Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (2007)

Nachdem Jack Sparrow (Johnny Depp) im zweiten Film vom Kraken gefressen wurde, macht sich seine Crew auf den Weg um ihn zu retten. Dazu hat die Hexe Tia Dalma extra Barbossa (Geoffrey Rush) wieder zum Leben erweckt. Die Zeit rennt ihnen davon, denn die East India Trading Company hat die Kontrolle über Davy Jones‘ Herz und damit über die Unschlagbarkeit der ‚Flying Dutchman‘. Es findet sozusagen Völkermord an Piraten statt. Deswegen wollen unsere Helden eine Konferenz der Piratenkönige einberufen.

So, noch gröber als der zweite Teil, denn es passiert im 3. Teil der Saga doppelt so viel. Am Anfang muss man in Shanghai noch die Karten und ein Schiff besorgen, um ans Ende der Welt segeln zu können. Davy Jones‘ Hintergrund wird ein wenig beleuchtet, und irgendwo mittendrin Jack Sparrow, der scheinbar alle verarscht. Wo ‚Dead Man’s Chest‘ schon etwas füllig war, sprengt der 3. alle Grenzen. Es passiert viel und wenn man sich nicht mehr zu gut an den 2. erinnert, wird es einem schwer fallen, hier allem folgen zu können. Eine Konzentrationsfrage!

Auch hier werden wieder alle Charaktere und Schauspieler der Vorgänger hervorgekramt, was cool ist. Es gibt jedoch die eine oder andere vollkommen merkwürdige und viel zu oberflächliche Figur, wie zum Beispiel Sao Feng (Chow Yun-Fat). Der ist einfach nur hinterhältig und irgendwo motivationsfrei. Der Fakt, dass die Anzahl an Schauplätzen wieder einmal zunimmt, trägt auch nicht zur Übersichtlichkeit bei.

Gut finde ich, dass Will und Kate wieder ein wenig wichtiger sind. Das macht vor allem in Bezug zum Ende Sinn. Schwierig wird es nur, weil irgendwie jeder mit jedem irgendwas ausgehandelt hat und so doch vieles erst im Unklaren bleibt. Da ich jedoch den 2. und 3. Teil relativ zügig hintereinander geguckt habe, war das wenig problematisch. Doch das ist, was vielen ‚Am Ende der Welt‘ vermiest hat. Da verwundert es nicht, dass wahre Fans komplett auf Teil 3 abfahren, während beiläufige Zuschauer mit Abstand zu Teil 2 verloren im Wald stehen.

Im Grunde ist Part 3 also genau wie Part 2, nur mit noch ein wenig mehr Boom und einem zumindest optisch sehr ansprechenden Finale. Wie zuvor erlebt man wieder eine tolle Fantasy-Welt, in der man sich über mehr als zweieinhalb Stunden verliert. Es gibt jedoch hier noch mehr flache Charaktere (zum Beispiel die komplette Riege der Piratenkönige) für den schnellen Witz zwischendurch. Meiner Meinung ist auch nicht alles zu 100% perfekt durchdacht, das mitunter auch an all den wirren Handlungssträngen liegen mag (z. Bsp. bleibt der Part von Tia Dalma zu unbeleuchtet). Am Ende wurde ich wieder gut unterhalten. Doch es wird deutlich, dass man dieses Fortsetzungs-Spiel nicht endlos weiterführen kann. Zu schwierig würde es nämlich werden, als Neueinsteiger mit der Materie zurechtzukommen.

Da ich den Film nun schon zwei mal gesehen habe, war vieles für mich tatsächlich gut nachvollziehbar, oder zumindest einleuchtender als beim ersten Mal. Besonders stören tut mich, dass nach den Credits eine nicht unwichtige Szene eingebaut wurde, dich ich einfach nicht gesehen habe früher. Diese jedoch macht deutlich, dass der tragische Part über Elizabeth und William zu Ende geführt wurde. Nur Jack Sparrow und co. verbleiben wieder in Cliffhanger-Manier und brechen zu neuen Abenteuern auf.

Um ehrlich zu sein, nachdem ich nun diese Endsequenz gesehen habe, fand ich den Film noch einmal ein Stück besser. Denn so wird ein komplex gewordener Part der Story sehr befridiegend zu Ende erzählt. Zeitgleich soll komplex nicht tiefgründig bedeuten, was ich aber nicht schlimm finde. Wer Fluch der Karibik kennt, weiß was er von diesem Film erwarten kann. Zumal es in Teil 3 nun ein wenig mehr ‚Magic Moments‘ gibt als in Teil 2.

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man, FdK 1 + 2)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush

Bewertung: 

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