Feb 282012
 

Olé olé, der Dragonball-Film!  Olé olé, wie war die Serie geil, als ich noch ein Kind war. Gott sei Dank wurden meine Helden der Kindheit noch nie verwurstet und in billigen und / oder doofen Produktionen bzw. Sequels bzw. Prequels verstümmelt (außer der Tekken-Film,  Star Wars I, II, III, Der Tag an dem die Erde stillstand, 101/102 Dalmatiner, Karate Kid, A-Team, Planet der Affen, Conan, Pink Panther, Alien vs. Predator I+II, Die unendliche Geschichte II+III, Krieg der Welten, …). Heiliger Kuhmist, Son-Goku lauf! Oh nein, zu spät….

Dragonball selber ist ein Anime aus den 80ern. Davon gibt es dann noch erwachsenere Ableger: Dragonball Z und Dragonball GT. Im Fokus steht Son-Goku, der in Dragonball als kleiner Junge von einem älteren Herren adoptiert und im Kampf unterrichtet wird. Die Dragonballs sind 7 magische Kugeln, die beim Einsammeln aller zur Beschwörung eines Drachen führen, der einem jeden Wunsch erfüllt. Soviel zur Serie. In Z und GT ist Son-Goku erwachsen, hat Kinder und teilweise Enkel, ist aber immer recht frisch. Eine tolle Serie, mit sehr vielen Folgen und total viel Action und Kämpfen. Son-Goku wird immer mächtiger und ist überhaupt ein total korrekter Kerl. So weit, so gut.

Im 21. Jahrhundert entschloss man sich nun, die Serie mit realen Darstellern zu verfilmen. Und da geht das erste Problem von Evolution schon los. Wen nimmt man, um Son-Goku zu spielen, der in der Serie eigentlich ein Kind ist? Man nimmt Justin Chatwin, einen Hänfling, dessen Ausstrahlung und Mimik eher der eines gelangweilten Sexualstraftäters gleichen. Aber nun gut, damit kann ich noch leben. Wenigstens stimmt die Frisur. Jedoch haben alle anderen Protagonisten nichts mit der Serie gemein, außer die eine oder andere lose Charaktereigenschaft hier oder dort. Und da wird es schwierig und auch oberflächlich. Was das Ur-Dragoball in 74 (von insgesamt 153) Episoden erzählt, wird hier zusammengekürzt auf 85 Minuten und vollkommen leb- und lieblos abgespult. Der Quatsch ergibt dann im großen und ganzen überhaupt keinen Sinn mehr. Alle, die Dragonball nicht kennen, erkennen keinen Zusammenhang. Alle, die Dragonball kennen, fühlen sich verarscht.

Der böse Piccolo sieht zum Beispiel total beschissen aus. Nicht nur, weil er keine Ähnlichkeit zu seinem Comic-Vorbild hat, sondern weil seine Maske billig aussieht. Das erinnert dann viel mehr an die Power Rangers. Und wo wir gerade bei den Power Rangers sind, Dragonball Evolution klaut ganz frech aus diversen anderen Filmen. Wenn Son-Goku einen Dragoball berührt, hat er Flashbacks und böse Gedanken (Herr der Ringe). Piccolo verfügt über telekinetische Kräfte à la Magneto (X-Men). Und das Finale ist dann einfach nur noch traurig. Nicht im Sinne von “Och, wie traurig *schluchz*”, sondern eher in die Richtung von “Hey, das ist so traurig, ich glaube, ich zünde mich an, um den Dreck zu vergessen!”. Leider reicht es nicht, seine pyromanischen Triebe an sich selbst auszuleben, um den Haufen Blödsinn namens Dragonball Evolution zu vergessen.

Ich habe auch keinen Plan, was ein Chow Yun-Fat (Hard Boiled, Tiger & Dragon) da drin zu suchen hat. Das macht es nur noch trauriger. Und so bleibt nur noch eine Frage zu klären, die nach dem warum. Warum musste man Dragonball verwursten? Warum so schlecht? Warum so lieblos? Warum hatte man ein 45-Millionen-Dollar-Budget, obwohl der Film viel billiger aussieht? Hätte man nicht einfach einen erotischen Sailor-Moon-Softporno drehen können? Dann wäre zumindest ein Teil meiner Kindheitserinnerungen noch intakt. Alles, was bleibt, ist die Hoffnung, das irgendwer mal einen ordentlich Dragonball-Film in diesem Grafikstil macht.

Regie: James Wong (Final Destination I + III, The One)

Schauspieler: Justin Chatwin, Chow Yun-Fat

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