Die 21 größten Kinoflops aller Zeiten

Platz 3: Die Abenteuer von Pluto Nash (2002)

Eigentlich hatte Regisseur Ron Underwood mit Tremors 1990 und den City Slickers 1991 zwei ziemlich kultige Komödien abgedreht. Verdammt, Jack Palance bakam sogar einen Oscar für den besten Nebendarsteller in der Cowboy-Comedy. Nach Pluto Nash und dem ebenfalls gefloppten Mein großer Freund Joe widmete er sich jedoch wieder dem TV, wo er für praktisch jede Serie der letzten 10 Jahre wenigstens eine Folge gedreht hat (siehe hier). Und dann ist da ja noch Eddie Murphy, der im Grunde schon seit zwei Jahrzehnten in keinem guten Film mehr mitspielt (abgesehen von Mulan, Shrek und, natürlich, Shrek 2, aber nicht Shrek 3 oder 4). So ist er als Pluto Nash in einer Doppelrolle heillos überfordert. Der geneigte Zuschauer übrigens ebenfalls.

In dem Film geht es um eine von ihm geführte Bar, auf die die Mafia ein Auge geworfen hat. Und ach ja, die Geschichte spielt auf dem Mond. Das ist im Grunde eigentlich egal, schließlich macht es einfach nur den Film teurer. Problematisch ist nur, dass die Story auch auf der Erde und ohne Sci-Fi-Elemente ziemlich blöd gewesen wäre. Das mag womöglich einfach daran liegen, dass das Skript seit Mitte der 80er rumgereicht wurde. Zudem war Pluto Nash eigentlich schon 2000 fertig und abgedreht, lag dann aber 2 Jahre auf Halde. Das mag wohl an der abschreckenden Wirkung vom Film auf Platz 20 dieser Liste, Red Planet, liegen, der in einem ähnlichen Setting an der Sci-Fi-Übersättigung der Kinogänger gescheitert ist. Eddie Murphys Noch Tausend Worte lag übrigens sogar 4 Jahre irgendwo rum, bis 2012 der Release folgte. Ein schlechtes Omen oder Macht der Gewohnheit? Wie so manch anderer Film in dieser Liste scheitert Pluto Nash wohl auch an dem Fakt, dass er viel zu teuer ist: 120 Millionen Dollar Kosten, von denen 20 Millionen ins Marketing flossen. Und warum? Weil die dämliche Geschichte unbedingt im Weltraum spielen musste und dabei, nach heutigen Standards, ziemlich mies aussieht. Selbst der Trailer verursacht Migräne und Angstzustände. Irgendwie hoffe ich immer noch, dass Eddie Murphy eines Tages wieder einen coolen Film macht, wie z. Bsp. die Glücksritter. Doch die Hoffnung verblasst allmählich, genauso wie jedermanns Erinnerung an Pluto Nash.Pluto Nash

Kosten: 120.000.000 $   Verlust: 112.896.027 $  Verlust heute: 144.101.700 $

 

Platz 2: Alamo – Der Traum, das Schicksal, die Legende (2004)

You will never forget. So steht es jedenfalls auf dem Plakat für The Alamo. Das stimmt, schließlich kann man nichts vergessen, was man nicht kennt. Tatsächlich habe ich bis vor Kurzem noch nie von diesem Film gehört, der hier immerhin das zweitgrößte finanzielle Fiasko an den Kinokassen aller Zeiten sein soll. Übrigens hat, wie so oft in dieser Liste, wieder einmal Disney seine Hände mit im Spiel. Eines außerdem vorweg: Wer auch immer beschlossen hat, den Film in Deutschland unter dem Namen ‚Alamo – Der Traum, das Schicksal, die Legende‘ zu vermarkten, verdient eine Tracht Prügel. Das könnte dann unter ‚Prügel – Der Schlag, das Klatschen, die Schmerzen‘ laufen. Und als ob das noch nicht genug wäre, spielt zudem Dennis Quaid hier mit.

In Alamo geht um den texanischen Aufstand gegen die mexikanische Besetzung 1835. Dabei muss eine kleine Truppe von Texanern die Missionsstation Alamo gegen die Besatzer verteidigen, obwohl man zahlenmäßig massiv unterlegen ist. 300 lässt grüßen. Das Remake des John Wayne-Films von 1960 hat zwar nur 30% positive Bewertungen auf Rotten Tomatoes, richtige Verrisse liest man aber meistens eher nicht. Trotzdem handelt es sich hier um einen langatmigen Streifen, der ähnlich wie andere historische Verfilmungen keine großen Freiheiten im Drehbuch lässt. Das Ende ist also dem normalen US-Bürger ohnehin bekannt. Spielbergs Lincoln hat gezeigt, dass man solche Aspekte durchaus mit einer guten Besetzung wenigstens zum Teil kompensieren kann. Interessanterweise sollten ursprünglich Russell Crowe und Ethan Hawke unter der Regie von Ron Howard mitspielen. Der wollte aber mehr Budget. So setzte Disney John Lee Hancock (The Blind Side, The Rookie)  auf den Regiestuhl und als Ergebnis verließen Crowe und Hawke den Film. Dafür holte man Dennis Quaid und Jason Patric. Das könnte einer der Gründe für das Floppen an den Kassen sein. Denn ansonsten kennt man neben Billy Bob Thornton als Davy Crockett kaum noch jemanden aus dem Cast, zumindest außerhalb der USA.

Auch wenn man Ron Howard nicht die verlangten 200 Millionen Dollar geben wollte, so war Alamo mit 107 Millionen an Kosten alles andere als ein Indie-Film.  Zum Beispiel war das Set mit gigantischen Ausmaßen von über 206.000 Quadratmetern, oder umgerechnet 51 Fußballfeldern, das noch immer größte Filmset, das je in Nordamerika errichtet wurde. Ach ja, 38 Millionen wurden auch noch ins Marketing geblasen. Am Ende sollte Alamo nicht mal lächerliche 26 Millionen $ einspielen. Dass alleine 22.5 Millionen davon nur in den USA zustandekamen, beweist, dass sich in Übersee kaum jemand für die Thematik oder den Film interessierte. Zusätzlich liefen mit Kill Bill Vol. 2 und Hellboy drumherum interessantere Wettbewerber eine Woche danach bzw. davor. Hauptsächlich wird es wohl daran gelegen haben, dass Alamo den Appeal einer 2,5-stündigen Geschichtsstunde besaß, ohne dabei irgendwelche herausstechden Merkmale zu besitzen. Und wer außer den amerikanischen Patrioten,  Historikern und in erster Linie den Texanern kann sich schon für so etwas erwärmen? Denn es kommt hinzu, dass in Alamo einerseits die texanischen Sklavenhalter als Helden fungieren und gleichzeitig die Mexikaner als Antagonisten. So schließt man einen großen Teil des amerikanischen Publikums von vornherein aus, der sich mit den Protagonisten nun mal nicht wird identifizieren können. Aus finanzieller Sicht gilt für die Macher von The Alamo immerhin eines: You will never forget.Alamo

Kosten: 145.000.000 $   Verlust: 119.180.000 $  Verlust heute: 144.859.553 $



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.