Drive Angry (2011)

John Milton (Nicolas Cage) ist auf dem Weg, um Sektenführer Jonah King zu töten, denn der hat schließlich Miltons Tochter ermordet und will das jetzt auch mit seiner Enkelin, die noch ein Baby ist, tun. Ihm schließt sich auf dem Weg die junge Piper (Amber Heard) an, die frisch gekündigt hat und in Florida ein neues Leben anfangen möchte. Beide werden noch vom Buchhalter (William Fichtner) verfolgt, der auch über Leichen geht.

Lustigerweise steht in vielen Zusammenfassungen im Internet, dass Milton aus der Hölle stammt und quasi aus der Hölle flüchtet um kurz Rache zu üben und die Enkelin zu retten. Doch in ‚Drive Angry‘ wird sehr sehr lange Zeit ein Geheimnis darum gemacht. Darauf kommt man (als ahnungsloser Zuschauer) eigentlich schon viel früher, die dumme Piper braucht dann noch ein wenig, um das zu checken. Der Buchhalter ist natürlich der Buchhalter des Teufels und muss Milton wieder einfangen. Das mag an sich noch alles in Ordnung sein, aber der Rest der Story um die Satanisten-Sekte ist so ein totaler Blödsinn. Der Film will auch nicht wirklich tiefgründig, sondern eher ein Action-Baller-Movie sein im Stile von ‚Shoot ‚Em Up‘. Und wahrlich, eine komplette Szene ist eine 1-zu-1-Kopie aus dem guten Film mit Clive Owen. Eigentlich eine Frechheit, zumal Nicolas Cage (nicht nur in dieser Szene) so unmotiviert zu Werke geht. Einen Geschlechtsakt zu vollführen während man 10 bis 20 böse Schergen abknallen muss ist halt einfach nicht so spannend wie es früher einmal war.

Im Endeffekt ist ‚Drive Angry‘ ein Zwitter aus ‚Ghost Rider‘ (auch mit Nicolas Cage) und eben ‚Shoot ‚Em Up‘. Da wird nichts neu gemacht oder herausragend gut. Jedoch soll die genutzte 3D-Technologie durchaus gut sein, was ich jedoch nicht beurteilen kann (da kein 3D). Die Action-Sequenzen wirken meiner Meinung jedoch zu ‚cool‘. Man versucht hier einen Rächer aus der Hölle zu präsentieren, der ohne jegliche Emotion loszieht und zahllose Leute abknallt. Das mag gut aussehen, doch viel dahinter steckt nicht. Man hat zwar das Rache-Motiv, doch Nicolas Cage läuft stets mit dem gleichen nichtssagenden Gesichtsausdruck herum. Genauso wenig begeistert Piper, die nicht einen klugen Satz in dem Film sagt. Einzig und allein den Buchhalter fand ich nett, der kommt smart und lässig rüber.

Der Bösewicht und Sektenführer Jonah King (Billy Burke) ist auch weder besonders schlau oder sehenswert. Da bleibt nicht mehr viel, was den Film lohnenswert machen könnte. Ist 3D genug Rechtfertigung, um einen so eigentlich doofen Streifen ohne Charakter sehenswert zu machen? Ich finde nicht, und somit ist ‚Drive Angry‘ ein schwacher Aufguss von lustigeren Filmen dieser Machart. Wer mal keinen Bock auf viel Handlung hat und Action will, ist mit ‚Stirb Langsam 1-4‘ oder dem viel viel cooleren ‚Shoot ‚Em Up‘ deutlich besser dran. Da gibts Ähnliches mit Helden, die mehr Sympathie versprühen als ein abgehalfterter Nicolas Cage. Zusätzlich bieten die noch deutlich interessantere Bösewichte und eine (wer hätte das gedacht?) intelligentere (wenn auch nicht sehr viel mehr) Handlung. Der schlechteste Film ist ‚Drive Angry‘ sicher nicht, aber da gibt es um Längen bessere Streifen.

Regie: Patrick Lussier (Cutter für Scream I, II, III und Red Eye)

Schauspieler: Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner

Bewertung: