Man of Steel (2013)

Man markt dem Film an, dass er stellenweise versucht, die düstere Atmosphäre von Nolans Batmantrilogie einzufangen. Nicht umsonst ist dieser ja auch Produzent hier. Das äußert sich vor allem in der gelungenen Optik und Technik.  Krpyton und seine Raumschiffe sehen cool, geradezu biologisch, aus und die Kampfmasken von Zods Mannen erinnern stark an die Fallout-Reihe. Das gefiel mir. Der Sound ist über alle Maßen erhaben. Wenn die tiefen Bässe donnern und gerade massig an Stadt dem Erdboden gleichgemacht wird, tausende Tonnen von Stahl sich verbiegen und überall einfach nur alles sich bewegt, dann klingt das toll und bedrohlich. Natürlich macht Hans Zimmer den Soundtrack. Der Gott der Filmmusik. Dann widerum stört mich jedoch die Kamera. Zack Snyder hat sich für von Hand bediente Geräte entschieden, die gerne mal hin- und herwackeln. Nicht so sehr wie in der Bourne-Trilogie, aber doch schon eher anders als man es kennt. Zugegeben, nach ein paar Minuten hat man sich an die Technik gewöhnt und kommt damit klar. Nur gibt es unzählige Shots mit schnellen Zooms auf den fliegenden Superman, die nach einer Weile, zumindest mich, nerven. Ständig fliegt unser Held rum, wir sehen ihn aus der Ferne anrauschen. Dann der Zoom auf ihn, die Kamera folgt ihm kurz und Schnitt, neue Perspektive, neuer Zoom. Das ist ein paar Male ganz nett, aber Snyder übertreibt es hier ein wenig. Und habe ich schon erwähnt, dass das alles in 3D ist? Wie so oft gibt die Technik dem Ganzen nichts, aber das ist nichts Neues.

Man of Steel ist kein schlechter Film. Selten hat man eine derart gigantische Materialschlacht erlebt. Optisch und akustisch ist das alles sehr hochwertig. Trotzdem scheitern Snyder und Nolan bei dem Versuch, aus Superman einen echten Menschen zu machen. Zu viel Pathos und zu wenig charakterliche Tiefe stecken hier einfach drin. So ist der Mann aus Stahl der Held einer Actionorgie ohne Gewalt und mit viel Radau. Allzu schlau ist die Handlung auch nicht, zumal sie jeder ansatzweise kennen dürfte. Dementsprechend gibt es keine Twists oder dergleichen. Ganz so dümmlich und belanglos wie in Transformers geht es zwar nicht zu, aber von einem Batman ist man hier noch viel weiter entfernt. Dafür kracht es in Man of Steel. Und dafür lohnt es sich tatsächlich, das Kino aufzusuchen. Wer jedoch ausgefeilte Charaktere oder gar eine interessante Handlung sucht, sollte sich lieber eher nochmal Snyders Watchmen geben. Abgesehen von der besseren Story gibt es darin nämlich einen gewissen Dr. Manhatten, der mit Superman den Boden aufwischen könnte.

 

Regie: Zack Snyder (300, Watchmen, Sucker Punch, Dawn of the Dead)

Schauspieler: Henry Cavill, Amy Adams, Michael Shannon, Diane Lane, Russell Crowe, Kevin Costner, Laurence Fishburne

Bewertung: 

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