Die Herrschaft des Feuers (2002)

Durch Bauarbeiten in London werden die seit vielen Jahren ruhenden Drachen wieder zum Vorschein gebracht und bringen die Menschheit an den Rand des Untergangs. Quinn (Christian Bale) und Creedy (Gerard Butler) leben verschanzt in einer Festungs-Siedlung unter widrigsten Umständen. Es mangelt an Nahrung und auch die ständige Gefahr vor den fliegenden Ungeheuern bestimmt den Alltag. Eines Tages taucht der Drachenjäger Denton van Zan mit seiner Truppe vor den Toren auf und ‚bittet‘ um Unterkunft.

Es ist also ein apokalyptischer Film, der in diesem Szenario versucht, die Drachen plausibel zu erklären. Z. Bsp. wie diese Feuer spucken können oder auch warum sie in älteren Mythologien auftauchen. Insofern wird man in diese Welt durchaus gut hineingeleitet. Man sieht wie die Menschheit beinahe auf den technischen Stand des Mittelalters zurückgeworfen wird und das Überleben in dieser feindlichen Umgebung von Dreck und Gefahr geprägt ist. Christian Bale in seiner Rolle als Quinn leitet das Dorf, regelt den Alltag und organisiert das Zusammenleben. Das erinnert ein wenig an seine Rolle in Terminator: Salvation. Ist er als einziger dazu in der Lage, die Menschheit aus der Unterdrückung durch eine höhere Macht zu führen? Auf keinen Fall. Er ist passiv, will sich eingraben und abwarten. Man scheut den Kampf, sowohl aus Angst und Respekt als auch aufgrund der beschränkten technischen Möglichkeiten.

Dann taucht der wilde Amerikaner Denton van Zan auf. Schwer bewaffnet und erfahren im Kampf mit den Ungetümen. Jedoch besitzt er, so verrückt er auch sein mag, die Vision, den Kampf mit den Drachen aufzunehmen und sich nicht zu verkriechen. Da er aber alles andere als ein guter Mensch ist, entsteht ein gewisser Konflikt. Welche der beiden starken Figuren unterstützt man nun als Zuschauer? Natürlich ist Quinn der ‚Gute‘, doch auch er gibt sich irgendwann dem Kampf hin, denn die Situation ist unmöglich hinzunehmen und auszusitzen.

Und dadurch finde ich, dass der Film viel an Logik verliert. Das spürt man dann zum Ende hin. Man kann die Apokalypse exakt erklären und skizzieren, wenn dann jedoch die Protagonisten nicht in ihrem Rahmen sinnvoll handeln, wird das Geschehen flach. Christian Bale ist ein toller Schauspieler, den ich wirklich gut leiden kann. Doch mit seinem Alter Ego hier wird man nie so wirklich 100% warm. So fehlt irgendwo jemand, der dies alles trägt. Die Figur des Quinn ist nicht so wirklich heldenhaft. Er ist mehr oder weniger Opfer seiner Lage. Und der andere starke Charakter ist ein klischeehafter Waffennarr.

Auch der Rest der Besetzung ist durchaus namhaft, doch auch hier wird wieder teilweise auf unglaublich sinnlose Weise gestorben (der letzte, der im Film stirbt, verdient einen Preis für den dümmlichsten Filmtod). Andererseits ist das Visuelle durchaus gelungen. London als eine Ruine voller Drachen, viele dunkle Farben, viele dreckige Gesichter. Außer natürlich die eine einzige relevante Frau im Film, die sehr gut und gepflegt aussieht.

Für einen Film, der sich darum bemüht, diverse Sachen zu erklären und so realistisch zu erscheinen, ist das Ende irgendwie unbefridiegend. Im Finale wird viel geschlichen und wenig mit den Action-Möglichkeiten gearbeitet, die die Drachen bieten könnten. Und warum nimmt man eine Axt mit in den Kampf gegen ein haushohes Ungetüm? Es wird anfangs erwähnt, dass konventionelle Kriegsmaschinerie nichts gegen die Flugbiester ausrichten kann bzw. dass diese sich so schnell vermehren, dass man ihnen nicht Einhalt gebieten kann. Doch scheinbar können sich ein paar vereinzelte und verzweifelte Kämpfer behaupten. Merkwürdig. Es ist natürlich nicht ganz richtig, solche Dinge anzukreiden, denn schließlich will uns der Film eine Geschichte in einem fiktiven Szenario erzählen. Doch auch sowas könnte man mit einem etwas clevereren Drehbuch beheben.

Das Finale als solches ist dann auch nicht überwältigend spannend, es gibt weder Twists noch ein nachdenklich machendes Ende. ‚Die Herrschaft des Feuers‘ ist somit eher ein wenig geistreicher Action-Apocalypse-Survival-Film. Ich mochte das Szenario und die einzelnen Orte. Der Rest war jedoch im Großen und Ganzen nicht mehr als ok. Man wird schon ein wenig unterhalten. Doch es gibt eindeutig ähnliche Filme, die um Längen besser sind. Wem Endzeit-Szenarien gefallen, der wird mit ‚Children of Men‘ oder ’28 Days Later‘ mehr Freude haben. Jedoch sind aktuelle Drachenfilme eher eine Rarität, ausgenommen natürlich der Kinderfilm-Sektor.

Regie: Rob Bowman (viele Serien: Akte X (ach den ersten Film), Castle, Parker Lewis)

Schauspieler: Christian Bale, Matthew McConaughey, Gerard Butler

Bewertung: