Sanctum (2011)

Frank McGuire (Richard Roxburgh) untersucht zusammen mit seinem rebellischen Sohn Josh und Carl, dem Financier der Expedition, eine Höhle in Papua-Neuguinea. Sie suchen einen unterirdischen Durchgang zum Meer. Durch einen Sturm wird der Aufgang nach oben versperrt und die Höhle füllt sich mit Wasser, sodass nur der Weg nach unten in unbekannte Höhlensysteme bleibt. 

‚Sanctum‘ ist einer dieser Mensch-gegen-Natur-Filme. Hier vorrangig mit Taucheinlagen, gelegentlich wird auch mal geklettert. Natürlich gibt es auch hier eine Gruppe von Menschen, wobei einen nach dem anderen das Zeitliche segnet. Die Handlung ist somit simpel und leicht verdaulich, die Darstellung der jeweiligen Leichen weniger. So wird dem Streifen ein etwas härterer Touch gegeben.

Jedoch bleiben alle Figuren sehr oberflächlich und klischeehaft, einzig die Beziehung zwischen Vater und Sohn entwickelt sich ein wenig. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Spinnner in der Gruppe der durchdreht und die anderen im Stich lässt bzw. hintergeht. Die eine oder andere Aktion der Protagonisten finde ich auch nicht überlegt oder auch gelinde gesagt dumm. Da ist der Tod vorprogrammiert.

Andererseits gefiel mir der Überlebenskampf ganz gut, denn Franks vorgehen wirkte stets überlegt und vorausschauend, wenn auch skrupellos. Unter Wasser und mit begrenzter Luft, Licht und Nahrung hat man halt keine Zeit, um Tote zu betrauern. Rein tauch- wie auch klettertechnisch wirkte der Film sehr realistisch und solide, was ihn zu einem Dokumentarfilm mit Spannungsbogen macht. Naturfreunden wird das durchaus zusagen, anderen weniger.

Überraschend ist, wie ähnlich sich solche Filme sind. Man nehme ‚Vertical Limit‘. Auch dort gilt es, unter widrigen Umständen Menschenleben zu retten. Einer wird zum Bösen und riskiert die Leben anderer. ‚Der Flug des Phoenix‘ ist auch so ein Vertreter, jedoch in der Wüste und (leider) mit Dennis Quaid. ‚Nordwand‘, ‚127 Hours‘ und ‚Auf Messers Schneide‘. ‚Into the Wild‘, ‚Cliffhanger‘, ‚Abyss‘, ‚Am wilden Fluss‘ und ‚Castaway‘. Tja, da hat ‚Sanctum‘ wohl ein wenig Konkurrenz in dem Genre. Wirkliche Tauchfilme gibt es jedoch nicht so viele, ausgenommen (das im Director’s Cut elend lange) ‚Abyss‘. Den habe ich aber bestimmt vor 10 Jahren zum letzten Mal gesehen und wage hier kein Urteil oder gar einen Vergleich.

Wer auf Handlung verzichten mag, gerne auch Dokus guckt und selber schon mal klettern oder tauchen war, wird ‚Sanctum‘ vielleicht ganz brauchbar finden, mir war das alles einfach zu hohl. 108 Minuten unterirdisch auf Tauchgang sind nun mal nicht für jedermann. Wer aber einfach mal Bock auf einen Abenteuer-Film verspührt, sollte dann lieber ‚127 Hours‘ oder das supergeile ‚Castaway‘ schauen, die bieten mehr als das Allerheiligste (Sanctum übersetzt). Ein kleiner Geheimtipp: ‚Die Tiefseetaucher‘ handelt zwar auch vom Tauchen, ist jedoch vielmehr eine Komödie mit Bill Murray und Owen Wilson und viel mehr Unterhaltungswert.

Regie: Alister Grierson (diverse Kurzfilme, Sanctum ist sein erster ‚großer‘ Film)

Schauspieler: Richard Roxburgh, Ioan Gruffudd, Rhys Wakefield

Bewertung: 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.