Hot Shots! – Die Mutter aller Filme (1991)

Es hat schon etwas Befremdliches, wenn man sich im Jahre 2012 Hot Shots! ansieht und auf dem Bildschirm plötzlich Charlie Sheen neben Jon Cryer auftaucht. Schließlich sollten die beiden viele Jahre später in siebeneinhalb Staffeln ‚Two and a Half Men“ die Gebrüder Harper verkörpern. Als ob das nicht reicht, erblickt man bei genauem Hinsehen weiter zum Ende hin Ryan Stiles, besser bekannt als Dr. Herb Melnick. Damit ist dieses Filmchen schon so etwas wie ein wenig Zeitgeschichte, auch weil alle möglichen und damals aktuellen Filme aufs Korn genommen werden, allen voran natürlich Top Gun.

Lieutnant Topper Harley (Charlie Sheen) wird wieder in die Navy einberufen, um an der geheimen Operation „Schläfriges Wiesel“ teilzunehmen. Dabei leidet der Kampfjetpilot unter dem Trauma, dass sein eigener Vater bei einem Einsatz in einem Düsenjäger ums Leben gekommen ist. Glücklicherweise hilft ihm die Psychologin Ramda Thompson (Valeria Golino), mit dem Schicksalschlag fertig zu werden. Auf den Rest seiner Kollegen kann er sich jedenfalls nicht verlassen, denn die sind in der Regel sehbehindert, dumm oder beides.

Die Handlung ist mehr oder weniger egal und soll einfach nur eine enorme Anzahl von Witzen irgendwie zusammenhalten. Hauptthema bildet hierbei Top Gun, schließlich spielt der Film zum großen Teil auf einem Flugzeugträger oder in der Luft. Es werden jedoch noch unzählige andere Filme auf die Schippe genommen, beispielsweise Der mit dem Wolf tanzt, Rocky, Superman, Der Pate, Full Metal Jacket und Vom Winde Verweht. Erkennt man, was da gerade persifliert wird, funktioniert das eigentlich ganz gut. Die Witze verlieren jedoch enorm, wenn man einen Film nicht kennt. So habe ich bis dato Top Gun nicht gesehen. Dafür kann Hot Shots! natürlich nichts, aber nichtsdestotrotz beeinflusst es die Menge an Spaß, die einem bereitet wird. Im Grunde ist alles kindertauglich und in diesem Sinne auch ziemlich flach. Manchmal besteht der Humor einer Szene einfach nur darin, dass jemand stolpert. Hier muss man dann für sich entscheiden, ob man mit dem Niveau leben kann.

Für mich persönlich ist Hot Shots! zeitgleich auch ein gutes Stück Kindheitserinnerung und so übersehe ich gerne aus nostalgischer Verklärung, dass mancher Dialog vollkommen albern und gut zwei Jahrzehnte später nicht mehr ganz so lustig ist, wie noch vielleicht in den 90ern. Außerdem erinnert man sich gerne daran, dass Charlie Sheen damals noch ein junger und durch die Bank weg sympathischer Comedian war. Die mit 84 Minuten Laufzeit recht kurze Komödie ist definitv ein netter Film für Zwischendurch, ohne Tiefgang, aber am Ende liebenswürdig. Wer also die Nackte Kanone mag und mit dem persiflierten Material einigermaßen vertraut ist, darf gerne mal reingucken. Schließlich werden solche Komödien nicht mehr wirklich gemacht und wenn, dann auf billige und abstoßende Art und Weise. Damit ist nicht Will Ferrell gemeint. Der wirkt nämlich neben Hot Shots! beinahe schon ernst und geradezu tiefgründig.

Der zweite Teil geht dann in die Rambo- und Kriegsfilm-Richtung und gefällt mir dadurch sogar besser, zumal man die gleiche Schauspielerriege vorfindet hat.

Regie: Jim Abrahams (Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti!, Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone)

Schauspieler: Charlie Sheen, Valeria Golino, Lloyd Bridges, Kevin Dunn, Jon Cryer

Bewertung: 

 

 

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