hoerdatei Episode 3: Nolan

In der dritten Folge unterhalten wir uns geschlagene zwei Stunden lang über Christopher Nolan. Dabei geht es um seine Anfänge, die man teilweise auf youtube noch nachvollziehen kann (siehe Links weiter unten). Thema ist auch Nolans erster größerer Film ‚Memento‘ und natürlich auch all seine Blockbuster, also die Batman-Reihe wie auch ‚Inception‘. Zu guter letzt klären wir auf, welchen Nolan-Film wir persönlich am besten finden, was zugegebenermaßen gar nicht mal so einfach ist.podcast_logo

Eine kleine Korrektur noch vorne dran: George Foreman hat nicht 5, sondern 12 Kinder. Allerdings sind 5 davon männlich (siehe hier). Rein technisch sollte die Sound-Qualität noch ein Stück weit besser sein als im Teil davor. Hoffentlich. Und damit viel Spaß.

Spoilerwarnung! Gerade bei ‚Memento‘ reden wir ein gutes Stück in die Story rein, aber wer den Film nicht gesehen hat, dürfte daraus eigentlich auch nicht schlau werden. Und manch einer der den Film gesehen hat, auch nicht. Direkt das Ende eines Films spoilern wir im Grunde nicht. Trotzdem, Vorsicht sei geboten.

Bemerkung: Die ersten 15 Minuten werden von einem Rauschen begleitet, dass danach verschwunden ist. Tut uns leid dafür, wir werden das Problem beim nächsten Mal beseitigen!

 

 

00:03:47 Doodlebug, Schädlingsbekämpfung in Schwarz-Weiß

00:06:09 Following, weil wir alle kleine Stalker sind

00:11:28 Memento, „Uno Memento, was habe ich da gerade gesehen?“

00:27:40 Insomnia, schlaflos im Natururlaub

00:37:50 Batman Begins, und Clooneys Nippelkostüm ward vergessen

00:54:30 Prestige, oder: Batman vs. Wolverine

01:05:50 The Dark Knight, „I gonna make this pencil disappear“

01:23:55 Inception, ein Traum von einem Traum von einem Traum von einem guten Film

01:38:23 The Dark Knight Rises, denn die Stadt einfach in die Luft zu jagen wäre zu einfach

01:51:36 Ausblick und Lieblings-Nolan

01:58:09 Ende

 

weiterführende Links:

[youtube] Doodlebug Jimmy Fellon MTV Batman Spoof Honest Trailer Dark Knight Honest Trailer Inception Honest Trailer Dark Knight Rises

[imdb] Doodlebug Following Memento Insomnia Batman Begins Prestige The Dark Knight Inception The Dark Knight Rises

Dredd (2012)

Man stelle sich vor, ein einbeiniger Mann ohne Gleichgewichtssinn und mit Schaum vor dem Mund versucht, humpelnd, einem die Zehennägel mit einer Kettensäge zu schneiden. Auf einem wackeligen Floß mitten im reißendsten Strom. Während sein Kopf in Flammen steht. Dann hat man ungefähr eine Vorstellung vom Einfühlungsvermögen von Judge Dredd (Karl Urban). Der hat trotz seines Namens vermutlich weder das erste noch das zweite Staatsexamen abgelegt und wohl auch noch nie eine Richter-Robe getragen. Trotzdem weist der Mann einen einfachen wie effektiven Gerechtigkeitssinn auf: Wer gut ist, darf leben. Wer Böses treibt, wird gnadenlos hingerichtet. Willkommen in der Zukunft, Motherfucker!Dredd

Irgendwo in der futuristischen Stadt Mega City One mit abermillionen Einwohnern bleibt keine Zeit für zeitaufwendige Gerichtsverfahren und Verhaftungen. Die Judges, die so eine Mischung aus Polizei, Richter, Henker, Detektiv und SWAT-Einsatzkommando darstellen, patrouillieren durch die Straßen und haben dabei mehr als genug zu tun. Dem erfahrenen Judge Dredd wird der Neuling Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) zugeteilt. Diese hat zwar die etwaigen Prüfungen nicht bestanden, verfügt aber über paranormale Kräfte, die im Kampf gegen den Abschaum der Stadt nützlich sein können und werden. Als das Duo in einem Hochhaus eine Dealerbande aushebt, die mit der neuen Droge SLO-MO handelt, werden sie von der Bandenchefin Ma-Ma (Lena Headey) in dem Wolkenkratzer eingesperrt und müssen sich den Weg freikämpfen.

Und das ist die Handlung. Wer sich an ‚The Raid‚ erinnert fühlt, liegt gar nicht mal so falsch. Nur ist das hier die amerikanische Sci-Fi-Version davon. Anstatt krassem Martial Arts bekommt man stattdessen eine bleihaltige Gewaltorgie sondergleichen. Und mit Gewalt ist hier nicht „Peng Peng“ gemeint. Judge Dredd ballert jedem zweiten Schurken in Zeitlupe durch das Gesicht, überall spritzt und spratzt und klebt das Blut. Ohne den Film in 3D gesehen zu haben, behaupte ich einfach mal, dass sich die 3D-Effekte durchaus gut anfühlen sollten. Überhaupt ist der dreckige futuristische Look sehr sehenswert und macht ‚Dredd‘ zu einem stylischen Streifen.

Wer sinnlose Gewalt überhaupt nicht sehen kann, sollte hier auch gar nicht erst reinschauen. Wenn Menschen aus 200 Metern Höhe geworfen werden, dann wird nämlich auch gezeigt, wie sie in Zeitlupe aufkommen, während ihr Gehirn auf dem Bordstein verteilt wird. Das ist eklig, aber auch realistisch. Vermutlich. Zumindest in diesem brutalen Kontext. Und mehr als einmal bin ich zusammengezuckt, als beispielsweise schon wieder einer armen Sau das Gesicht weggeballert wurde. Ob dieses hohe Maß an Gewalt unterhält, sei jedem selbst überlassen. Mir hat es tatsächlich gefallen. Dabei ist ‚Dredd‘ von vorne bis hinten nie intelligent oder gehaltvoll. Das kann man aber verschmerzen, weil der Film sich konsequent an seine Linie hält und an keiner Stelle versucht, mehr zu sein, als er ist, nämlich ein flacher und geradliniger Action-Streifen. Gerade im Bezug auf das kürzlich erschienene ‚Total Recall‚-Remake macht ‚Dredd‘ als Neuverwurstung vieles richtig, vor allem was die Effekte und Schauwerte angeht.

Karl Urban in der Hauptrolle und mit Helm zeigt dabei nur seinen Mund. Und das fand ich schon ziemlich stylisch. Zumal seine Mundwinkel nur zwei Positionen kennen: Entweder nach unten gezogen oder noch sehr viel weiter nach unten gezogen. Dabei ist er so unheimlich entmenschlicht und maschinenartig, dass man sich zwangsläufig an ‚RoboCop‚ erinnert fühlt. Gott sei Dank gibt Judge Dredd dann auch einfach mal nichts von sich preis. Nur, dass er tierisch angepisst ist. Dafür hat er dann ein ganzes Hochhaus voll mit Bösen, um sich abzureagieren. An seiner Partnerin könnte man sich womöglich hier und da ein wenig stören, allerdings beweist sie gerade zum Ende hin echte Nehmerqualitäten und gibt dem Film noch so ein wenig optischen Schauwert und tatsächlich auch ein ganz kleines bisschen Inhalt. Aber keine Sorge, nur ganz wenig. Und die böse Mutti ist jetzt nicht wirklich eine ernstzunehmende Gegenspielerin, doch vermutlich würden sich selbst Bane und Freddy Krueger vor Angst in die Hose machen, wenn sie gegen Judge Dredd antreten müssten.

Es bleibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ihr mögt Action und könnt ohne Handlung und Dialoge leben? Bitteschön, ‚Dredd‘ ist einfach, brutal und brachial. Und optisch absolut cool anzusehen. Wer aber schon von Michael Bay-Filmen angewidert wird, der sollte sich den Ausflug nach Mega City One sparen. Schließlich ist es auch mal ganz schön, sich die Fußnägel gemütlich mit einer einfachen Nagelschere zu schneiden und auf den brennenden Kettensägen-Typen zu verzichten.

Judge Dredd: Judgement time.

 

Regie: Pete Travis (8 Blickwinkel, Endgame)

Schauspieler: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey, Wood Harris

Bewertung: 

Sieben (1995)

Eines muss man den 90ern auf alle Fälle zu Gute halten. Neben dem ganzen Techno-Blümchen-Quatsch gab es eine große Anzahl guter Thriller: ‚Das Schweigen der Lämmer‘, ‚Die üblichen Verdächtigen‘, ‚L.A. Confidential‘ und ‚Mission Impossible‘. Tja, und natürlich ‚Sieben‘. Wer noch nie etwas von David Finchers Meisterwerk gehört hat, dem sei gesagt, dass es nicht um sieben Zwerge oder Geißlein geht, sondern um ziemlich brutale Morde. Aus irgendeinem Grund werden solche Filme heutzutage kaum noch gemacht. Weiß der Geier, wieso. Vielleicht waren aber auch die 90er ein magisches Jahrzehnt, indem man noch gute Geschichten erzählt bekam. Oder das Krimigenre ist einfach zur Gänze ins TV abgewandert und nennt sich nun CSI oder Law & Order und dergleichen…Sieben

Detective David Mills (Brad Pitt) wird zum bald in Rente gehenden Detective Lt. William Sommerset (Morgan Freeman) zugeteilt. Die beiden gehören dem Morddezernat irgendeiner amerikanischen Großstadt an und bekommen gleich am ersten Tag eine ziemlich übel zugerichtete Leiche vorgesetzt: Ein dicker Mann wurde offensichtlich solange vollgestopft, bis sein Magen geplatzt ist. Nachdem am nächsten Tag der nächste Ermordete auftaucht, neben ihm die Inschrift „Habgier“ und bei der ersten Leiche auch noch der Schriftzug „Maßlosigkeit“ gefunden wird, ist klar, dass es sich um eine Mordserie handelt. So spielt sich die Handlung innerhalb einer Woche ab und die beiden Cops müssen sich an den kleinen Spuren des Täters entlanghangeln, der offensichtlich in seinen Aktionen die sieben Todsünden darstellen will.

‚Sieben‘ ist trotz der grausig zugerichteten Opfer kein Splatter-Film. Natürlich ist das nichts für Kinder, aber die Gewalt erfüllt ihren erzählerischen Zweck. Dabei schafft es der Krimi, eine tatsächlich sinnvolle wie auch nachvollziehbare Detektivgeschichte zu erzählen, die in einem überwältigenden Finale einem lange im Gedächtnis bleibt. Mehr will ich nicht verraten, aber selten hat mich das Ende eines Films mehr mitgenommen. Und das ist auch gut so. Heutzutage sieht man viel zu oft dahingeschluderte Twists, die so rein gar nicht in die Handlung passen wollen oder plumpe Endfights zwischen dem Bösen und dem Guten. So packt ‚Sieben‘ einen, gelinde gesagt, ziemlich bei den Eiern.

Nicht zu vergessen ist das Cop-Duo aus Pitt und Freeman, die anfangs so rein gar nicht zusammenpassen wollen. Einerseits weil der alte Summerset durch seinen Job ein ziemlich unsympathischer Sack ist und andererseits weil Mills als junger Gesetzeshüter wie ein überhebliches Greenhorn daherkommt. So werden die beiden im Verlauf der Woche zusammengeschweißt und entwickeln sich tatsächlich. Und dadurch gewinnt das Duo dann auch beim Zuschauer an Sympathie.

Doch keine guten Helden ohne anständigen Antagonisten. Und gerade in ‚Sieben‘ gibt es keinen dummen Mörder, sondern einen cleveren und ebenbürtigen Gegenspieler, der zu keinem Zeitpunkt für den Zuseher berechenbar erscheint. Das ist eine große Leistung, denn auch wenn der Killer nie ein Sympath ist, so handelt er an keiner Stelle undurchdacht und macht das Finale so nochmal eine Spur smarter.

Überhaupt fügt sich ziemlich alles im Film gut zusammen. David Fincher, dem mit Alien 3 zugegebenermaßen kein gutes Erstlingswerk geglückt ist, hat dafür mit ‚Sieben‘ einen genialen und unterhaltsamen Thriller hinbekommen, der düster und packend eine wirklich geile Geschichte erzählt. Fincher hat einfach einen eigenen Stil, Filme zu machen, den man in jedem seiner Filme erkennen kann. ‚Verblendung‘ und ‚Fight Club‘, aber auch ‚The Social Network‘ und ‚Benjamin Button‘ sind allesamt in einem düsteren Ton gehalten.

Die 90er sind vorbei und mir fällt persönlich niemand ein, der irgendwas heutzutage im Stile von ‚Sieben‘ macht. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so, so bleibt die zweistündige Jagd auf einen nach der Bibel mordenden Psychopathen umso einzigartiger.

Regie: David Fincher (Fight Club, Verblendung, The Social Network, Benjamin Button, Zodiac)

Schauspieler: Morgan Freeman, Brad Pitt, Gwyneth Paltrow

Bewertung: 

 

Nitro Circus 3D – Der Film (2012)

Warum nicht einfach mal mit einem Dreirad vom Dach eines hundert Meter hohen Gebäudes in Panama springen? Auf das Dach des Nachbarhauses, schön in einen Haufen von Pappkartons und mit dem beklemmenden Gefühl, dass eine Unachtsamkeit oder ein falsches Zucken zu einem vorzeitigen Ableben führen könnten. Wer sowas für Unfug oder gar Zeitverschwendung hält, der braucht sich ‚Nitro Circus 3D‘ nicht anschauen, denn sehr viel sinnvoller werden die Stunts nicht. Dafür lässt die Crew um Travis Pastrana die Jackass-Bande wie einen Haufen dämlicher Amateure aussehen. Auch wenn das nicht unbedingt schwer ist, schließlich basierte das Jackass-Format auf der Blödheit des Gezeigten.

Nitro Circus kennt man womöglich durch MTV. Dort lief die Serie in zwei Staffeln sehr erfolgreich, zumal dort ziemlich coole Sachen gezeigt wurden. Gerade weil die Protagonisten allesamt Profis auf ihren Gebieten sind. So ist Travis Pastrana der leibhaftige Motocross-Gott und der Rest nicht (sehr viel) minder begabt. Natürlich gibt es mit  Streetbike Tommy einen ziemlich dicken Anhang, der nicht viel mehr macht, als böse auf die Fresse fallen. Hier gibt es dann spürbare Überschneidungen mit Jackass, doch die meiste Zeit bleibt man auf einem höheren Niveau. Interessant ist dennoch, dass Johnny Knoxville für Nitro Circus als Produzent agiert. Wenn dann jedoch irgendwo die Titelmelodie des Nitro-Zirkus ertönt, dann weiß man, dass man als Fan der Jungs und des Mädels richtig ist.

Man braucht nicht lange drüber rumrätseln. Wer Nitro Circus mag, wird den Film sicherlich auch gut finden. Er ist eben wie eine ausgedehnte Episode im TV und sogar eine Art Handlungsstrang wird aufgebaut. Denn vor der Truppe steht der finale Auftritt in Las Vegas, was als die ultimative Challange dargestellt wird. Und hier kommt auch schon mein erster Kritikpunkt zum Tragen: Die Art und Weise, mit der die Aktionen hochstilisiert werden, ist so dermaßen unpassend und amerikanisch und passt eigentlich so gar nicht zum eher debilen Charakter der Fernsehsendung. Da sitzen dann erwachsene Männer und reden über ihren Drang, Freiheit zu spüren und sich zu beweisen. Doch jeder 5-jährige wird wissen, dass die Aktionen zwar cool sind, doch nichts wirklich Tiefgründiges bieten. Hier nervt der Film ein wenig. Noch viel schlimmer empfinde ich aber die Interviews mit Leuten wie eben Johnny Knoxville oder Channing Tatum, die immer wieder eingestreut über das Nitro Circus-Team orgasmieren. So gibt es zwar Verschnaufpausen zwischen den einzelnen Stunts, dafür verkommt der Film dann aber stellenweise zu einem Werbefilm. Und das nervt. Es gibt ohnehin schon genug Werbung für Zuckerwasserhersteller auf allerhand Caps und wir sehen doch als Zuschauer, dass die Typen krasse Aktionen machen. Da braucht niemand noch irgendeinen Kerl, der einem erzählt, dass das krasse Aktionen sind.

Tatsächlich wird sogar gezeigt, wie sich Jim DeChamp bei einem Stunt fasst das Rückgrat bricht, doch eine Reflexion oder gar kritische und hinterfragende Gedanken gibt es nicht. Und das zeigt, dass es bei all der Coolness und Abgedrehtheit doch an ein wenig Grips mangelt, um hier villeicht ein wenig mehr Tiefgang zu erreichen. Das ist aber dann auch wieder nichts, was einen eingefleischten Fan stören dürfte. Sehr viel nerviger ist dafür jedoch die deutsche Synchronisation, die auf allen Ebenen furchtbar geworden ist. Selbst wenn man kaum Englisch spricht, empfehle ich die originale englische Fassung. Sehr viel an Dialog verpasst man ohnehin nicht.

Und das wars. Wer Nitro Circus mag, wird hier unterhalten werden. Das ist keine Straftat und auch ich habe mich die meiste Zeit amüsiert. Die Serie finde ich trotzdem besser, einfach weil da die Stunts mehr im Vordergrund stehen. Man sollte auf jeden Fall jedoch einen großen Bogen um Travis Pastrana und co. machen, wenn einem die Aktionen so rein gar keinen Spaß bereiten. Denn dann gerät Nitro Circus 3D schnell in eine 90-minütie Tortur. Mit Werbung. Für sich selbst.

Regie: Gregg Godfrey, Jeremy Rawle (die Regisseure der Serie)

Schauspieler: Travis Pastrana, Jolene Van Vugt, Tommy Passemente, Jim DeChamp, Erik Roner, Greg Powell

Bewertung: 

hoerdatei Episode 2: Alien

In der zweiten Episode dieses Podcast-Formats diskutieren und reden wir, das sind Olly und Kyrill, über das Alien-Franchise. Also über die Alien-Quadrilogie mit Alien, Aliens, Alien 3 und Alien – Die Wiedergeburt, um dann zu guter Letzt noch auf Prometheus zu sprechen zu kommen, das ja ein Prequel der Reihe darstellt. Ganz zum Schluss gibt es noch einen kurzen Abstecher ins Predator-Universum, das sich in zwei (oder sogar drei) Filmen mit der Welt der Aliens überschneidet.

Technisch hat der Podcast einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Soll heißen, Kyrill hört sich nicht mehr so an, als ob er gerade im Regen steht und in eine Blechbüchse samt Schnur reinredet. so wars jedenfalls im ersten Podcast über die Oscars 2013. Kritik, Lob und Anregungen sind immer erwünscht, wenn nicht sogar notwendig und gehören nach weiter unten. Ansonsten viel Spaß.

Achtung, wir spoilern die Filme zum Teil! Man kann aber sonst unmöglich über alle Filme übergreifend reden. Allerdings beinhalten die Filme im Alien-Universum nicht unbedingt Story-Twists, die alles zuvor Gesehene auf den Kopf stellen. Dennoch seid Ihr gewarnt! 

 

 

00:03:56 Alien, oder der Beginn einer wunderbaren Feindschaft

00:21:29 Aliens, denn mehr ist immer besser

00:34:11 Alien 3, oder der Beweis, warum nicht aller guten Dinge drei sind

00:48:58 Alien: Resurrection, weil in Hollywood niemend wirklich stirbt

01:00:54 Prometheus, denn wenn du kein Sequel hinbekommst, machst du eben ein Prequel

01:13:00 Predator und der Versuch, das Alien-Franchise mit in den Abgrund zu ziehen

01:25:12 Ende (endlich)

 

weiterführunde Links:

[imdb] Alien Aliens Alien3 Alien 4 Prometheus

[youtube] Prometheus-FAQ Honest Trailer Prometheus Everything wrong with Prometheus How Prometheus should have ended

[web] Maikel Das über die Alien-Filme Alien-Zeitlinie

 

 

 

Zorn der Titanen (2012)

Man stelle sich vor, man mischt ‚Schindlers Liste‘ mit ‚Star Wars‘ und ‚American History X‘. Ach ja, und eine kleine Prise von Eddie Murphy gehört da natürlich auch noch rein. Dazu kommt ein antikes griechisches Setting. Und voilà, fertig ist die zweite Verwurstung rund um Perseus (Sam Worthington) und seinen paarungsfreudigen Vater Zeus (Liam Neeson). Allerdings ist es ähnlich wie beim Genuss alkoholischer Getränke: Nur weil man den edelsten Whiskey mit dem edelsten Wodka mischt und dazu einen Hauch guten Rums hinzugibt, wird daraus nicht gleich ein trinkbares Gesöff. Oha! Hades (Ralph Fiennes) komplettiert dann noch die Götter-Soap-Opera und stellt als (anfänglicher) Antagonist die Beziehung zu ‚Schindlers Liste‘ her. Wer noch weiß, worum es genau im ersten Teil des Titanen-Epos (ohne Titanen) ging, dem sei an dieser Stelle größtmöglicher Respekt entgegengebracht, weil die Schauspieler und Autoren es selber die meiste Zeit nicht genau wussten. Aber wie denn auch? ‚Kampf der Titanen‚ war eine Aneinanderreihung von krude zusammengeschusterten Szenen mit beliebiger Reihenfolge und gleichgültigen Charakteren. Da gibt es für Teil 2 also viel Verbesserungspotential. Zumal rein optisch der erste Film durch die nachträgliche 3D-Bearbeitung dermaßen übel aussah teilweise, dass selbst die Augsbuger Puppenkiste im Vergleich dazu photorealistisch wirkt.

Die Handlung ist einfach wie bescheuert: Hades und Zeus‘ Sohn / Kriegsgott Ares (Édgar Ramírez II) wollen Kronos befreien, der der Vater der Götterbrüder ist. Hades tut das, weil er ein Arschloch ist. Ares, weil er sich von seinem Daddy vernachlässigt fühlt, da der lieber mit Perseus abhängt. Als dann ziemlich schnell Poseiden (Danny Huston) ins Gras beißt, zieht Perseus mitsamt dem Sohn des Meeresgottes, Agenor (Toby Kebbell), und Andromeda (Rosamund Pike, im Film zuvor noch gespielt durch Alexa Davalos) los, um Big Daddy Zeus den Arsch zu retten. Agenor ist dabei der weiße Edde Murphy der Antike, der zwar nicht unbedingt viel redet, doch meistens nur Scheiße von sich gibt. Andromeda soll so eine Art Love-Interest am Ende darstellen, doch auch sie ist nie sonderlich nett anzuschauen noch gibt sie einen gescheiten Satz von sich. Genauso ergeht es übrigens Perseus, der so viel Charisma hat wie eine Waschmaschine. Der Rest ist dann so dermaßen undurchdacht, dass selbst Ralph Fiennes und Liam Neeson die Sache nicht mehr retten können. Und dann ist da ja auch noch Kronos.

Der Ur-Gott wird am Ende (wenig überraschend) befreit. Er ist mehr oder weniger ein menschlicher Vulkan, der die Leute anbrüllt. Sehr viel mehr macht er nicht. Außerdem bewegt sich diese mächtige Kreatur, als ob ihm seine Beine eingeschlafen wären. Das ist aufgrund der langen Auszeit vermutlich auch nicht verwunderlich, doch es ist erschreckend, dass das, was einem als der ultimative Endboss und Göttervernichter verkauft wird, sich nach einer kurzen Überlegung als ziemlich überflüssiger Spezial-Effekt entpuppt. Man hat versucht, die dämliche Krake aus Teil 1 zu toppen und ist fürchterlich gescheitert. Zusätzlich fliegt auch hier wieder Perseus auf dem Rücken des (schwarzen) Pegasus auf das Vieh zu, um es zu vernichten. Womit wir bei der Star Wars-Anleihe sind. Aus einem mir nicht erfindlichen Grund fliegt unser tollkühner wie krasser Held mit seinem krassen Pferdevieh und dem Stab der krassen Coolness, der alles und jeden derbe krass kaputtmacht, in den Rachen von Kronos und somit irgendwie in sein Verdauungssystem, um das Teil dann zu werfen. Wer hier nicht unweigerlich an die Vernichtung des ersten Todessterns durch Luke Skywalker denken muss, hat leider einmal weniger zu lachen.

Kurz zuvor musste dann noch Perseus gegen Ares kämpfen. Hier gibt es die Anleihe zu ‚American History X‘, denn der Kriegsgott haut mit dem Fuß dem Guten in ähnlicher Manier wie einst Edward Norton ordentlich auf den Schädel. Das scheint unserem Kämpfer aber nicht viel auszumachen. Daraus ergibt sich auch das mit Abstand größte Problem des Films: Man weiß nie, wie mächtig die ganzen Idioten darin sind. Warum sollte ich mitfiebern, wenn Perseus offensichtlich unsterblich ist? Dann widerum sind die Götter plötzlich allesamt sterblich, oder auch wieder nicht. Plötzlich kämpfen Zeus und Hades mit, sehen dabei aber eher aus wie zwei verkappte X-Men, die sich ins Dragonball-Universum verirrt haben.  Diese brüderliche Geschichte über Betrug, Verrat und Vergebung entbehrt ohnehin jeglicher Logik und scheinbar hätte eine Aussprache bei einer beliebigen Talkshow den ganzen Film verhindert.

Die ganze Triebkraft hinter Perseus‘ Schaffen soll übrigens sein Sohn Helios sein. Dafür nimmt sich der Film 2 Sätze und eine Minute Zeit, um zu zeigen, wie dolle Perseus seinen Sohnemann liebt. Wenn dann noch auf die Schnelle eine Liebesbeziehung am Ende zu Andromeda dahergezaubert wird, kann man sich ziemlich sicher sein, dass hier nichts mehr zu retten ist. Was da teilweise für Logiklöcher drin sind. Hephaistos (Bill Nighy) bringt unser Heldentrio in ein Labyrinth, das extra als ein unüberwindbares Hindernis präsentiert wird, für welches man Wochen braucht. Nach einem wenig überraschenden Auftritt des Minotaurus allerdings gehen wir noch um eine Ecke und sind plötzlich da. Und natürlich wird die Karte dem Dummbatzen in die Hand gedrückt, damit er seine zwei bis drei „Wir haben uns bestimmt nicht verlaufen!“-Witze abdrücken kann.

Ich glaube nicht einmal, dass der Film unbedingt dumm ist. Es ist nämlich noch sehr viel schlimmer: ‚Zorn der Titanen‘ ist ein fauler Haufen Dreck ohne auch einen Funken Liebe oder Ambition. Niemand macht sich die Mühe, Nachvollziehbarkeit zu erzeugen. Es wird versucht, dem Zuschauer Effekt um Effekt entgegenzuwerfen auf banale wie dämliche Art und Weise und mit dutzenden von Schauplätzen, ohne auch nur eine sinnvolle Verknüpfung herzustellen. Wir haben genug vom Labyrinth nach einer Minute? Bitte dort entlang, der zweite Gang rechts geht gleich raus zu Zeus. Wir können den kilometerhohen Kratos nicht gegen normale Menschen kämpfen lassen? Kein Problem, er hat noch ein Rudel dunkler Monster mit mehreren Torsos parat, damit Rosamund Pike auch noch was zu tun bekommt. Die Zielgruppe langweilt sicht? Schnell, noch einen flachen Witz reingebaut.

Ich wundere micht nicht, dass so ein Quatsch aus Hollywood kommt. Schließlich sind das alles Firmen, die Geld verdienen wollen und das auch recht erfolgreich tun. 150 Millionen Dollar Investition sind ein lohnenswertes Risiko, wenn man nichtsdestotrotz 300 Millionen am Ende wieder rausbekommt. Viel trauriger ist, dass hier erfolgreich den Leuten dank 3D recht viel Geld aus der Tasche gezogen wird für ein offensichtlich minderwertiges Produkt. Wobei natürlich Trailer wie Optik nur Fassade für die schreckliche und traurige Wahrheit sind. Das ist, als ob man ein edles Auto kauft, weil es geil aussieht. Doch dann beim Fahren entpuppt sich der Motor als ein aus einem Trabant geklautes Schrottteil, das nach 5 Minuten bereits den Geist aufgibt. Am Ende ist es aber wieder wie mit den ganzen ‚Resident Evil‘-Filmen. Solange genug Leute reingehen, wird auch noch viel mehr hinterherkommen, zumal das Ende hier einen Nachfolger verspricht.

Vergesst ‚Zorn der Titanen‘. Verzeiht den Schauspielern, dass auch sie irgendwie ihr Geld verdienen müssen (die armen Schlucker). Lest euch lieber die realen Göttersagen durch. Die sind nicht viel sinnvoller, aber da gibt es wenigstens Sex am laufenden Band, Zeus sei Dank. Und hofft darauf, dass die nächste Gurke dieser Art dem Franchise den Todesstoß versetzt. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Regie: Jonathan Liebesman (World Invasion: Battle LA, Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)

Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Rosamund Pike, Bill Nighy, Danny Huston

Bewertung: 

Die Schlange im Schatten des Adlers (1978)

Dieses kleine und inzwischen doch recht betagte Filmchen gehört leider zu der Sorte, die man hierzulande nur arg geschnitten vorfindet. Wenn Kabel 1 den Streifen ausstrahlt, dann sind ein gutes halbes Dutzend Todesszenen entfernt, was den einen oder anderen Kampf arg bescheuert aussehen lässt. Gerade noch werfen sich die Kontrahenten Todesdrohungen an den Kopf, einen Schnitt weiter liegt einer der beiden röchelnd am Boden. Und die ungeschnittene DVD-Fassung ist leider eine Seltenheit. Aber im Gegensatz zu seinen anderen totgeschnittenen Kollegen (‚Born 2 Die‘ zum Beispiel) hat ‚Die Schlange im Schatten des Adlers‘ noch sehr viel mehr zu bieten. Und damit ist nicht die klischeehafte deutsche Synchroniastion gemeint.

Auch die Geschichte ist reichlich einfach und ja, ein wenig blöd: Chien Fu (Jackie Chan) ist der Prügelknabe und Abfalleimer in einer Kung Fu-Schule und kann selber so rein gar nicht kämpfen. Eines Tages taucht ein alter Mann (Siu Tien Yuen) auf, der sich als Großmeister Pai Cheng-Tien herausstellt, welcher widerum Anführer einer Untergrundgruppe ist, deren Mitglieder der Reihe nach von der Obrigkeit eliminiert werden. Besagter Greis bringt unserem Helden die Künste des Schlangen-Kung Fu bei, böse Buben bzw. die Vertreter des Adler-Kung Fu tauchen auf und trachten den beiden nach dem Leben und so weiter. Im Grunde ist die ganze Story keines Gedankens wert, denn noch flacher geht es kaum. Da taucht dann noch ein völlig unnötiger christlicher Missionar auf, der sich zum Schluss als böse herausstellt. Und im finalen unnötigen Twist ist dann noch ein Kerl plötzlich Antagonist. Das ist dann einfach nur Trash.

Nichtsdestotrotz zähle ich die ‚Die Schlange im Schatten des Adlers‘  zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme. Das liegt in erster Linie an den coolen Kampf- und Trainingszenen und zum anderen an einem einzelnen Lied. Oxygène II von Jean Michel Jarre. Ich habe noch nie einen passenderen Track für einen Trainingszusammenschnitt gesehen. Da erreicht der Film einen Charme, dem ich mich einfach nicht mehr entziehen kann. Gleichzeitig trägt einfach noch Jackie Chan mit all seinen Skills sein Übriges dazu. Er lässt selbst die simpelste Dehnübung wie krasses Kung Fu aussehen. Und selbst wenn der Film mit seiner Handlung cheesy ist, die dargebotenen Kämpfe und Bewegungen sind echt. Das zeichnet ‚Die Schlange im Schatten des Adlers‘ aus.

Mich hat der Film in meiner Kindheit sehr beeindruckt. Und selbst heute noch kann ich ihn mir ansehen. Verdammt, ich habe ihn vermutlich schon ein dutzend Mal gesehen. Man sollte Jackie Chan eben nicht wegen ‚Rush Hour‚ und dergleichen in erster Linie kennen, sondern durch seine alten Kung Fu-Filme. Zu nennen wäre da auch noch ‚Drunken Master‘, der fürchterlicherweise hierzulande zu ‚Ein Halleluja für 2 Schlitzohren‘ verstümmelt wurde. Ganz im Gegensatz zu dem ganzen seelenlosen Hollywood-Zeug von Brett Ratner haben diese Frühwerke aus China einen großartigen Charme und die ‚Die Schlange im Schatten des Adlers‘ ist eine Perle der damaligen Zeit. Klar, wer hier auch nur im Entferntesten Handlung oder Dialoge erwartet, steht auf verlorenem Posten. Doch wem die choreografierten Kämpfe Spaß bereiten, den entlässt der Film auch mit dem guten Gefühl, dass man wahren Meistern bei ihrer Kunst beigewohnt hat. Dass Kampfsportler auch heutzutage keine guten Filme im eigentlichen Sinne machen, zeigen Jet Li und Tony Jaa, ja sogar viel zu oft Jackie Chan selbst, zur Genüge.

Regie: Woo-ping Yuen (Drunken Master, Kampfchoreografie für Tiger & Dragon, Matrix, Kill Bill)

Schauspieler: Jackie Chan, Siu Tien Yuen, Jang Lee Hwang, Chi Ling Chiu

Bewertung: 

 

Spawn (1997)

Der Zahn der Zeit nagt an alles und jedem. Außer natürlich an Tom Cruise und Keanu Reeves. Manch ein Computerspiel schafft es, trotz seines Alters immer noch gut spielbar zu sein, beispielsweise die ersten Teile von Sim City. Gleichzeitig würde ich aber nur sehr ungern noch einmal einen Fifa-Teil aus den 90ern spielen müssen. Man ist einfach bessere Grafik und ein inzwischen doch sehr viel besseres Gameplay gewohnt. Bücher haben solche Probleme oft nicht. Außer natürlich diverse sprachliche Hürden, die rein zeitlich gesehen viel seltener auftreten. Goethe ist auch heute, hunderte Jahre später, gut les- und verstehbar. Man muss sich da eben nicht auf irgendwelche Grafik-Engines stützen, die alle paar Jubeljahre durch eine neue ersetzt werden. Filme liegen im Bezug auf ihre Halbwertszeit irgendwo zwischen Spiel und Buch, haben aber auch gerade aufgrund der in den letzten 20 Jahren immer häufiger verwendeteten Special Effects, die besser und billiger werden, durchaus Probleme. Vor allem, wenn ein Film wie ‚Spawn‘ 1997 noch ganz am Anfang der Zeit der Computertricks steht.

Was ich damit sagen will, ist, dass ‚Spawn‘ furchtbar aussieht. Nicht an jeder Stelle, aber der Teufel in der Hölle, der als eine Art Drachen-Lava-Monster daherkommt, könnte Original aus dem Spiel ‚Minecraft‘ entspringen. Die Maske des Helden in verbrannter Menschenform ist auch nach damaligen Maßstäben nicht gut. Allerdings muss ich zugeben, dass der meterlange Umhang von ‚Spawn‘ hier und da auch heute noch ansehnlich ist, wie er da computeranimiert durch die Nacht weht. Kurz darauf aber sehen wir ein Höllenmonster, dass alles Optische wieder unheimlich abwertet. Das wäre im Grunde ja auch verkraftbar, wenn der Film noch genug anderes Erinnerungswürdiges bieten würde. Und das tut er eben nicht.

Al Simmons (Michael Jai White) ist eine Art Agent. Er will jedoch aussteigen, denn er hat Gewissensbisse und möchste seine Frau Wanda (Theresa Randle) nicht weiter belügen. Sein zwielichtiger Chef Jason Wynn (Martin Sheen) schickt ihn auf eine letzte Mission nach Nordkorea, wo irgendeine Bio-Waffen-Fabrik vernichtet werden muss. Allerdings wird Al hintergangen und umgebracht. In der Hölle nimmt er jedoch das Angebot des Minecraft-Teufel-Drachen an, auf die Erde zurückzukehren. So kann er seine Frau noch einmal sehen, muss im Gegenzug jedoch die Armee des Unterweltfürsten anführen, die scheinbar bald die Erde überfallen soll. So weit, so schon ziemlich flach. Auf der Oberfläche angelangt, ist Al nun zu ‚Spawn‘ geworden, einem Superhelden mit einem Anzug, der seine Form verändern kann. An seiner Seite ist ein fetter Clown (John Leguizamo), dessen Haupfaufgabe im Machen von anzüglichen Witzen besteht. Das kann ich auch:

Penis!

Aber selbst mit einer riesengroßen Retro-Brille kann man dem Film nicht viel abgewinnen. Michael Jai White ist erschreckend schlecht und sogar Martin Sheen wirkt geradezu gedanklich abwesend. Das Drehbuch ist fürchterlich unkreativ und konfus. So taucht beispielsweise auch noch eine Art Trainer auf, inklusive einem Trainingszusammenschnitt. Noch mehr Klischee geht im Grunde nicht. Selbst 1997 kann das nicht mehr innovativ gewesen sein. Der Typ, den Martin Sheen spielt, lässt sich einen Apparat implantieren, der die Welt vernichtet, wenn sein Herz stehen bleibt. Noch blöder geht es nicht. Interessanterweise kostet es Spawn zwei Handbewegungen, um besagte Apparatur schmerzfrei wieder zu entfernen. Frei nach Uri Geller:

Stop! This trick is too dangerous!

Überhaupt wirkt alles sehr lieblos zusammengeschustert. Eine rote Handlungslinie sucht man vergebens. Und so plätschert die ganze Geschichte in ein schlecht animiertes Finale, das so plump und traurig ist, dass es einen nicht einmal mehr überrascht. Wer sich mal ein wenig amüsieren möchte, darf hier gerne mal reinschauen. Ansonsten gelten die Spawn-Comics als gut und auch als eigentlich unverfilmbar. Gerade in der heutigen Zeit gibt es diverse bessere Helden-Verwurstungen, die zudem besser aussehen. Zwar ist ‚Spawn‘ mit damals 40 Millionen Dollar Budget ein billiges Film-Projekt gewesen, aber selbst der Ghost Rider wirkt im Vergleich wie ein guter Streifen mit überragenden Darstellern. Und so gerät ‚Spawn‘ verdientermaßen in Vergessenheit, so wie auch die Karriere von Michael Jai White. Zum Glück ist Martin Sheen unbeschadet aus dem Blödsinn rausgekommen.

Regie: Mark A.Z. Dippé (Visuelle Effekte für Abyss, Zurück in die Zukunft II, Jurassic Park)

Schauspieler: Michael Jai White, John Leguizamo, Martin Sheen, Theresa Randle

Bewertung: 

 

Prometheus – Dunkle Zeichen (2012)

Das mit den Prequels ist immer so eine Sache. Im Grunde geht es meistens darum, ein vorhandenes Universum zu erweitern und dadurch den Fans der Vorlage mehr vom Gleichen zu geben. Prequels können dabei gut sein, oder aber auch seelenlose Verwurstungen von etwas einstmal Gutem. Im Grunde ist der Pate II das beste Beispiel für gelungene Vorgeschichten. Auch Planet der Affen: Prevolution oder X-Men: Erste Entscheidung funktionieren gut und sind dabei auch selbstständig als Filme interessant genug, um mit ihren Vorgängern mithalten zu können. Zeitgleich ist jedoch X-Men Origins: Wolverine ziemlich blöd. Ein weiterer Blick auf Wikipedia offenbart, dass Prequels meistens eher Low-Budget-Streifen sind, die dem Original nicht das Wasser reichen können und den Fans einfach nur noch ein wenig Geld aus der Tasche ziehen sollen. Wenn wir jetzt ins Alien-Universum einschwenken, dann wissen wir auch, dass mit den beiden ‚Alien vs. Predator‘-Filmen zwei grenzdebile „Prequels“ bereits Einzug in dieses Franchise gehalten haben.

Nun kehrt Regisseur Ridley Scott zu seinem eigenen Alien-Universum zurück. 33 Jahre nach Alien. Und nachdem sich James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet an dieser Welt ausprobiert haben und dabei doch so grundlegend unterschiedliche Filme gemacht haben, die in Sachen Spannung und Horror nie an das Erstlingswerk herangereicht haben. Denn Alien verwandelte den Weltraum in einen fürchterlichen und unheimlichen Ort. Vorher war praktisch alles abenteuerlich und kindgerecht. Ob Star Wars oder Trek, nie fürchteten sich die Protagonisten in den Weiten des Alls. Bis sich Sigourney Weaver auf einmal alleine mit diesem Monster herumschlagen musste. Wen die Hintergründe der vier Alien-Filme interessieren, dem sei diese Seite hier ans Herz gelegt. Ansonsten sei gesagt, dass ‚Prometheus‘ definitiv ein Prequel ist. Aber vermutlich nicht so, wie man es erwartet hätte.

Der Film beginnt mit einem weißen muskulösen Männchen. Das haarlose Etwas konsumiert irgendetwas und fängt daraufhin an, sich aufzulösen und fällt anschließend in einen Wasserfall hinein. Über ihm schwebt nebenbei ein Raumschiff. Was diese Szene zu bedeuten hat? Wahrscheinlich die Erschaffung des Menschen. Hurra! Nun beginnt der eigentliche Film. Wir sehen, wie im Jahre 2089 die beiden Wissenschaftler Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) auf ein sich wiederholendes Sternen-Muster in alten Höhlenmalereien stoßen. Dieses interpretieren sie als Einladung und so wird das Forschungsraumschiff Promtheus zum Mond LV-223 geschickt, der wohl bewohnbar und Ursprung der Botschaften sein soll. Gesponsert wird die Reise von der Weyland Corp. und die Leitung hat die wenig sympathische Meredith Vickers (Charzlize Theron). Mit an Bord ist der Android David (Michael Fassbender) und Captain Janek (Idris Elba). Das Schiff erreicht 2093 den Zielort und man stößt schnell auf Spuren einer alten Zivilisation, undzwar auf eine komplexe Höhlenanlage.

Was genau der Film dann nun sein soll, ist schwer zu sagen. In den 124 Minuten gibt es Action, ein ganz kleines bisschen Horror und total viele Rätsel. Das ist dann auch vermutlich das größte Problem. ‚Prometheus‘ kann sich nie festlegen, was es sein soll. Es wird ein ziemlich bescheuerter Disput innerhalb der Weyland-Familie angedeutet, es wird ein wenig mit den aus ‚Alien‘ bekannten Elementen gespielt und es wird ein wenig geforscht. Dabei ist die Handlung linear, aber trotzdem unlogisch und die Protagonisten sind allesamt merkwürdig flach und unnahbar. Während Vickers die größte Bitch im Universum ist und der Android David ohnehin künstlich, sind alle anderen Charektere wenig nachvollziehbar. Ein Geologe, der eine Karte der zu untersuchenden Höhlen anlegt, um sich kurz darauf zu verirren. Ein Biologe, der unbedingt mit einer gefährlichen Alien-Schlange schmusen will und dann auch muss. Holloway, der trotz der überwältigenden Funde urplötzlich den Emo macht. Und noch ganz viele andere Kleinigkeiten. Ich habe mir beim Schauen die Mühe gemacht, einzelne Fehler und Ungereimtheiten aufzuschreiben und komme auf ungefähr 20, von denen einige schon zusammengefasst sind und sich durch den ganzen Film ziehen. Warum schickt man die größten Dummbatzen der Welt auf eine Mission, die eine Billion Dollar kostet? Warum lernen die sich nicht schon vorher kennen?

Und warum muss man so einen grundlegend dämlichen Story-Twist rund um die Weyland-Corporation einbauen, der so rein gar nicht hilfreich ist? Dann gibt es noch so einige weitere Dinge, aber es wäre zu müßig, alle aufzuzählen. Zumal ich damit auch den gesamten Film spoilen würde. Interessanterweise sind mir beim ersten Schauen alle diese Sachen nicht so sehr aufgefallen. Doch beim zweiten Gucken ist es schwer, darüber hinwegzusehen. ‚Prometheus‘ hat natürlich auch positive Seiten. Die Naturaufnahmen und die gesamte Optik, die sich am Ende in einer gigantischen Actionsequenz die Kante gibt, sind spitze. Und wer sich im ‚Alien‘-Franchise zurechtfindet, bekommt ein paar Anleihen zu spüren, die sich durchaus sinnvoll in das Universum fügen.

Das Ende und das Finale an sich empfand ich dann auch echt gut, zumal ein mögliches Sequel wünschenswert wäre. Dabei grenzt sich ‚Prometheus‘ auch deutlich von ‚Alien‘ ab und bewahrt sich Selbständigkeit. Weniger befriedigend ist allerdings, dass diverse aufgeworfene Mysterien nicht aufgelöst werden.

Der Film gefällt mir. Die bombastische Bildsprache ist im Sci-Fi-Genre nicht unbedingt oft anzutreffen und das gesamte Franchise gefällt mir. Trotzdem gibt es an so gut wie jeder Stelle auch Macken. Sei es die doch sehr lose Handlung oder die völlig oberflächlichen Protagonisten. Noomi Rapce ist neben Michael Fassbender im Grunde die Einzige, die ihrer Figur wahres Leben einhaucht, nicht zuletzt auch durch den ersten Live-Kaiserschnitt der Filmgeschichte. Guy Pearce ist in seiner Rolle völlig verschwendet und seine Maske zudem wirklich mies. Dann ist doch aber zeitgleich Fassbender in seiner Rolle überwältigend gut. Ich habe noch nie einen glaubwürdigeren künstlichen Menschen gesehen. Bewegungen, Aussprache, Mimik und Gestik sind unglaublich gut.

Es ist nicht leicht, ‚Prometheus‘ in eine Kiste zu stecken. Manches funktioniert, vieles nicht. Prinzipiell finde ich den Film sehenswert. Allerdings weiß ich nicht, ob ‚Alien‘-Fans ihn mögen würden oder nicht. Es ist mehr Hollywood hier drin und ein Klassiker wie das Original ist dies einfach nicht. Leider werden Ridley Scotts Filme im Alter nicht gerade besser. Für mich persönlich funktioniert die Welt jedoch, die hier konsturiert wird. Es ist aber auch nachzuvollziehen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.

2014 oder 2015 kommt das Sequel, ebenfalls von Ridley Scott. Dann wird sich zeigen, ob die Geschichte ihr Potential nutzt, das es auf alle Fälle hat, oder ob hieraus letztendlich doch nur Hollywood-Sci-Fi-Standardkost wird. Dann kann sich ‚Prometheus‘ hoffentlich auch komplett von ‚Alien‘ emanzipieren, was der Geschichte nur zuträglich wäre.

Regie: Ridley Scott (Blade Runner, Alien, American Gangster, Gladiator, Black Hawk Down)

Schauspieler: Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Idris Elba, Guy Pearce

Bewertung: 

Predators (2010)

Wer kennt das nicht? Da ist man gerade als stinknormaler Super-Söldner-Soldat irgendwo in den Krisenherden der Welt unterwegs, schon kommt ein grelles Licht und man findet sich im freien Fall über einem fremden Planeten wieder. Doch weil es alleine langweilig wäre, gesellen sich alle möglichen anderen fiesen Leute der Welt zu einer Art Klassentreffen der Kampferprobten dazu. Dabei dürfen natürlich der liebdumme russische Tschetschenien-Soldat, der mexikanische Syndikats-Gangster wie auch der stille Yakuza-Killer nicht fehlen. Und natürlich die namensgebenden Predator-Aliens, die nun nicht mehr in einer, nein, sondern in gleich zwei Ausführungen daherkommen. Und dieses mal haben sie auch ihre Wau-Waus mit dabei.

Die Story ist also relativ simpel, wenn auch nicht ganz so einfach wie im Original ‚Predator‚ von 1987 mit Arnold Schwarzenegger. Mit Adrien Brody, Topher Grace, Oleg Traktarov, Danny Trejo und Laurence Fishburne ist der Film auch relativ gut besetzt. Robert Rodriguez gibt hier den Produzenten. Viel mehr braucht man über die Handlung außerdem nicht zu verraten, denn was macht die schlagkräftige und bunt zusammengewürfelte Truppe? Klar, ballern und sterben. Nebenbei gibt es eben noch ein paar Predatoren, die Jagd auf unsere mehr als fragwürdigen Helden machen. Fertig ist der Mix aus Sci-Fi und Dschungelaction.

‚Predators‘ versucht zudem, der ganzen Außerirdischen-Geschichte mehr Inhalt und Substanz zu verleihen. Das klappt bedingt. So gibt es nun verschiedene Predator-Stämme mit unterschiedlichen Gepflogenheiten und Bräuchen, irgendwelche domistizierten Stachelhunde und ein Treffen mit einer weiteren Art von Alien, welches zugleich ein Easter-Egg ist, weil hierfür das originale und später revidierte Predator-Design aus den 80ern verwendet wurde. Für das übrigens Jean-Claude Van Damme vorgesehen war. Filmwissen für Fortgeschrittene also. Richtig nötig sind aber die ganzen Gimmicks irgendwie nicht. Leider gibt es dann stellenweise Merkwürdigkeiten, die nicht so recht ins eigentlich stimmige Bild passen wollen. So spielt Laurence Fishburne einen merkwürdigen Irren, der jedoch den Eindruck macht, für seinen Dachschaden wenige Tage gebraucht zu haben. Das FAQ auf imdb hilft ein wenig beim Understatement, aber völlig rund ist die Sache trotzdem nicht.

Dass aus den Predators nun zwei sich bekriegende Stämme gemacht wurden ist eher komisch. Aber seis drum. Man muss gerade in solchen Situationen Eingeständnisse an den Film machen, der es ansonsten über die meiste Zeit schafft, ein geradliniger und unterhaltsamer Actionstreifen ohne viel Tiefgang zu sein. Stellenweise soll es aber doch sozialkritisch zugehen, wenn sich unsere menschlichen Recken beispielsweise die Frage stellen, ob sie selbst nicht die wahren Monster in diesem Spiel sind. Ausgestoßene Mörder auf einem Planeten, auf dem sie das einzige tun, was sie können: Morden. Lange Zeit zum Grübeln bleibt aber nicht, denn schon gehts weiter auf der Dschungelhatz.

Viele beschweren sich über Adrien Brody als Arni-Ersatz. Das wäre, als ob man Sky du Mont den Rambo spielen lassen würde. Allerdings ist Oscarpreisträger Brody kein Hänfling und kommt als kaltblütiger Söldner ziemlich gut rüber. Gerade weil er sich abhebt  vom Muskelmonster aus Österreich. Der Rest der Bande ist in Ordnung. Die Frau im Bunde (Alice Braga), durch die ein Art Beziehung zu Royce geschaffen wird, nervt ein wenig, aber auch nicht so, dass man sich groß daran stören würde. Danny Trejo passt einfach in jede Figur, die zwielichtig ist und eine Waffe trägt. Und ich darf mich über Oleg Traktarov freuen, der die russische Antwort auf Arnold Schwarzengger ist. Dann gibt es noch zwei Twists mit zwei Charakteren, die aber ehrlich gesagt völlig unnötig und eher wenig hilfreich sind.

Für mich ist ‚Predators‘ eine positive Überraschung gewesen. Man hat die unsäglichen ‚Alien vs. Predator‘-Verwurstungen zurückgelassen und dem Original eine würdige Fortsetzung geliefert, die eigenständig ist und tatsächlich eine Daseinsberechtigung besitzt. Und dabei mehr unterhält als ‚Predator 2‘ mit dem total unpassenden Danny Glover. Actionfreunde sind also mit diesem 107-minütigen Sci-Fi-Ableger gut aufgehoben. Nichtsdestotrotz ist Nimród Antals Auslegung des Frachises nicht ganz so kultig wie der 23 Jahre ältere Film mit Arni.

Nikolai: [In Russian] You’re one ugly motherfucker!

 

Regie: Nimród Antal (Motel, Armored, Kontroll)

Schauspieler: Adrien Brody, Topher Grace, Alice Braga, Oleg Traktarov, Walton Goggins,Laurence Fishburne, Danny Trejo

Bewertung: 

Aliens vs. Predator 2 (2007)

Willkommen zu AvP 2, dem Film der Superlativen. Von den Strause-Brothers, die mit ‚Skyline‚ bereits einen der einflussreichsten und besten Alien-Streifen aller Zeiten abgeliefert haben. Von den zwei Genies, die an Skyfall, Looper, Avengers, The Social Network, Iron Man 2, Terminator 3, Constantine, Kiss Kiss Bang Bang, X-Men 3, 300, Shooter, Benjamin Button und Avatar beteiligt waren (kein Witz, siehe hier). Aliens vs. Predator 2, der vermutlich größte und einzigartigeste Film seiner Art. Ein Film, der es wagt, Grenzen zu überschreiten und neue Maßstäbe zu setzen. Vor allem im Bereich der Kindes- und Säuglingstötung. Und allen voran: Der dunkelste Film, der je gemacht wurde. Ein Film, der Aliens mit Predatoren gekreuzt hat und der ein Alien beinhaltet, das aussieht, als ob es eine Rastafari-Perücke anhat. Völerkverständigung, auf Strause-Art. Pass that dutch!

Und die beiden müssen eine Menge Ganja geraucht haben. Ansonsten ist das hier nämlich nicht zu erklären. Der fucking Film ist zu dunkel! Man erkennt in über 50% aller Szenen kaum etwas, geschweige denn in den Actionsequenzen. Das macht es schwierig, die ganzen Aliens und den einen Predator auseinanderzuhalten. Außerdem watschelt da jetzt auch noch ein Alien-Predator-Mischling rum, der die Predator-Locken trägt. Und weil es dunkel ist, kann man die beiden noch viel öfter als ohnehin schon verwechseln. Hallo, hat denn keiner mal vielleicht in das Filmchen reingeguckt, bevor es auf den Markt kam? Wie kann man denn vergessen, ein paar Lampen aufzustellen? Scheiße nochmal, 40 Millionen Dollar Budget! Konnte da nicht wenigstens einer mal sein Handy rausholen und wenigstens das Licht davon auf die Szenerie halten?

Und der Predator! Von allen Außerirdischen, die uns hätten heimsuchen können, schicken die tatsächlich den mit Alzheimer. Erst bringt er nämlich zwei Menschen um und entsorgt die Leichen mit einer Säure, damit auch ja keiner was merkt, um kurz darauf dann eine dritte Leiche gehäutet im Wald aufzuhängen. Halt, wird jetzt der eine oder andere rufen. Vielleicht gab es eine Planänderung und er ist in die Offensive gegangen? Klar, wenn er nur nicht kurz darauf die Leichen 5, 6 und 7 auch weggeätzt hätte. Was sagt uns das? Entweder er ist sehr vergesslich, oder einfach nur auch auf Ganja. So wie die beiden Regisseur-Brüder.

In einer der ersten Szenen wird übrigens ein Kind erst infiziert und daraufhin getötet. Also mit einem Alien, das aus seinem Brustkorb bricht. Geschmacklos? Geradezu lachhaft, wenn man bedenkt, dass im Verlauf des Films ein Alien auf eine Säuglingsstation im Krankenhaus geht. Leider zeigt uns der Film dann nicht mehr, was dort geschieht. Dafür wird dann eine Hochschwangere kurz vor der Entbindung angegriffen, um gleich darauf drei kleine Aliens zu gebären. Und spätestens hier ist man gezwungen, als Zuschauer selber Ganja zu rauchen. Denn sonst läuft man Gefahr, sich selbst zu verstümmeln. So gut ist der Film!

Im Nachhinein ist die Dunkelheit vielleicht ganz gut, um nicht alles mitzubekommen. Das Beste kommt nämlich noch. Noch bevor in den 94 Minuten Film nämlich die Kämpfe losgehen, sehen wir die wichtigen Protagonisten. Da wäre der kleine Loser-Bruder, der Pizza ausfahren muss. Der große Loser-Bruder, der frisch aus dem Knast kommt. Der Dorf-Sheriff, der entweder geistig behindert oder einfach auch durchgängig bekifft ist. Und die Dorfhure, die erst dem kleinen Loser-Bruder beim Verprügelt-Werden durch ihren Freund zuschaut, um dann mit diesem Schluss zu machen, um im Anschluss im Schwimmbad den kleinen Loser-Bruder flachzulegen. Dann ist da die Mutter, die frisch aus der Armee heimkommt. Als ein Alien jedoch ihren Mann killt, bleibt sie überraschend gelassen. Vielleicht hat sie sich auch nur ein paar Tricks im Männermanagement von der Dorf-Hure abgeguckt. Einfach nur zum Haareraufen. Das Beste wäre gewesen, wenn Predator und Aliens sich zusammengetan und die ganze Crew samt Regisseuren erlegt hätten. Weil hier einfach nichts funktioniert. Nicht mal die Effekte, für die die Strause-Brothers scheinbar ein Händchen haben.

Außerdem frage ich mich, warum der erste ‚Alien vs. Predator‘ hieß und der hier nun ‚Aliens vs. Predator – Requiem‘. Und sogar der zweite Matrix-Film wirkt hierzu wie ein Meisterwerk der Logik und des Feinschliffs.

Die Handlung gespoilert: Alien-Predator-Rastafari strandet auf der Erde, weil siehe Cliffhanger aus erstem Teil. Predator kommt, um alles und jeden zu beseitigen. Außer Leiche #3, die wird schön öffentlich im Wald präsentiert. Fast alle Menschen sterben (leider nicht alle). Inklusive Atombombe von der Regierung. Loser-Brüder und Armeetussi mit Kind überleben in Helikopter Atombombe (leider). Aliens und Predator nicht. The End.

Ein furchtbarer Film, der noch eine ganze Ecke bescheuerter ist als sein Vorgänger. Vielleicht reicht das Teil hier, um sich zusammen zu amüsieren und diesen Franchise-Hybriden ein für alle mal unter die Erde zu bringen. Aber ansonsten sollte man das Tuch des Schweigens über diesen Scheiß hängen, der sogar Paul W.S. Anderson fast wie einen (guten) Regisseur aussehen lässt. Ihr braucht was zum Lachen? Dann rupft euch die Zehennägel aus. Oder die Zähne. Da habt ihr mehr Entertainment von.

Regie: Colin & Greg Strause (Skyline)

Schauspieler: Steven Pasquale, Reiko Aylesworth, John Ortiz

Bewertung: 

Alien vs. Predator (2004)

Ich hasse Paul W.S. Anderson. Seine kreative Leistung als Regisseur geht stark gegen null. ‚Mortal Kombat‘ als Kampfspielverfilmung war akzeptabel, aber hey, es ist ein gottverdammtes Prügelgame. Als Film. Was für eine Herausforderung! ‚Event Horizon‚ fand ich furchtbar. Ganz zu schweigen von allen den bescheuerten ‚Resident Evil‘-Verfilmungen (I, II, III, IV, V), die alle nichts mit den Spielen zu tun haben und zunehmend ins Debile abgleiten und sich dabei schamlos an anderen Computerspielen und Filmen bedienen. Der Kerl gibt sich einfach keine Mühe, gescheite Handlungen, Dialoge oder sonstwas Erinnernswertes in seinen Streifen einzubauen. Und weil es nicht reicht, ein einzelnes Franchise zu verwursten, werden kurzerhand Aliens mit den Predatoren vereint. Und voilà, seelenlose Filmkost nach Anderson-Art. Welch ein Hochgenuss. Basierend auf einer einzelnen Szene aus ‚Predator 2‚.

In der Antarktis findet man irgendeine bescheuerte Pyramide tief unter der Erde. Eine Gruppe von bescheuerten Wissenschaftlern und noch bescheuerteren Söldnern geht im Auftrag vom bescheuerten Charles Weyland (Lance Henriksen) auf Safari-Tour. 1, 2, 3, Predators kommt herbei. Mit einer an den Haaren herbeigezogenen Geschichte werden die Aliens aus ‚Alien‘ auch noch reingestümpert und so weiter. Dann wird unter Tage gekämpft, gelacht und geliebt. Am Ende gibt es ganz viele unglaubwürde Kampfszenen und NATÜRLICH EIN ENDE, DAS EIN SEQUEL HERAUFBESCHWÖRT! Verflucht seist du, Paul W.S. Anderson!

Andersons Filmprinzipien #1: Wenn das Ende deines Films keinen Cliffhanger hat, dann ist es ein schlechtes Ende. Denn nur ein Cliffhanger zwingt die ganzen blöden Teenager, in den nächsten Teil deiner Filmchen! (siehe alle, JA ALLE!, Resident Evil-Filme)

Weswegen guckt man diesen Schwachsinn überhaupt? Ach ja, wegen der Kämpfe zwischen Aliens und Predatoren. Leider nimmt sich der 101-minütige Film 57 stolze Minuten, bis zum allerersten Mal die Außerirdischen aufeinandertreffen. Nebenbei wird noch eine Alienmutter befreit, dutzende Leute in dieser öden „einer-nach-dem-anderen“-Manier umgebracht und tatsächlich Freundschaft zwischen Mensch und Predator geschlossen.

Die Kämpfe sind allesamt fürchterlich geschnitten und die Predators sind eigentlich behäbig, doch wenn es sein muss, bewegen sie sich wie eine Katze. Warum sie dabei nicht schon gleich zu Beginn ihre krassen Laser-Waffen einsetzen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Ohnehin stelle ich die Intelligenz der Außerirdischen in Frage, zumal die ganze Aktion arg aufwendig wirkt. Aber hey, das fällt kaum auf, weil so ziemlich jeder Mensch in diesem Film trotz Doktortiteln den Tod mehr als verdient hat. Einfach wegen Dummheit.

Andersons Filmprinzipien #2: Spicke deinen Film mit vielen One-Linern! Das mögen die Kids. Siehe Transformers.

Und als ob es noch nicht reicht, labert die Haupttrulla (Sanaa Lathan) am Ende in einem Kampf gegen das haushohe Mutteralien tatsächlich noch cool daher. Als ob ihr während des Films plötzlich Arnis Eier aus ‚Predator‘ gewachsen wären. Habe ich schon den klischeehaften Archäologen-Italiener erwähnt, der aus ein paar Skizzen und Runen sofort die ganze Story erkennt? Oder den Wandertags-Anführer Weyland selbst, der versucht, einen Predator mit Feuerzeug und Deodorant zu töten. Der alte Sack soll dabei ein Easter-Egg für die Alien-Filme sein, denn dort gehts es um die Weyland Corporation. Coole Aktion, Paul W.S. Anderson! Richtig clever.

Andersons Filmprinzipien #3: Es ist völlig egal, ob man die alten Ideen und Konzepte mit Respekt behandelt. Die Kiddies wollen alle nur coole nerdige Anspielungen. Die Leute, die die originalen ‚Alien‘- und ‚Predator‘-Filme gesehen haben, sind sowieso schon allesamt tot.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel Sehenswertes. Das ist ein Film, der für die spezielle Gruppe von Teenagern gemacht wurde, die einmal die Woche mit ihren Freunden ins Kino gehen und dabei auch jeden Scheiß mitnehmen. Genauso finanziert sich auch Resident Evil. Also Finger weg davon, gerade als Fan der originalen Alien-Filme. Denn wie so oft liefert Paule seelenlosen wie auch einfallslosen Dünnpfiff ab, den die Welt nicht braucht. Und am allerwenigsten das Alien- oder das Predator-Franchise. Lustigerweise tanzt das Sequel (JA, ES GIBT TATSÄCHLICH EIN SEQUEL!) Limbo unter dem Anspruch des ersten Teils. Im Vergleich dazu ist ‚Alien vs. Predator‘ geradezu Arthouse-Kino mit krasser Message.

Ihr wollt Monster, die gegeneinander kämpfen? Guckt euch die alten Godzilla-Filme an. Es gibt dutzende! Ob gegen Battra, Destoroyah, King Kong und Ghidorah, Mothra, Rodan oder Spacegodzilla. Und alles bessere Filme als der hier. Ich verziehe mich derweil in mein stilles Kämmerlein, bis ‚Resident Evil 6‘ kommt und ich wieder über Paul W.S. Anderson und seine sogenannten ‚Filme‘ herziehen kann. Cheers.

Regie: Paul W.S. Anderson

Schauspieler: Sanaa Lathan, Raoul Bova, Lance Henriksen, Ewen Bremner, Colin Salmon

Bewertung: 

Predator 2 (1990)

Die meisten Menschen, die man auf die Fortsetzung vom Original anspricht, machen erst einmal ein verdutztes Gesicht. Dann glauben die Leute, man redet von ‚Predators‘, was aber so eine Art Remake-Fortsetzung aus dem Jahre 2010 mit Adrien Brody in der Hauptrolle ist. Aber nein, darum geht es hier tatsächlich nicht. Und Arnold Schwarzenegger spielt hier auch nicht mit. Eigentlich sollte er einen Auftritt bekommen, aber der gute Mann hatte damals zu viel mit ‚Terminator 2‘ zu tun. Und natürlich musste auch ein Sequel gemacht werden, denn ‚Predator‚ hatte an den Kinokassen weltweit beinahe das 7-fache seiner Produktionskosten eingespielt. Doch wie Hollywood so ist, verzichtet man intelligenterweise auf im Grunde alles, was den Vorgänger so groß gemacht hat.

Und leider war dieser Streifen der Ideengeber für die widerlichen ‚Alien vs. Predator‘-Filme. Dazu kommen wir noch.

Nachdem ein Predator-Alien Arnis Crew im Dschungel dezimiert hat, verfolgen wir nun die lustigen Abenteuer eines weiteren Außerirdischen in Los Angeles. Die Stadt gleicht dabei eher einem Kriegsgebiet, in dem sich die Polizei jeden Tag gegen über die Zähne bewaffente Gangsterhorden behaupten muss. In der Hauptrolle sehen wir Lieutenant Mike Harrigan (Danny Glover). Richtig gehört, Danny „Ich bin zu alt für so eine Scheiße.“ Glover! In irgendwelchen Nebenrollen erscheinen Gary Busey und Bill Paxton, wobei Kevin Peter Hall wieder den Predator gibt.

Es gibt keinen Dschungel mehr und auch keine eingeschworene männliche Crew. Nur den eigentlich viel zu alten und ungelenken Danny Glover, der einfach mal so rein gar nicht in diese Rolle passt und sich ungefähr ein halbes dutzend Mal über vorbeischwirrende Tauben aufregt. Es kann doch kein Mensch mit halbwegs brauchbarem Verstand annehmen, dass man Arni auf diese Art und Weise ersetzen könnte. Aber was solls. Dafür kriegt unser Freund aus dem Weltall jetzt ein wenig mehr Screentime und Szenen aus der Ego-Perspektive. Warum sich Herr Predator allerdings in L.A. aufhält und wofür er dort die ganzgen Gangster umbringt, ist allen ein Rätsel. Wahrscheinlich auch den Drehbuchschreibern. Lustig ist aber dafür, dass der Predator jamaikanische Gangmitglieder umbringt. Wahrscheinlich, weil die seine Rastafari-Frisur abgekupfert haben.

In einer Szene wird fröhlich in der U-Bahn geschnetzelt. Das ist eigentlich ziemlich sinnbefreit. Aber zu dem Zeitpunkt hat man sich bereits daran gewöhnt. Und irgendwie, ja geradezu auf eine nostalgische „Die meinen es doch nur gut!“-Weise, ist das Filmchen doch irgendwie ein wenig unterhaltsam. Zwar sind im Grunde alle Protagonisten trotz ihrer Berufe und dem Stadtszenrio sogar fast noch ein stück weit flacher als die beinharte Söldnertruppe um Arni. Aber irgendwie mag man Danny Glover. Vielleicht weil er wirklich zu alt ist, um sich mit Aliens rumzuschlagen. Oder weil der Gute ein Stück weit realistischer und greifbarer ist als der muskulöse Arnold.

Hier und da spricht der Predator dann auch noch. Das ist für die Freunde, die unbedingt noch mehr von dem Vieh sehen müssen. Zum Ende hin gibt es dann noch so ein wenig Kritik an der exekutiven Obrigkeit. Allerdings bleibt es handlungstechnisch natürlich sehr flach. Der Film bemüht sich dann, so ein wenig mehr Antworten zu geben als ‚Predator‘, was gerade im Sci-Fi-Genre ein dämlicher Fehler ist. Man darf sich selbst nicht des Mystischen berauben, denn puren Realismus, in dem alles vorne bis hinten durchdacht ist, kann man ohnehin nicht erreichen. Schon alleine wegen des futuristischen Settings.

‚Predator 2‘ ist ein unnötiger Film. Ganz eindeutig. Aber kein schlechter. Wer das Genre mag und die ganze Geschichte rund um die Predatoren, findet vielleicht einen gewissen Unterhaltungswert hierdrin. Alle anderen halten sich dann wohl lieber fern und lassen sich eher nochmal von ‚Arni‘ im Dschungel berieseln. Und tun dabei so, als ob es das Sequel nicht gibt und ‚Predator‘ einfach nur alleine für sich steht.

Predator: Want some candy?

 

Regie: Stephen Hopkins (24, Lost in Space, Der Geist und die Dunkelheit)

Schauspieler: Danny Glover, Gary Busey, Kevin Peter hall, Bill Paxton

Bewertung: 

Rush Hour (1998)

Brett Ratner ist wohl der Prototyp des amerikanischen Hollywood-Regisseurs. Seine Filme sind allesamt irgendwie in Ordnung. Wenig Handlung, aber meistens kann man dann doch über die albernen Witze schon irgendwie lachen. ‚Money Talks‘ mit Charlie Sheen und Chris Tucker ist echt voll okay. ‚Roter Drache‘ hat mir nicht gefallen, allerdings wirklich schlecht war er auch nicht. Der dritte X-Men-Film war eigentlich gut, aber jeder zweite wichtige Charakter wird weggemetzelt. Ich schätze mal, dass das wohl so in Ordnung geht. Ach, und ‚Aushilfsgangster‚ war ja auch nicht sooooooooooo übel. Und dann ist da ‚Rush Hour‘. Der erste Teil ist richtig gut, der zweite ist voll in Ordnung und der dritte totaler Dreck. Also statistisch gesehen ist die Reihe mittelmäßig. Außerdem haben wir auch ‚Prison Break‘ dem guten Mann zu verdanken. Und ‚Skyline‚, einen der miesesten Filme aller Zeiten. Der Mann macht eine ganze Menge als Produzent. Tatsächlich ist ‚Rush Hour‘ meiner Meinung nach das Beste, was er je gemacht hat. Ist das jetzt gut oder schlecht?

Die Tochter des chinesischen Konsuls wird von Sang (Ken Leung) entführt. Weil der asiatische Staatsvertreter einen eigenen Landsmann zur Unterstützung der Behörden ins Land holt, rekrutiert das FBI kurzerhand einen Polizisten, der als Babysitter den Chinesen möglichst aus den Ermittlungen raushalten soll. So sind Lee (Jackie Chan) und Carter (Chris Tucker) anfangs noch nicht wirklich mit Polizeiarbeit beschäftigt. Dabei stoßen sie nach kurzer Zeit auf Juntao, einem aus dem asiatischen Raum bekannten Gangsterboss, der seine Finger in der Angelegenheit zu haben scheint.

Dabei hat ‚Rush Hour‘ so ziemlich gar nichts mit der Hauptverkehrszeit zu tun, außer, dass die Kleine halt während einer Fahrt entführt wird. Das ist aber auch nicht wichtig. Entscheidend ist eher die Dynamik des Duos Tucker und Chan. Damit ist der Film im Grunde ein klassisches Buddy-Movie mit zwei sehr unterschiedlichen Charakteren. Während Lee für die wenigen coolen Kampfszenen zuständig ist und sonst eher wortkarg agiert, darf Carter plappern wie ein Wasserfall. So kennt man Chris Tucker auch schon aus ‚Das fünfte Element‘ und allen anderen Filmen, in denen er mitwirkt. Außer vielleicht ‚Silver Linings Playbook‘. Dort ist er überraschanderweise fast schon auf sympathische Weise nicht so aufdringlich.

Der Rest ist eigentlich Standardkost. Eine simple Handlung mit einem ganz kleinen Twist. Ein paar Schießereien zum Ende hin. Und die unermüdliche große Klappe von Chris Tucker. So fällt und steht ‚Rush Hour‘, ob man von dem Gelaber genervt wird. Wenn nicht, dann sind das sehr unterhaltsame 98 Minuten. Wer Chris Tucker nicht leiden mag, wird schnell genervt sein. Überhaupt richtet sich der Film, trotz durchaus ein oder zwei blutiger Szenen, eher an ein jüngeres Publikum. Zumindest was den Humor angeht.

Mich persönlich unterhält ‚Rush Hour‘ auch heute noch ziemlich gut. Ich mag Jackie Chan und ich kann Chris Tucker, zumindest hierdrin, auch leiden. Dass der Plan der Bösen irgendwie nicht so ganz sinnvoll ist, stört nicht sehr. Natürlich sind die zwei nicht im Entferntesten so kultig wie Bud Spencer und Terence Hill. Dafür macht das Jackie durch ein paar coole Kampfszenen wieder wett. Das Problem ist dann eher, dass das gleiche Konzept in den Fortsetzungen wiederverwurstet wird. Und da stößt die Reihe unterhalterisch an ihre Grenzen.

Im Zweifelsfall liegt man aber mit der Entscheidung, ‚Rush Hour‘ einzuschalten, nie verkehrt. Zumal das hier irgendwie das künstlerische Hauptwerk von Brett Ratner ist. Obwohl sich das komisch anhört. Ein Kubrick oder Scorsese ist er eben nicht, doch auch seine Filme haben eine Daseinsberechtigung. Zumindest oder vor allem ‚Rush Hour‘.

Regie: Brett Ratner (X-Men 3, Roter Drache, Money Talks, Aushilfsgangster)

Schauspieler: Jackie Chan, Chris Tucker, Tom Wilkinson

Bewertung: 

Predator (1987)

Predator (sprich [ˈpɹɛdɪtəɹ]) ist ein aus dem Māori stammendes Wort. Um seine wahre Bedeutung herauszufinden, ist eine beschwerliche 4-Tages-Reise durch den tiefsten Dschungel und die entlegensten Steppen Neuseelands notwendig. Viele Männer überleben die Strapazen nicht und erliegen den gefährlichen Schlangen, Spinnen oder der als ‚Dschungelpest‘ bekannten Krankheit, die innerhalb weniger Stunden aus gestandenen Seefahrern kleine, um ihr Leben flehende Heulsusen macht. Am Ende des Weges erreicht man auf der Spitze eines kilometerhohen Gebirgsmassivs eine kleine Strohhütte, in der ein steinalter Mann haust. Wenn man kriechend und mit letzten Kräften vor seinen Füßen zusammenbricht, mehr tot als lebend, flüstert er einem ins Ohr. Die paar Worte, wegen der man die Reise auf sich genommen hat und die das Letzte sind, was man hört, bevor die letzten Kräfte den eigenen Körper verlassen und man letztendlich stirbt. Qualvoll, aber um eine Erkenntnis reicher. Und diese finalen Worte sind die Übersetzung von ‚Predator‘ ins Deutsche:

Muckimänner im Wald

Im gleichnamigen Film von John McTiernan wird Dutch (Arnold Schwarzenegger) auf eine Geisel-Rettungsmission in den Dschungel geschickt. Seiner Crew zur Seite steht der CIA-Agent Dillon (Carl Weathers). Bevor die Bande von hartgesottenen Bodybuildern ein Guerilla-Nest aushebt, müssen sie jedoch feststellen, dass irgendwas im Wald seine Runden zieht und Menschen tötet und häutet. Wenig später sind sie dem Kampf gegen ein Wesen aus einer anderen Welt ausgeliefert, das sich unsichtbar machen kann und einen nach dem anderen filettiert.

Das ist auch die gesamte Handlung des Films. Und das ist verdammt nochmal gut so. In ‚Predator‘ wird die Handlung auf den Überlebenskampf einer superkrassen Spezialtruppe reduziert, die einem technisch überlegenen Gegner gegenüberstehen. Ein wenig patriotischen Quatsch gibt es noch hier und da in ein oder zwei Sätzen, aber das wird glücklicherweise nicht in den Vordergrund gestellt.

Poncho: You’re bleeding, man. You’re hit.
Blain: I ain’t got time to bleed.

Arni ist hier in seiner Paraderolle als Elitesoldat. Muskelbepackt, unbarmherzig und brutal. Und mit allerhand One-Linern ausgestattet, die sich im Originalton besonders lustig anhören. Einen österreichischen Akzenten hört man normalerweise nicht so oft im Dschungel. Der Rest seiner Truppe ist genauso hart und stumpfsinnig. Sogar ein indianischer Fährten-Leser ist dabei. Und natürlich ist hier alles klischeehaft, aber das hält den Film einfach und flach. Eine richtige tiefgründige Handlung oder Dialoge sind nämlich nicht nötig, wenn man um sein Leben rennt und kämpft.

Wer weiß, was 80er-Jahre-Action-Kino ist und das Zeug mag, hat hier einen der besten Filme aus der Zeit und dem Genre an sich. Um einiges besser als das halbgare Remake ‚Predators‘ mit Adrien Brody als schmächtigem Arni-Abklatsch. Dabei geht es im Original teilweise ziemlich blutig zu. Besonders wenn Körper zerschossen und weggeballert werden.

Dutch: If it bleeds, we can kill it.

Bitt das Hirn ausschalten. Dann ist ‚Predator‘ ein spannender Film mit Arnold Schwarzenegger in Höchstform. Wer Handlung und gezeichnete Charaktere braucht, die mit gewitzten Dialogen hantieren, sollte einen großen Bogen um den Dschungel machen. Denn neben den gestählten Bizepsen und Maschinengewehren ist einfach kein Platz für weiteren Ballast, der unseren Helden nur die Füße schwer machen würde.

Der Film sieht, trotz recht alter Special Effects, auch heute noch akzeptabel aus. Nicht umsonst ist ‚Predator‘ für die besten Effekte sogar Oscar-nominiert gewesen. Das Alien ist gut gemacht und die Szenen aus seiner Sicht erzeugen subtilen Horror, noch viele Jahre bevor der Found-Footage-Stil aus Gruselfilmen billige Massenware gemacht hat (danke Blair Witch Project). So bleibt nur noch eins zu sagen:

Dutch: Get to the Chopper!

 

Regie: John McTiernan (Stirb Langsam I + II, Last Action Hero, Der 13. Krieger)

Schauspieler: Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers, Bill Duke, Kevin Peter Hall

Bewertung: 

The 6th Day (2000)

Eigentlich hatte ich ‚The 6th Day‘ als guten Film in Erinnerung. Aber manchmal glorifiziert man das alte Zeug aus der Jugend. Und wenn man dann eines Abends die alten Helden wiedersieht, wundert man sich, was zur Hölle mit einem damals los war und wie man diesen Blödsinn überhaupt auch nur in irgendeiner Weise gut finden konnte. Tja, was erwartet man auch von einem Film mit einem gealterten Schwarzenegger über das Klonen?

Adam Gibson (Arni): I might be back.

Arnold Schwarzenegger spielt Adam Gibson, einen Helikopterpiloten und Familienvater in einer nicht zu weit entfernten Zukunft. Das Geschäft läuft. Die Menschheit diskutiert währenddessen über das Für und Wieder des Klonens. Das 6th-Day-Gesetz verbietet zwar die künstliche Menschenproduktion, aber das Kopieren von Haustieren ist legal. Eines Tages kommt Adam nach Hause, nur um festzustellen, dass er bereits zu Hause ist. Zumindest nicht er, sondern ein Doppelgänger. Kurz darauf wird er dann auch schon verfolgt. Unter anderem von Vincent (Terry Crews), der für das führende Unternehmen in Sachen Klonen arbeitet. Long story short: Arni wurde verwechselt und aus Versehen geklont und jetzt soll der eine um die Ecke gebracht werden, bevor die Welt dahinter kommt, dass die böse Firma schon seit geraumer Zeit gegen das 6th-Day-Gesetz verstößt. Der Oberböse ist dabei Michael Drucker (Tony Goldwyn), der zudem seine Klone mit tödlichen Gendefekten ausstattet, um ihre Lebenszeit zu verkürzen und ein etwaiges Geschäft am Laufen zu halten. A dolla makes me holla.

Ach ja, außerdem ist Robert Duvall als ein schlauer Arzt mit am Start, der trotz seiner moralischen Gewissensbisse überraschend aktiv beim Klonen mit dabei ist. Und der Vater aus ‚Hinterm Sofa an der Front‘, Michael Rapaport, spielt mit. Der doppelte Arni ist aber natürlich der Star, obwohl ihn der Fakt, dass er geklont wurde, ungefähr 10 Sekunden aus der Fassung bringt. Vermutlich ist einfach jemand, der bereits Aliens im Dschungel gejagt und als zeitreisender Kampfroboter agiert hat, ohnehin nicht leicht zu überraschen. „Du bist ein Klon und dein ganzes Leben ist eine Lüge!“ Das entlockt Arni ein kurzes Schulterzucken, bevor weitergeballert wird.

Adam Gibson: If you really believe that then you should clone yourself while you’re still alive.
Drucker: Why is that? So I can understand your unique perspective?
Adam Gibson: No. So you can go fuck yourself!

Tatsächlich ist die Thematik und Handlung gar nicht mal so uninteressant. Das Problem ist eher die total plumpe Art und Weise, auf die die Geschichte rübergebracht wird. Richtig komplex geht es nicht zu, doch Arni wirkt in seiner Rolle hölzern und etwas zu alt. Er und alle anderen Protagonisten sind zudem flacher als ein Bügelbrett, was erklärt, warum das Klonen nie wirklich tiefgründig behandelt wird. Der böse Bube ist dabei unglaublich unglaubwürdig und Arnis Verfolger sind allesamt saublöd. Allen voran Wiley (Rodney Rowland), dem es gelingt, mehrere Male hintereinander auf dämlichste Art und Weise zu verrecken.

Dem Finale fehlt es an Wumms. Schlimmer ist allerdings, dass die Effekte fürchterlich und billig sind. Da hängt Arni von einem Helikopter runter und es sieht einfach total unecht aus. Das wundert einen, vor allem weil die Helis im Film allesamt animiert sind und gar nicht mal so übel aussehen. Dabei hatte der Film ein Budget von stolzen 82 Millionen Dollar! Weltweit eingespielt hat ‚The 6th Day‘ keine 100 Millionen. Traurig, gerade weil doch ein Arnold Schwarzenegger mal als größter Actionstar überhaupt galt.

Die Idee hinter diesem Film ist eigentlich gut und erinnert so in etwa vom Stil her an das Remake von ‚Total Recall‚. Nach kurzer Zeit geht allerdings allen Darstellern die Puste aus und so ziemlich alles versinkt in Mittelmäßigkeit. Halbgare Actionszenen, wenig glaubwürdige böse Gegenspieler und ein leider wenig sympathischer Arni. Da hätte man viel mehr rausholen können. Vor allem weil die Message am Ende nicht weit von der von ‚Moon‚ abweicht, einem meiner absoluten Lieblingsfilme.

Wenn ‚The 6th Day‘ eines klar macht, dann, dass spätestens zu jener zeit Arnis Zenit überschritten war. Vor allem weil er danach mit ‚Collateral Damage‘ und ‚Terminator 3‘ weitere ziemlich dürftige Filme nachlieferte. Seine Fans werden wohl aber auch diesem Streifen etwas abgewinnen können. Seine glorreiche Zeit als Terminator oder Predator-Jäger ist aber vorbei. Man kann ja auch nicht ewig jung bleiben, außer man heißt Keanu Reeves.

Adam Gibson: That’s enough philosophy for now.

 

Regie: Roger Spottiswoode (Der Morgen stirbt nie, Scott & Huutsch, Air America)

Schauspieler: Arnold Schwarzenegger, Michael Rapaport, Tony Goldwyn, Michael Rooker, Terry Crews, Robert Duvall

Bewertung: 

2001: Odyssee im Weltraum (1968)

Einen Film von Stanley Kubrick zu kritisieren ist im Grunde Gotteslästerung. Vor allem fühlt man sich dann dumm, weil man scheinbar den Film nicht verstanden hat. Da muss man aufpassen, nicht in der falschen Gesellschaft plötzlich zum stupiden Hollywood-Liebhaber abgestempelt zu werden. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und weil die Leserzahlen hier im einstelligen Bereich liegen, bin ich in nicht allzugroßer Gefahr, von einem Kubrick-Jünger in die Luft gesprengt zu werden. Hier der Frevel am großen Meister: 2001 ist ein langweilliger Film! Jetzt hab ich es gesagt und ich nehms so schnell auch nicht zurück. Lang lebe die freie Meinungsäußerung!

Die meisten Filme da draußen umspannen einen relativ engen Zeitrahmen. Ein paar Stunden oder Tage, manchmal vielleicht auch Monate oder ein paar Järchen. 2001: Odyssee im Weltraum behandelt mehrere Millionen Jahre Menschheitsgeschichte. Bäm!

Kleine Bemerkung: Ich werde den Film ein wenig spoilern. Dabei geht nicht sonderlich viel Spannung verloren, da es einfach mal nicht sehr spannend zugeht. Wer jedoch unbedingt einen ungetrübten Blick auf diese fast zweineinhalbstündige Fahrt durch die Menschheitsgeschichte haben will, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen und sich zuerst einen eigenen Eindruck verschaffen. Oder auch nicht, ist ganz euch überlassen. Aber es soll dann nicht heißen, ich hätte nicht jeden gewarnt.

2001 ist in fünf Teile gegliedert. Den ersten bekommt man im Fernsehen nicht vollständig zu sehen. Hier ertönt drei Minuten lang zu schwarzem Bild ein Orchesterwerk, dass mich erst an der Funktionsfähigkeit meiner DVD zweifeln ließ. Danach sind übrigens auch die TV-Leute endlich mit dabei. So folgt, nach dem Einblenden des MGM-Logos, ein Blick auf Erde, Mond und Sonne in Konjunktion und es ertönt ‚Also sprach Zarathustra‚. So weit, so ungewohnt.

Wir erleben den Beginn der Menschheit. Eine Gruppe von affenartigen Wesen kämpft um ihr Leben. Gebeutelt von Feinden, Hunger und Kälte. Die Affen erwachen eines Morgens neben einem schwarzen Monolithen und tanzen um ihn herum.  Das bewirkt eine Veränderung. Ein Affe kommt auf die bahnbrechende Idee, einen Knochen als Waffe einzusetzen. Es folgt wenig später ein Kampf gegen eine rivalisierende Gruppe, den der Bewaffnete gewinnt und so den Siegeszug des Menschen einleitet. Er schleudert den Knochen gen Himmel und wir sehen den berühmtesten Schnitt der Filmgeschichte, in der der fliegende Knochen zu einem Raumschiff im Weltall wird.

Wir haben also einen Sprung von mehreren Millionen Jahren gemacht und befinden uns in der (damaligen) Zukunft, im Jahr 1999. Die  Menschheit hat begonnen, den Weltraum zu erobern. Dr. Heywood Floyd (William Sylvester) ist auf dem Weg über eine Raumstation zum Mond, wo ein seltsamer schwarzer Monolith gefunden wurde. Bei der Begutachtung des Objekts fassen die Wissenschaftler das Ding an, woraufhin ein elektromagnetisches Signal Richtung Jupiter gesendet wird.

Nächster Sprung. Wir befinden uns im Jahr 2001 und das amerikanische Raumschiff Discovery One ist unterwegs zum Jupiter. Die Astronauten Dave Bowman (Keir Dullea) und Frank Poole (Gary Lockwood) sind zusammen mit drei weiteren Kollegen, die sich im Kryoschlaf befinden, auf Forschungsmission. Sie wissen also gar nicht, was der eigentliche Zweck ihrer Reise ist. Ganz im Gegensatz zum sechsten Besatzungsmitglied, dem Supercomputer HAL 9000, der die wichtigsten Funktionen des Raumschiffs steuert. Ganz so perfekt erweist sich die Künstliche Intelligenz dann jedoch nicht, denn durch einen Fehler beginnt HAL mit der systematischen Ermordung aller Besatzungsmitglieder. Mit Müh und Not gelingt es Bowman, HAL schrittweise zu deaktivieren. Dabei ist die Todesszene des Computers ebenso berühmt wie auch genial. Nach HALs Abschaltung wird ein Video abgespielt, das den einzig verbliebenen Astronauten über Sinn und Zweck der Mission aufklärt.

Das letzte Kapitel kann man auch als den medialen LSD-Trip interpretieren. Oder auch als den krassesten Brainfuck der Filmgeschichte. Bowman erreicht den Jupiter, in dessen Umlaufbahn ein weiterer Monolith schwebt. Als er sich diesem in einer Kapsel nähert, beginnt eine minutenlange psychedelische Achterbahnfahrt voll mit bunten Farben. Plötzlich erwacht Bowman in seiner Kapsel in einem futuristischen Zimmer. Dann erblickt er sich selbst, nur um einige Jahre gealtert. Es wechselt die Perspektive zum Alten und die Raumkapsel ist verschwunden. Bowman schaut sich in einem Spiegel an und erblickt eine weitere Person ein Zimmer weiter. Dort sieht er sicht selbst, noch älter. Die Perspektive springt wieder zum älteren Bowman, der an einem Tisch sitzend eine Mahlzeit zu sich nimmt. Als dieser jetzt aufsteht, sieht er das nächste Ich, liegend in einem Bett und noch viel älter, sogar dem Tod nahe. Der nächste Sprung und wir sehen wie der sterbende Bowman vor sich den Monolithen erblickt. Er streckt die Arme, um ihn anzufassen und im letzten Schnitt erscheint anstatt seiner ein Fötus auf dem Bett. Es folgt die letzte Sequenz, in der zu ‚Also sprach Zarathustra‘ Erde und Mond aus dem Weltraum zu sehen sind, über ihnen das Space-Baby.

Alles klar? Einfach mal ein wenig durchatmen und sacken lassen. Immer noch nicht alles klar? Dann ein paar Worte der Erleuchtung. Oder so ähnlich.

Moon (2009)

Moon ist das Langfilm-Regiedebüt von Duncan Jones, dessen Vater niemand geringerer als David Bowie ist und der mit Source Code leider nicht alle Erwartungen erfüllen konnte. Der junge Mann darf sich bald an der ‚World of Warcraft‘-Verfilmung versuchen. Aber sachte, erstmal gehts rauf zum Mond.

In naher Zukunft wird der Energiebedarf der Erde zu großen Teilen durch Helium-3 gedeckt, welches auf dem Mond gewonnen wird. Dafür ist ein einzelner Mann für Lunar Industries dort stationiert: Sam Bell (Sam Rockwell). Sein Vertrag ist auf drei Jahre begrenzt und schon bald darf er nach Hause zu seiner Familie. An Sams Seite ist der Roboter GERTY (gesprochen von Kevin Spacey). Ansonsten ist der Astronaut komplett isoliert und vom Rest der Menschheit abgeschnitten. Bei einem Außeneinsatz jedoch verunglückt Sam und wacht wenig später in der Medizinstation der Mondbasis auf. Zumindest scheint es so. Doch die Dinge sind ganz anders und schon bald kommen erste Zweifel auf, ob alles seine Richtigkeit hat.

Ohne einen gewaltigen Spoiler wäre die Handlung jetzt nicht fortzuführen. Deswegen sei es jedem selbst überlassen, herauszufinden, was dort oben vor sich geht. Trotzdem kann man, ohne viel zu verraten, erzählen, dass der Film eine bewegende wie auch tiefgründige Botschaft transportiert.

Einerseits wird mit Sci-Fi-Mitteln auf die Frage eingegangen, ob der Zweck denn die Mittel heiligt. Darf man zum Wohle der Menschheit eine einzelne Person opfern? Andererseits werden ganz existenzielle Themen angeschnitten. So geht es in ‚Moon‘ in gewisser Weise auch darum, ab wann menschliches Leben beginnt. Gerade im Hinblick auf aktuelle Diskussionen rund um Stammzellenforschung und dergleichen. Ferner wird deutlich, dass Duncan Jones auch Kritik an der profitorientierten Gesellschaft übt, die zu jeder Zeit für ein größeres Return on Investment auf Menschlichkeit pfeift.

Dabei ist ‚Moon‘ kein Scheinwerfer, der auf alle diese Probleme gehalten wird und laut schreit. Es geht sehr ruhig zu und Sam Rockwell trägt den Film komplett alleine. Er lebt halt in völliger Isolation. Das ist stellenweise ebenso gespenstisch wie auch schön. Zwar hat er den womöglich schönsten Ausblick im Universum, doch die Isolation nagt an seinem Verstand und die rettende Erde ist eine 3-Tages-Reise entfernt. Niemand kann ihm helfen und er ist dem großen Nichts genauso ausgeliefert wie dem Riesenkonzern, der ihn beauftragt hat. Zwar nimmt ‚Moon‘ zum Ende seiner 96 Minuten Laufzeit noch ein wenig Fahrt auf, doch richtig spannend wird es nie. Aber das ist auch nicht unbedingt nötig. Schließlich lebt der Film von seiner Ruhe. Und die durchzieht auf atmosphärische Art und Weise die gesamte Handlung.

Ganz klar ist das hier kein Feel-Good-Movie. Ein wenig fühlte ich mich stellenweise hier und da an Kubricks ‚2001‘ erinnert. Aber der Roboter ist keine fiese Maschine und die Interpretation fällt einem nicht so schwer, gerade weil im weitesten Sinne alles realistisch wirkt und die Message mehr oder weniger offener serviert. Zudem ist ‚Moon‘ im wahrsten Sinne des Wortes ein kleiner Film. Mit kleinen Mitteln und mit insgesamt sehr wenig Dialog. Mir fallen auch nicht viele ähnlich Streifen ein, die einem dermaßen an die Haut gehen könnten. Vor allem dieses einzelne Schicksal eines Mannes, der den Verstand zu verlieren droht, hat mich sehr bewegt. Wenn man es jedoch nicht schafft, mit ihm mitzufühlen, kann der Film sehr schnell, trotz kurzer Laufzeit, langatmig werden. Deswegen sollte man das Licht möglichst ausmachen und so die langen Shots auf das Mondpanorama einsaugen, um mehr von diesem Weltall-Feeling aufzunehmen.

Für mich ist ‚Moon‘ einer der schönsten und intensivsten Filme, die ich kenne. Er ist auf keinen Fall perfekt und die Handlung hat gerade am Ende so ein wenig Leerlauf, weil der entscheidende Twist ziemlich früh passiert. Aber das stört mich dann nicht mehr. So muss Sci-Fi mit Message einfach sein. Und Sam Rockwell hat sich hiermit zu einem meiner Lieblingsschauspieler gemausert, der einen Film auch ganz alleine tragen kann. Das kann nicht jeder Actor von sich behaupten. Ich würde die schauspielerische Leistung sogar ein wenig mit der von Ryan Reynolds in ‚Buried‚ vergleichen, obwohl die beiden Filme thematisch wie inhaltlich nichts vereint.

Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen, ob ‚Moon‘ einen packt. Doch wenn es einem gelingt, die vermittelten Emotionen zu verinnerlichen, hat man ein in seiner Art seltenes Filmerlebnis. Also auf zum Mond!

Regie: Duncan Jones (Source Code, Warcraft)

Schauspieler: Sam Rockwell, Kevin Spacey

Bewertung: 

Das Scrubs-Dilemma

Ich liebe Scrubs.

Von allen Serien, Sitcoms, Cartoons und Animes, Mini-Serien und dergleichen da draußen ist Scrubs mein Serienformat. Das unumstößliche Nonplusultra meiner eigenen persönlichen Unterhaltung. Das führt so weit, dass ich noch täglich hin und wieder einschalte, wenn Pro 7 zum tausendsten Mal ältere Folgen runterspult. Die ganzen DVDs, außer der geschenkten 6. Staffel,  besitze ich nicht und ein Erwerb reizt mich nicht. Warum auch immer. Vielleicht geht dann so ein wenig dieser Zauber des „Einschaltens und sich darüber freuen, was gerade läuft“ verloren. Trotzdem habe ich vermutlich alle Folgen von Staffel 1 bis 8 vermutlich ein Dutzend Mal gesehen. Das sind 169 Folgen, alle irgendwo zwischen 20 und 27 Minuten lang.

Dann ist da die neunte Staffel. Die habe ich genau zwei Mal gesehen. Einmal auf englisch, einmal auf deutsch. Nicht öfter. Und hier schalte ich tatsächlich eher weg, auch wenn ich noch nicht jeden Witz und jeden Dialog auswendig kann. Die 13 Episoden, auf die sich Kraftklub (meiner Meinung nach hauptsächlich) in ‚Songs für Liam‘ bezieht: „Unzumutbarkeiten wie die neuen Folgen Scrubs“. Die Staffel, die am Ende tatsächlich das Aus bedeutete, weil einfach niemand mehr einschaltete. Und sowieso verwunderlich war das Zustandekommen, so hatte die 8. Staffel doch ein richtiges Ende für die gesamte Serie parat, das wirklich zufriedenstellnd war. Und welches gut zur Serie passte.

Ich will mich hier ein wenig damit beschäftigen, was Scrubs in erster Linie ausgezeichnet hatte und was die Unterschiede zur finalen Staffel sind, was womöglich so ein wenig das Ende erklären könnte. Dabei will ich auch auf die Stärken der Serie eingehen, die mich über ein Jahrzehnt lang begleitet hat. Und ob die 9. Staffel lieber vergessen werden sollte oder doch etwas taugt.

Der Titel ‚Scrubs‘ hat mehrere Bedeutungen. So bezeichnet er einerseits die Krankenhauskleidung sowie auch das Händewaschen vor Operationen. Aber noch viel wichtiger ist, dass das englische Wort scrub umgangssprachlich für Anfänger und Loser gebraucht wird. Und genau das ist der Held der Serie, John Dorian oder auch J.D., ganz am Anfang. Wir verfolgen seinen Lebensweg und seinen Werdegang im Sacred Heart Hospital vom kleinen und profillosen Assistenzarzt zu einem waschechten Doktor, der beruflich wie privat reifen muss und dies auch tut. Darin sehe ich die große Stärke der Serie: wir sehen eine weitreichende Entwicklung vieler Charaktere. Alle werden erwachsen, kriegen Kinder, gehen in ihrer Karriere den nächsten Schritt oder knüpfen neue Beziehungen. Keine Beziehungen sind festgefahren und sogut wie jeder Charakter wird geformt und wächst einem dadurch ans Herz. Gerade bei vielen anderen Sitcoms und Serien gibt es so etwas nicht. Ob ‚Friends‘ oder ‚How I met your Mother‘, dort sind die einzelnen Personen statischer. Auch wenn die Beziehungen sehr dynamisch sind, verbleiben wir über lange Zeit mit den immergleichen Charakteren.

Besonders bei J.D., der zu Beginn unsicher und verloren wirkt, sehen wir die Mannwerdung. Noch eine Spur krasser, als er dann (ungewollt) Vater wird und sich wieder neuen Problemen stellen muss. Besonders Elliot (Sarah Chalke) ist im Vergleich zur ersten Folge am Ende überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Und was mit der ersten Episode so ein wenig angedeutet und im Verlauf der ganzen Serie hin und wieder aufgegriffen wird, ist die Liebesbeziehung der beiden. Rückblickend ist Scrubs damit auch eine Art ‚How I met your Mother‘, denn wir sehen mit an, wie sich zwei finden und verlieren, doch nach all den Jahren der Freundschaft zueinander finden und so aufzeigen, wie komplex Beziehungen sein können. Das ist eine schöne und irgendwie unerwartete Wendung, die in der finalen Staffel mit einem Ausblick auf die mögliche Hochzeit von J.D. und Elliot und so einem kitschigen Happy End mündet. Damit haben wir gleich mehrere Handlungsebenen, die das Gesamtkonstrukt der Serie umspannen und sich, gerade als Fan der Serie und als Kenner aller Folgen, gut und rund anfühlen. Überhaupt ist J.D. ein Antiheld. Er ist sehr unmännlich und albern und bietet eine einfachere Identifikationsfigur als ein Barney Stinson, dessen Coolness unerreichbar ist.

Kiss Kiss Bang Bang (2005)

Es gibt da draußen eine ganze Menge Filme, die ihren Plot über einen Erzähler an Frau und Mann bringen. Ob ‚American Beauty‘, ‚300‘,  ‚Die fabelhafte Welt der Amélie‚ oder ‚The Big Lebowski‘. Die Liste lässt sich noch lange fortsetzen. Auch ‚Kiss Kiss Bang Bang‘ verfügt über diesen Kniff, geht dabei aber noch darüber hinaus und spricht den Zuschauer noch direkter an. Das weicht das klassische Filmkonzept stark auf und zieht einen dabei mehr in die ganze Geschichte rein. Man hat ein persönlicheres Erlebnis. Gleichzeitig kann dieser Versuch aber auch ziemlich plump wirken. Vor allem wenn die Story mies ist. Und kann man viel von einem Film erwarten, der ‚Kuss Kuss Bumm Bumm‘ heißt?

Hary Lockhart (Robert Downey Jr.) spielt Harry Lockhart, einen abgehalfterten Kleinkriminellen aus New York. Als ein Einbruch in einen Spielwarenladen in die Hose geht und sein Partner dabei angeschossen wird, gerät der vom rechten Weg Abgekommene an einen Hollywood-Produzenten. Dieser schustert Harry eine Rolle zu und schickt ihn auf eine Party in Los Angeles, die von Harlan Dexter (Corbin Bernsen) geschmissen wird, wo er auf Gay Perry (Val Kilmer), einen Privatdetektiven, sowie seine alte Jugendliebe Harmony (Michelle Monaghan) trifft. Perry lädt unseren Helden ein, ihn bei einer Beschattung zu begleiten und Erfahrungen für seine bevorstehende Rolle zu sammeln. Die Geschichte läuft jedoch schnell aus dem Ruder und die beiden müssen sich plötzlich mit einer Frauenleiche und allerhand zwielichtigen Gestalten rumplagen.

Die gesamte Handlung findet innerhalb weniger Tage statt und wird uns durch Harry höchstpersönlich erzählt, der dabei aber auch diverse Zeitsprünge und Rückblenden verwendet, denn er ist selbst, wie er sagt, ein ziemlich beschissener Erzähler. Das stört aber nicht sonderlich, denn ‚Kiss Kiss Bang Bang‘ entfaltet von der ersten bis zur letzten Minute einen sympathsichen Charme. In 103 Minuten passiert eine ganze Menge Blödsinn, doch Robert Downey Jr. schafft es als dümmlicher wie auch gutherziger Loser, den Film zu tragen. Dabei ist die Handlung zwar hier wie da undurchsichtig, aber komplex oder gar schlau ist die Geschichte nicht. Aber das braucht sie auch nicht zu sein.

Der Film läuft einen Spagat aus absurden Unterhaltungen und beknackten Entwicklungen und Verstrickungen, die ohne Leerlauf unterhalten. Es ist einfach die Art und Weise, wie konsequent bescheuert Harry ist. Ein Antiheld ohne große Perspektive, der durch sein großes Maul permanent weitere Probleme verursacht. Dabei geht er einem jedoch nicht auf den Zeiger wie beispielsweise ein Chris Tucker. Zeigleich bekommt Harry mit dem coolen Gay Perry eine Art Partner, der aber so richtig nichts mit ihm zu tun haben will. So erinnert ‚Kiss Kiss Bang Bang‘ ab und an einen Buddy-Movie.

Es gibt in dieser Komödie jedoch auch ernste Stellen, zum Beispiel als Harry zum ersten Mal jemanden umbringen muss. Die heben jetzt nicht sonderlich die Bedeutung oder den Sinn des Gesehenen, aber so entstehen auch mal ein paar Verschnaufpausen. Die sind bei den Schlussfolgerungen, die die Handlung ein wenig undurchsichtig machen, aber auch bitter nötig. So wird vor allem die größte Stärke des Films deutlich: Alles ist gut gemacht. Das Drehbuch ist gut, die Witze sitzen meistens und die Schauspieler hatten Spaß an ihren Rollen. So ist das hier keine lustlose Komödie, sondern eine herrliche Persiflage auf die Krimi-Thriller der 90er. Das Ende passt meiner Meinung nach gut, fällt aber vielleicht ein wenig plötzlich aus. Womöglich hatte ich aber auch einfach keine Lust, mich schon so früh aus der ‚Kiss Kiss Bang Bang‘-Welt zu verabschieden. Vor allem wenn einer der letzten Sätze des Erzählers folgender ist:

Und keine Sorge. Ich hab den letzten Teil von Herr der Ringe gesehen. Ich lass den Film jetzt nicht 17 mal enden.

Wer also ohnehin sowas wie ‚Rush Hour‘ gut leiden kann und der sich ein modernes ‚Leathal Weapon‘ wünscht, ist hier goldrichtig. Und der Rest eigentlich auch, denn selten hat ein Film die Eier, solch ein Konzept wie hier so konsequent durchzuziehen und sich dabei selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Großen Respekt dafür.

Regie: Shane Black (Iron Man 3, Drehbuchautor: Leathal Weapon I+II+III+IV+V, Last Action Hero, Last Boy Scout)

Schauspieler: Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Dash Mihok

Bewertung: 

 

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