Breakdown (1997)

Jeffrey (Kurt Russell) und Amy sind unterwegs durch die Weiten der amerikanischen Pampa. Als sie eine Autopanne haben, nimmt ein Trucker (J. T. Walsh) Amy mit zur nächsten gastronomischen Einrichtung während Jeff beim Auto bleibt. Schnell kriegt er die Karre wieder flott und macht sich auf den Weg zu besagtem Restaurant um festzustellen, dass weder Frau noch Trucker da sind. Er findet den LKW-Fahrer auf der Straße und stellt ihn zur Rede, doch der leugnet, Jeff oder Amy jemals in seinem Leben getroffen zu haben. Die Polizei ist auch nicht sonderlich hilfreich, und so bleibt es unserem Helden mit den tiefblauen Babyaugen, Frau und Vaterland zu retten.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass unser Trucker wohl doch nicht so ganz nett ist, wie er erscheint! Und dass er nicht alleine handelt. Aber darum geht es auch nicht. ‚Breakdown‘ ist wohl ein wirklich klassischer Thriller. Man rätselt nicht, wer denn nun böse ist und wer nicht. Sehr viel Action wird einem auch nicht geboten. Die Frage, ob Jeff seine Frau jedoch noch lebend wieder zu Gesicht bekommt, macht den Streifen über weite Strecken packend. Eine riesige Ungerechtigkeit ereignet sich, womit sofort eindeutig die Grenzen zwischen Gut und Böse gezogen und auch nicht noch einmal hinterfragt werden.

Natürlich kann man nun hin und wieder über Szenen schimpfen: „Das hätte ich aber anders gemacht in dieser Situation!“ oder „Bruce Willis in Stirb Langsam hätte den Bösen jetzt aber viel krasser den Arsch aufgerissen!“. Das ist wahr. In einer Szene springt der Kurt auf einen fahrenden LKW auf, wo doch gerade noch die vielen Polizeistreifen in der Nähe des Aufsprungortes gezeigt wurden. Und natürlich überschlägt sich irgendwo ein Auto drei Mal und explodiert sofort, in den 90ern waren Autos eben noch nicht so sicher wie heute. Allerdings wahrt ‚Breakdown‘ stets einen gewissen Realismus. Niemand ist im wahren Leben ein John McClane oder eine  Beatrix Kiddo (Stirb Langsam & Kill Bill). Wenn man es so sieht, wird einem die Rolle des Kurt Russell auch eher sympathisch vorkommen, oder eben zumindest ehrlich.

Der Rest der Rollen ist eigentlich ziemlich unwichtig. Die zu rettende Amy besticht weder durch Charisma oder Attraktivität, aber das ist in Ordnung. Der oberböse Trucker ist ein ziemlicher Psychopath, besitzt aber eine Familie, inklusive Sohn und Scheune (welche übrigens einen Keller besitzt *hust, hust*). Ja, die Bösen sind auch nicht wirklich helle. Aber wären sie helle, wären sie dann noch überhaupt böse?

Was mir als Mitteleuropäer auch nocht auffällt ist der ‚amerikanische‘ Touch, vor allem was Waffenbesitz angeht. Zumindest sollten bereits 6-Jährige den Umgang mit Waffen üben. Außerdem kenne ich keinen Menschen, der seine Zündschlüssel in der Sonnenblende zurücklässt. Es wundert auch keinen Bankangestellten dort, wenn ein schmutziger, aus der Stirn blutender Mann in eine Bank kommt und all sein Vermögen abheben will.

Wie dem auch sei. ‚Breakdown‘ ist ein guter Film. Das Ende, oder eher den Showdown, fand ich sehr nett. 90 Minuten lang Unterhaltung ohne viel Gehirnschmalz, warum auch nicht? Alles eine Frage der Erwartungen.

Regisseur: Jonathan Mostow (U-571, Terminator 3, Surrogates)

Schauspieler: Kurt Russell, J. T. Walsh, M. C. Gainey

Bewertung: