Oblivion (2013)

Heute kochen wir! Man nehme:

  • eine kleine Prise Planet der Affen-Setting
  • zwei Teelöffel The Day After Tomorrow oder wahlweise 2012-Endzeit-Szenario
  • ein wenig Feeling aus I am Legend
  • die Optik aus einem Apple-Store

WICHTIG #1: Auf gar keinen Fall greifbare Antagonisten verwenden! Lieber auf die altbewährten Drohnen setzen, die die bedrohliche Aura einer Waschmaschine versprühen und soviel spannender sind als lebendige „Bösewichte“.Oblivion

WICHTIG #2: Sollte die Menschheit jemals untergehen, so werden Schallplatten und entsprechende Spieler als einzige Medien überleben. Deswegen schon vorher Vorrat mit Lieblings-Platten anlegen. Beachte dabei: offensichtlich brauchen diese keinen Strom.

Die Zutaten vorsichtig verrühren, bis ein wichtiger schwarzer Mann auftaucht, der verdächtig an Denzel Washington in The Book of Eli erinnert. Ist er aber nicht. Es ist nämlich Morgan Freeman, der Léon dem Profi die Brille geklaut hat. Ab hier den bereits im Trailer erwähnten Story-Twist vorsichtig drüberstreuen, weil Menschen heutzutage keine Trailer mehr gucken. Weil dieses „Intranetz“ ohnehin Nischen-Technologie ist. Von jetzt an noch größere Vorsicht beim weiteren Kneten, denn die beiden nervigen wie auch belanglosen Frauenfiguren machen die teigige Masse schnell bitter. Noch sehr viel bitterer: Olga Kurylenko hat keine Nacktszene.

WICHTIG #3: Auf gar keinen Fall zu viel Screentime für Morgan Freeman einplanen, denn keiner mag ihn.

Sollte sich der Story-Teig zunehmend sandig und ziellos färben und die an Star Wars-Spiele der 90er erinnernde Flug-Kampf-Szene zu Ende sein, schnell einen weiteren Story-Twist reinbringen, bis das Interesse des Zusehers wieder steigt. Hier eine Sequenz aus Der Englische Patient untermischen, weil dadurch die Spannung ins Unermessliche steigt und die Zuschauer sonst zu sehr an Moon denken.

Jetzt kann die Pampe in den Backofen. Nach 2 Stunden bei 200°C rausholen und zum Schluss mit Independence Day und 2001 – Odyssee im Weltraum glasieren. Abkühlen lassen. Servieren.

Voilà.

 

Der Film zitiert nicht nur, sondern bedient sich fröhlich aus dem Sci-Fi-Fundus der letzten Jahre und Jahrzehnte. Von 2001 bis Planet der Affen, Independence Day, Total Recall und ganz erheblich vor allem von Moon. Da ist keine einzige originelle Idee dabei gewesen. Ästhetisch ist er. Und ja, am Ende habe auch ich gehofft, Aliens oder was auch immer zu sehen. Dann aber ist widerum die ganze Handlung reichlich konstruiert und Morgan Freeman völlig verschwendet. Kurylenko sieht nett aus, aber beide Frauenfiguren sind irgendwo zwischen nervig und belanglos. Tom Cruise ist sympathisch und der eine oder andere Twist unterhalten tatsächlich, aber trotzdem ist Oblivion, besonders das Finale, überraschend unoriginell.

So stirbt der Film in seiner weißen Touchscreen-Apple-Store-Optik den Designer-Tod. Nett und unterhaltend, aber keiner Erinnerung wert.

 

Regie: Jospeh Kosinski (TRON: Legacy)

Schauspieler: Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko

Bewertung: 

 

 

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