wirklich sympathisch. Einfach weil Johnny Depp ein ganz anderes Kaliber ist und auch weil die Dialoge nicht viel Raum zum Kennenlernen lassen. Dass die Handlung dabei total unmotiviert und teilweise auch nicht glücklich geschnitten wirkt, hilft dem Film leider nicht weiter. Und gerade als am Ende die Story in ein eher unspannendes Finale hinausläuft, schafft es Prince of Persia, mit einem sehr netten Twist die Geschichte zu retten. Das Aushängeschild der Spielereihe, nämlich die rätselartigen Sprungpassagen, kommen nicht häufig vor. Das ist auch verständlich, denn was im Spiel Spaß macht, würde hier defninitv nicht funktionieren. Das hätte man womöglich mit Parcours-Elementen kompensieren können, aber auch das bleibt die Ausnahme. Die Erstürmung von Alamut mit dem kletternden und hüpfenden Dastan ist dabei das Highlight und besitzt auch eine angenehme Dynamik und einen Bewegungsfluss, der später nie wieder erreicht wird.

Die Bösewichte, die ich mal lieber nicht spoile, sind außerdem irgendwo zwischen dämlich und auf Droge. Oder beides. Denn der verfolgte fiese Plan grenzt an Debilität. Dadurch existiert wahrlich nicht eine prägnante Figur im Film. Selbst Oscar-Preisträger Ben Kingsley kann da nicht viel ausrichten. Und so ist Prince of Persia nicht viel mehr als ein 08/15-Hollywood-Film. Glattpoliert und professionell gemacht, aber ohne Seele, ohne Witz und vor allem ohne Erinnerungswertes. Eine weitere seelenlose Big-Buget-Produktion, die sich nicht traut, irgendetwas Markanter oder Innovatives zu versuchen. Wer Bock auf die Wüste hat, guckt sich lieber ‚Die Mumie‘ an. Die Effekte sind zwar nicht wirklich zeitgemäß, aber der Humor macht das allemal wett. ‚Aladdin‘ und ‚Asterix und Kleopatra‘ bieten neben Sand auch einen hohen Unterhaltungswert.

Und die Moral von der Geschichte? Effekte ersetzen weder Handlung noch Charaktere. Genausowenig macht Instagram aus uns allen total tolle Fotografen. Da hilft auch der pseudophilosphische Spruch nicht, der nochmal am Ende erscheint.

Regie: Mike Newell (Harry Potter und der Feuerkelch, Donnie Brasco, Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Die Liebe in Zeiten der Cholera)

Schauspieler: Jake Gyllenhal, Ben Kingsley, Gemma Arterton

Bewertung: 

Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2011)

Im zweiten Teil der Comicverfilmung über einen Motorradfahrer mit brennendem Kopf und dem Hang zur Gewalt treibt sich Johnny Blaze (Nicolas Cage) in Osteuropa rum, weil ihm die schwere Bürde des Riders irgendwie total aufs Gemüt schlägt. Wahrscheinlich will er sich dort eher mit billigen Frauen und Fusel vergnügen. Zeitgleich werden Nadya (Violante Placido) und ihr Sohn Danny von den Schergen des Teufels verfolgt, weil die Mutter einst, um ihr eigenes Leben zu retten, mit Satan ins Bett gehüpft ist und er nun die Frucht seiner Lenden zurückverlangt, um in Kürze ein richtig krasses Ritual durchzuführen, welches ihm seine Mächte auf der Erde zurückbringt. Unterstützt werden sie zusätlich vom Priester und Alkoholiker Moreau (Idris Elba), der Johnny Blaze den Auftrag gibt, Mutter und Kind zu finden und zu beschützen.

So richtig viel Sinn ergibt die Story nie. Das scheint aber niemanden wirklich zu stören, vor allem nicht den Ghost Rider, der jetzt so eine Art Psychopath ist, vor dem sich sogar Johnny fürchtet. Man versucht auch, ein wenig die Hintergrundgeschite und die Ursprünge dieses Dämons zu beleuchten, was aber die gesamte Angelegenheit noch lächerlicher macht. Mutter und Kind sind so profillos und gleichgültig, dass man sich um ihr Überleben nie wirklich schert. Auch allein der Fakt, dass Nadya sich auf einen selten dämlichen Deal mit dem Teufel eingelassen hat, macht sie mir ungemein unsympathisch.

Idris Elba ist ein Lichtblick, da er einfach ein guter Schauspieler ist, der seiner Figur wenigstens etwas Leben einhaucht, doch leider bekommt dieser dafür kaum Screentime. Und dann wäre da noch Nicolas Cage, der mit seiner psychotischen Mimik rumrennt und aus einem irgendwie nicht wirklich tiefgründigen Comic-Charakter eine Art Dr. Faust machen soll. Das gibt der Ghost Rider aber einfach nicht her und so bleiben die Mühen des Oscar-Preisträgers vergeblich. Man fragt sich auch wieder mal, warum Nicolas Cage so einen Müll drehen muss. Aber die Frage wurde zur Genüge diskutiert und eine logische Antwort kann es nicht geben.

Wer noch weniger Sinn ergibt, ist der Teufel, verkörpert von Ciarán Hinds. Satan hat, weil er auf der Erde wandelt, irgendwie nicht seine gewohnten Kräfte und ist darum relativ schwach. Deswegen braucht er den Jungen. Doch warum, wenn er selber nicht allzu mächtig ist, kann er Blaze den Ghost Rider einverleiben, der, wie es scheint, um einiges kräftiger ist als der gottverdammte Teufel selbst? Anstatt eine kleine einfache Story aufzubauen, muss man dann noch einen Twist einbauen und die ganze Chose unnötig kompliziert machen.

Kurz vor dem finalen Fight schafft es Blaze, sich den Ghost Rider auszutreiben, um kurze Zeit später festzustellen, dass er den Dämon doch noch gebraucht hätte. Schade. Und unglaublich bescheuert. Das ist ungefähr so, als ob sich Superman kurz vor der letzten Schlacht noch ein Kryptonit-Zäpfchen einführt oder Rambo beschließt, fortan ohne Maschinengewehre zu kämpfen. Sonst wäre es ja auch langweilig. Überhaupt wurde versucht, den Ghost Rider verletztlich zu machen. Manchmal machen ihm dann Granaten was aus. Doch schon kurze Zeit später schluckt er Maschinengewehrsalven völlig uninteressiert. So weiß man irgendwie nicht wirklich, was das für ein Held sein soll und wo Stärken und Schwächen liegen. Dadurch schafft es der Film, die Orientierungslosigkeit der Handlung auch auf seinen Hauptcharakter zu übertragen.

Es gibt aber auch einen guten Moment. Jedes Gefährt, das der Geisterreiter besteigt, verwandelt sich zu einem brennenden Höllenfahrzeug. In einer Szene klettert unser Recke auf einen haushohen Schaufelradbagger, um mit diesem Ungetüm seine Widersacher plattzuwalzen. Das ist ziemlich cool und brachial, dauert aber leider nicht allzu lange. Hier hätte man die Chance gehabt, den Ghost Rider zu einem schön eindimensionalen Actionhelden zu machen. Dafür müsste auch die Handlung einfacher und vor allem logischer sein, doch sie ist es eben nicht. Ghost Rider: Spirit of Vengeance schafft es, eine ganze Schippe schlechter auszufallen als sein Vorgänger, der mir im Gegensatz zu vielen anderen gar nicht mal so schlecht erschien. Gott sei Dank ist dieser Blödsinn, der im Kino sogar in 3D kam, nach knapp eineinhalb Stunden vorbei und man kann sofort damit anfangen, den Unfug wieder zu vergessen.

Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor (beide Crank I + II, Gamer)

Schauspieler: Nicolas Cage, Idris Elba, Ciarán Hinds

Bewertung: 

Underworld: Awakening (2012)

Seit Twilight haben Vampire einen schweren Stand. Die früher furchterregenden Kreaturen der Nacht sind heute nicht viel mehr als der fleischgewordene Traum pubertierender Gören mit einem Faible für Stalker, die in diesem Fall zugegebenermaßen sehr anmutig in der Sonne funkeln. Dass der wenig männliche Eindruck mit weiteren Genre-Ablegern à la Vampire Diarrhea selbst Rainbow Dash wie einen superbrutalen Cartoon-Charakter aussehen lässt, ist weitreichend bekannt. Doch vor lauter Tränen über unsere verlorenen Blutsauger-Freunde vergisst man manchmal, dass es da noch die Kehrseite der Medaille gibt. Vor gar nicht allzu langer Zeit streifte noch der Daywalker alias Blade durch die Straßen und sorgte für ordentliche Kopfschmerzen unter Vampiren. Da Herr Snipes aber noch bis Mitte 2013 im Knast abhängt, müssen andere Leute für Action sorgen: Selene!

Im vierten Teil der Underworld-Reihe muss die mächtige Vampirin Selene (Kate Beckinsale) feststellen, dass sie ganze 12 Jahre von einer bösen Biofirma eingefroren wurde und nun eine Tochter hat, die irgendwie aus ihrer Beziehung zum Hybriden Michael genetisch hervorgeht. Damit ist die junge Eve irgendwie Werwölfin und Vampirin zugleich, nur voll krasser. Mutter und Kind können auch irgendwie teilweise sehen was der andere gerade sieht, weil sie so miteinander verbunden sind oder so. In Selenes Abwesenheit haben die normalen Menschen eine Art Genozid an allen Vampiren und Lykanern (also Werwölfen) durchgeführt und nur wenige Kreaturen sind übrig. Dann tauchen doch noch ein paar Wölfchen auf, wobei unsere Helden erschrocken feststellen müssen, dass ein Bello scheinbar in einen Topf voller Steroide gefallen ist.

Die Handlung ist unheimlich belang- und sinnlos. Ich wüsste auch nicht so Recht, was Fans der Reihe darin so Tolles sehen könnten. Selene ist im Grunde das, was passiert, wenn man Trinity (Matrix) und Beatrix Kiddo (Kill Bill) miteinander kreuzt. Die Frau trägt permanent ihr Lederoutfit und wird nach längerem Koma mit einem Kind „gesegnet“. Dann verprügelt und tötet sie ganz viele Menschen, ohne dabei auch nur ein einziges mal mit der Wimper zu zucken. Die Kampfszenen könnten genauso auch aus einem der Resident Evil-Filme sein, so wie auch die Handlung. Die Bösen sind die Lykaner, wobei die Halb-Wolf-Halb-Vollidioten ihre Ausrottung verdient hätten. Das, was als so ungemein ausgeklügelter böser Plan hier verkauft wird, ist sowas von fernab jeglichen Sinns, dass ich das hier auch einfach nicht spoilern will oder kann.

Besonders verstörend empfand ich eine Szene am Anfang des Films. Hier wird Selene am Hafen von der Polizei beschossen. Sie rennt auf ihren Lover Michael zu, der daraufhin auch den Gewehrsalven ausgesetzt ist. Was macht er in dieser so unglaublich bedrohlichen Situation? Er reißt sich das Shirt vom Leib und genießt, an der selben Stelle weiterstehend, den Kugelhagel, während er sich in was-auch-immer verwandelt. Dann explodiert irgendwie irgendwas und beide sind unter Wasser mit noch mehr Beschuss und einer krassen Bombe. Sowas entzieht sich dann meinem Verständnis. Hatte man kein Geld oder was? Hätte der Typ nicht wenigstens ein wenig so tun können, als ob das echte Patronen waren?

Der Rest ist dann das reinste Déjà-vu-Erlebnis. Ob Matrix, Resident Evil oder American Beauty. American Beauty? American Beauty! In einer kleinen und kurzen Nebenrolle sehen wir den Typen, der damals Kevin Spacey Dope verkaufte und der Plastiktüte beim Rumfliegen zusah. Karrierefördernd würde ich Underworld: Awakening allerdings nicht gerade nennen. Dafür stimmt hier einfach gar nichts. Kate Beckinsales Rolle ist unterkühlt und absolut unsympathisch und alle anderen sind völlig egal. Die Kämpfe gibt es schon anderswo und besser und ich kann mich einfach nicht so recht mit dem Aussehen der Wölfe anfreunden, wobei das natürlich Ansichtssache ist. Nicht mal Harry Potter hatte einen ‚guten‘ Werwolf anzubieten.

Problematisch ist, dass mir die ersten beiden Underworld-Teile überhaupt nicht gefallen haben (den dritten habe ich leider verpasst). Und dieser Film ist im Grunde genau das Gleiche, nur eben noch schlechter. Ich finde Selene als Hauptcharakter auch vollkommen merkwürdig. Sie soll ja cool sein. Aber sie ist so unterkühlt, dass ich keine Sympathie empfinden kann, lediglich ein einziges mal im finalen Fight mit dem Steroid-Wolf kam so etwas wie Verbundenheit auf. Blade hat in seiner Coolness und seinem tollen Schwert halt noch eine Schippe Style mitgebracht. Und eine brauchbare Comic-Vorlage. Aber es soll ja auch Leute geben, die Mila Jovovich im Resident Evil-Franchise feiern.

Ich kann jedem von diesem eineinhalb Stunden langen Style-Blödsinn abraten, zumal es auch verdammt gute Vampir-Filme gibt. Daybreakers fand ich gelungen, der erste Blade-Film ist auch ganz brauchbar und manch einer da draußen munkelt, dass From Dusk Till Dawn wunderbar ist. So wie Underworld: Awakening endet, wird es wohl noch eine oder mehrere Fortsetzungen geben. Dann kann sich Selene mit Alice (Resident Evil) um den Titel der ausgelutschtesten Filmreihe streiten.

Regie: Måns Mårlind, Björn Stein (schwedisches TV vorher)

Schauspieler: Kate Beckinsale, Stephen Rea, Michael Ealy, Wes Bentley (der aus American Beauty)

Bewertung: 

100 Million BC (2008)

Was macht eigentlich dieser blonde Bengel aus ‚Die blaue Lagune‘? Das Mädel aus diesem Insel-Romantik-Gedöns von 1980, Brooke Shields, kann immerhin auf eine relativ erfolgreiche Karriere in der amerikansichen TV-Landschaft zurückblicken (Lipstick Jungle, Hannah Montana, Nip/Tuck, Two and a Half Men, Die Wilden 70er, Susan). Doch wo hat man den blonden Schönling noch gesehen? Natürlich, in 100 Million BC! Nur ist Mister Blondi dort 28 Jahre älter und die Ansprüche ein kleines wenig niedriger.

Dr. Frank Reno (Michael Gross) hat eine Gruppe Soldaten in den 40ern zurück in die Vergangenheit geschickt. Nämlich 100 Millionen Jahre vor unsere Zeitrechnung. Dummerweise war sein Bruder Erik (Christopher Atkins) dabei und noch dümmererweise klappt das mit dem In-die-Gegenwart-zurückholen nicht mehr und so vergehen halt mal knapp 60 Jahre, bis man nun einen Trupp überkrasser Elite-Soldaten in die Vergangenheit schicken kann, um die Leute zu retten und alles wieder ins Lot zu bringen. Irgendwas geht dann noch schief und am Ende landet ein großer Fleischfresser aus der Urzeit im Los Angeles der Gegenwart und treibt dort seinen Schabernack.

100 Million BC ist ein wahrhaftiger Trash-Film. Das beginnt schon mit der Handlung, die weder vorne noch hinten so richtig Sinn ergibt. Am Ende wird ein Panzer aus dem zweiten Weltkrieg durch die Zeit geschickt, und keiner weiß so richtig warum. Die Armee der USA bzw. die Polizei von Los Angeles sind nicht vorhanden und ein umherstapfender Dino interessiert so ziemlich keinen. Um quasi den Verkehr darzustellen, wird ein Hummer-Truck  immer und immer und immer wieder verwendent. Ganz davon zu schweigen, dass das exakt gleiche Vehikel bereits von den Protagonisten gefahren wurde. Am Ende entwickelt sich der Film zu einem Werbevideo für das Joggen. Das ist einerseits löblich, weil gesund, andererseits jedoch unglaublich lächerlich. Weil nämlich vor 100 Millionen Jahren der Sauerstoffgehalt in der Luft viel niedriger war, sind die Leute, die in dieser Zeit lange gelebt haben, heute unglaublich athletisch und mindestens so schnell wie ein 20 Meter hoher Saurier. Wo die Handlung schon weit entfernt von sinnvoll ist, trumpfen die Special Effects zu einer unglaublichen Kakophonie des Grauens auf. Ein Soldat steht im Wald alleine und wir sehen, wie innerhalb von 0,5 Sekunden ein ziemlich schlecht gezeichneter Velociraptor ihn von hinten sachte in den Nacken beißt, um ihn mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Waldspaziergang mitzunehmen. *Plupp*. Und so ziemlich jedes Urtier sieht aus wie von Kindergartenkindern mit Fingerfarben gezeichnet, animiert und produziert. Selbst zu Zeiten der Blauen Lagune wäre das schon komplett bescheuert gewesen.

Die letzten Szenen spielen dann noch ein wenig mit Zeitreisen und machen es auch nicht mehr besser. Obwohl mir der eine Twist zum Schluss für so ein nocht-nicht-mal-B-Movie geradezu genial erschien, verbleibt 100 Million BC auf seinem ununtertroffenem beschissenen Niveau. Dialoge und Schauspieler sind mies und alleine der Trailer lädt schon zum Schmunzeln ein. Wer schon alles gesehen hat, 85 Minuten Zeit hat und mal wieder „richtige“ Filme wieder genießen möchte, könnte mit Hilfe dieses Bodensatzes der Filmindustrie unterhalten werden. 100 Million BC ist nämlich schlechter als alles, was nachts über den Äther der privaten Sender flimmert und es lässt alle Filme von Nicoals Cage der letzten 5 Jahre wie kongeniale Meisterwerke wirken. Danke.

Regie: Griff Furst (Movin‘ In, Universal Soldiers (nichts mit Jean Claude Van Damme zu tun), 30 Days to Die)

Schauspieler: Michael Gross, Christopher Atkins

Bewertung: 

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Kampf der Titanen (2010)

Der ärmliche griechische Fischer Spyros (Pete Postlethwaite, RIP) zieht einen Sarg aus dem Meer. Darin eine tote Mutter mit ihrem noch lebenden Säugling namens Perseus (Sam Worthington, er spielt aber nicht das Baby!). Dieser ist zufällig der Sohn des Zeus (Liam Neeson). Jahre später fangen die Menschen im antiken Lande an, alle Göttersymbole zu schänden und zu beschädigen, weil sie, nun ja, voll überheblich geworden sind. Als Perseus samt Familie gerade neben einer frisch abgerissenen Zeus-Statue entlangsegelt, killt Hades (Ralph Fiennes) die Schänder und nebenbei auch Perseus‘ gesamte Sippe. Dieser wird aus dem Meer gefischt und aus irgendeinem Grund vor den König und die Königin geführt, die gerade voll auf die Gotteslästereien abfeiern. Da kommt jedoch Hades und tötet die meisten Soldaten und stellt das Ultimatum, in 10 Tagen mit dem Riesenkraken die Stadt Argos zu vernichten, wenn nicht des Königs Tochter Andromeda zum Opfer angeboten wird. Ich fasse zusammen: Entweder opfern wir eine einzelne Person oder aber wir schicken ein dutzend Männer und die halbe Stadt in den Tod. Natürlich lässt sich der notgeile Perseus nicht lumpen und bricht mit einem dutzend Männer (darunter Draco gespielt von Mads Mikkelsen) auf in den Tod. Weil es natürlich noch eine Hintertür gibt, um den Kraken zu vernichten. Deswegen soll man erst zu den Schicksals-Hexen und die geben dann einen Tipp, was zu machen ist. Zeitgleich kocht Hades sein eigenes kleines Süppchen, um Zeus zu stürzen und die Titanen freizulassen, die Trotz des Filmtitels nicht im Film in Erscheinung treten. Also quasi ein Alienfilm ohne Aliens oder ein Porno ohne schlechte Dialoge oder eine Filmrezension ohne miese Vergleiche und flache Witze. Irgendwie taucht dann noch so ein ehemaliger König und nun Monster-Riese auf, der ja eigentlich der Stief-Vater von Perseus ist, welcher aber aufgrund der sexuellen Intimität seiner Frau mit Zeus die Mutter samt Kind damals in einem Sarg im Meer versenkt hatte und dabei leider selbst als Blitzableiter gedient hatte. Die komplexen Familienstrukturen bieten also viel Spielraum, um eine tiefgründige Story mit der vollen Bandbreits an Emotionen abzuliefern.

Kampf der Titanen strotzt nur so vor Unlogik. Das liegt vor allem daran, dass es eigentlich keinen einzigen tiefgründigen oder sinnvollen Charakter gibt. Perseus ist ein Junge mit Vaterkomplexen und mit wenig Verstand, und zum ersten mal merkt man, dass Sam Worthington auch kein wirklich guter Schauspieler ist. Zumindest meiner Meinung nach. Natürlich liegt es auch am Skript, welches ihm ungefähr zwei Sekunden Zeit gibt, um über den Verlust seiner Familie hinwegzukommen. So richtig RACHE-BIS-AUFS-BLUT kauft man ihm so nicht ab. Viel mehr als angestrengt flüstern und hier und da sein Schwert schwingen tut er auch nicht. Warum die Halbgöttin Io (Gemma Arterton) ihm hinterherlatscht habe ich nicht verstanden und es war mir auch egal. Dass Mads Mikkelsens Rolle irgendwo zwischen Arschloch und Arschloch einzustufen ist, ist schade, denn gerade da hätte man sich doch einfach mal ein wenig zeit nehmen können.

Die Effekte sind eine wahre Frechheit. Im Jahre 2010 ist es doch wohl möglich, dass eine Medusa und diverse Riesenskorpione nicht aussehen, als ob sie die direkten Nachfahren des noch ein wenig schlechter, aber nicht viel schlechter,  animierten Skorpionkönigs aus ‚Die Mumie kehrt zurück‘ von 2001 sind. So wirken die Kämpfe gegen die Ungetüme irgendwie komisch, was die Schnitte nicht viel besser machen. So wirkt das alles vollkommen lieblos zusammengeschustert. Noch weniger Liebe wird den einzelnen Protagonisten zuteil, die kurz auftauchen, um schnell wieder zu sterben. Unseren Helden schert das eh nicht, weil er noch eine offene Rechnung mit Hades hat und keine Zeit, seine Freunde zu betrauern. Pegasus ist schwarz, ein Schiff versinkt innerhalb von Sekunden (so hätte auf der Titanic niemand überlebt) und die Auflösung des Finals ist vollkommen merkwürdig und schnell. Aber null Problemo, so haben wir wenigstens genügend Stoff für Sequels. Hurra!

So etwas entzieht sich jedem Verständnis. Man hat einen Liam Neeson, einen Ralph Fiennes und einen Mads Mikkelsen. Alles gute Schauspieler, die starke Rollen ausfüllen können. Warum da nicht ein wenig mehr Verstand in eine sinnvolle Handlung investieren? Schon hätte man einen ähnlichen Film à la Herr der Ringe oder Fluch der Karibik, der garantiert erfolgreich wäre, und zudem noch intelligent und gut! Dafür hätte man sich 10 bis 15 Minuten am Anfang nehmen müssen und die Charaktere mal ein wenig interagieren lassen können, bevor „the shit hits the fan“. Doch scheinbar besitzt das keine Relevanz in Hollywood, hauptsache man haut pünktlich zum Sommer einen Blockbuster raus, die Leute fressen das schon. Die Action-Sequenzen sind dann auch schlecht und so hat man einen ziemlich blöden Film ohne Charakter. Oder Titanen….

Regie: Louis Leterrier (Transporter I + II, Unleashed, Der unglaubliche Hulk)

Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen

Bewertung: 

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Dragonball Evolution (2009)

Olé olé, der Dragonball-Film!  Olé olé, wie war die Serie geil, als ich noch ein Kind war. Gott sei Dank wurden meine Helden der Kindheit noch nie verwurstet und in billigen und / oder doofen Produktionen bzw. Sequels bzw. Prequels verstümmelt (außer der Tekken-Film,  Star Wars I, II, III, Der Tag an dem die Erde stillstand, 101/102 Dalmatiner, Karate Kid, A-Team, Planet der Affen, Conan, Pink Panther, Alien vs. Predator I+II, Die unendliche Geschichte II+III, Krieg der Welten, …). Heiliger Kuhmist, Son-Goku lauf! Oh nein, zu spät….

Dragonball selber ist ein Anime aus den 80ern. Davon gibt es dann noch erwachsenere Ableger: Dragonball Z und Dragonball GT. Im Fokus steht Son-Goku, der in Dragonball als kleiner Junge von einem älteren Herren adoptiert und im Kampf unterrichtet wird. Die Dragonballs sind 7 magische Kugeln, die beim Einsammeln aller zur Beschwörung eines Drachen führen, der einem jeden Wunsch erfüllt. Soviel zur Serie. In Z und GT ist Son-Goku erwachsen, hat Kinder und teilweise Enkel, ist aber immer recht frisch. Eine tolle Serie, mit sehr vielen Folgen und total viel Action und Kämpfen. Son-Goku wird immer mächtiger und ist überhaupt ein total korrekter Kerl. So weit, so gut.

Im 21. Jahrhundert entschloss man sich nun, die Serie mit realen Darstellern zu verfilmen. Und da geht das erste Problem von Evolution schon los. Wen nimmt man, um Son-Goku zu spielen, der in der Serie eigentlich ein Kind ist? Man nimmt Justin Chatwin, einen Hänfling, dessen Ausstrahlung und Mimik eher der eines gelangweilten Sexualstraftäters gleichen. Aber nun gut, damit kann ich noch leben. Wenigstens stimmt die Frisur. Jedoch haben alle anderen Protagonisten nichts mit der Serie gemein, außer die eine oder andere lose Charaktereigenschaft hier oder dort. Und da wird es schwierig und auch oberflächlich. Was das Ur-Dragoball in 74 (von insgesamt 153) Episoden erzählt, wird hier zusammengekürzt auf 85 Minuten und vollkommen leb- und lieblos abgespult. Der Quatsch ergibt dann im großen und ganzen überhaupt keinen Sinn mehr. Alle, die Dragonball nicht kennen, erkennen keinen Zusammenhang. Alle, die Dragonball kennen, fühlen sich verarscht.

Der böse Piccolo sieht zum Beispiel total beschissen aus. Nicht nur, weil er keine Ähnlichkeit zu seinem Comic-Vorbild hat, sondern weil seine Maske billig aussieht. Das erinnert dann viel mehr an die Power Rangers. Und wo wir gerade bei den Power Rangers sind, Dragonball Evolution klaut ganz frech aus diversen anderen Filmen. Wenn Son-Goku einen Dragoball berührt, hat er Flashbacks und böse Gedanken (Herr der Ringe). Piccolo verfügt über telekinetische Kräfte à la Magneto (X-Men). Und das Finale ist dann einfach nur noch traurig. Nicht im Sinne von „Och, wie traurig *schluchz*“, sondern eher in die Richtung von „Hey, das ist so traurig, ich glaube, ich zünde mich an, um den Dreck zu vergessen!“. Leider reicht es nicht, seine pyromanischen Triebe an sich selbst auszuleben, um den Haufen Blödsinn namens Dragonball Evolution zu vergessen.

Ich habe auch keinen Plan, was ein Chow Yun-Fat (Hard Boiled, Tiger & Dragon) da drin zu suchen hat. Das macht es nur noch trauriger. Und so bleibt nur noch eine Frage zu klären, die nach dem warum. Warum musste man Dragonball verwursten? Warum so schlecht? Warum so lieblos? Warum hatte man ein 45-Millionen-Dollar-Budget, obwohl der Film viel billiger aussieht? Hätte man nicht einfach einen erotischen Sailor-Moon-Softporno drehen können? Dann wäre zumindest ein Teil meiner Kindheitserinnerungen noch intakt. Alles, was bleibt, ist die Hoffnung, das irgendwer mal einen ordentlich Dragonball-Film in diesem Grafikstil macht.

Regie: James Wong (Final Destination I + III, The One)

Schauspieler: Justin Chatwin, Chow Yun-Fat

Bewertung:  

Sucker Punch (2011)

Den Namen der Hauptfigur erfahren wir nicht, aber im späteren Verlauft wird sie jedoch stets Baby Doll (Emily Browning) genannt. Deren Mutter stirbt und als ihr Stiefvater versucht, ihre kleine Schwester zu vergewaltigen, bedroht sie diesen mit einer Waffe, wobei Baby Doll aus Versehen ihre eigene Schwester erschießt und von dem Typen dann in eine Klapsmühle abgeschoben wird. Dort soll in fünf Tagen eine Lobotomie an ihr durchgeführt werden, die sie zu Gemüse macht.

Das ist der ungefähre Rahmen. In der Anstalt selber flieht sie während der Sitzungen mit der Psychologin in eine Traumwelt, in der die Einrichtung zu einem Bordell / Stripladen wird. In dieser Traumwelt wiederum flieht sie beim Tanzen in eine weitere Welt, in der dann die ganze Action abläuft. Somit spielt der Film auf 3 Ebenen, ist jedoch von Tiefgründigkeit so weit entfernt wie  die Erde vom nächsten Stern.

Der Anfang von ‚Sucker Punch‘ ist ziemlich cool. Zu einem Cover von ‚Sweet Dreams‘ werden die grausamen Umstände von Baby Dolls Einlieferung gezeigt. Das weckt gut Emotionen, und die Kamerafahrten sind richtig nice. Die Stimme aus dem Off kommt zwar mit irgend einem tiefgründigen Quatsch, das ist bis dahin aber noch nicht störend.

So, und dann gehts los. Nun wirds richtig bunt. Angelehnt an die reale Welt, wird in der Bordell-Welt ein Plan zur Flucht geschmiedet. Dazu braucht man scheinbar vier Gegenstände, die dann in der dritten Welt gesammelt werden. Diese finale Welt ist der Action-Fantasy-Samurai-Nazis-Drachen-Explosionen-Part. Episodenhaft werden hier die Objekte der Begierde von irgendwelchen Robotern oder Nazis oder Drachen eingesackt. Das ist das erste Mal noch ganz cool, wenn Baby Doll gegen metallene Gatling-Gun-tragende Samurais kämpfen muss im  Schülerinneoutfit und nur mit einer Pistole und einem Schwert bewaffnet. Als sich die weiteren Mädels zu ihr gesellen, wird es relativ ähnlich. Und hier ist das erste Problem. Die ganzen Kampfszenen sind sich alle so ähnlich und so übertrieben cool, dass sie schon wieder irgendwie belanglos sind. Es ist zwar immer klar, dass diese ausgedachte Welt nur den zermarterten Geist einer jungen Frau darstellt und die trübe Tristess ihres Alltags kaschieren soll, doch mangelt es an Reflektion in die reale Welt. Wir sehen das wahre Geschehen nur am Anfang und am Ende, doch wird das alles müßig.

Der Fakt, dass sie lostanzen muss, um die dritte Welt betreten zu können, war okay, beim vierten Mal erscheint mir das jedoch dann schon wieder lächerlich. Warum wird die Realität so krass ausgeblendet? Das kann man natürlich als tiefgründiges stilistische Mittel auslegen, wenn es denn nicht so nerven würde! Und so wird der Film zu einem hohlen Mix aus Kill Bill und Inception, ohne jemals auch nur ein wenig die erzählerische Stärke seiner Vorbilder zu erreichen. Es gibt zwar hier und da ein paar coole Kampfszenen, die, wie ich finde, nur Hülle sind, für viel zu wenig Substanz.

Problematisch ist auch, dass unsere Heldin in der Realität nicht ein einziges Wort sagt und sonst auch eher wenig spricht. Der Rest der Girlie-Crew ist auch nich besonders helle, man kommt aber nicht um den Gedanken hinweg, dass nur Models im Irrenhaus einsitzen. Berufsrisiko? Die Art und Weise, wie sich die Beziehungen und Ideen der Weiber entspinnen, ist auch vollkommen sinnfrei und vermisst Tiefe. Der Einstieg in jede einzelne Mission der dritten Welt wird immer wieder mit (wirklich guter) Musik unterlegt, sodass sich hier ein erzählerischer Wiederholungs-Charakter ergibt. Das hat dann auch ein wenig gestört. Nebenbei belegen die pseudo-schlauen Dialoge die wenig clevere Handlung.

Das Ende fand ich dann merkwürdig. Mich hat es nicht wirklich befriedigt. Es sollte zwar irgendwie schlau sein, das fand ich jedoch nicht. Wie dem auch sei, ich will das nicht spoilern. Gesagt sei nur, dass eine tiefgründige und nachdenkliche Stimme aus dem Off mit entsprechendem Pathos alleine nicht ausreicht, um dem, was man sieht, auch Tiefe zu geben. Am Ende darf Jon Hamm (aus Mad Men, The Town) kurz auftreten. Und mein Gott, ist sein Charakter doof. Die Psychologin fügt sich da nahtlos ein.

Und was hat man nun am Ende? In der Realität ein (nicht wirklich) bewegendes Drama um die Psychatrie, in der ersten Traumwelt ein Chick-Flick à la ‚Dreamgirls‘ oder ‚Burlesque‘ und in der finalen Actionwelt ist man bei ‚3 Engel für Charlie‘. Ich weiß nicht, ob das wirklich funktionieren kann. Die meisten Kritiken sind sehr kritisch, wobei durchaus viele Comments aus jungen Kreisen von tiefer Begeisterung zeugen. Mir persönlich war das alles zu mager, es gibt zig Filme, die zwar keine Genres mixen, jedoch in ihrem Bereich es viel besser machen als ‚Sucker Punch‘. Was die Action und Fights angeht, so fährt man mit Kill Bill, 300 oder Shoot Em Up besser. Wer diese ‚Frauen-arbeiten-im-Puff‘-Filme mag, der ist mit ‚Moulin Rouge‘ besser dran. Und was die Drama-Komponente angeht, so gibt es das überragende ‚Pan’s Labyrinth‘. Für mich war ‚Sucker Punch‘ leider nur eine Grafik-Hure. Sieht gut aus und nicht viel dahinter.

Regie: Zack Snyder (300, Watchmen, Dawn of the Dead)

Schauspieler: Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone

Bewertung: 

Die Herrschaft des Feuers (2002)

Durch Bauarbeiten in London werden die seit vielen Jahren ruhenden Drachen wieder zum Vorschein gebracht und bringen die Menschheit an den Rand des Untergangs. Quinn (Christian Bale) und Creedy (Gerard Butler) leben verschanzt in einer Festungs-Siedlung unter widrigsten Umständen. Es mangelt an Nahrung und auch die ständige Gefahr vor den fliegenden Ungeheuern bestimmt den Alltag. Eines Tages taucht der Drachenjäger Denton van Zan mit seiner Truppe vor den Toren auf und ‚bittet‘ um Unterkunft.

Es ist also ein apokalyptischer Film, der in diesem Szenario versucht, die Drachen plausibel zu erklären. Z. Bsp. wie diese Feuer spucken können oder auch warum sie in älteren Mythologien auftauchen. Insofern wird man in diese Welt durchaus gut hineingeleitet. Man sieht wie die Menschheit beinahe auf den technischen Stand des Mittelalters zurückgeworfen wird und das Überleben in dieser feindlichen Umgebung von Dreck und Gefahr geprägt ist. Christian Bale in seiner Rolle als Quinn leitet das Dorf, regelt den Alltag und organisiert das Zusammenleben. Das erinnert ein wenig an seine Rolle in Terminator: Salvation. Ist er als einziger dazu in der Lage, die Menschheit aus der Unterdrückung durch eine höhere Macht zu führen? Auf keinen Fall. Er ist passiv, will sich eingraben und abwarten. Man scheut den Kampf, sowohl aus Angst und Respekt als auch aufgrund der beschränkten technischen Möglichkeiten.

Dann taucht der wilde Amerikaner Denton van Zan auf. Schwer bewaffnet und erfahren im Kampf mit den Ungetümen. Jedoch besitzt er, so verrückt er auch sein mag, die Vision, den Kampf mit den Drachen aufzunehmen und sich nicht zu verkriechen. Da er aber alles andere als ein guter Mensch ist, entsteht ein gewisser Konflikt. Welche der beiden starken Figuren unterstützt man nun als Zuschauer? Natürlich ist Quinn der ‚Gute‘, doch auch er gibt sich irgendwann dem Kampf hin, denn die Situation ist unmöglich hinzunehmen und auszusitzen.

Und dadurch finde ich, dass der Film viel an Logik verliert. Das spürt man dann zum Ende hin. Man kann die Apokalypse exakt erklären und skizzieren, wenn dann jedoch die Protagonisten nicht in ihrem Rahmen sinnvoll handeln, wird das Geschehen flach. Christian Bale ist ein toller Schauspieler, den ich wirklich gut leiden kann. Doch mit seinem Alter Ego hier wird man nie so wirklich 100% warm. So fehlt irgendwo jemand, der dies alles trägt. Die Figur des Quinn ist nicht so wirklich heldenhaft. Er ist mehr oder weniger Opfer seiner Lage. Und der andere starke Charakter ist ein klischeehafter Waffennarr.

Auch der Rest der Besetzung ist durchaus namhaft, doch auch hier wird wieder teilweise auf unglaublich sinnlose Weise gestorben (der letzte, der im Film stirbt, verdient einen Preis für den dümmlichsten Filmtod). Andererseits ist das Visuelle durchaus gelungen. London als eine Ruine voller Drachen, viele dunkle Farben, viele dreckige Gesichter. Außer natürlich die eine einzige relevante Frau im Film, die sehr gut und gepflegt aussieht.

Für einen Film, der sich darum bemüht, diverse Sachen zu erklären und so realistisch zu erscheinen, ist das Ende irgendwie unbefridiegend. Im Finale wird viel geschlichen und wenig mit den Action-Möglichkeiten gearbeitet, die die Drachen bieten könnten. Und warum nimmt man eine Axt mit in den Kampf gegen ein haushohes Ungetüm? Es wird anfangs erwähnt, dass konventionelle Kriegsmaschinerie nichts gegen die Flugbiester ausrichten kann bzw. dass diese sich so schnell vermehren, dass man ihnen nicht Einhalt gebieten kann. Doch scheinbar können sich ein paar vereinzelte und verzweifelte Kämpfer behaupten. Merkwürdig. Es ist natürlich nicht ganz richtig, solche Dinge anzukreiden, denn schließlich will uns der Film eine Geschichte in einem fiktiven Szenario erzählen. Doch auch sowas könnte man mit einem etwas clevereren Drehbuch beheben.

Das Finale als solches ist dann auch nicht überwältigend spannend, es gibt weder Twists noch ein nachdenklich machendes Ende. ‚Die Herrschaft des Feuers‘ ist somit eher ein wenig geistreicher Action-Apocalypse-Survival-Film. Ich mochte das Szenario und die einzelnen Orte. Der Rest war jedoch im Großen und Ganzen nicht mehr als ok. Man wird schon ein wenig unterhalten. Doch es gibt eindeutig ähnliche Filme, die um Längen besser sind. Wem Endzeit-Szenarien gefallen, der wird mit ‚Children of Men‘ oder ’28 Days Later‘ mehr Freude haben. Jedoch sind aktuelle Drachenfilme eher eine Rarität, ausgenommen natürlich der Kinderfilm-Sektor.

Regie: Rob Bowman (viele Serien: Akte X (ach den ersten Film), Castle, Parker Lewis)

Schauspieler: Christian Bale, Matthew McConaughey, Gerard Butler

Bewertung: 

Legion (2010)

Gott hat auf einmal keinen Bock mehr auf die Menschheit, also sollen die Engel los und den Tag des jüngsten Gerichts einleiten. Das Baby einer schwangeren Kellnerin (Adrianne Palicki) draußen in der amerikanischen Pampa kann als einziges die nahende Apokalypse verhindern. Deswegen schickt der Himmel seine Armeen los gen kleinem Restaurant (Chef davon ist Dennis Quaid), wo sich ein paar Leute (inklusive besagter Schwangeren) mit Hilfe des beistehenden Engels Michael (Paul Bettany) verschanzen.

Man mag denken: Mensch gegen Gott? Und ja, Sinn ergibt die ganze Chose nicht. Anstatt die Menschheit einfach wegzufegen, werden einzelne Menschen von Engeln „besessen“, ähnlich wie die Agenten in Matrix in die Haut von Personen in der Matrix schlüpften. Und auch die Problemchen der einzelnen Leutchen in der Fritten-Bude werden kurz beleuchtet, nur um anschließend einen nach dem anderen über den Jordan zu schicken. So nimmt der Film teilweise Züge eines Survival-Horror-Streifens an, was wohl noch am gelungensten erscheint. Der Rest ist eine hanebüchene Story ohne Sinn und Verstand.

Die Riege an Schauspielern kann sich durchaus sehen lassen. Besonders sympathisch ist allerdings niemand. Der Engel redet wenig und ballert mehr und der Rest stirbt dümmlichst einer nach dem anderen. Nebenbei in aller Hektik wird noch ein Kind zur Welt gebracht und der Rest der Menschheit niedergemacht. Dennis Quaid gibt den trostlosen Versager-Vater, sein Sohn will den Vater für die sitzengelassene Schwangere geben und man selber will sich irgendwann die Kugel geben.

An und für sich kommt Spannung auf, als sich die illustre Gruppe verbarrikadieren muss und immer fiesere (jedoch sehr ähnliche) Gegnerwellen anrücken. Das eine oder andere Horror-Element ist auch nicht schlecht, zum Beispiel als ein besessener kleiner Junge in das Restaurant eindringt und die Leute ohne Licht und unter Panik der Gefahr ausgesetzt sind.

Das ist jedoch nur ein kleiner Lichtblick in ansonsten vollkommen hohler Unterhaltung. Zum Ende hin kommt es dann sozusagen zum finalen Fight. Die Auflösung der ganzen Story anschließend ist so unglaublich unzufriedenstellend und einfach nur lieblos. Das ist fast wie Gotteslästerung.

Ein wahrlich durch und durch schwacher Film von vorne bis hinten. Wer gute Unterhaltung in einem ähnlichen Universum sucht, der ist mit Constantine (mit Keanu Reeves) besser dran. Das ist eigentlich schade, denn Paul Bettany war einfach klasse in „Ritter aus Leidenschaft“ (A Knight’s Tale, mit Heath Ledger). Also lieber Finger weg von diesem Werk, außer man ist süchtig nach schwachen Filmen mit Dennis Quaid (von denen es unglaublich viele gibt).

Regie: Scott Charles Stewart

Schauspieler: Paul Bettany, Dennis Quaid, Tyrese Gibson

Bewertung: