Payback (1999)

Brian Helgeland, Regisseur von Payback, hat 1998 an einem Wochenende einen Oscar und eine Goldene Himbeere erhalten. Beide jeweils für seine Drehbücher. Der Oscar war für L.A. Confidential (Hell yeah!), die Himbeere für den furchtbaren Postman-Film (Hell no!). Außerdem hat der Mann Mystic River geschrieben und auch noch Regie bei Ritter aus Leidenschaft geführt. Andererseits ist Herr Helgeland auch für die Drehbücher für Ridley Scotts Robin Hood-Verwurstung und das Pelham 1 2 3-Remake verantwortlich. Was lernen wir daraus? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber auf welcher Seite der Macht steht nun Payback?Payback

Porter (Mel Gibson) wurde bei einem geglückten Raub von seinem Partner Val Resnick (Gregg Henry) aufs Kreuz gelegt und um 70000 $ geprellt. Er wacht dementsprechend mit ein paar Kugeln im Körper auf. Das schreit nach Rache. So begibt sich Porter auf die Suche nach seinem ehemaligen Kollegen, der inzwischen Mitglied der Mafia ist. Mit dabei sind asiatische Gangster samt Lucy Liu als Domina, korrupte Polizisten und Kris Kristofferson als Gangsterboss.

Tja, und das ist im Grunde die Handlung. Porter arbeitet sich die Nahrungskette der Mafia allmählich herauf und schreckt vor nichts zurück. Das zeichnet den Film auch aus: Mel Gibson ist die coolse und skrupelloseste Sau auf dem Planeten. Schon alleine die Anfangssequenz, in der er völlig abgebrannt einem wahllosen Mann die Brieftasche klaut und sich mit den Kreditkarten in einem Zusammenschnitt wieder eine Existenz aufbaut, macht klar, mit wem man es hier zu tun hat. Dabei wird deutlich, dass Mel alles andere als ein guter Mensch ist. So gibt es viele Interaktionen mit meist zwielichtigen Gestalten, die nicht fassen können, dass ein Kerl so viel Wind um so wenig Geld macht. Dabei geht es ihm auch ums Prinzip. Humor entsteht durch die kauzige und lässige Art von Porter und die teils skurrilen Konfrontationen mit allerhand Gestalten. So spinnt sich ein Geflecht von Protagonisten auf, die im Grunde alle nur irgendwas von ihm wollen.

Zugegeben, das Ende ist ein wenig gekünstelt und bei aller Liebe nicht so schlau wie der Film einem vermitteln will. Eine Schießerei mit einer asiatischen Gangsterbande ist auch ein wenig over the top. Aber es ist in Ordnung. Und die Story an sich wirkt teilweise, als ob sie auch von einem Guy Ritchie stammen könnte. Nur mit etwas weniger Hektik und mehr ruhigen Momenten. Für mich ist Mel Gibson auch einfach ein harter Typ, alle seine persönlichen Probleme mal beiseite geschoben, der gerne mal entgegen der persönlichen Sehgewohnheiten handelt. Der Rest des Casts geht klar und Payback hat mit seinen 100 Minuten Laufzeit auch keine Längen drin.

Klar, irgendeine tiefere Botschaft oder eine Moral wird nicht transportiert. Der Film gibt sich auch keine Mühe, mehr zu sein, als er ist. Und Porter ist ein Antiheld. Trotzdem funktioniert die Geschichte gut und unterhält durchgängig. Kiss Kiss Bang Bang zum Beispiel ist viel humoriger und auf seine eigene Art innovativer. Payback dafür ist härter und düsterer. Ein kleiner, aber auch guter Krimi mit Action. Warum auch nicht?

 

Regie: Brian Helgeland (Ritter aus Leidenschaft, Sin Eater)

Schauspieler: Mel Gibson, Gregg Henry, David Paymer, Bill Duke, Lucy Liu, Kris Kristofferson

Bewertung: 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.