Cowboys & Aliens (2011)

Ein einsamer Cowboy (Daniel Craig) wacht irgendwo im nirgendwo auf und weiß weder, wer er ist, noch, warum er da ist wo er ist. In der nächsten Stadt gelangt er schließlich zu seinem Namen, denn scheinbar ist er wohl ein gesuchter Straftäter. Das fällt auch dem Gesetz auf sowie dem Quasi-König des Kaffs, dem Colonel (Harrison Ford). Nach einer guten Weile kommen schließlich noch Aliens ins Spiel, welche Menschen entführen und ein bisschen umherballern. So werden diverse Leute entführt und man macht sich in einer illustren Runde auf den Weg, den Tag zu retten und alle gesund nach Hause zu bringen.

Der Sci-Fi-Western-Film ist fast genau zwei Stunden lang. Und das ist auch meiner Meinung nach das größte Problem: Er ist zu lang! Fast eine Stunde lang wird nach den Aliens gesucht, nebenbei trifft man auf Banditen, Indianer, erfährt, dass die eine Frau (Olivia Wilde) auch nicht von der Erde ist (SPOILER!) und trifft kurz auf ein einzelnes Alien. Hier geht dem eigentlich interessanten Setting die Puste aus. Es ist durchaus nett, zwei so vollkommen nicht zueinander passende Genres zu mixen, aber nur weil man irgendwie einen Western dreht, muss man nicht auch noch z. Bsp. Indianer ins Spiel bringen. Mut zur Kürze! Das hätte den wirklich laaaaangen mittleren Teil, also die Verfolgung bzw. Suche deutlich knackiger gemacht. Die Story beruht auf einem Comic und es scheint so, als ob man sich nicht traute, einfach irgendwas wegzulassen. Stattdessen musste einfach alles draus auch in den Film.

Betrachtet man nur den Western-Part, so gibt es da schon Unterschiede. Daniel Craig ist ein markiger, raubeiniger und verdammt cooler Cowboy. Harrison Ford ist Bösewicht und Vater zugleich, auch charismatisch. Und dann gibt es so unglaublich bescheuerte und beknackte Leute, allen voran den Sohn des Colonels, der nichts weiter tut außer Scheiße zu faseln und unsympathisch zu sein. Sam Rockwell spielt einen Barkeeper, dessen Frau entführt wird. Und wer ihn aus ‚Moon‘ kennt, weiß, dass hier viel schauspielerisches Können in eine einfach nur nicht besonders anspruchsvolle, ja geradezu doofe Rolle gesteckt wurde. Insofern gibt es bessere Western, sowohl moderne (True Grit, Todeszug nach Yuma, Open Range) als auch alte (Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod, Für eine handvoll Dollar).

Die Sache mit den Aliens ist auch nicht völlig befriedigend. Die Viecher sehen cool aus, die Raumschiffe sind nett. Doch warum man unbedingt so ins Details gehen musste, um zu erklären, warum die überhaupt auf der Erde sind… Das Problem an der Sache ist, dass es eigentlich ganz cool wäre, wenn unsere Cowboy-Helden mit ihren beschränkten Mitteln sich solchen Dämonen stellen müssten, waffentechnisch unterlegen als auch vom Wissensstand. Nun stellt sich jedoch heraus, dass eine Person ganz genau alles weiß. Das wirkt dann immer so dahingeschustert. Als Zuschauer muss man es dann halt schlucken. Ich denke, ein wenig weniger Details und mehr Unklarheit hätten dem Setting ganz gut bekommen. Und so gibt es auch bessere Alien-Filme, allen voran die ersten beiden Teile der Alien-Saga mit Sigourney Weaver, aber auch das supergeile ‚District 9‘ oder ‚Cloverfield‘.

Ansonsten ist ‚Cowboys & Aliens‘ solide und alles in allem akzeptabel. Es gibt Längen, die sich aber aushalten lassen und auch ganz nette Effekte. Ich musste eine Weile überlegen, bis mir etwas einfiel, dass dem Genremix ähnlich kommt, doch siehe da: Firefly! Firefly ist eine Sci-Fi-Serie mit Western-Elementen, die leider nur eine Staffel hat, sich jedoch dank DVD-Vermarktung und einem richtig guten Film (Serenity – Flucht ins Weltall) einer großen Fanbase erfreut. Die mischen Cowboy-mäßige Ballereien mit Raumschiff-Alltag. Ansonsten ist die Riege der Sci-Fi-Western eher überschaubar, ‚C & A‘ ist jedoch garantiert nicht der schlechteste darin.

Regie: Jon Favreau (Iron Man I + II, Zathura, Buddy – Der Weihnachtself)

Schauspieler: Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Sam Rockwell

Bewertung: