30 Days of Night (2007)

Irgendeine Kleinstadt irgendwo in Alaska. Die Einwohner bereiten sich gerade auf die bevorstehende 30-tägige Nacht vor. Die meisten verlassen das Dorf einfach. Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett) aber bleibt und muss feststellen, dass sich die merkwürdigen Begebenheiten häufen. Nicht nur wurden die Hunde eines Anwohners allesamt bestialisch abgeschlachtet, auch ein Fremder (Ben Foster) taucht auf und muss vorläufig dingfest gemacht werden. Was der Ordnungshüter noch nicht ahnt, ist, dass eine Schar von Vampiren die Stadt überfallen und sich an den Anwohnern satttrinken möchte. Glücklicherweise hat Olesons Ex, Stella (Melissa George), ihren Flug verpasst und muss mit ihm ums Überleben kämpfen. Allerdigns sind 30 Tage eine lange Zeit und die Blutsauger haben gut Hunger mitgebracht.

Der Film ist mit 113 Minuten Laufzeit relativ lang und dabei öfter mal eher ruhig. Das liegt daran, dass die Protagonisten sich vor den schier übermächtigen Vampiren verstecken müssen. Gerade in der ersten Hälfte gelingt es dadurch, Spannung zu erzeugen, zumal es bis hierhin noch recht logisch zugeht. Mit zunehmender Zeit gerät ’30 Days of Night‘ zunehmend in Schwierigkeiten und es ergeben sich doch zahlreiche Logiklücken. Höhepunkt der Fehler ist, als in einer Szene zum Ende hin ein Vampir getötet und durch den Fleischwolf gedreht wird, um kurz darauf im richtigen Finale wieder am Start zu sein. Das könnte man noch verzeihen, aber dafür wirkt vieles andere konstruiert und nicht natürlich.

Stella meint, sie rennt los und lenkt die Widersacher ab. Daraufhin meint Eben, er macht das schon. Der Plan ist im Nachhinein ziemlich bescheuert, dass aber die Frau ohne mit der Wimper zu zucken Josh Hartnett in den schier sicheren Tod schickt, ist dagegen mehr als lächerlich. Und so verstrickt sich der Film zum Ende hin in zu viel und hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Wenn dann einer unserer Helden in die Luft gesprengt wird, um dann aber doch irgendwie noch zu leben, wirkt das alles sehr merkwürdig.

Das ist wirklich schade, weil die Vampire eigentlich cool sind und veritable Gegner darstellen, vor allem ihr Anführer Marlow (Danny Huston). Dafür sind es dann die Menschen, die durch die Bank weg wenig Sympathie wecken und die meiste Zeit wie verängstigtes Vieh in der Ecke hocken. Stella ist so nervig und unrettenswert, dass man sich wundert, warum Eben auch nur einen Finger für sie krumm macht. Allerdings gibt es auch nicht so viele gut aussehende Weibchen da oben am Polarkreis, weswegen er entschuldigt sei. Der Rest der Bande ist ersetzbar und erschreckend farblos. Dagegen ist die Szenerie an und für sich nett und der Rahmen des Films durchaus erfrischend, auch wenn es vielleicht ein wenig an ‚The Thing‘ (Das Ding aus einer anderen Welt) erinnert.

Es gibt auch Blut zu sehen, stellenweise sogar auf ziemlich drastische Art und Weise. Das passt gut zu den bösen Vampiren, die dadurch unglaublich brutal und blutrünstig wirken. Es ist insofern dann schon eigentlich lustig, dass Regisseur David Slade drei Jahre nach ’30 Days of Night‘ auch Regie beim dritten Twilight-Film führte. Mit den handzahmen Regenbogen-Vampiren aus den Teeniefilmen haben die Kreaturen hier jedoch glücklicherweise wenig am Hut.

So ist ’30 Days of Night‘ ein netter Horror-Film und übrigens eine Comicbuch-Adaption. Er beginnt gut, zum Schluss geht der Geschichte jedoch ein wenig die Puste aus. Gerade die letzte Szene ist eher merkwürdig. Ansonsten ist der Streifen für Menschen wie mich, die etwas mit kleinen Horrorfilmchen anfangen können, durchaus sehenswert. Zumindest hinterließ er bei mir kein negatives Gefühl am Ende, ohne dass ich in Enthusiasmus ertrunken wäre. Wer dem Genre jedoch abgeneigt ist, wird sich sehr an den Logikfehlern und Ungereimtheiten stören und sollte die lieber die Finger hiervon lassen.

 

Regie: David Slade (Eclipse – Biss zum Abendrot, Hard Candy)

Schauspieler: Josh Hartnett, Melissa George, Danny Huston, Ben Foster

Bewertung: