Scary MoVie (2013)

Auch wenn man sich größte Mühe gegeben hat, die ‚5‘ im Titel zu verstecken. Das inzwischen vierte Sequel zu Scary Movie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man zum, nun ja, fünften Mal das Gleiche macht. Die einzige Neuerung sind die Filme, die persifliert werden. Im Vordergrund stehen ‚Paranormal Activity‘ und ‚Mama‘. Weil das aber nicht genügend Material geliefert hätte, werden zudem noch ‚Black Swan‘, ‚Inception‘ und, praktisch völlig zusammenhanglos, ‚Planet der Affen‘ auf die Schippe genommen. Ein paar weitere Anspielungen gibt es dann noch hier wie dort und eine ganze Reihe von prominenten Gastauftritten, die das Geschehen auf 86 Minuten strecken.scary movie 5

Die Handlung ist einfach: Jody Sanders (Ashley Tisdale) und ihr Mann Dan (Simon Rex) nehmen die beiden Töchter von Dans verstorbebnem Bruder unter ihre Fittiche, welche von irgendeinem Dämon besessen sind. Oder so. Bla bla bla, et cetera und so weiter. Gastauftritte haben Charlie Sheen, Lindsay Lohan, Snoop Dogg, Mike Tyson und Mac Miller. Was die da drin zu suchen haben? Kinder in die Kinos locken, mehr nicht. Die dicke mexikanische Haushälterin präsentiert sich im Bikini und hat eine heimliche Liebesbeziehung mit dem Staubsauger. Die eine kleine Göre steckt sich ihre Zahnbürste in den Hintern. Ein Säugling wird in Brand gesteckt. Und der schwarze Geisteraustreiber entpuppt sich als Dieb und Kreditkartenbetrüger. Was womöglich ein wenig rassistisch ist, aber wen kümmert es.

Mein grundlegendes Problem mit ‚Scary MoVie‘ ist, dass man sich tatäschlich die Dreistigkeit herausnimmt, sich beispielsweise über ‚Inception‘ lustig zu machen, dabei aber selbst meilenweit davon entfernt ist, einen ansprechenden Film abzuliefern. So bedient man sich popkultureller Anspielungen, ohne auch nur irgendeine eigene kreative Leistung dazu beigetragen zu haben. Dem Affen aus ‚Planet der Affen‘ wird permanent auf die Fresse gehauen. Das mag dann einmal lustig sein, aber mehr fiel den Verantwortlichen auch nicht ein. Und tatsächlich ist es ‚Black Swan‘, welches hier mit am meisten verarscht wird. Das reine Ballett als Grundlage für Witze zu nehmen spricht ganz klar für den pubertären Humor und die Ausrichtung auf eine Zielgruppe jugendlicher Menschen, die so einen Scheiß total abfeiern.

Zugegeben, auch die vorigen Filme haben schon nichts anders gemacht. Aber bei denen war ich noch jünger und naiver. Das hier ist wirklich von vorne bis hinten dumm und eine Unverschämtheit. Klar, im Suff und mit Freunden kann man sich diese Idiotie geben. Aber wie man auf clevere Art und Weise zitiert beweisen ‚Hot Fuzz‘ und ‚Shaun of the Dead‚, die von vorne bis hinten liebevoll mit den Vorbildern umgehen und zu jeder Zeit vor allem eines sind: lustig. Weil nur weil es dumm ist, nicht zwangsläufig auch lustig sein muss. Außer man ist noch zwölf Jahre alt. Gleiches gilt übrigens auch in die andere Richtung. Lustiges muss nicht dümlich sein. Und entweder waren die Schreiber und Macher noch auf dem geistigen Level von Vorschülern, oder, und das ist der wahrscheinlichere Fall, Scary Movie Episode 5 ist nicht viel mehr als der Versuch, auf schnelle und einfache Art und Weise Geld zu verdienen. Da gucke ich mir lieber zum tausendsten Mal die Nackte-Kanone-Trilogie an. Prost.

Regie: Malcolm D. Lee (Soul Men, Roll Bounce, Undercover Brother)

Schauspieler: Ashley Tisdale, Simon Rex, Erica Ash, Katt Williams

Bewertung: 

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