Die 21 größten Kinoflops aller Zeiten

Platz 6: Der 13. Krieger (1999)

Nach Platz 18 finden wir Antonio Banderas auch auf Platz 6 dieser Liste. Dieser spielt hier Ahmad ibn Fadlan, der als arabischer Kämpfer nach Skandinavien kommt, wo er sich als 13. Krieger einer Gruppe Nordmänner anschließt, um den mordenden Wendol auf die schliche zu kommen, die Angst und Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten. Regie führte hier John McTiernan basierend auf einer Romanvorlage von Michael Crichton. Im Sommer 1997 begannen die Dreharbeiten, doch das Testpublikum reagierte wenig begeistert. McTiernan wollte einen erwachsenen und brutalen Film, aber für 12-Jährige wäre das wohl zu hart. So kam zum Streit zwischen Regisseur und Crichton, wobei letzterer dann den Regieposten übernahm. Das sollte im Grunde auch mehr oder weniger die Karriere von McTiernan nachhaltig negativ beeinflussen. Crichton entfernte gute 45 Minuten an Handlung und drehte diese nach, sodass teilweise angefangene Handlungsstränge nicht weitergeführt wurden. Aus den ursprünglich 85 Millionen Dollar Budget wurden so schließlich 160 Millionen. Am Ende bleibt ein durchschnittlicher Film mit überdurchschnittlich hohen Kosten, der eineinhalb Jahre nach seiner Fertigstellung erst in die Kinos kam. Omar Sharif, in einer Nebenrolle vertreten, trat dadurch sogar (zumindest bis 2003) vom Schauspiel-Geschäft zurück, weil er keine Lust mehr auf sowas hatte, wie er in einem Interview verriet:

After my small role in The 13th Warrior, I said to myself, ‚Let us stop this nonsense, these meal tickets that we do because it pays well.‘ I thought, ‚Unless I find a stupendous film that I love and that makes me want to leave home to do, I will stop.‘ Bad pictures are very humiliating, I was really sick. It is terrifying to have to do the dialogue from bad scripts, to face a director who does not know what he is doing, in a film so bad that it is not even worth exploring.

Amen.Der 13. Krieger

Kosten: 160.000.000 $   Verlust: 98.301.101 $   Verlust heute:   135.473.291 $



Platz 5: Milo und Mars (2011)

Und schon wieder ein Animationsfilm, der im Original übrigens Mars needs Moms heißt. Darin gehts um Marsianer, die die Mutter von Milo entführen und dieser daraufhin die Liebe zu seiner Mom entdeckt und sie retten geht. Weil Mütter die wichtigste Ressource sind. Der pure Disney-Zuckerguss. Ursprünglich spielte Seth Green den Milo, doch aufgrund seiner zu tiefen Stimme wurde mit dem 11-Jährigen Seth R. Dusky nachsynchronisiert.  Das ist aber nicht der Grund, warum der Film so teuer war und gleichzeitig so schlecht ankam, um in jüngerer Vergangenheit einer der größten Flops überhaupt zu sein.

Produzent Robert Zemeckis ließ alle Figuren durch Motion Capturing einspielen. Und natürlich war alles in 3D. Dabei ergab sich interessanterweise das Problem des Uncanny Valley. Das heißt soviel, dass die Figuren dermaßen realistisch sind, dass sie schon wieder bizarr und grotesk erscheinen, wovon man sich im Trailer ein Bild machen kann. Wir brauchen also einen Grad an unrealem Schauwert, um nicht komplett irritiert zu werden. Oder eben komplett Realschauspieler. Gleichzeitig war die Story mehr als dämlich. Hinzu kam dann noch, dass über soziale Netzwerke der Film völlig niedergemacht und eine immense negative Grundstimmung erzeugt wurde. Nebenbei lief gleichzeitig mit Battle: Los Angeles ein Film an, der viel mehr Hype um sich hatte und auch ins Sci-Fi-Genre einzuordnen ist. So hat man mit 175 Millionen Dollar Budget nicht einmal 40 Millionen weltweit eingespielt. Traurig, zumal hier über die DVD-Vermarktung wohl kaum noch etwas finanziell zu reparieren ist.Milo und Mars

Kosten: 175.000.000 $   Verlust: 136.007.242 $  Verlust heute: 138.803.841 $

 

Platz 4: Sahara – Abenteuer in der Wüste (2005)

Action, Comedy und Abenteuer. Warum nicht? Mit der Mumie hat das alles ganz gut funktioniert. Da haben alle Filme erheblichen Gewinn eingefahren. Sogar der furchtbare dritte Teil. Und tatsächlich, auch Sahara lief ganz gut in den Kinos. Denn das auf einer Buchreihe von Clive Cussler basierende Filmchen spielte stolze 120 Millionen Dollar ein. Wären da nicht die 160 Millionen Dollar Produktions- bzw. die 81 Millionen an Marketingkosten. Und auch hier kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen, wie man eine viertel Milliarde so einfach in den Sahara-Sand setzen kann. In diesem spielen übrigens Matthew McConaughey, Steve Zahn und Penélope Cruz Abenteurer, die ein Schiff in der Wüste suchen. Oder so. Ist ja eigentlich ziemlich egal.

Das hätte wohl so eine Art Indiana Jones der Moderne werden sollen, mit Fortsetzungen und so weiter. Und mit der sehr erfolgreichen Buchreihe hatte man auch eine gewisse Fanbase. Zeitgleich fuhr zu Marketing-Zwecken Matthew McSunnyboy quer durch die USA und promotete den Film. Dabei ist Sahara gar nicht mal unbedingt so schlecht. Selbst wenn die Story schon ziemlich weit hergeholt ist und die Romanze zwischen den beiden Hauptdarstellern eigentlich schon vom Plakat her absehbar ist. Die Actionszenen taugen und der Soundtrack ist von Clint Mansell, der in meinen Augen der Gott der Soundtracks (neben Hans Zimmer und Klaus Badelt und Ennio Morricone) ist. Woran lag es also dann? An sich hatte man genug Elemente, um einen guten Abenteuer-Film zusammenzuschustern. Schließlich scheitert der Film aber daran, dass er viel zu viel möchte und dabei irgendwie unstrukturiert wirkt. Gerade mit Beschränkungen müssen Leute kreativ umgehen. Wenn man aber 241 Millionen Dollar reinbuttert, dann fehlt womöglich in gewisser Weise die Einfachheit und die Motivation, aus dem Vorhandenen das Beste zu machen. Ansonsten kann ich es mir nicht anders erklären. Interessanterweise hat mit Uncharted ein anderes Franchise über den Spielemarkt den Titel des modernen Indiana Jones inne. Da lässt die Verfilmung auch nicht mehr lange auf sich warten. Hoffentlich aber nicht in den unnötigen Dimensionen von Sahara. Und ohne Matthew McConaughey bitte.Sahara

Kosten: 241.000.000 $   Verlust: 121.730.514 $  Verlust heute: 143.094.022 $



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