Darkest Hour (2011)

Sean (Emile Hirsch) und Ben (Max Minghella) wollen in Moskau viel Geld verdienen, indem sie ihr eigenes soziales Netzwerk unter die Leute bringen. Dabei werden sie jedoch von Skyler (Joel Kinnaman) hintergangen. Daraufhin betrinken sich die beiden Jungunternehmer, woraufhin Energie-Alien-Wesen die Stadt angreifen und sich Ben, Sean, Skyler und zwei Frauen aus der verlassenen Stadt herauskämpfen. Dabei ist der Kontakt mit den unsichtbaren Außerirdischen in höchstem Maße ungesund und führt zur Auflösung eines Menschen oder Tieres zu Staub.

Was sich ein wenig fischig anhört, ist noch viel bescheuerter im Film. Das geht schon damit los, dass ‚Darkest Hour‘ eine ganze Viertelstunde verschlingt, um uns die mehr oder weniger bescheuerte Hintergrundgeschichte zu vermitteln, die eher an GZSZ erinnert als an einen Sci-Fi-Film. Die Aliens bleiben dann die meiste Zeit über unsichtbar, da sie einen Energieschild um sich haben. Als dann zum Ende hin das Sprengen dieses Schildes eines der Außerirdischen gelingt, steht uns ein Totenkopf mit Patronengürtel gegenüber. Oder so. Und hier hört man dann einfach auf, dem Film noch irgendwie gutmütig Mühe zu unterstellen. Weil man sich hier einfach nirgendwo Mühe gibt.

Standardmäßig werden Nebencharaktere eingeflochten, die dann irgendwann das Zeitliche segnet. Vorhersehbar und unglaublich bemüht. Im Moment, als Skyler mit den Jungs flieht, war mir schon bereits klar, dass der Typ irgendwie bald sterben wird. Und ja, ich spoilere den Film jetzt, weil außer mir sowieso niemand so einen Quatsch guckt und hier einfach mal davor gewanrt werden soll. Doof ist auch, dass mir keiner der Protagonisten auch nur in irgendeiner Form sympathisch ist. Weder die beiden Helden, von denen einer auf eine mir nicht erklärliche dumme Weise sterben muss, noch die beiden Frauen in der Gruppe, die niemals schlau agieren.

Beispiel: Am Ende befindet sich die Gruppe in einem Fluss, weil dort irgendwo ein rettendes U-Boot auftauchen soll. Dann werden sie getrennt und AUF EINMAL BEFINDET SICH DOCH TATSÄCHLICH DIE EINE OLLE IRGENDWO EINEN BESCHISSENEN KILOMETER ENTFERNT IN IRGENDEINEM BUSBAHNHOF, ZU DEM DER EINE TYP ERST NOCH HINLATSCHEN MUSS! Hier verlässt mich dann der letzte Rest Interesse für den Blödsinn. Noch lustiger ist eher der Plan unserer Protagonisten, in der menschenleeren Stadt einfach mal zur amerikanischen Botschaft zu latschen, weil dort muss es ja unbedingt noch Hilfe geben. Ich habe Erfahrung mit Botschaften bzw. Konsulaten im Ausland, und man geht dort einfach nicht freiwillig hin! Nicht, wenn man nicht unbedingt muss. Man nimmt sich ja auch nicht den einen Tag im Jahr frei und denkt sich: „Hey, warum sich nicht einfach mal rektal untersuchen lassen?“

Produzieren tut hier übrigens Timur Bekmambetov, der Regisseur von ‚Wanted‘ und dessen Film ‚Abraham Lincoln  Vampirjäger‘ bald im Kino einschlägt. Alles klar? Mir persönlich gefällt Wanted, weil der Film so herrlich übertrieben ist, dass es einem schon wieder Spaß macht. Doch bei der dunkelsten Stunde stimmt einfach gar nichts. Vor allem, wenn man nicht unbedingt die Kapazitäten für eine interessante Handlung hat, so könnte man doch wenigstens die Aliens nicht ganz so doof aussehen lassen. Oder andersrum. Oder wenigstens nicht ganz so stereotype Charaktere, weil die Klischeerussen hier drin wieder mal die typischen Klischeerussen sind.

„Icchh biin BooRRRiissss, icchh macchhe Eyliähn kkahhputtt.“

Außerdem begeht der Film den Kardinalfehler, einen unschuldigen Hund sterben zu lassen. So schlägt es direkt in Antipathie um. Am Ende verhält es sich so, dass man mit ‚Darkest Hour‘ durchaus seinen Spaß haben kann. Der Film ist 90-minütiges Lachen darüber, wie schlecht das alles ist. Mit entsprechendem Alkoholkonsum dürfte diese wilde „Achterbahn“-Fahrt durchaus Freude bereiten, zumal ein Sequel möglich ist. Dabei hätte ich nach dem Trailer nicht gedacht, einen annähernd so doofen Film wie ‚Skyline‚ zu bekommen, der für mich zu den miesesten Filmen dieses Erdenrunds zählt, dabei aber jedoch wenigstens gut aussieht.

Regie: Chris Gorak (Right at Your Door, Art Director bei Fight Club, Minority Report)

Schauspieler: Emile Hirsch, Olivia Thirlby, Max Minghella, Rachael Taylor

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