The Core – Der innere Kern (2003)

Oh nein! Die Welt steht vor dem Ende. Menschen mit Herzschrittmachern sterben, die ohnehin nicht ganz so schlauen Tauben verhalten sich ein wenig dümmer als gewohnt und Space Shuttles navigieren nicht mehr ganz so zuverlässig. Halb so schlimm eigentlich. Coolerweise haben die Amis jetzt überall Polarlichter. Auch ganz nett. Da jedoch die flüssigen Metalle im Erdkern nicht mehr rotieren, bricht allmählich das Magnetfeld der Erde zusammen, mit unglaublich krassen Auswirkungen auf den Planeten Erde. GOTT SEI DANK gibt es noch die Amerikaner, die (wie immer) das Heft in die Hand nehmen und den Versuch anstellen, uns alle zu retten. Wo wären wir nur ohne die? Man erinnere sich nur an Armageddon (1998), Independence Day (1996) und Krieg der Welten (1953 & 2005), um nur ein paar wenige zu nennen. Ganz ehrlich, wenn unsere Rettung genauso käsig wäre wie The Core, dann würde ich mich mit Freude für die Apokalypse entscheiden.

Aaron Echhart spielt einen College-Professor, der total hip und dazu auch noch schlau ist. Hillary Swank ist eine superschlaue und heiße NASA-Astronautin und Stanley Tucci ein aufgeblasener Geologe. Mit noch ein paar anderen Kollegen begeben wir uns auf die spannende Reise zum Mittelpunkt der Erde, um, wie sollten es die Amerikaner auch anders machen, mit ein paar Atombomben Mütterchen Erde ein wenig Feuer unter dem Arsch zu machen. Gott sei dank verfügen wir über die Technologie, um so eine Art U-Bahn zu bauen, die JEDEM MUTTERGEFICKTEN Druck standzuhalten scheint. Und jeder noch so hohen Temperatur. Die U-Bahn gen Hölle verfügt über mehrere Abteile, die, wie sollte es denn auch anders sein, abgekoppelt werden können, wenn mal jemand in Panik gerät. So kommt es, dass hin und wieder einen der sechsköpfigen Crew das Zeitliche segnet. Oha, ein Spoiler! Und hier kommt noch einer: In jedem dieser dummen Filme, in denen wir unseren Planeten retten, funktioniert der ursprüngliche Plan natürlich nicht, und unsere Helden müssen im ALLERLETZTEN Moment noch irgendwas anderes austüfteln, und so weiter und so fort. Ich will jetzt auch nicht den Geologen spielen, aber einige Dinge erscheinen unglaublich unlogisch und einfach nur an den Haaren herbeigezogen.

Doch halt! Ungeachtet der Probleme unserer 6 Freunde in der U-Bahn, haben wir auch noch Probleme weiter oben. Denn das böse Militär hat natürlich auch noch eigene Pläne und so weiter und so fort. Hier hätte ich fast wieder gespoilert. Aber mal im Ernst, stört das irgendwen? Ich hoffe nicht, denn einfach alles in The Core ist so vorhersehbar wie das Wetter von gestern… Einen Moment, ergibt der letzte Satz überhaupt Sinn am Ende? Keine Ahnung, jedenfalls ist dieser 135-minütige Schinken nicht viel sinniger. In einer Szene erklärt Aaron einem Gremium, was passiert, wenn das Magnetfeld weg ist. Alles in Ordnung und einleuchtend. Doch um sein Gefasel zu unterstützen, schnappt er sich noch einen Pfirsich und zündet ihn an (der Pfirsich ist die Erde, die von der Sonne gegrillt wird). Und alle so: OHHHHH! Als ob man jetzt erst gerafft hätte, worüber er redet. Ohne den verdammten Pfirsich hätte ich das alles für einen schlechten Witz gehalten, doch mit dem Pfirsich ändert sich alles.

Interessant ist für mich auch folgendes: Der Film wird ins Deutsche synchronisiert, inklusive Schrift (z. Bsp. wo und wann wir uns gerade befinden), doch trotzdem werden im Deutschen nur Meilen-Angaben verwendet. Keine Ahnung, aber wenn ich was in Deutschland verkaufen will, dann benutze ich das metrische System. Das ist natürlich kein Verbrechen, aber wenn man sich langweilt, ist man schneller von allen möglichen Kleinigkeiten genervt. Außerdem ist die Konstruktion unserer U-Bahn der totale Witz. Natürlich befindet sich Schalter XYZ draußen, wo 9000 °C sind und sich dann einer opfern muss, um ihn zu betätigen.

Dann gibt es eine Szene, wo gezeigt wird, wie Rom von einem Blitzsturm vernichtet wird. Das Colosseum explodiert und man muss fast lachen, weil das irgendwie total ***eiße animiert ist. Die letzten drei oder vier Szenen sind dann in einem Maße lächerlich und blöd, dass das eher negative Bild dann noch einmal getrübt wird. Ich habe bereits erwähnt, dass ich kein Geologe bin. Hacker bin ich auch nicht, aber ich denke mal, dass es mehr als einen Spasti an einem Rechner benötigt, um ALLE GOTTVERDAMMTEN INFORMATIONEN AUF UNSEREM PLANETEN ZU KONTROLLIEREN. Vielleicht auch nicht, ist mir aber auch egal. Denn The Core ist mir auch egal. Ein ganz, ganz schwacher Film, der wie eine Billigversion von Armageddon wirkt. Und Armageddon ist jetzt auch nicht so wirklich gut. The Core tanzt jedoch locker Limbo unter dem Niveau des Asteroiden-Films.

Bonus-Info: In The Core spielt Matt Winston in einer klitzekleinen Minirolle mit. Es ist keine Schande, ihn nicht zu kennen, ich kannte ihn auch nur vom Aussehen her. Er spielt in Scrubs Dr. Jeffrey Steadman, den Arschkriecher von Dr. Kelso in der ersten Staffel. Hier stirbt er einfach nur als ein Autofahrer in einer Szene, wo gerade die Erde von der Sonne geröstet wird. Hoffentlich hat diese Information jetzt irgendeine andere wichtige verdrängt!

Regie: John Amiel (Agent Null Null Nix, Copykill, Verlockende Falle)

Schauspieler: Aaron Eckhart, Hilary Swank, Stanley Tucci (den ich die ganze Zeit für Mark Strong hielt verdammt)

Bewertung: