Doom (2005)

Doom heißt auf Deutsch Untergang oder Verderben. Ein Zustand, bei dem Kot seinen Aggregatzustand wechselt, undzwar in einen gasförmigen Zustand. Und alleine in den vorherigen Satz habe ich mehr Gehinrschmalz investiert als in den gesamten Film ‚Doom‘! Aber sachte, denn das Spiel mit gleichem Namen genießt schließlich eine riesige Schar von Anhängern, setzte es doch im Jahre 1993 Maßstäbe im Shooter- und 3D-Spiel-Genre und gilt als Vater von allem heutzutage, wo geballert werden muss. Ein wahrhafter Meilenstein, dem 12 Jahre später ein Film gewidmet wird und bei dem die besten Schauspieler unserer Generation mitwirken dürfen, allen voran Dwayne ‚THE ROCK‘ Johnson, Zahnfee und Skorpionkönig in einer Person vereint.

In Doom wird in einer nicht weit entfernten Zukunft irgendein Portal auf dem Mars entdeckt, das von einer vorherigen, superschlauen Zivilisation erbaut wurde und mit dessen Hilfe Sprünge durch den Raum möglich sind. Laien nennen sowas Wurmloch oder sogar Stargate. Irgendwie geschehen plötzlich nicht ganz so coole Sachen auf dem Roten Planeten und die ganzen Wissenschafter verrecken. Gott sei Dank gibt es diese superkrasse Übertruppe Marines, angeführt von Sarge (Dwayne Johnson), die das alles mal abchecken gehen soll. Einer der Mannen ist übrigens John Grimm (Karl Urban) und seine Schwester (Rosamund Pike) befindet sich unter den ganzen Forschern. So weit, so gut. In den Spielen ist es so, dass das olle Portal jetzt irgendwie halt ein Tor zur Hölle darstellt und dadurch Unwesen in unsere Welt gelangen und alles töten und so weiter. Hier ist es ein Virus, wodurch wir glücklicherweise eben Zombies bekommen, die jedoch mutieren und viel krasser werden. Weil die Oberfirma halt Genexperimente durchführte. Bla. Ist ja auch eigentlich ziemlich Wurst, denn es läuft darauf hinaus: Marines gehen rein, Dunkelheit, Monster, einer nach dem anderen stirbt. Erinnert das irgendwen an Aliens (sprich Alien 2)? Und wahrlich: ‚Doom‘ ist der kleine, zurückgebliebene Bruder des Meisterwerks von James Cameron aus dem Jahre 1986.

100 Minuten blanker Survival-Geballer-Mischmasch (schreibt man Mischmasch so?). Hin und wieder geht es darum, dass John Grimm doch kein so herzloser Soldat ist. Weil er schlau ist. Doch der Tod der Eltern hat ihn in den Armee-Dienst getrieben. Seine Schwester faselt ein wenig rum. Man sieht hier und da Leute sterben. Wirklich spannend wird es trotzdem nicht, denn die Untoten sind weder besonders bedrohlich noch schlau. Und so plätschern wir vor uns hin in der Hoffnung, die Zukunft möge doch bitte nicht so scheiße langweilig sein wie dieser Film, bei dem das Schicksal der einzelnen so gut wie vorprogrammiert ist und es uns sowieso egal ist. Doch dann folgt der einzige Grund, warum man dieses Meisterwerk konsumieren könnte. Eine einzelne ungeschnittene Szene, die zeigt, wie geil es hätte werden können. Die dann auch noch so dreist aus allen möglich Computerspielen geklaut ist, aber egal. Wir schlüpfen für knapp 5 Minuten in die Haut des John Grimm und sehen alles aus der Ego-Perspektive. Wer Action mag, dem gefällt das sicherlich, denn sowas hat man (soweit ich weiß) in keinem anderen Film. Den ganzen Film deswegen zu sehen ist natürlich Quatsch, aber Gott segne YouTube:

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Und das wars soweit. Der finale Fight war nicht überragend geil. Aber in Ordnung. Ob man nicht einfach den gesamten Film in dieser Ego-Perspektive hätte machen können? Auf jeden Fall wäre es ein Alleinstellungsmerkmal gewesen, das Spiel zum Angucken sozusagen. So bleibt eigentlich nicht viel, was einem gefallen könnte. Ich habe die Spiele leider nicht gespielt, aber mit dem Gedanken, dass praktisch jeder ‚Doom‘ kennt, der jemals einen Ego-Shooter angefasst hat, wird der Streifen seiner Vorlage nicht in geringster Weise gerecht. Als Horror-, Action-, Thriller- oder Survival-Zombie-Film taugt er auch nicht. Genauso wenig wie The Rock als Schauspieler meiner Meinung nach, denn viel mehr als grimmig gucken kann das Muskelpaket nicht. Wer aber sowieso keine Ansprüche an Filme hat, den dürfte auch ‚Doom‘ nicht sonderlich enttäuschen. Ansonsten ist dies ein ganz mieser Versuch, ein bekanntes Spiel mit ganz wenig Aufwand auszubeuten. Applaus, Hollywood.

Regie: Andrzej Bartkowiak (Born 2 Die, Exit Wounds, Romeo Must Die)

Schauspieler: Karl Urban, Rosamund Pike, Dwayne Johnson

Bewertung: