Krieg der Welten (2005)

Das Original von 1953 heißt „The War of the Worlds“ und im Deutschen „Kampf der Welten“. Dieses Remake von Steven Spielberg ist im Original „War of the Worlds“ benannt, hierzulande als „Krieg der Welten“. Klar soweit? Und an und für sich ist die Idee ja gar nicht mal so schlecht, denn die alte Version ist schon recht in die Jahre gekommen und sieht heutzutage angestaubt aus. Nichtsdestotrotz ist das Filmchen immer noch ein Klassiker. Nicht weltbewegend gut, aber an und für sich noch ganz nett. Nachvollziehbar, dass einer der erfolgreichsten Blockbuster-Regisseure unserer Zeit sich anschickt, ein Effektfeuerwerk sondergleichen auf uns loszulassen und den Krieg oder Kampf gegen böse Aliens auf furiose Art und Weise zu inszenieren.

Und wahrlich. Krieg der Welten hat hier und da Szenen, die verflucht gut gefilmt sind. So gibt es eine Sequenz während einer Autobahnfahrt, in der wir eine Konversation im Auto mitverfolgen und die Kamera dabei ständig um das Gefährt herumfährt und uns ungeschnitten Blicke auf den Hintergrund und die Protagonisten gewährt. Das ist ganz cool. Und noch viel cooler wäre das Ganze, wenn uns die Darsteller nicht so furchtbar egal wären. Oder die lausige Handlung.Krieg der Welten

Ray Ferrier (Tom Cruise) ist ein einfacher Arbeiter sowie überforderter Vater und lebt von seiner Ex-Frau Mary Ann (Miranda Otto) geschieden. Als die Gute ihm übers Wochende Sohn Robbie (Justin Chatwin) und Töchterchen Rachel (Dakota Fanning) dalässt, bricht wenig später die Scheiße über die Welt herein, denn Aliens beginnen mit der systematischen Ausrottung und Eroberung der Menschheit. So ist es an Ray, seine beiden Kinder heil aus der Sache herauszuholen. Mit an Bord ist für kurze Zeit auch der verrückte Harlan (Tim Robbins), der für eine merkwürdigsten Szenen im Film sorgt, die so gar nicht in einen einfachen Action-Film passen will.

Außerdem wird uns ständig die zerrütte Beziehung zwischen Vater und Sohn präsentiert, wobei man Robbie auch einfach nur als eine spätpubertäre Bitch bezeichnen könnte, die sich nach der Hälfte der 116 Minuten tatsächlich einfach aus dem Staub macht. Leider wird er wenig später von Tim Robbins ersetzt, sodass im Grunde immer ein Idiot an Bord ist. Ganz zu schweigen von Dakota Fanning, deren Rolle als Tochter vor allem aus hysterischem Gekreische besteht. Dann ist da noch Tom Cruise. Der macht seinen Job eigentlich ganz gut. Er ist ein unauffälliger Kerl aus der Arbeiterklasse, der einfach nur ums Überleben kämpft. Gleichzeitig geht Tom dadurch aber so ein wenig unter in der Fülle an dämlichen Leuten um ihn herum, die alle so rein gar nicht den Zuschauer in die Handlung involvieren. Die orientiert sich übrigens, abgesehen vom Alien-Invasions-Plot, nur zum Schluss am Original, funktioniert aber auch nicht so richtig.

Wie gesagt, einige Sequenzen sehen alleine wegen der Kamera-Arbeit ganz gut aus. Dafür sind dann die Aliens irgendwie nicht cool. Man kann sich natürlich streiten, was gutes Design ist. Wirklich Interesse weckt der Anblick der mehrbeinigen Viecher allerdings nicht. Zudem ist der Film in einem leuchtenden Farbton gehalten, der besonders zu Beginn reichlich Gewöhnung braucht. Da jedoch zum Ende hin ohnehin alles in Dunkelheit gehüllt ist, fällt das später weniger auf. Trotzdem besitzt das erste Viertel einen merkwürdigen Look. Dann gibt es wieder ganz nette Tom-rennt-um-sein-Leben-Szenen, während um ihn herum Menschen zu Staub zerfallen. Ein besonders starker Moment erinnert übrigens an einen Stephen King-Roman. Wenn sich ein Mob verzweifelter Menschen daran macht, unserer Familie Ferrier mit Waffengewalt das Auto zu entreißen, dann entsteht dieses Gefühl, dass wir als Spezies nicht besser sind als die Invasoren. Doch viel Tiefsinn sollte man nicht erwarten, denn es folgen bald die nächsten Szenen der Flucht. Irgendwann später sehen wir einen Regen aus Kleidung oder diverse Leichen, die in einem Fluss schwimmen. Hier kommt man sich ein wenig vor wie in einem Film von M. Night Shyamalan. Was eigentlich gut ist, doch gleichzeitig auch nicht konsequent. So pendeln wir irgendwo zwischen Abenteuer und Mystery, ohne je wirklich furiose Schlachten geliefert zu bekommen.

Vielleicht ist das das Überraschendste an Krieg der Welten. Der Regisseur, der die unglaubliche Anfangsszene aus Der Soldat James Ryan gemacht hat, verschont uns hier die meiste Zeit mit Gefechten. Action gibt es nur ein wenig am Anfang. Klar, wir sollen nicht den Krieg an sich miterleben, sondern nur die Sicht eines kleinen Mannes mitbekommen, der um das Leben seiner beiden Kinder kämpft. Das funktioniert aber halt nicht. Einerseits weil man keinen Charakter wirklich leiden kann, andererseits weil die Action zwar öfter mal angedeutet, dann aber jedoch nicht gezeigt wird. Männer verstehen, wie enttäuschend das sein kann (knick knack). Hier und dort kommen noch Logiklöcher hinzu, die einen mitunter verärgern könnten. Und naja, das Ende ist nicht sehr befriedigend. Oder tiefsinnig.

Nichtsdestotrotz, das hier ist kein totaler Reinfall. Wer mit den ganzen Roland Emmerich- und Shyamalan-Streifen klarkommt, wird auch hier seinen Spaß haben. Leider hätte man so viel mehr machen können. Das ist schade. Zumal das Original wohl noch immer einen bedeutend höheren Stellenwert in der Filmgeschichte einnehmen wird als Spielbergs Versuch. Wer sich unsicher ist, sollte sich vielleicht mal einfach Children of Men von Alfonso Cuarón geben, der stellenweise ähnliche Töne anschlägt und einige der geilsten Kameraeinstellungen der jüngeren Vergangenheit bietet, dabei aber eine viel bewegendere und geilere Geschichte erzählt.

PS: Justin Chatwin spiel in Dragonball Evolution den Son-Goku. JA! Diese kleine Bitch aus Krieg der Welten! Das ist noch ein zusätzlicher Wermutstropfen für alle Dragonball-Fans.

 

Regie: Steven Spielberg (Schindlers Liste, Der Soldate James Ryan, Jurassic Park, E.T., Indiana Jones, Hook, A.I., Der weiße Hai)

Schauspieler: Tom Cruise, Dakota Fanning, Tim Robbins, Justin Chatwin

Bewertung: 

After Earth (2013)

Gefahr ist real. Angst ist eine Entscheidung. Das ist das Motto dieses illustren Ausflugs auf eine verlassene Erde, die voll ist mit allerhand bösen Tieren. Und weil es an Gefahren noch nicht genug ist, bringen unsere Helden sogar ihren eigenen Antagonisten mit. Dass besagte arme Kreatur nicht sehen oder hören kann, scheint aber niemanden stören. Wo steckt Greenpeace, wenn offensichtlich behinderte Tiere massakriert werden?After Earth

In der Zukunft hat die Menschheit die Erde schon lange verlassen, da diese unbewohnbar geworden ist. Warum genau wird nicht klar, denn die ganzen Tiere chillen dort immer noch. Vielleicht waren es die horrenden Immobilienpreise. Jedenfalls fand man mit Nova Prime einen neuen Heimatplaneten. Dieser stellte sich jedoch als bereits bewohnt heraus. Die bösen Aliens hatten außerdem keinen Bock auf Touristen bzw. eine verflucht rassistische Einwanderungspolitik und hetzten Ursas auf uns. Das sind blinde / taube / dämliche Monster-Ungetüme, die anhand von Angst-Pheromonen Menschen aufspüren und als Baumdekoration aufhängen. Zum Glück jedoch stellte sich ein Mann namens Cypher Raige (Will Smith) als so cool heraus, dass er keine Angst hatte und deswegen unsichtbar für die Ursas war. So gewann die Menschheit den Krieg und konnte sich an die Aufgabe machen, den nächsten Planeten zu vergewaltigen. Leider geht Kampfgeschick nicht mit den Fähigkeiten des Papaseins Hand in Hand und so führen Cypher und Sohnemann Kitai (Jaden Smith) eine typische Beziehung: Autoritäre Vaterfigur und sein Junge, der nicht an die Leistungen seines Stammhalters heranreicht und erwachsen werden muss. Alles schon bekannt. Cypher nimmt Kitai mit auf irgendeine Mission, ein Trainings-Ursa mit an Bord. Dann stürzen sie auf dämliche Art und Weise auf der Erde ab, der Prinz von Bel-Air bricht sich beide Beine und der Sohn muss irgendein Föhn-ähnliches Gerät aus 100km Entfernen besorgen. Leider sind Flora und Fauna alles andere als gut auf die Menschheit anzusprechen und die Reise stellt sich als selbstmörderischer Trip heraus. Bla bla bla. Wer nicht von Beginn an weiß, worauf es im Film hinausläuft, hat vermutlich noch nie von Mister Miyagi, Yoda oder Splinter gehört.

After Earth hat aber auch sehr viele hilfreiche Weisheiten parat, die man unbedingt wissen muss:

  • Selbst auf Raumschiffen im Weltall sollte man sich immer anschnallen.
  • Ein gottverdammter Strohhalm von einem Trinkpäckchen eignet sich hervorragend, um einen Shunt (zur Flüssigkeitsübertragung getrennter Blutgefäße) zu legen.
  • Die Schweizer Taschenmesser der Zukunft passen nicht mehr in die Hosentasche. Dafür hat man zugunsten von 37 verschiedenen Messerarten auf Dosenöffner, Nagelknipser und Pinzette verzichtet.
  • Der Handyempfang auf einem aktiven Vulkan ist fantastisch.
  • Paviane sind immer Arschlöcher. Nicht nur, weil sie so merkwürdige Arschlöcher besitzen.

After Earth ist öde, vorhersehbar und erschreckend uninspiriert. Es gibt keine sympathische Figur. Schlimmerweise gibt es trotz des Settings auch nichts Interessantes zu erzählen. Will Smith ist der beschissenste Vater seit ewigen Zeiten, Jaden Smith ist kein guter Schauspieler und nie, zu keinem Zeitpunkt, auch nur im Entferntesten sympathisch. Mit wem soll man da mitfiebern? So plätschert der Müll vor sich hin. Fürchterlich sind diverse Szenen, in denen After Earth unfreiwillig komisch rüberkommt. Der Film nimmt sich so ernst, dass scheinbar niemandem aufgefallen ist, dass das Erzählte furchtbar dämlich ist. Keine Ahnung, wer M. Night Shyamalan noch 130 Millionen Dollar in die Hand gibt. Aber hoffentlich war das hier das letzte Mal.

Finger weg von diesem Scheiß.

Regie: M. Night Shyamalan (The 6th Sense, Unbreakable, Signs)

Schauspieler: Will Smith, Jaden Smith, Zoe Kravitz

Bewertung: 

Die Legende von Aang (2010)

Die Legende von Aang

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer dreht Filme so spät bei Nacht und Wind?

Es ist M. Night Shyamalan mit seinem „Talent“;

Er hat die Kamera wohl in dem Arm,

Er fasst sie sicher, er macht sich warm.

 

Mein Gott, was birgst du so bang dein Gesicht?

Siehst du denn den Erzählfaden nicht?

Die Geschichte um den legendären Avatar!

Mein Gott, die Filmhandlung ist furchtbar.

 

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!

Deinen Lieblingscartoon zeige ich dir;

Denn das hier ist die Kinofilmadaption,

In der M. Night Shyamalan-Version.“

 

Mein Gott, verdammt, und hörest du nicht,

Wie jeder Kinderschauspieler spricht?

Weißt du denn nicht, mein armes Kind,

Dass Kinderschauspieler meistens scheiße sind?

 

„Willst, feiner Knabe, du coole Kämpfe sehen,

Die sich zudem um die vier Elemente drehen?

Und die eine Spannung und Dynamik besitzen,

Wie M. Night Shyamlan beim sitzenden Pissen.“

 

Meine Güte, verflucht, und siehst du nicht dort

Furchtbare Spezialeffekte an jedem Ort?

Meine Fresse, ich seh es genau:

Die CGI-Abteilung war wieder mal blau.

 

„Ich liebe dich, vor allem dein Geld macht mich sehr geil;

Und bist du nicht willig, dreh ich noch den zweiten Teil!“

Scheiße, o Scheiße, so tu doch bitte irgendwer irgendwas!

Denn fast jeder vergeht hier vor M. Night Shyamalan-Hass!

 

Dem Zuschauer grauset’s, man tut es im Internet Kund:

Die Legende von Aang ist furchtbarer Schund,

Eine Vergewaltigung der tollen Orignalserie,

Für die ganze Familie.

 

Regie: M. Night Shyamalan (Sixth Sense, Unbreakable, Signs, The Village)

Schauspieler: Noah Ringer, Dev patel, Nicola Peltz, Jackson Rathbone, Cliff Curtis

Bewertung: 

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (2012)

Man nehme irgendein Kinderbuch. Eine kleine und gutherzige Geschichte, die man seinen Kindern abends vorlesen kann. In der kein Blut auftaucht, oder halt eben nur ganz wenig, und in der von lustigen und schönen Abenteuern berichtet wird. Alle halten sich die Hände und singen schöne Lieder, während ein Regenbogen und fliegende Einhörner den Himmel schmücken. Also quasi eine Ecstasy-Fantasie für Minderjährige, die zudem auch noch legal ist. Zugegeben, deutsche Märchen sind eigentlich alles andere als unblutig. Ob Rotkäppchen oder Hänsel und Gretel, an allen Ecken und Enden werden Menschen und Kinder umgebracht, verspeist oder erhängt. Verbrannt, erdrosselt, vergiftet und vergewaltigt. Also ganz nett sind diese ganzen Geschichten dann wohl doch nicht. Dafür sind russische Märchen der wahrgewordene Zuckerguss, von dem man in kürzester Zeit Diabetes bekommt.

Und jetzt stelle man sich mal vor, jemand nimmt eines dieser Märchen und macht daraus mit 500 000 000 Dollar eine 3 mal 3-Stunden-Film-Trilogie! Und das auch noch in 3D und mit 48 Bildern pro Sekunde. Mit Kanonen auf Spatzen sozusagen. Aber hey, es ist Peter Jackson und der Mann hat aus dem verehrten Herren der Ringe den leibhaftigen Nerdtraum geschaffen. Was kann also schon schiefgehen? Nun ja, wer den Hobbit schon mal gelesen hat, weiß, dass darin eigentlich praktisch nichts oder einfach wenig Epochales drinsteckt. Es ist, Schreck lass nach, ein Kinderbuch. Ein buntes Abenteuer mit Zwergen, einem Zauberer und einem scheinbar zufälligen Hobbit, der rückblickend ziemlich schnell zusagt, auf ein lebensbedrohliches Abenteuer zu gehen. Wir haben also gleich zwei Probleme zu Beginn. Kann man einerseits aus einem dünnen Stoff ein ähnlich epochales Machwerk vom Format vom Herren der Ringe zaubern und sind andererseits die Erwartungen, durch die vorige Trilogie, bereits viel zu hoch? Aber nehmen wir uns erst einmal ein wenig Zeit, so wie der Film.

Im ersten Teil der Hobbit-Trilogie geht es um Bilbo Beutlin (Martin Freeman), einen Hobbit aus dem Auenland. Dieser ist der Onkel von Frodo (Elijah Wood), dem Ringträger aus Herr der Ringe. Der Film findet dabei in einer Art Rückblende statt, die den Cameo-Auftritt von Elijah Wood erst ermöglicht. 60 Jahre vor den Begebenheiten um den einen Ring schaut aus heiterem Himmel der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) an Bilbos Haus vorbei, um ihm mitzuteilen, dass er bald auf ein großes Abenteuer geht. Der biedere Hobbit ist wenig begeistert, doch als wenig später eine 13-Mann-starke Zwergenhorde in seinem Haus aufkreuzt und seine Küche singend leerfrisst und -sauft, hat Bilbo endgültig keine Lust mehr auf Abenteuerurlaub mit den Chaoten. Nichtsdestotrotz ziehen die Zwerge, angeführt von Thorin Eichenschild (Richard Armitage), samt Zauberer und Halbling los, um das gefallene Zwergenreich Erebor zurückzufordern, das vor vielen Jahren vom nun verschwundenen Drachen Smaug überfallen wurde. Doch der Weg ist weit und so begegnet die Gruppe nicht nur gigantischen Steinmenschen und Trollen, sondern zusätzlich den Orks mit ihrem König als auch einem alten Feind, nämlich dem totgeglaubten Ork Azog, der Jagd auf unsere Helden macht. In Nebensträngen erleben wir zudem, wie Bilbo auf Gollum trifft und so den einen Ring erlangt, der später einmal für die Handlung von Herr der Ringe verantwortlich ist. Wir lernen kurz Radagast den Braunen kennen, der wie Gandalf ein Zauberer ist und der den ominösen Nekromanten in einer Ruine gesehen hat, was in den kommenden Teilen von Bedeutung sein wird.

Überhaupt gibt es eine unglaubliche Fülle an Widersehen mit allerhand Charakteren. Saruman, Galadriel, Elrond, die Adler und sogar Sauron (jedoch nicht unter diesem Namen) tauchen auf. Und wer ein wenig mehr weiß, gerade durch das Buch, merkt, dass der Zwerg Gloin der Vater von Gimli ist und sich die beiden unheimlich ähneln. Wir sehen, wie Gandalf und Bilbo an ihre Schwerter gelangen (Glamdring und Stich) und wie Frodo am Tag von Bilbos großem Fest losgeht, um den alten Zauberer zu begrüßen, was seinerseits der Beginn von ‚Die Gefährten‘ ist. So verstrickt sich der Film schon früh in das von Peter Jackson geschaffene Bild von Mittelerde und macht aus der ganzen Geschichte ein sehr befriedigendes Erlebnis. Man fühlt sich gut aufgehoben und freut sich auch, wenn sich die ganzen Hintergründe undGeschehnisse in ein stimmiges Gesamtbild fügen. Selbstverständlich ist dafür die Kenntnis der vorigen Filme von Nöten.

Prince of Persia: Der Sand der Zeit (2010)

Wenn ein Film mit einem pseudophilosophischen Spruch vor einer malerischen Landschaft anfängt, dann ist bereits Vorsicht geboten. Und wenn es sich außerdem um eine Computerspieleverfilmung von Disney handelt, wird der eine oder andere bereits ausschalten. Einfach weil es keine guten Filme basierend auf Spielen gibt (außer Silent Hill), siehe Battleship, Doom, Resident Evil, Far Cry, Street Fighter, Tekken, Super Mario Bros., Max Payne, Lara Croft, Postal, Alone in the Dark, Wing Commander usw. Wer auch nur die Hälfte der erwähnten Schinken konsumiert hat, dem wird gerade ein kalter Schauer den Rücken runterlaufen. Allerdings sprechen 200 Millionen Dollar Budget doch für großes Vertrauen in die Produktion rumd um den persischen Prinzen.

Gleich nach der Instagram-esken Anfangssequenz wird uns der junge Dastan präsentiert, der vom persischen König (Alfred Molina) so mir nichts dir nichts auf dem Basar adoptiert und zum Teil der Königsfamilie wird. Wir springen ein paar Jahre in die Zukunft und Dastan (Jake Gyllenhal) ist ein stattlicher Mann geworden, der zusammen mit seinen Brüdern und Onkel Nizam (Ben Kingsley) in den Kampf um die Stadt Alamut zieht. Die Herrscherin des Örtchens Tamina (Gemma Arterton) ist natürlich nicht von der Eroberung und dem Blutbad begeistert. Als die Perser gerade die große Orgie bzw. Party starten wollen, kippt der König auf einmal tot um und Dastan wird zum Verräter und Vatermörder erklärt. Mit Tamina und zufälligerweise auch einem ziemlich heiligen und mächtigen Dolch flieht er in die Wüste. Dann tingelt das Pärchen durch die ewigen Weiten, natürlich streitend und mit total lustigen Dialogen. Coolerweise enthält das Brotmesser den Sand der Zeit, der dem Träger die Fähigkeit verleiht, kurze Zeitsprünge in die Vergangenheit zu tätigen und so etwaige Fehler zu vermeiden. Es folgt eine Odyssee durch sandige Orte und ohne klaren Plan. Zumindest wirkt die gesamte Geschichte arg unkreativ.

Wir treffen auf einen total lustigen Banditen. Der ist übrigens total lustig. Auch Dastan ist lustig, weil er eine große Klappe hat. Nur seine weibliche Begleitung schafft es, nicht nur dem Prinzen, sondern auch dem Zuschauer erheblich auf den Zeiger zu gehen. Da hilft auch das hübsche Gesicht von Gemma Arterton nicht. Aber wie sollte es auch anders sein: Wenn man eine Woche zusammen verbringt, bricht das Eis und die mehr als durchschaubare Beziehung zwischen Prinz und Prinzessin bahnt sich ihren Weg. Dabei schafft es der Film, von Anfang bis Ende unendlich oberflächlich zu sein. Praktisch jede Person ist charakterlos. Dastan ist der Junge von der Straße, der seine Familie retten will und der aber auch total edle Beweckgründe hat. Tamina ist nerviger als ein Furunkel und einfach eine Bitch, die zum Ende hin aber netter wird und Gefühle zeigt. Ben Kingsley als Onkel ist ein zu stark geschminkter Glatzkopf, der so durchschaubar ist wie ein Fenster bei Tag. Und hier und da gibt es dann die mehr oder weniger überflüssigen Sidekicks, die für einen Witz herhalten und danach ziemlich schnell in Vergessenheit geraten.

Disney versucht mit Dastan, eine Art Jack Sparrow der Wüste zu kreieren und dabei zeitgleich nicht zu nah an den Captain heranzukommen. So ist der Prinz aber nie wirklich sympathisch. Einfach weil Johnny Depp ein ganz anderes Kaliber ist und auch weil die Dialoge nicht viel Raum zum Kennenlernen lassen. Dass die Handlung dabei total unmotiviert und teilweise auch nicht glücklich geschnitten wirkt, hilft dem Film leider nicht weiter. Und gerade als am Ende die Story in ein eher unspannendes Finale hinausläuft, schafft es Prince of Persia, mit einem sehr netten Twist die Geschichte zu retten. Das Aushängeschild der Spielereihe, nämlich die rätselartigen Sprungpassagen, kommen nicht häufig vor. Das ist auch verständlich, denn was im Spiel Spaß macht, würde hier defninitv nicht funktionieren. Das hätte man womöglich mit Parcours-Elementen kompensieren können, aber auch das bleibt die Ausnahme. Die Erstürmung von Alamut mit dem kletternden und hüpfenden Dastan ist dabei das Highlight und besitzt auch eine angenehme Dynamik und einen Bewegungsfluss, der später nie wieder erreicht wird.

Die Bösewichte, die ich mal lieber nicht spoile, sind außerdem irgendwo zwischen dämlich und auf Droge. Oder beides. Denn der verfolgte fiese Plan grenzt an Debilität. Dadurch existiert wahrlich nicht eine prägnante Figur im Film. Selbst Oscar-Preisträger Ben Kingsley kann da nicht viel ausrichten. Und so ist Prince of Persia nicht viel mehr als ein 08/15-Hollywood-Film. Glattpoliert und professionell gemacht, aber ohne Seele, ohne Witz und vor allem ohne Erinnerungswertes. Eine weitere seelenlose Big-Buget-Produktion, die sich nicht traut, irgendetwas Markanter oder Innovatives zu versuchen. Wer Bock auf die Wüste hat, guckt sich lieber ‚Die Mumie‘ an. Die Effekte sind zwar nicht wirklich zeitgemäß, aber der Humor macht das allemal wett. ‚Aladdin‘ und ‚Asterix und Kleopatra‘ bieten neben Sand auch einen hohen Unterhaltungswert.

Und die Moral von der Geschichte? Effekte ersetzen weder Handlung noch Charaktere. Genausowenig macht Instagram aus uns allen total tolle Fotografen. Da hilft auch der pseudophilosphische Spruch nicht, der nochmal am Ende erscheint.

Regie: Mike Newell (Harry Potter und der Feuerkelch, Donnie Brasco, Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Die Liebe in Zeiten der Cholera)

Schauspieler: Jake Gyllenhal, Ben Kingsley, Gemma Arterton

Bewertung: 

A Lonely Place to Die (2011)

Im Deutschen heißt der Film tatsächlich ‚Todesfalle Highlands‘, was mir erst im Nachhinein aufgefallen ist. Sogar auf der DVD steht ‚A Lonely Place to Die‘. Ich weigere mich, diese blödsinnige und unnötige Übersetzung zu benutzen. Ohne über den Film zu urteilen, der Titel ist an sich gut gewählt und die deutsche Variante totaler Müll. Aber das ist man ja inzwischen gewöhnt von so machen Übersetzungen. ‚Todesfalle Highlands‘ klingt wie irgendein beliebiger Heimatfilm im Abendprogramm der ARD, während ‚A Lonely Place to Die‘ wenigstens Spannung und Interesse weckt.

Eine fünfköpfige Gruppe von Bergsteigern will eigentlich einen gemütlichen Kletterurlaub irgendwo in den britischen Bergen verbringen. Jedoch finden Alison, Ed, Rob, Alex und Jenny auf ihrem Trip ein völlig verwahrlostes und gefangenes kleines Mädchen, das sie mitnehmen. Das verstörte Kind stellt die Gruppe vor die Frage, wie es dort hingekommen ist und wie man so etwas nur jemandem antun kann. Nach kurzer Zeit beantworten sich die meisten Fragen von selbst, denn zwei Männer machen mit Scharfschützengewähren Jagd auf unsere Helden. Es entwickelt sich ein durchaus brutales und schonungsloses Rennen zur nächstgelegenen Stadt.

Es sei so viel verraten, dass man es in das Dörfchen schafft und der Film somit im letzten Drittel von einem ziemlich atmosphärischen Natur-Thriller zu einem recht gewöhnlichen Baller-Streifen verkommt. Das ist eigentlich ziemlich schade. In der ersten Stunde befindet man sich noch mutterseelenlein irgendwo im Wald bzw. im Gebirge und die Klettereinlagen geben der Sache einen abenteuerlichen Charme. Es wirkt oft realistisch, was die Gruppe da treibt. Die Entdeckung des Mädchens ist dabei ziemlich gruselig anfangs und eigentlich ziemlich nett umgesetzt. Dazu trägt eben vor allem die Kulisse bei. Problematisch sind dann die Auseinandersetzungen mit den Verfolgern. So stirbt einer der Protagonisten auf reichlich beknackte Art und Weise, die heroisch und mutig wirken soll, aber letztendlich ziemlich hirnrissig und einfach nicht nachvollziehbar ist.

In den letzten 30 Minuten gibt sich der Film dann Mühe, die Hintergründe der Entführung und der Angreifer zu erklären, was der Geschichte die ganze Spannung nimmt. Hinzu kommt der Schauplatzwechsel und der nicht mehr realistische Verlauf der Story. Die Verlorenheit in der Natur wird durch wilde Schusswechsel in einem beschaulichen Dörfchen verdrängt und so geht ein großer Teil der Atmosphäre verloren. Der Film bleibt zwar immer hart und es wird durchgängig und sinnlos gestorben, doch zum Schluss muss es dann doch noch einmal kitschig werden.

Problematisch ist in gewisser Weise auch die fehlende Sympathie der Reisetruppe gegenüber. Von den beiden Pärchen ist eines ziemlich nervig und der junge Mann, der keine Freundin hat, ist ein blödes Arschloch. Uns wird zwar 10 Minuten lang Zeit gegeben, uns mit den Personen anzufreunden, doch so richtig ist bei mir der Funke nicht übergesprungen. Da geht es einem z. Bsp. bei ‚The Grey‘ mit Lian Neeson in der Hauptrolle deutlich anders. Hier erleben wir hautnah mit und fühlen den Schmerz und die innere Zerrissenheit. Bei ‚A Lonely Place to Die‘ sehen wir eine hübsche Sportlerin, die außer einem leeren Blick sonst nicht viel auszudrücken hat. Und dann werden wir zum Ende hin mit den bösen Buben vertraut gemacht, was weder interessant noch hilfreich ist. Der Mystery-Aspekt, den man anfangs noch hatte, weil die Bedrohung kein Gesicht besaß, geht verloren.

Am Ende haben wir hier einen kleinen und streckenweise netten Film, der besonders zum Ende hin viele Schwächen aufweist und gerne mal ein wenig in die Belanglosigkeit abdriftet. ‚The Grey‘ macht vieles besser, weil man durchweg in der Natur bleibt und wegen Liam Neeson. Trotzdem kommt hier oft Spannung auf und neben dem völlig überzogenen ‚Vertical Limit‘ und dem noch abstruseren ‚Cliffhanger‘ hat ‚A Lonely Place to Die‘ auch seine Daseinsberechtigung. Genauso wie der Ort des Geschehens eben nicht in der Nähe von Hollywood liegt, so ist das hier eben auch kein Blockbuster. Man muss es hier eben mit den Briten halten und einfach mal ruhig abwarten und Tee trinken.

Regie: Julian Gilbey (Rise of the Footsoldier, Rollin‘ with the Nines)

Schauspieler: Alec Newman, Ed Speleers, Melissa George

Bewertung: 

100 Million BC (2008)

Was macht eigentlich dieser blonde Bengel aus ‚Die blaue Lagune‘? Das Mädel aus diesem Insel-Romantik-Gedöns von 1980, Brooke Shields, kann immerhin auf eine relativ erfolgreiche Karriere in der amerikansichen TV-Landschaft zurückblicken (Lipstick Jungle, Hannah Montana, Nip/Tuck, Two and a Half Men, Die Wilden 70er, Susan). Doch wo hat man den blonden Schönling noch gesehen? Natürlich, in 100 Million BC! Nur ist Mister Blondi dort 28 Jahre älter und die Ansprüche ein kleines wenig niedriger.

Dr. Frank Reno (Michael Gross) hat eine Gruppe Soldaten in den 40ern zurück in die Vergangenheit geschickt. Nämlich 100 Millionen Jahre vor unsere Zeitrechnung. Dummerweise war sein Bruder Erik (Christopher Atkins) dabei und noch dümmererweise klappt das mit dem In-die-Gegenwart-zurückholen nicht mehr und so vergehen halt mal knapp 60 Jahre, bis man nun einen Trupp überkrasser Elite-Soldaten in die Vergangenheit schicken kann, um die Leute zu retten und alles wieder ins Lot zu bringen. Irgendwas geht dann noch schief und am Ende landet ein großer Fleischfresser aus der Urzeit im Los Angeles der Gegenwart und treibt dort seinen Schabernack.

100 Million BC ist ein wahrhaftiger Trash-Film. Das beginnt schon mit der Handlung, die weder vorne noch hinten so richtig Sinn ergibt. Am Ende wird ein Panzer aus dem zweiten Weltkrieg durch die Zeit geschickt, und keiner weiß so richtig warum. Die Armee der USA bzw. die Polizei von Los Angeles sind nicht vorhanden und ein umherstapfender Dino interessiert so ziemlich keinen. Um quasi den Verkehr darzustellen, wird ein Hummer-Truck  immer und immer und immer wieder verwendent. Ganz davon zu schweigen, dass das exakt gleiche Vehikel bereits von den Protagonisten gefahren wurde. Am Ende entwickelt sich der Film zu einem Werbevideo für das Joggen. Das ist einerseits löblich, weil gesund, andererseits jedoch unglaublich lächerlich. Weil nämlich vor 100 Millionen Jahren der Sauerstoffgehalt in der Luft viel niedriger war, sind die Leute, die in dieser Zeit lange gelebt haben, heute unglaublich athletisch und mindestens so schnell wie ein 20 Meter hoher Saurier. Wo die Handlung schon weit entfernt von sinnvoll ist, trumpfen die Special Effects zu einer unglaublichen Kakophonie des Grauens auf. Ein Soldat steht im Wald alleine und wir sehen, wie innerhalb von 0,5 Sekunden ein ziemlich schlecht gezeichneter Velociraptor ihn von hinten sachte in den Nacken beißt, um ihn mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Waldspaziergang mitzunehmen. *Plupp*. Und so ziemlich jedes Urtier sieht aus wie von Kindergartenkindern mit Fingerfarben gezeichnet, animiert und produziert. Selbst zu Zeiten der Blauen Lagune wäre das schon komplett bescheuert gewesen.

Die letzten Szenen spielen dann noch ein wenig mit Zeitreisen und machen es auch nicht mehr besser. Obwohl mir der eine Twist zum Schluss für so ein nocht-nicht-mal-B-Movie geradezu genial erschien, verbleibt 100 Million BC auf seinem ununtertroffenem beschissenen Niveau. Dialoge und Schauspieler sind mies und alleine der Trailer lädt schon zum Schmunzeln ein. Wer schon alles gesehen hat, 85 Minuten Zeit hat und mal wieder „richtige“ Filme wieder genießen möchte, könnte mit Hilfe dieses Bodensatzes der Filmindustrie unterhalten werden. 100 Million BC ist nämlich schlechter als alles, was nachts über den Äther der privaten Sender flimmert und es lässt alle Filme von Nicoals Cage der letzten 5 Jahre wie kongeniale Meisterwerke wirken. Danke.

Regie: Griff Furst (Movin‘ In, Universal Soldiers (nichts mit Jean Claude Van Damme zu tun), 30 Days to Die)

Schauspieler: Michael Gross, Christopher Atkins

Bewertung: 

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Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten (2011)

Jack Sparrow (Johnny Depp) landet als einfacher Matrose auf dem Schiff des gefürchteten Piraten Blackbeard (Ian McShane) und dessen Tochter und 1. Offizier Angelica (Penélope Cruz). Der Dunkelbärtige will die Quelle der ewigen Jugend ausfindig machen und so seinen baldigen prophezeiten Tod verhindern. Auch die spanische Marine ist auf der Suche danach, genauso ein britisches Schiff unter Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush).

Die Geschichte um Will Turner und Elizabeth Swan ist mit den ersten drei Filmen abgeschlossen, so beginnt nun etwas Neues. Wieder einmal jagen diverse Leute etwas hinterher, das ist nicht neu. Wieder kreuzen sich deren Wege. Es gibt dieses Mal keine Kämpfe auf hoher See, nur einmal an der Küste müssen mehrere dutzend Meerjungfrauen filettiert werden. Es gibt wieder mal eine Szene (am Anfang), in der Jack Sparrow auf unnachahmliche Weise dem drohenden Galgen entwischt. Und es gibt hier und da einen Lacher.

Aber irgendwie ist alles auf Sparflamme. Es fehlen bombastische Seeschlachten (die in 3D vielleicht gar nicht so übel gewesen wären) oder interessante Konversationen. Die Charaktere sind auch nicht besonders interessant. Angelicas Charakter zum Beispiel. Sie hat eine Vorgeschichte mit Jack Sparrow und sieht auch ganz lecker aus. Doch warum sie teilweise auf so dümmliche Weise handelt ist nicht erklärt. Es mangelt ihr irgendwie an Motivation. Ja, sie will ihren Vater am Leben erhalten, doch dazu ist die gesamte Beziehung viel zu oberflächlich. Sie wirkt dumm. Blackbeard ist angeglich von allen gefürchtet, doch außer ein wenig Grausamkeit und Egoismus kann man ihm nicht wirklich viel mehr vorwerfen. Er ist in keinster Weise furchterregend. Da sehnt man sich nach Barbossa als Schurken aus Teil 1 oder Davy Jones in den beiden Nachfolgern zurück. Sogar der Fiesling der East India Trading Company hatte mehr Charisma!

Hinzu kommt ein großes Maß an Obeflächlichkeit und lapidarem ‚Nimm es halt hin wie es ist‘. Nicht nur, dass alle Figuren wenig Begeisterung versprühen, sondern auch diese teilweise komplett unausgereifte Darstellung mancher Leute. Die Spanier dringen zum Ende hin ein und machen alles kaputt. Dann, wenn sie ihr Werk vollbracht haben, gehen sie wieder, ohne die ganze andere Meute eines Blickes zu würdigen. Wir bekommen somit fast ständig Jack Sparrow vorgesetzt, der komplett allein einfach nicht den Film tragen kann. Nichts gegen Johnny Depp, aber die Figur macht rein gar nichts neu. Er sagt nie einen charmanten Satz noch zieht er mit keinem eines seiner Verwirr-Spiele ab. Teilweise bleiben ihm wirklich nur One-Liner ohne wahre Konversationsbeteiligung. Eine Szene mit ihm ist vollkommen Hohl. Er klettert auf einen Leuchtturm um diesen zum Explodieren zu bringen. Warum diese Aktion wirklich nötig war, hat sich mir einfach nicht erschlossen. Ist auch nicht wichtig, schnell weitermachen! Und so spielt danach ein größerer Teil im und um den Dschungel. Der einzige für mich einigermaßen ‚coole‘ Charakter ist Barbossa, doch der war in den Teilen zuvor piratiger und hier wirkt er mehr oder weniger stark gealtert und geschwächt.

Die Spitze der Dämlichkeit ist die entflammte Liebe zwischen einem gefangenen Priester und einer Meerjungfrau. Nicht nur dass diese (bzw. ihre Kolleginnen) ihn zuvor umbringen wollte (bzw. wollten), aber scheinbar reichen ein paar Kilometer im Wald, um für den anderen sterben zu können. Und so lässt sich ein Sequel dann noch viel besser vermarkten natürlich!

Machen wir uns nichts vor, die Story ist einfach nicht gut. Die Dialoge hauen einen auch nicht weg. Vielleicht sind dann die dritte Dimension (ja, der Film ist in 3D) und die Effekte einfach nur Bombe? Leider nein. Wieder einmal erschließt sich mir kein (zumindest künstlerischer) Gewinn aus 3D. Es sind nur sehr wenige Szenen, in denen mal ein Schwert sich dem Zuschauer entgegenstreckt. Ansonsten ist es nur Effekthascherei und die Überblendung über einen ansonsten nie optisch tollen Film. Das Dschungel-Panorama oder irgendwelche exklusiven Kamera-Fahrten gibt es nicht. Das hätte nicht schlimm sein müssen, aber wenn man sich als 4. Film einer Reihe dem direkten Vergleich mit seinen Vorgängern stellen muss, dann ist das sehr ernüchternd. Wo die ersten drei Teile trotz teilweiser Überladung noch Spaß gemacht haben, habe ich mich tatsächlich ein wenig gelangweilt. Es gibt einfach keinen Spannungsbogen oder geile Fights, das Rennen um die so tolle Quelle ist nicht wirklich schnell inszeniert. Die Kämpfe sind nie auch nur ansatzweise interessant und das Ende ist so vorhersehbar wie Ebbe und Flut.

Und so kommt man zu dem bitteren Schluss, dass die Luft raus ist aus dem ‚Fluch der Karibik‘. Wieder einmal gibt es nach den Credits eine Sequel-verheißende Szene. Doch was soll da schon kommen? Entweder man bringt ein wirklich gutes Drehbuch oder die ganze, doch eigentlich ehemals ganz sympathische, Sage sinkt unter dem Gewicht der Erwartungen. Sorgen braucht sich Disney keine machen, einspielen wird der zweieinhalbstündige Aufguss vermutlich genug (inzwischen weit mehr als genug). Und das, obwohl vieles so schwach ist. Doch vergrault man so nicht die Fans seines Franchises?

Jack Sparrow: You know that feeling you get when you’re standing in a high place… sudden urge to jump?… I don’t have it.

Ja, so gehts mir auch irgendwie, nur eben mit dem Film.

 

Regie: Rob Marshall (Nine, Chicago, Die Geisha)

Schauspieler: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane

Bewertung: 

Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (2007)

Nachdem Jack Sparrow (Johnny Depp) im zweiten Film vom Kraken gefressen wurde, macht sich seine Crew auf den Weg um ihn zu retten. Dazu hat die Hexe Tia Dalma extra Barbossa (Geoffrey Rush) wieder zum Leben erweckt. Die Zeit rennt ihnen davon, denn die East India Trading Company hat die Kontrolle über Davy Jones‘ Herz und damit über die Unschlagbarkeit der ‚Flying Dutchman‘. Es findet sozusagen Völkermord an Piraten statt. Deswegen wollen unsere Helden eine Konferenz der Piratenkönige einberufen.

So, noch gröber als der zweite Teil, denn es passiert im 3. Teil der Saga doppelt so viel. Am Anfang muss man in Shanghai noch die Karten und ein Schiff besorgen, um ans Ende der Welt segeln zu können. Davy Jones‘ Hintergrund wird ein wenig beleuchtet, und irgendwo mittendrin Jack Sparrow, der scheinbar alle verarscht. Wo ‚Dead Man’s Chest‘ schon etwas füllig war, sprengt der 3. alle Grenzen. Es passiert viel und wenn man sich nicht mehr zu gut an den 2. erinnert, wird es einem schwer fallen, hier allem folgen zu können. Eine Konzentrationsfrage!

Auch hier werden wieder alle Charaktere und Schauspieler der Vorgänger hervorgekramt, was cool ist. Es gibt jedoch die eine oder andere vollkommen merkwürdige und viel zu oberflächliche Figur, wie zum Beispiel Sao Feng (Chow Yun-Fat). Der ist einfach nur hinterhältig und irgendwo motivationsfrei. Der Fakt, dass die Anzahl an Schauplätzen wieder einmal zunimmt, trägt auch nicht zur Übersichtlichkeit bei.

Gut finde ich, dass Will und Kate wieder ein wenig wichtiger sind. Das macht vor allem in Bezug zum Ende Sinn. Schwierig wird es nur, weil irgendwie jeder mit jedem irgendwas ausgehandelt hat und so doch vieles erst im Unklaren bleibt. Da ich jedoch den 2. und 3. Teil relativ zügig hintereinander geguckt habe, war das wenig problematisch. Doch das ist, was vielen ‚Am Ende der Welt‘ vermiest hat. Da verwundert es nicht, dass wahre Fans komplett auf Teil 3 abfahren, während beiläufige Zuschauer mit Abstand zu Teil 2 verloren im Wald stehen.

Im Grunde ist Part 3 also genau wie Part 2, nur mit noch ein wenig mehr Boom und einem zumindest optisch sehr ansprechenden Finale. Wie zuvor erlebt man wieder eine tolle Fantasy-Welt, in der man sich über mehr als zweieinhalb Stunden verliert. Es gibt jedoch hier noch mehr flache Charaktere (zum Beispiel die komplette Riege der Piratenkönige) für den schnellen Witz zwischendurch. Meiner Meinung ist auch nicht alles zu 100% perfekt durchdacht, das mitunter auch an all den wirren Handlungssträngen liegen mag (z. Bsp. bleibt der Part von Tia Dalma zu unbeleuchtet). Am Ende wurde ich wieder gut unterhalten. Doch es wird deutlich, dass man dieses Fortsetzungs-Spiel nicht endlos weiterführen kann. Zu schwierig würde es nämlich werden, als Neueinsteiger mit der Materie zurechtzukommen.

Da ich den Film nun schon zwei mal gesehen habe, war vieles für mich tatsächlich gut nachvollziehbar, oder zumindest einleuchtender als beim ersten Mal. Besonders stören tut mich, dass nach den Credits eine nicht unwichtige Szene eingebaut wurde, dich ich einfach nicht gesehen habe früher. Diese jedoch macht deutlich, dass der tragische Part über Elizabeth und William zu Ende geführt wurde. Nur Jack Sparrow und co. verbleiben wieder in Cliffhanger-Manier und brechen zu neuen Abenteuern auf.

Um ehrlich zu sein, nachdem ich nun diese Endsequenz gesehen habe, fand ich den Film noch einmal ein Stück besser. Denn so wird ein komplex gewordener Part der Story sehr befridiegend zu Ende erzählt. Zeitgleich soll komplex nicht tiefgründig bedeuten, was ich aber nicht schlimm finde. Wer Fluch der Karibik kennt, weiß was er von diesem Film erwarten kann. Zumal es in Teil 3 nun ein wenig mehr ‚Magic Moments‘ gibt als in Teil 2.

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man, FdK 1 + 2)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush

Bewertung: 

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006)

Die East India Trading Company übernimmt in Person von Lord Cutler Beckett die Kontrolle über die Karibik-Stadt Port Royale. Deswegen werden, weil sie Jack Sparrow (Johnny Depp) zur Flucht verhalfen, Elizabeth Swan (Keira Knightley) als auch Will Turner (Orlando Bloom) zum Tode verurteilt. Im Tausch gegen Jacks Kompass verspricht Beckett, beide freizulassen. So bricht Will auf, um die Black Pearl mitsamt Kapitän aufzuspüren. Dieser widerum hat vor 13 Jahren ein Geschäft mit dem unsterblichen und furcherregenden Kapitän Davy Jones ausgehandelt: die Black Pearl für 100 Jahre Gefolgschaft. Diese Zeit neigt sich dem Ende und Sparrow möchte die Kiste mit dem Herzen Jones‘ finden und so seinen Teil des Handels möglichst vermeiden.

Und damit wäre ein Bruchteil von dem abgehandelt, was sonst noch so passiert. U. a. findet Will noch seinen Vater und muss Davy Jones dienen, da gibt es noch einen Riesenkraken, der Commodore aus dem ersten Teil heuert bei Jack an und und und…. Zweieinhalb Stunden lang passiert definitiv zu viel.

Das macht den Film im Hinblick auf den ersten Teil schwächer: Es ist dieser Wille, den ersten unbedingt toppen zu wollen mit schierer Quantität. Mit mehr Action, mehr absurden und skurilen Figuren (Davy Jones, die Hexe, die Eingeborenen). So befinden sich unsere Helden ungefähr 15 Minuten lang im Dschungel in der Gefangenschaft von Menschenfressern. Das ist in keinster Weise relevant für die Handlung, dauert jedoch lange und führt zu einem aufgeblähten Film mit ‚zu viel‘.

Fans freuen sich, dass der komplette Cast des 1. Teils auftaucht und die ganze Welt wieder zum Eintauchen einlädt. Eher unwichtige Sidekicks aus dem Vorgänger dürfen ran. So gibt es wieder eine Verflechtung aller möglichen Leute und eine Jagd nach Davy Jones‘ Herzen. Es gibt diverse gute Kampfszenen, gegen den Riesenkraken oder zu dritt jeder gegen jeden um den Schlüssel zur Herz-Truhe. Das ist definitv sehr fein, doch problematisch wird es, wenn der Film ruhiger wird. Denn schließlich muss man mehr oder weniger vier verschiedenen Handlungssträngen folgen, die teilweise nicht mehr zusammenlaufen und so in einem (echt fiesen) Cliffhanger zum dritten Teil münden.

Sonst ist eigentlich alles gut. Die Musik und die Effekte, Jack Sparrow als Ein-Mann-Unterhaltungsmaschine. Andererseits bricht man mit dem ersten Teil und Elizabeth und Will werden ein wenig ‚piratiger‘. Dadurch wird ihre Liebe unwichtiger und bildet auch keinen Rahmen mehr für den Brei vom ‚anderen Zeug‘. So geht der rote Faden ein wenig verloren, die einzelnen Motivationen undurchsichtiger.

Nichtsdestotrotz wurde ich gut unterhalten. Es ist jedoch verständlich, wenn es mehr Leute gibt, die mit der Fortsetzung nicht mehr so warm werden wie mit dem Original. Es mangelt an denk- und erinnerungswürdigen Szenen.

Man muss natürlich den ersten Film gesehn haben, um irgendwas mit Teil 2 anfangen zu können. Wer Fan des gesamten Universums ist, wird jedoch auch seine Freude mit diesem Film haben und mit einem noch etwas beknackteren Jack Sparrow.

„Ist es nur mir aufgefallen, oder ist der Captain in letzter Zeit etwas merkwürdiger?“

 

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man, FdK 1)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley

Bewertung: 

Fluch der Karibik (2003)

Der Pirat und gemeuterte Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) gelangt in die karibische Hafenstadt Port Royale. Dort will er ein Schiff kapern, um sein eigenes Schiff, die Black Pearl, zurückzuerlangen. Er wird ins Verließ geschmissen und muss mit zusehen, wie seine ehemalige Crew, angführt von Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush) und von einem Aztenken-Fluch befallen, die Stadt überfällt und die Gouverneurs-Tochter Elizabeth Swan (Keira Knightley) entführt. Mit der Hilfe des Waffenschmieds Will Turner (Orlando Bloom) entkommt er und die beiden machen sich an die Verfolgung.

Das ist natürlich sehr grob zusammengefasst. Es passiert einfach sehr viel und teilweise zeitgleich. Man gewinnt aber (hoffentlich) einen gewissen Überblick über die Geschehnisse. Obwohl der Film mit den untoten Piraten in Fantasy abdriftet, bleibt er ein wirklich fesselnder und toll erzählter Abenteuerstreifen.

Im Grunde gibt es mehrere Plots, von denen aber zwei wichtig sind. Einerseits will Jack Sparrow mit allen Mitteln sein Schiff wiederhaben, andererseits will Will seine Elizabeth finden und erobern. Das hat ein wenig was von Romeo und Julia, wird aber nie kitschig. Dann spielt noch die Armee unter der Leitung von Commodore James Norrington eine Rolle, denn auf Piraterie steht die Todesstrafe. Die ehemalige Crew Sparrows möchte sich vom Fluch befreien, der sie zwar unterblich, aber auch unempfindsam macht.

So entstehen viele Verflechtungen zwischen den Charakteren, die im Prinzip alle glaubwürdig und entsprechend motiviert sind. Zudem gibt es die eine oder andere Wendung, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Der eine oder andere Twist ist clever und unterhält bzw. überrascht. Es gibt auch komplett nutzlose Jar-Jar-Binks-ähnliche Figuren, die den schnellen Witz durch dummes Gerede bringen sollen. Das kann man mögen, das kann man haßen. Mich hat es nicht gestört und es bringt vermutlich so etwas wie eine Verschnaufpause zwischen Kanongeballer, Wortgefechten und Säbelgerassel.

Die Dialoge sind oft sehr unterhaltsam. Wenn sozusagen Kämpfe mit dem Worte anstelle des Degens ausgefochten werden, da enorm viele Personen eigentlich gegeneinander arbeiten. So kann man viel lachen. Der Film schafft es aber, nicht lächerlich zu werden. Das allererste Auftreten des Jack Sparrow ist witzig und cool, trotz widriger äußerer Umstände und zurecht ein Klassiker der Filmgeschichte.

Eine wahre Botschaft transportiert der Streifen nicht, ist ja auch von Disney (haha). Die Liebe zwischen Will und Elizabeth ist nicht das, was man vom Film in Erinnerung behält, obwohl sie schon einen Rahmen für alles bietet. So ist die Handlung zwar durchaus komplex, aber nicht tiefgründig. Ein Abenteuer-Film eben und garantiert der beste Piraten-Film da draußen. Jack Sparrow ist das, was man am ehesten im Gedächtnis behält und womit man Johnny Depp lange in Verbindung bringen wird. Oft als metrosexueller Bandit mit Gleichgewichtsstörungen verunglimpft (spiegel, n24, tvspielfilm), ist er der Part, der dem Streifen seinen Stempel aufdrückt und der einen  so unsagbar sympathischen Antihelden gibt, ohne den der ‚Fluch der Karibik‘ nicht funktionieren würde. Und das trotz diverser Charakter- und Alkoholschwächen.

Nebenbei erwähnenswert ist der wirklich tolle Soundtrack (Hans Zimmer), der viel zur Atmosphäre beiträgt. Der Rest stimmt auch. Die Schiffe, Kämpfe und die Zähne der Leute. Ich mag den Film, denn man kann sich über zwei Stunden lang in einer fremden Welt verlieren. Das gelingt z. Bsp. auch der ‚Herr-der-Ringe‘-Trilogie, wobei das Piraten-Setting leichter zugänglich ist und weniger episch. ‚Fluch der Karibik‘ ist somit grandios und uneingeschränkt emphelenswert. Gut vergleichbar erscheint mir das Ganze auch mit Indiana Jones. Jack Sparrow bringt einen jedoch häufiger zum Lachen als Indy:

Garde: „Sie sind der schlechteste Pirat von dem ich jemals gehört habe!“
Jack: „Ja, aber sie haben von mir gehört.“

 

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush

Bewertung: 

Sanctum (2011)

Frank McGuire (Richard Roxburgh) untersucht zusammen mit seinem rebellischen Sohn Josh und Carl, dem Financier der Expedition, eine Höhle in Papua-Neuguinea. Sie suchen einen unterirdischen Durchgang zum Meer. Durch einen Sturm wird der Aufgang nach oben versperrt und die Höhle füllt sich mit Wasser, sodass nur der Weg nach unten in unbekannte Höhlensysteme bleibt. 

‚Sanctum‘ ist einer dieser Mensch-gegen-Natur-Filme. Hier vorrangig mit Taucheinlagen, gelegentlich wird auch mal geklettert. Natürlich gibt es auch hier eine Gruppe von Menschen, wobei einen nach dem anderen das Zeitliche segnet. Die Handlung ist somit simpel und leicht verdaulich, die Darstellung der jeweiligen Leichen weniger. So wird dem Streifen ein etwas härterer Touch gegeben.

Jedoch bleiben alle Figuren sehr oberflächlich und klischeehaft, einzig die Beziehung zwischen Vater und Sohn entwickelt sich ein wenig. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Spinnner in der Gruppe der durchdreht und die anderen im Stich lässt bzw. hintergeht. Die eine oder andere Aktion der Protagonisten finde ich auch nicht überlegt oder auch gelinde gesagt dumm. Da ist der Tod vorprogrammiert.

Andererseits gefiel mir der Überlebenskampf ganz gut, denn Franks vorgehen wirkte stets überlegt und vorausschauend, wenn auch skrupellos. Unter Wasser und mit begrenzter Luft, Licht und Nahrung hat man halt keine Zeit, um Tote zu betrauern. Rein tauch- wie auch klettertechnisch wirkte der Film sehr realistisch und solide, was ihn zu einem Dokumentarfilm mit Spannungsbogen macht. Naturfreunden wird das durchaus zusagen, anderen weniger.

Überraschend ist, wie ähnlich sich solche Filme sind. Man nehme ‚Vertical Limit‘. Auch dort gilt es, unter widrigen Umständen Menschenleben zu retten. Einer wird zum Bösen und riskiert die Leben anderer. ‚Der Flug des Phoenix‘ ist auch so ein Vertreter, jedoch in der Wüste und (leider) mit Dennis Quaid. ‚Nordwand‘, ‚127 Hours‘ und ‚Auf Messers Schneide‘. ‚Into the Wild‘, ‚Cliffhanger‘, ‚Abyss‘, ‚Am wilden Fluss‘ und ‚Castaway‘. Tja, da hat ‚Sanctum‘ wohl ein wenig Konkurrenz in dem Genre. Wirkliche Tauchfilme gibt es jedoch nicht so viele, ausgenommen (das im Director’s Cut elend lange) ‚Abyss‘. Den habe ich aber bestimmt vor 10 Jahren zum letzten Mal gesehen und wage hier kein Urteil oder gar einen Vergleich.

Wer auf Handlung verzichten mag, gerne auch Dokus guckt und selber schon mal klettern oder tauchen war, wird ‚Sanctum‘ vielleicht ganz brauchbar finden, mir war das alles einfach zu hohl. 108 Minuten unterirdisch auf Tauchgang sind nun mal nicht für jedermann. Wer aber einfach mal Bock auf einen Abenteuer-Film verspührt, sollte dann lieber ‚127 Hours‘ oder das supergeile ‚Castaway‘ schauen, die bieten mehr als das Allerheiligste (Sanctum übersetzt). Ein kleiner Geheimtipp: ‚Die Tiefseetaucher‘ handelt zwar auch vom Tauchen, ist jedoch vielmehr eine Komödie mit Bill Murray und Owen Wilson und viel mehr Unterhaltungswert.

Regie: Alister Grierson (diverse Kurzfilme, Sanctum ist sein erster ‚großer‘ Film)

Schauspieler: Richard Roxburgh, Ioan Gruffudd, Rhys Wakefield

Bewertung: