Source Code (2011)

Captain Colter Stevens (Jake Gyllenhal) wacht ohne Erinnerung in einem Zug auf. Er ist verwirrt und weiß nicht wie er dort hingelangt ist. Zudem sieht er im Spiegel nicht sein gewohntes Erscheinungsbild, sondern das eines ihm völlig fremden Mannes. Nach acht Minuten explodiert der Zug und alle Insassen sterben. Doch Colter erwacht in einer kleinen dunklen Kammer und erfährt nach und nach warum er dort ist und wie es sein kann, dass sich ihm dieses achtminüte Zeitfenster des öfteren öffnet.

Es ist ein semi-futuristisches Szenario. Wir bewegen uns in der Gegenwart und die USA verfügen über ein wenig mehr Know-How, als man es für möglich halten sollte. Es geht um den Source Code im nachhinein und Colters Einbindung in ihn. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Zeitreise-Abenteuer wie vielleicht ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘. Beziehungsweise wird das einem weißgemacht.  Sicher bin ich mir auch nicht mehr ganz, in den 90 Minuten des Films wird viel erklärt und vieles dann auch wieder ein wenig verworfen.

Mir fällt es schwer, alles über diesen Thriller zu sortieren. Denn vor allem zum Ende hin schraubt sich die Handlung in vermeintliche Komplexität. Es ist nich schwer, dem ganzen zu folgen oder es zu verstehen. Doch viele Erklärungen sind nicht elegant. Wenn der Source Code kurz erklärt wird und auf welchen physikalischen Methoden er beruht, dann geht ein wenig die Nachvollziehbarkeit verloren. Ein ‚Inception‘ war da in gewisser Hinsicht stimmiger (auch wenn dort vielleicht nicht für jeden alles befridiegend gelöst wurde).

Spannend fand ich ‚Source Code‘ allemal. Diese Du-hast-8-Minuten-Zeit-im-Zug-Passagen sind spanned, man rätselt mit, wer der Bombenleger sein könnte. Die Stellen in der Kammer lockern auf und geben die nötigen Background-Infos, um dann im Zug das Puzzle ein wenig besser lösen zu können. Rein stilistisch finde ich das gut gelöst. So kommt eigentlich kein Leerlauf auf.

Rein von der Action und den Schauspielern gefiel mir der Film auch ganz gut. Ich bin zwar kein großer Fan von Jake Gyllenhal, aber er ist mir hier grundsätzlich sympathisch und ich stehe auf seiner Seite. Einzig dieses bisschen amerikanischen Patriotismus, dass zum Ende mal hier und da zum Vorschein tritt, fand ich nicht nötig.

Mein Problem ist, dass ich ‚Moon‘ von Duncan Jones sah und infolgedessen überhöhte Erwartungen in ‚Source Code‘ gesetzt habe. ‚Moon‘ ist nicht unähnlich. Dort hat man auch einen einzelnen, der verwirrt ist und sich in einem unwirklichen Szenario wiederfindet. Sam Rockwell trägt den Film komplett allein und auch auf so überzeugende Art und Weise. Dieses Potential bietet ‚Source Code‘ einfach nicht, weil hier die Handlung mit ihren Twists und Tücken in den Vordergrund tritt.

So wird Colter Stevens mehr oder weniger eher zum Opfer seiner Lage, während Sam Bell (Sam Rockwell in ‚Moon‘) die Dinge in seine Hand nimmt. Zum Ende hin passiert viel auf einmal, vieles was eigentlich nicht möglich gewesen wäre, jedoch lapidar erklärt wird. Damit wird die Auflösung nicht unbedingt so 100% befridiegend, wie sie vielleicht hätte sein können. Wer also einen cleveren Thriller erwartet, sollte wissen, dass das Gewicht eher beim ‚Thriller‘ liegt. Das ist nicht schlimm, man wird gut unterhalten. Ich glaube, Duncan Jones (übrigens der Sohn von David Bowie) kann man sich vormerken. Zumindest scheint er ein Regisseur zu sein, der von plumpen Storys Abstand nimmt.

Es gibt natürlich bessere Filme als ‚Source Code‘, die in eine ähnliche Kerbe schneiden. ‚Inception‘ und ‚Matrix‘ sind natürlich ein bisschen unrealistischer, spielen jedoch auch mit dem Bewusstsein des Menschen. Noch immer der mit Abstand beste und einfach nur unterhaltsamste Zeitreise-Film für mich ist ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘. Kein anderer Film nutzt die Zeit auf so konsequente und einfache Art und Weise. Natürlich sollte man auch an ’12 Monkeys‘ denken, der super ist (und auch besser als Source Code).

Regie: Duncan Jones (Moon)

Schauspieler: Jake Gyllenhal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga

Bewertung: 

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